Nachaciclovir 800: Nebenwirkungen und Taubheitsgefühl im Gesicht – Ein umfassender Überblick

Aciclovir ist ein bekanntes und häufig eingesetztes Medikament zur Behandlung von Virusinfektionen, insbesondere Herpesinfektionen. Es wurde 1979 patentiert und revolutionierte die Therapie von Herpesinfektionen. Aciclovir zeichnet sich durch eine gute und selektive Wirksamkeit aus, wodurch schwere Nebenwirkungen selten sind. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Aciclovir, einschließlich seiner Wirkungsweise, Anwendungsgebiete, korrekten Anwendung, Nebenwirkungen und wichtigen Hinweise.

Was ist Aciclovir und wie wirkt es?

Aciclovir gehört zur Gruppe der Nukleosid-Analoga mit antiviralen Eigenschaften. Viren bestehen aus einer Hülle und ihrem Erbgut und benötigen Wirtszellen zur Vermehrung. Herpes-Viren, wie die Erreger von Lippenherpes, Genitalherpes, Windpocken und Gürtelrose, nutzen ein Enzym, um ihr Erbgut schnell in der Wirtszelle zu vermehren.

Aciclovir dringt in die infizierten Zellen ein und wird durch das virale Enzym aktiviert. Es wird in das Virus-Erbgut eingebaut, was zu einem Kettenabbruch der Erbgutvermehrung führt. Dadurch können keine neuen Viren entstehen. Zusätzlich blockiert Aciclovir das virale Enzym DNA-Polymerase, das für die Vermehrung des Virus-Erbguts wichtig ist. In nicht-infizierten Zellen wird Aciclovir nicht aktiviert, was schwere Nebenwirkungen selten macht.

Aciclovir wird nach oraler Einnahme im Dünndarm nur schlecht resorbiert (10-30%). Es wird schnell im Körper abgebaut und hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden.

Anwendungsgebiete von Aciclovir

Aciclovir wird gegen Infektionen mit Herpes- und Varizella-Zoster-Viren eingesetzt, darunter:

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  • Lippenherpes (Herpes labialis)
  • Genitalherpes (Herpes genitalis)
  • Gürtelrose (Herpes Zoster)
  • Entzündung des Gehirns aufgrund einer Herpesinfektion (Herpes-Enzephalitis)
  • Windpocken (Varizella-Zoster-Infektion) bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem
  • Vorbeugung von Herpesinfektionen bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem

Die Anwendung erfolgt bei akuten Infektionen meist nur wenige Tage. Zur vorbeugenden Anwendung bei wiederkehrenden Herpesinfektionen kann die Therapie auch langfristig durchgeführt werden.

Korrekte Anwendung von Aciclovir

In der Selbstmedikation wird ausschließlich Aciclovir-Creme gegen Lippenherpes eingesetzt. Bei den ersten Anzeichen der Infektion sollte die Creme fünfmal täglich alle vier Stunden auf den betroffenen Bereich aufgetragen werden. Vor und nach dem Auftragen sind die Hände gründlich zu waschen. Die Behandlung sollte solange erfolgen, bis alle Bläschen verkrustet oder abgeheilt sind.

Die verschreibungspflichtige Therapie mit Aciclovir-Tabletten erfolgt nach Anweisung des Arztes.

Mögliche Nebenwirkungen von Aciclovir

Aciclovir-Nebenwirkungen sind bei lokaler Therapie (z.B. Aciclovir-Creme bei Lippenherpes) sehr selten. Bei der Einnahme von Tabletten treten bei einem von zehn bis hundert Behandelten Schwindel, Kopfschmerzen, Juckreiz, Hautausschlag, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf. Selten kommt es zu allergischen Reaktionen und Atemnot.

Häufige Nebenwirkungen:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Verdauungsstörungen
  • Hautreaktionen

Gelegentliche Nebenwirkungen:

  • Müdigkeit
  • Fieber
  • Stechen und Brennen an den behandelnden Stellen
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut (Hautausschlag)
  • Magen-Darm-Störungen (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen)
  • Verwirrtheitszustände
  • Wahnvorstellungen
  • Schläfrigkeit
  • Vermehrte Haarausdünnung
  • Anstieg von Blutwerten (Bilirubin, Leberenzyme, Harnstoff, Kreatinin)
  • Blutzellenverminderung

Seltene Nebenwirkungen:

  • Allergische Reaktionen
  • Atemnot
  • Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Schlaflosigkeit
  • Müdigkeit

Sehr seltene Nebenwirkungen:

