Migräne ist eine häufige neurologische Erkrankung, von der viele Menschen betroffen sind. Eine schnelle und wirksame Behandlung ist wichtig, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Naproxen ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR), das bei der Behandlung von Migräne eingesetzt werden kann. In diesem Artikel werden die Wirkung, Anwendung und wichtige Hinweise zu Naproxen 50 mg bei Migräne erläutert.
Was ist Naproxen und wie wirkt es?
Naproxen ist ein Wirkstoff, der schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend wirkt. Es gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Der Wirkstoff blockiert die Bildung von bestimmten Botenstoffen im Körper, den sogenannten Prostaglandinen. Diese Prostaglandine sind an der Entstehung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber beteiligt. Durch die Hemmung der Prostaglandinbildung können die Symptome gelindert werden.
Naproxen Saft InfectoPharm enthält als Wirksubstanz das nicht-steroidale Anti-Rheumatikum (NSAR) Naproxen, welches entzündungshemmende, schmerzstillende und fiebersenkende Eigenschaften besitzt.
Anwendungsgebiete von Naproxen
Naproxen wird nicht nur bei Migräne, sondern auch bei anderen Erkrankungen eingesetzt, die mit Schmerzen, Entzündungen oder Fieber einhergehen. Zu diesen Erkrankungen gehören:
- Chronische Gelenkentzündungen, wie chronische Polyarthritis
- Arthrose (sowohl der Gelenke der Extremitäten als auch die der Wirbelsäule)
- Entzündlich-rheumatische Wirbelsäulenleiden, wie Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans)
- Gichtanfall
- Weichteilrheumatismus (schmerzhafte Veränderungen z.B.)
- Schmerzen und Schwellungen nach chirurgischen Eingriffen, Zahnextraktionen und Muskel-Skelett-Verletzungen (z.B. nach Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen, Knochenbrüchen)
- Als begleitende Behandlung (zusätzlich zur Therapie der Entzündungsursache) bei lokalen entzündungsbedingten Schmerzen (z.B.)
- Symptomatische Behandlung von Schmerz und Entzündung bei rheumatoider Arthritis, Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) und Reizzuständen bei Arthrosen und Spondylarthrosen
- Akutem Gichtanfall
- Entzündlichen weichteilrheumatischen Erkrankungen
- Schmerzhaften Schwellungen oder Entzündungen nach muskuloskeletalen Verletzungen
- Schmerzen bei primärer Dysmenorrhö
Naproxen bei Migräne: Dosierung und Anwendung
Bei Migräne ist es wichtig, das Medikament so früh wie möglich einzunehmen. Bei Migräne mit Aura können Analgetika (Schmerzmittel) beim Einsetzen der Aura genommen werden. Dabei muss von Beginn an eine ausreichende Dosierung (Startdosis) erfolgen.
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Die Dosierung von Naproxen Infectopharm 50 mg/ml Suspension z.Einn. hängt von verschiedenen Faktoren ab und sollte von einem Arzt individuell abgestimmt werden. Für Kinder ab 2 Jahren wird das Arzneimittel vom Arzt entsprechend dem Körpergewicht dosiert. Die Einnahme auf nüchternen Magen fördert den Wirkungseintritt. Bei einem empfindlichen Magen empfiehlt es sich, das Arzneimittel während der Mahlzeit einzunehmen. Patienten mit einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung müssen in Absprache mit ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Erwachsene bis 65 Jahren können 500 mg bis maximal 1000 mg Naproxen täglich (10-20 ml) einnehmen. Bei schmerzhaften Schwellungen oder Entzündungen nach muskuloskeletalen Verletzungen sowie bei Schmerzen bei primärer Dysmenorrhö beträgt die Dosis 500 mg (10 ml); alle 6-8 Stunden können weitere 250 mg (5 ml) eingenommen werden. Bei Schmerz und Entzündung bei rheumatoider Arthritis, Spondylitis ankylosans und Reizzuständen bei Arthrosen und Spondylarthrosen sowie bei entzündlichen weichteilrheumatischen Erkrankungen beträgt die übliche Tagesdosis 500-750 mg (10-15 ml). Bei Schmerz und Entzündung bei akutem Gichtanfall beträgt die empfohlene Anfangsdosis 750 mg (15 ml), gefolgt von 250 mg (5 ml) alle 8 Stunden, bis der Anfall vorüber ist. In diesem Fall ist das einmalige Überschreiten der Tageshöchstdosis von 1.000 mg gerechtfertigt.
Kinder ≥2 Jahren und Jugendliche mit juveniler idiopathischer Arthritis erhalten 10 mg Naproxen/kg Körpergewicht täglich (0,2 ml/kg), eingenommen in zwei Teildosen (ED von 0,1 ml/kg Körpergewicht). Die Tagesdosis für Jugendliche sollte 20 ml (1000 mg) nicht übersteigen. Die Anwendung bei Kindern <2 Jahren wird nicht empfohlen, da keine ausreichende Erfahrung vorliegt.
Ältere Patienten (>65 Jahre) sollten die niedrigste wirksame Dosis über den kürzest möglichen Zeitraum anwenden und sorgfältig überwacht werden. Bei eingeschränkter Leberfunktion sollte ebenfalls die niedrigste wirksame Dosis angewendet und eine Überwachung durchgeführt werden.
