Lumbalpunktionsnadeln: Typen und Anwendungen

Die Lumbalpunktion ist ein wichtiges diagnostisches und therapeutisches Verfahren, bei dem eine Nadel in den Spinalkanal eingeführt wird, um Liquor cerebrospinalis zu entnehmen oder Medikamente zu verabreichen. Die Wahl der richtigen Nadel ist entscheidend für den Erfolg des Eingriffs und das Wohlbefinden des Patienten. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Arten von Lumbalpunktionsnadeln und ihre spezifischen Anwendungen.

Arten von Lumbalpunktionsnadeln

Es gibt verschiedene Arten von Lumbalpunktionsnadeln, die sich in Design, Größe und Verwendungszweck unterscheiden. Die beiden Haupttypen sind:

  • Quincke-Nadeln: Dies sind traditionelle Spinalkanülen mit einem schrägen Schliff. Die VYGON Quincke-Kanüle zeichnet sich durch ihren Präzisionsschliff aus, der ein leichtes und gleichmäßiges Durchdringen von Gewebe und Ligamenta bei minimaler Perforation der Durafasern ermöglicht. Sie werden wegen ihrer Stabilität geschätzt, zerschneiden jedoch das Gewebe und können nach dem Zurückziehen ein Loch in der Dura mater hinterlassen, was zu einem Liquorverlust und postspinalen Kopfschmerzen führen kann.

  • Atraumatische Nadeln: Diese Nadeln haben eine abgerundete Spitze, die das Gewebe verdrängt, anstatt es zu durchschneiden. Dadurch wird das Risiko eines Liquorverlusts und postspinaler Kopfschmerzen reduziert. Obwohl sie in der Handhabung etwas schwieriger sind, da sie das Gewebe verdrängen statt es zu durchstechen und möglicherweise ein Vorschneiden der Haut mit einem Skalpell oder einer scharfen Nadel erfordern, schonen sie das Gewebe und hinterlassen nach dem Zurückziehen kein Loch.

Zusätzlich zu diesen Haupttypen gibt es verschiedene Modifikationen und Spezialnadeln, wie z.B.:

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  • Spinalnadeln mit Einführkanüle: Diese bestehen aus einer Spinalkanüle mit Quinckeschliff und einer passenden Einführkanüle.
  • Biegesteife Spinalkanülen in Überlänge: Diese werden für die Lumbalpunktion oder Regionalanästhesie verwendet.
  • Knochenmark-Biopsie-Nadeln: Diese werden für die Entnahme von Knochenmarkproben verwendet. Die kundenspezifische Knochenmark-Biopsienadel von ZorayPT besteht aus hochwertigem medizinischem Edelstahl mit Trokarspitze, seitlicher Einkerbung und Aufnahmehalterung.
  • Knochenmark-Nadelsets: Diese Sets enthalten alle notwendigen Instrumente für eine Knochenmarkpunktion. Das kundenspezifische Knochenmarknadelset von ZorayPT besteht aus hochwertigem medizinischem Edelstahl mit abgeschrägter Spitze, Trokarspitze, Luer-Lock-Hub und Aufnahmehalterung.
  • Einweg-Spinalnadeln: Die Lumbalpunktionsnadel von ZorayPT ist für die Anästhesiologie mit abgeschrägten Kanten für sanfte Punktionen konzipiert.

Anwendung von Lumbalpunktionsnadeln

Die Lumbalpunktion wird aus verschiedenen Gründen durchgeführt, darunter:

  • Diagnostik: Die Entnahme von Liquor ermöglicht die Analyse auf Infektionen, Entzündungen, Blutungen und Tumorzellen im Zentralnervensystem. Sie wird zur Diagnose von Erkrankungen wie Meningitis, Enzephalitis, Multipler Sklerose, Subarachnoidalblutungen und Hirntumoren eingesetzt.
  • Therapie: Die Lumbalpunktion kann zur Verabreichung von Medikamenten in den Subarachnoidalraum verwendet werden, z. B. Zytostatika bei Meningeosis neoplastica oder Anästhetika bei Spinalanästhesie. Sie kann auch zur Druckentlastung bei Normaldruckhydrozephalus oder benigner intrakranieller Hypertension (Pseudotumor cerebri) eingesetzt werden.

Auswahl der richtigen Nadel

Die Wahl der richtigen Lumbalpunktionsnadel hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter:

  • Indikation: Für diagnostische Punktionen werden häufig atraumatische Nadeln bevorzugt, um das Risiko postspinaler Kopfschmerzen zu minimieren. Für therapeutische Punktionen oder bei schwierigen anatomischen Verhältnissen können Quincke-Nadeln aufgrund ihrer Stabilität erforderlich sein.
  • Patientenmerkmale: Bei Kindern werden in der Regel dünnere Nadeln verwendet. Bei adipösen Patienten können längere Nadeln erforderlich sein, um den Spinalkanal zu erreichen.
  • Erfahrung des Arztes: Einige Ärzte bevorzugen bestimmte Nadeltypen aufgrund ihrer Erfahrung und Vertrautheit mit der Handhabung.

Durchführung der Lumbalpunktion

Die Lumbalpunktion wird in der Regel im Sitzen oder in Seitenlage mit angezogenen Knien durchgeführt. Der Patient sollte den Rücken im Lumbalbereich möglichst rund machen, um die Dornfortsätze weiter auseinanderweichen zu lassen. Nach sorgfältiger Desinfektion der Punktionsstelle wird die Nadel zwischen zwei Dornfortsätzen (nicht höher als L2/3) eingeführt. Das Penetrieren der Dura wird oftmals als kurzer, sofort wieder nachlassender Widerstand bemerkt. Sodann kann der Mandrin entfernt werden. In der Regel tropft nun klarer Liquor ab.

Risiken und Komplikationen

Obwohl die Lumbalpunktion im Allgemeinen ein sicheres Verfahren ist, gibt es einige Risiken und Komplikationen, darunter:

  • Postspinaler Kopfschmerz: Dies ist die häufigste Komplikation und wird durch einen Liquorverlust durch das Punktionsloch in der Dura mater verursacht. Atraumatische Nadeln können das Risiko reduzieren.
  • Rückenschmerzen: Diese sind meist mild und vorübergehend.
  • Blutungen: Blutungen an der Punktionsstelle sind selten, können aber bei Patienten mit Blutgerinnungsstörungen auftreten.
  • Infektionen: Eine bakterielle Meningitis ist eine sehr seltene, aber schwerwiegende Komplikation.
  • Nervenwurzelreizungen: Diese können zu Schmerzen, Taubheit oder Schwäche in den Beinen führen.
  • Subdurale Hygrome: Dies sind Ansammlungen von Flüssigkeit zwischen der Dura mater und dem Gehirn.
  • Einklemmung: Bei Patienten mit erhöhtem Hirndruck besteht die Gefahr einer Einklemmung des Gehirns.

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