  • Allergischer Schock
  • Unruhe
  • Zittern
  • Gangstörungen
  • Sprechstörungen
  • Psychosen
  • Krampfanfälle
  • Schläfrigkeit
  • Gehirnerkrankung
  • Koma
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Akutes Nierenversagen
  • Nierenschmerzen
  • Örtliche Entzündungsreaktionen (wenn die Vene nicht getroffen wurde)

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:

  • Hautbrennen
  • Hautstechen
  • Entfremdungserlebnisse

Taubheitsgefühl im Gesicht:

Ein Taubheitsgefühl im Gesicht ist keine häufige oder typische Nebenwirkung von Aciclovir. Sollte dieses Symptom auftreten, ist es wichtig, umgehend einen Arzt zu konsultieren, um die Ursache abzuklären. Es könnte sich um eine seltene Nebenwirkung oder eine andere, unabhängige Erkrankung handeln.

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Wichtige Hinweise:

  • Bei eingeschränkter Nierenleistung muss die Aciclovir-Dosis vom Arzt angepasst werden.
  • Aciclovir kann unter Umständen die Wirkung und Nebenwirkungen von Theophyllin verstärken.
  • Während der Behandlung sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden.
  • Bei Auftreten von allergischen Reaktionen oder anderen schweren Nebenwirkungen ist umgehend ein Arzt zu verständigen.
  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind bei der Anwendung als Creme nicht zu erwarten. Bei der Einnahme von Tabletten oder Infusionen können Wechselwirkungen auftreten.
  • Alkohol kann die Wirkung von Aciclovir negativ beeinflussen und zu verstärkten Nebenwirkungen führen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Klinisch relevante Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten wurden bisher nicht festgestellt. Aciclovir kann jedoch die Wirkung und Nebenwirkungen von Theophyllin verstärken. Die gleichzeitige Einnahme von Cimetidin oder Probenecid kann die Ausscheidung von Aciclovir verringern und das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen.

Aciclovir in Schwangerschaft und Stillzeit

Seit der Markteinführung wurden bei einer großen Zahl von schwangeren Patientinnen keine Schäden am Kind dokumentiert. Bisherige Beobachtungen sprechen gegen eine giftige Wirkung für den Fötus. Aciclovir darf deshalb in der Schwangerschaft bei entsprechender Indikation systemisch gegeben werden. Die lokale Anwendung von Aciclovir ist in der Schwangerschaft problemlos möglich.

Es wurden keine Auffälligkeiten bei gestillten Säuglingen beschrieben, wenn die Mutter mit Aciclovir behandelt wurde. Auch in der Stillzeit darf das virenhemmende Mittel daher nach ärztlicher Anordnung angewendet werden.

Abgabevorschriften für Aciclovir

Zur Selbstmedikation von Lippenherpes ist Aciclovir-Creme in Deutschland, Österreich und der Schweiz rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Für alle anderen Anwendungsgebiete und Darreichungsformen ist eine genaue Diagnose beim Arzt erforderlich, weshalb der Wirkstoff hier nur rezeptpflichtig erhältlich ist.

Gürtelrose (Herpes Zoster) und Post-Zoster-Neuralgie

Herpes zoster (Gürtelrose) ist eine akute Hautkrankheit, die durch die Reaktivierung von latent im Körper verbliebenen Varicella-zoster-Viren (VZV) verursacht wird. Die Erstinfektion erfolgt in der Regel im Kindesalter als Windpocken (Varizellen).

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Der Zoster beginnt in aller Regel mit Prodromalsymptomen wie Schmerzen, Kribbeln und Missempfindungen. Nach einigen Tagen treten Papeln auf, die sich innerhalb von Stunden bis Tagen zu gruppierten klaren Bläschen entwickeln. Das Exanthem tritt typischerweise einseitig und "gürtelförmig" auf.

Eine wichtige Komplikation der Gürtelrose ist der Zoster ophthalmicus (Befall des Augenbereichs). Wenn die Schmerzen einen Monat nach Abheilung des Exanthems weiter bestehen, spricht man von einer postherpetischen Neuralgie (PHN).

Behandlung der Gürtelrose:

  • Antivirale Therapie (Aciclovir, Valaciclovir, Famciclovir, Brivudin) innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der ersten Papeln und Bläschen
  • Schmerzlinderung mit Analgetika und nicht steroidalen Antirheumatika (Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac)
  • Bei postherpetischer Neuralgie: Antiepileptika (Pregabalin, Gabapentin), Antidepressiva, schmerzbetäubende Pflaster (Lidocain, Capsaicin)

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