Nächtliches Schwitzen, Appetitlosigkeit, Muskelkrämpfe, Gewichtsabnahme: Ursachen und Zusammenhänge

Unfreiwilliger Gewichtsverlust, nächtliches Schwitzen, Appetitlosigkeit und Muskelkrämpfe können beunruhigende Symptome sein. Es ist wichtig, die möglichen Ursachen zu verstehen und bei Bedarf ärztlichen Rat einzuholen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen für diese Symptome, von harmlosen Faktoren bis hin zu ernsthaften Erkrankungen.

Rheuma und seine vielfältigen Symptome

Rheumatische Erkrankungen umfassen eine Vielzahl von Krankheitsbildern, die oft chronisch verlaufen und mit Entzündungen einhergehen. Die rheumatoide Arthritis (RA) ist die häufigste Form. Bei RA stuft das Immunsystem körpereigenes Gewebe fälschlicherweise als fremd ein und greift es an, was zu Gelenkentzündungen und Schmerzen führt.

Symptome von Rheuma:

  • Schmerzen: Dumpf, pochend oder stechend, je nach Schweregrad der Entzündung.
  • Geschwollene Gelenke: Flüssigkeitsansammlungen im Gelenkraum verursachen Schwellungen, Wärme, Rötung und Druckempfindlichkeit.
  • Morgensteifigkeit: Betroffene Gelenke fühlen sich insbesondere am Morgen oder nach längeren Ruhephasen steif und unbeweglich an.
  • Rheumaknoten: Kleine, gummiartige Verdickungen unter der Haut, meist an Stellen, die Druck oder Reibung ausgesetzt sind.
  • Schübe: Die Beschwerden treten oft in Schüben auf, mit Phasen der Verschlimmerung und Beschwerdefreiheit.
  • Allgemeines Krankheitsgefühl: RA geht häufig mit Unwohlsein, nächtlichem Schwitzen und leichtem Fieber einher.
  • Erschöpfung: Betroffene fühlen sich ständig müde und energielos.
  • Appetitverlust und Gewichtsabnahme: Starke Schmerzen, Medikamentennebenwirkungen oder Müdigkeit können den Appetit mindern.
  • Fehlstellung der Gelenke: Im fortgeschrittenen Verlauf können Entzündungen Knorpel und Knochen schädigen, was zu Instabilität und Verformungen führt.
  • Entzündung der Organe: RA kann auch andere Organe wie Lunge, Herz, Blutgefäße, Nerven und Augen betreffen.

Unfreiwilliger Gewichtsverlust: Ein Warnsignal

Ein ungewollter Gewichtsverlust von mehr als fünf Prozent innerhalb eines Vierteljahres oder über zehn Prozent in sechs Monaten sollte ärztlich abgeklärt werden.

Ursachen für ungewollten Gewichtsverlust:

  • Erhöhter Energieverbrauch: Alltägliche Belastungen, veränderte Lebensgewohnheiten oder Krankheiten wie Schilddrüsenüberfunktion.
  • Erhöhter Energiebedarf: Magen-Darm-Erkrankungen mit Verdauungsstörungen und Nährstoffmangel.
  • Verminderte Nahrungsaufnahme: Appetitstörungen, psychische Störungen wie Depressionen, Bauchschmerzen, Schluckbeschwerden oder Gebrechlichkeit.
  • Nebenwirkungen von Medikamenten und Therapien: Auch Genussmittel wie Alkohol und Drogen können eine Rolle spielen.

Zusammenhang zwischen Gewicht und Alter:

Ab dem 30. Lebensjahr sinkt der Energiebedarf, während das Körpergewicht tendenziell steigt. Frauen erleben hormonell bedingt um die Wechseljahre einen Gewichtsanstieg. Ab 65 Jahren kehrt sich der Trend um, und ältere Menschen können erheblich an Gewicht verlieren. Untergewicht verkürzt die Lebenserwartung.

Grundumsatz und Arbeitsumsatz:

Der Grundumsatz ist der Energiebedarf für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen in Ruhe. Der Arbeitsumsatz ist die Energiemenge, die für körperliche und geistige Aktivität benötigt wird. Beide zusammen ergeben den Gesamtenergiebedarf.

Lesen Sie auch: Was kostet eine Nervenabklemmung bei Schwitzen?

Hunger und Appetit:

Hunger hängt vom Verhältnis zwischen zugeführter und verbrauchter Energie ab. Appetit ist psychisch geprägt und kann durch verlockende Mahlzeiten verstärkt werden. Bei krankhaften Veränderungen sind Hunger- und Appetitgefühle oft gestört.

Mögliche Ursachen für ungewollten Gewichtsverlust (Auswahl):

  • Erkrankungen, bei denen der Energieverbrauch erhöht ist: Schilddrüsenüberfunktion, Phäochromozytom, Wurmerkrankungen.
  • Erkrankungen, bei denen der Energiebedarf erhöht ist: Unbehandelter Diabetes mellitus Typ 1, Morbus Addison.
  • Erkrankungen, die mit verminderter Nahrungsaufnahme einhergehen: Psychische Erkrankungen, höheres Lebensalter, Medikamente, Genussmittel, Drogen.

Nachtschweiß: Mögliche Ursachen und Behandlung

Nachtschweiß ist übermäßiges Schwitzen, das nur nachts auftritt und oft zu Schlafstörungen führt.