Gegenanzeigen und wichtige Hinweise
Naproxen darf nicht eingenommen werden bei:
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- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Blutbildungsstörungen
- Schwere Herzschwäche
- Geschwüre im Verdauungstrakt, auch in der Vorgeschichte
- Magen-Darm-Durchbruch, in der Vorgeschichte in Zusammenhang mit der Einnahme bestimmter Arzneimittel (nichtsteroidale Antirheumatika/Antiphlogistika)
- Hirnblutungen
- Aktive Blutungen, wie Blutungen im Magen-Darm-Trakt
- Stark eingeschränkte Leberfunktion
- Stark eingeschränkte Nierenfunktion
- Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten einsetzen. Ältere Patienten ab 65 Jahren sollten die Behandlung mit ihrem Arzt gut abstimmen und sorgfältig überwachen lassen.
Wichtige Hinweise
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein.
- Übermäßige UV-Strahlung sollte vermieden werden, da die Haut während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher reagiert.
- Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden.
- Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen.
- Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder mit Neigung zu allergischen Reaktionen wie z.B. Heuschnupfen.
- Vorsicht ist geboten bei Allergie gegen Schmerzmittel und gegen die Süßungsmittel Saccharin und Cyclamat.
- Alkoholgenuss soll während einer Dauerbehandlung möglichst vermieden werden.
Nebenwirkungen von Naproxen
Wie alle Arzneimittel kann auch Naproxen Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:
- Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Durchfälle, Verstopfung, Völlegefühl, Blähungen, Bauchschmerzen
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Müdigkeit
- Schlaflosigkeit
- Hautausschlag
- Juckreiz
Seltenere, aber schwerwiegendere Nebenwirkungen sind:
- Blutungen im Magen-Darm-Bereich
- Geschwüre im Verdauungstrakt
- Hörstörungen
- Sehstörungen
- Anfälle von Atemnot
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut
- Leberfunktionsstörungen
- Nierenfunktionsstörungen bis zum Nierenversagen
- Blutbildungsstörungen
- Depressionen
- Beeinträchtigung der Denkleistung
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Naproxen kann Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln eingehen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.
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Zu den Arzneimitteln, mit denen Wechselwirkungen auftreten können, gehören:
- Andere NSAR einschließlich Salicylate und COX-2-Hemmer
- Acetylsalicylsäure, um Blutgerinnsel zu verhindern
- Glucocorticoide (gegen Schwellungen und Entzündungen)
- Gerinnungshemmer, z. B. Warfarin, Heparin oder Clopidogrel
- Phenytoin (zur Behandlung von Epilepsie)
- Sulfonamide (gegen Infektionen)
- Antidiabetika zum Einnehmen
- ACE-Hemmer oder andere Arzneimittel gegen Bluthochdruck
- Diuretika (entwässernde und blutdrucksenkende Arzneimittel)
- Herzglykoside (bei Herzproblemen)
- Chinolone (Antibiotika, gegen Infektionen)
- Bestimmte Arzneimittel zur Behandlung psychischer Probleme, z. B. Lithium oder selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)
- Probenecid und Sulfinpyrazon (gegen Gicht)
- Methotrexat (zur Behandlung von Hautproblemen, Arthritis oder Krebs)
- Ciclosporin oder Tacrolimus (gegen Hautprobleme oder nach einer Organtransplantation)
- Zidovudin (zur Behandlung von AIDS und HIV-Infektionen)
- Mifepriston (bei einem Schwangerschaftsabbruch oder zur Auslösung von Wehen, wenn das Baby im Mutterleib gestorben ist)
- Antazida (zur Neutralisierung überschüssiger Magensäure)
Schwangerschaft und Stillzeit
Während der Schwangerschaft, insbesondere im letzten Drittel, sollte Naproxen nicht eingenommen werden, da es dem ungeborenen Kind schaden oder Probleme bei der Geburt verursachen kann. Während der ersten sechs Monate der Schwangerschaft sollte Naproxen nur eingenommen werden, wenn es unbedingt notwendig ist und von einem Arzt empfohlen wird.
In der Stillzeit sollte die Einnahme von Naproxen vermieden werden, da geringe Mengen in die Muttermilch übergehen können.
Lagerung von Naproxen
Das Arzneimittel muss im Dunkeln (z.B. im Umkarton) aufbewahrt werden. Nach Anbruch/Zubereitung darf das Arzneimittel höchstens 3 Monate verwendet werden und muss bei Raumtemperatur im Dunkeln (z.B. im Umkarton) aufbewahrt werden.
Alternative Behandlungen bei Migräne
Neben Naproxen gibt es auch andere Medikamente und nicht-medikamentöse Behandlungen zur Linderung von Migräneattacken. Dazu gehören:
- Triptane: Diese Medikamente wirken, indem sie die Blutgefäße im Gehirn verengen und die Freisetzung von Entzündungsstoffen reduzieren. Sie gelten als Goldstandard bei der Behandlung von akuten Migräneattacken.
- Kombination aus Sumatriptan und Naproxen: Diese Fixkombination zeigt in puncto Schmerzfreiheit eine bessere Wirkung als die beiden Wirkstoffe allein.
- Lasmiditan: Dieses Medikament kann bei Kontraindikationen gegen Triptane eingesetzt werden, da es keine vasokonstriktiven Eigenschaften hat.
- Rimegepant: Dieses Medikament kann ebenfalls bei akuter Migräne Anwendung finden.
- Nicht-medikamentöse Therapien: Dazu gehören Remote Electrical Neuromodulation (REN) und die externe transkutane Stimulation des N. trigeminus.
Migräneprophylaxe
Bei häufigen oder langanhaltenden Migräneattacken kann eine medikamentöse und nicht-medikamentöse Migräneprophylaxe eingeleitet werden. Medikamentöse Optionen sind Betablocker, Kalziumantagonisten, Antikonvulsiva und trizyklische Antidepressiva. Nicht-medikamentöse Verfahren sind regelmäßiger aerober Ausdauersport und Verfahren der Verhaltenstherapie wie Entspannungsverfahren, kognitive Verhaltenstherapie und Biofeedback.