Nasenpolypen und Migräne: Ursachen und Zusammenhänge

Gesichtsschmerzen können vielfältige Ursachen haben und an unterschiedlichen Stellen auftreten. Oftmals sind Art und Auftreten der Schmerzen bereits aufschlussreich für die Diagnose. In manchen Fällen gestaltet sich die Ursachenfindung jedoch schwierig, was für Betroffene eine lange Suche nach der richtigen Diagnose und Therapie bedeuten kann.

Was sind Gesichtsschmerzen?

Als Gesichtsschmerzen werden Schmerzen bezeichnet, die im Bereich des Gesichts oder der Mundhöhle lokalisiert sind. Dieser Bereich erstreckt sich vom Kinn über die Nasenwurzel bis zu den Augenbrauen, von den Wangen bis zu den Ohren und umfasst auch den Bereich des Kiefergelenks. Die Dauer von Gesichtsschmerzen variiert stark und hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Akute Schmerzen treten plötzlich auf und dauern wenige Tage bis Wochen, während chronische Schmerzen länger als drei Monate anhalten.

Ursachen von Gesichtsschmerzen

Die Ursachen für Gesichtsschmerzen sind vielfältig:

  • Zahnprobleme: Schmerzen beim Kauen deuten oft auf Probleme mit Kiefer oder Zähnen hin, wie z.B. Fehlstellungen, Entzündungen des Kiefergelenks, Karies oder Zahnentzündungen. Wenn Zahnschmerzen durch Entzündungen verursacht werden, sind die Schmerzen meist sehr stark. Je fortgeschrittener die Entzündung, desto stärker die Schmerzintensität. Die Schmerzen beginnen in der Regel schleichend über Wochen und steigern sich allmählich - wobei sie anfangs noch schlecht lokalisierbar sind. Sie können als dumpf, brennend oder scharf stechend beschrieben werden. Schmerzmittel zeigen oft nur eine begrenzte Wirkung, jedoch wirkt Kälte zumeist kurzfristig schmerzlindernd. Wenn die Zahnhartsubstanz geschädigt ist, kann das einen scharf stechenden mittelstarken bis starken Schmerz auslösen. Die häufigsten Zahnhartsubstanzdefekte sind Karies oder Verletzungen der Zähne. Die Schmerzen treten häufig spontan und blitzartig auf und kehren häufig wieder. Meistens sind sie durch äußere Reize auslösbar. Man kann die Schmerzen dem betroffenen Zahn zuordnen. Entzündungen im Mund können nicht nur die Zähne, sondern natürlich auch das Zahnfleisch betreffen. Wenn ein Weisheitszahn Probleme bereitet, also zum Beispiel erschwert durchbricht oder sogar entzündet ist, kann das sehr unangenehme Schmerzen im Gesicht verursachen. Sie sind im hinteren Bereich des Kiefers lokalisiert und können in die umliegenden Zähne, den Kopf, das Ohr oder den Halsbereich ausstrahlen.
  • Entzündungen: Entzündungen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) können dumpfe Druckschmerzen über den betroffenen Bereichen verursachen, also Stirn- und Wangenbereich, aber auch um die Augen herum. Bei einer Erkältung ähneln die Gesichtsschmerzen denen einer Nasennebenhöhlenentzündung. Je nach vorherrschender Symptomatik finden sich Schmerzen im Bereich der Nase/ Nasennebenhöhlen, der Ohren, des Mund-/ Rachenbereiches oder des Halses. Schmerzen bei Ohrenentzündung befinden sich im Bereich des betroffenen Ohres, können aber auch in andere Gesichtsregionen, besonders in die Kieferregion ausstrahlen.
  • Allergien: Gesichtsschmerzen sind kein typisches Symptom bei einer Allergie.
  • Kälte: Sehr kalte Luft auf der Gesichtshaut kann sich wie viele winzigkleine Nadelstiche anfühlen. Die Schmerzen können auch von brennendem oder prickelndem Charakter sein.
  • Lymphknotenschwellung: Bei entzündlichen Vorgängen im Gesicht können die Lymphknoten der betroffenen Region reagieren, anschwellen und schmerzhaft werden. Lymphknoten befinden sich an den Halsseiten, hinter den Ohren und unter dem Kiefer.
  • Neurologische Ursachen: Die Trigeminusneuralgie ist eine sehr schmerzhafte Erkrankung des 5. Hirnnervs (Nervus trigeminus), der für die сенсорische Versorgung des Gesichts und die मोटरische Funktion der Kaumuskulatur zuständig ist. Die Schmerzen treten meist einseitig auf, schießen blitzartig ein und sind nahezu unerträglich stark. Gürtelrose (Herpes zoster) tritt in aller Regel einseitig auf und überschreitet die Mittellinie des Körpers beziehungsweise Gesichtes nicht. Bereits bevor die ersten Hauterscheinungen sichtbar werden, können die Betroffenen Schmerzen in dem Bereich verspüren. Die Schmerzen werden oft als brennend oder stechend beschrieben und können mitunter sehr stark sein, die betroffenen Hautbereiche sind sehr empfindlich.
  • Tumore: Verschiedene Tumore im Bereich von Kopf und Hals können Schmerzen im Gesicht verursachen. Die Lokalisation und Art der Schmerzen sind abhängig von der Art und Ausbreitung des Tumors. Die Schmerzen können sich beim Kauen und Schlucken verstärken und treten meist einseitig auf.
  • Atypische Gesichtsschmerzen: Patienten mit atypischen Gesichtsschmerzen, auch idiopathischer Gesichtsschmerz genannt, haben oft eine Verletzung oder Operationen im HNO-, Zahn-, Mund- oder Kieferbereich hinter sich. Oftmals war der bestehende Gesichtsschmerz schon der Auslöser für den operativen Eingriff. Diese chronische Schmerzerkrankung zeichnet sich durch einen ständigen Schmerz im Gesicht aus, der über den ganzen Tag unduliert, das heißt wellenartig verläuft, und zwischendurch kaum verschwindet. Die genaue Ursache für die Schmerzen ist dabei unklar. Nachts und kurz nach dem Aufwachen sind die Betroffenen häufig kurz schmerzfrei. Die Schmerzen treten zunächst einseitig, später auch auf beiden Gesichtshälften auf. Sie befinden sich hauptsächlich über den Wangen und dem Oberkiefer, können aber auch in den Unterkiefer, den Hinterkopf, das Ohr, die Schulter oder sogar den Arm ausstrahlen.
  • Arteriitis temporalis: Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Entzündung der Schläfenarterie, das heißt die Schmerzen treten einseitig im Bereich der Schläfe auf. Charakteristisch ist die Schmerzverstärkung beim Kauen oder Kopfdrehen sowie beim Haare kämmen. Die Schmerzen sind typischerweise pochend. Die Schläfenarterie kann geschwollen und druckempfindlich sein.
  • Migräne: Migräne sind anfallsartige Kopfschmerzen, die zwischen 4 und 72 Stunden andauern können. Das Besondere an Migräne ist, dass die Schmerzen in der Regel nur einseitig am Kopf auftreten. Die Schmerzen werden von den Betroffenen oft als pochend oder pulsierend beschrieben und variieren in ihrer Intensität von mäßig bis stark. Unter körperlicher Aktivität verstärken sich die Schmerzen.
  • Clusterkopfschmerzen: Die Schmerzen bei Clusterkopfschmerzen treten ebenfalls streng einseitig auf. Sie sind attackenartig einschießend und von heftigster Intensität.