Mögliche Ursachen für Nachtschweiß:

  • Ungünstige Schlafbedingungen: Zu dicke Bettdecke, synthetische Materialien, hohe Luftfeuchtigkeit.
  • Lebensgewohnheiten: Übermäßiger Alkohol-, Koffein- und Nikotinkonsum, scharf gewürzte Speisen.
  • Hormonelle Schwankungen: Schilddrüsenüberfunktion, Wechseljahre, Schwangerschaft, Menstruation, Testosteronmangel bei Männern.
  • Stoffwechselerkrankungen: Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Pankreasinsuffizienz.
  • Infektionskrankheiten: Erkältung, Grippe, Endokarditis, HIV/AIDS, Tuberkulose, Borreliose, Pfeiffersches Drüsenfieber.
  • Autoimmunerkrankungen: Rheumatoide Arthritis, Wegener Granulomatose, Temporalarteriitis, Polymyalgia rheumatica.
  • Medikamente: Antidepressiva, Neuroleptika, fiebersenkende Mittel, blutdrucksenkende Medikamente, Medikamente gegen Bronchitis und Asthma, hormonblockierende Medikamente, Hormonpräparate.
  • Neurologische Erkrankungen: Parkinson.
  • Psychische Belastung: Stress, Burnout, Angststörungen, Albträume.
  • Krebserkrankungen: Lymphdrüsenkrebs, Leukämie, Myelofibrose, Osteomyelofibrose.

Wann zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn der Nachtschweiß häufig auftritt, länger als drei bis vier Wochen besteht oder von weiteren Beschwerden wie Schmerzen, Fieber, Gewichtsverlust oder Abgeschlagenheit begleitet wird.

Diagnostik:

Der Arzt wird ein Erstgespräch führen, eine körperliche Untersuchung durchführen und gegebenenfalls weitere Untersuchungen wie Blutuntersuchung, Ultraschall, Röntgen, EKG oder neurologische Untersuchung einleiten.

Behandlung:

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Manchmal reichen Änderungen der Schlafgewohnheiten oder der Verzicht auf bestimmte Substanzen aus. Systemische Erkrankungen können entsprechend behandelt werden. Bei stressbedingtem Nachtschweiß helfen Entspannungstechniken und Psychotherapien.

Lesen Sie auch: Ursachenforschung: Nächtliches Schwitzen

Vorbeugung:

  • Gesunde Lebensweise
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol
  • Vermeidung von Koffein und scharfen Speisen am Abend
  • Anpassung der Bettdecke an die Jahreszeit
  • Verwendung natürlicher Materialien für Pyjama und Bettwäsche
  • Optimale Raumtemperatur im Schlafzimmer
  • Entspannung vor dem Zubettgehen

Autoimmunerkrankungen und Nachtschweiß

Bei Autoimmunerkrankungen greift das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene Zellen an. Dies kann zu allgemeinen Krankheitszeichen wie Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit oder Nachtschweiß führen.

Beispiele für Autoimmunerkrankungen, die Nachtschweiß verursachen können:

  • Takayasu-Arteriitis: Gefäßentzündung der Hauptschlagader und ihrer Äste.
  • Rheumatoide Arthritis: Chronisch-entzündliche Erkrankung, die die Gelenkinnenhaut angreift.
  • Granulomatose mit Polyangiitis: Entzündung der kleinen und mittleren Blutgefäße.
  • Riesenzellarteriitis: Entzündung großer Blutgefäße, vor allem im Schläfen- und Augenbereich.

Hashimoto-Thyreoiditis: Eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine häufige Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift.

Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis:

Die Symptome können vielfältig und unspezifisch sein, was die Diagnose erschwert.

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hashitoxikose): Zu Beginn der Erkrankung kann es zu einer vorübergehenden Überproduktion von Schilddrüsenhormonen kommen, die sich durch Schwitzen, Herzrasen, hoher Blutdruck, Gewichtsabnahme, Durchfall, Angst, Rastlosigkeit, Zittern, Muskelschwäche, Schlaflosigkeit und Heißhunger äußert.
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Im weiteren Verlauf kommt es durch die Zerstörung der Schilddrüse zu einer Unterfunktion, die sich durch Müdigkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Erschöpfung, fehlende Belastbarkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Depressionen, Infektanfälligkeit, Stimmveränderungen, Engegefühl am Hals, Schlafstörungen, Gelenkschmerzen, Haarausfall, trockene Haut, brüchige Fingernägel, Blähungen, Verstopfung, Zyklusstörungen, Karpaltunnelsyndrom, Libidoverlust, Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen, Wassereinlagerungen, Schwerhörigkeit und Wachstumsstörungen bei Kindern äußert.

Hashimoto-Thyreoiditis und Psyche:

Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis leiden häufig unter kognitiven und affektiven Störungen wie Denkschwäche, Konzentrationsstörungen, Antriebslosigkeit, Traurigkeit, Müdigkeit, Ängstlichkeit, Depressionen oder Panikattacken.

Therapie:

Die Therapie zielt auf die Verbesserung der Lebensqualität ab und beinhaltet in der Regel die Einnahme von Schilddrüsenhormonen.

Lesen Sie auch: Vegetatives Nervensystem beruhigen

tags: #nachtliches #schwitzen #appetitlosigkeit #muskelkrampfe #gewichtsabnahme