Nasenpolypen: Eine mögliche Ursache für Gesichtsschmerzen

Nasenpolypen sind weiche, gutartige Wucherungen, die sich aus der Nasenschleimhaut entwickeln. Dabei vermehren sich die Zellen des Gewebes (Hyperplasie). Die Größe der Schwellungen reicht von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern. Sie liegen entweder flächig auf der Nasenschleimhaut oder sind tropfenförmig. Während kleine Nasenpolypen von Betroffenen kaum oder gar nicht bemerkt werden, verursachen größere Nasenpolypen Symptome wie eine verstopfte Nase, Geruchsverlust oder Kopfschmerzen. Die genauen Ursachen für Nasenpolypen sind in der Forschung noch nicht bekannt, doch sie stehen häufig im Zusammenhang mit anhaltenden Entzündungen des Hals-Nasen-Ohren-Traktes wie einer entzündeten, geschwollenen Nasenschleimhaut (chronischer Rhinosinusitis). Unterschiedliche Gründe können zu solch einer chronischen Entzündung führen. Dazu gehören unter anderem häufig wiederkehrende Nasennebenhöhleninfekte, eine Schmerzmittelunverträglichkeit oder auch Allergien.

Symptome von Nasenpolypen

Anfangs bleiben Nasenpolypen oft unbemerkt, weil sie im ersten Stadium überhaupt keine Probleme verursachen. Erst mit zunehmender Größe behindern sie immer stärker die Nasenatmung. Der Betroffene atmet zunehmend durch den Mund, was ihm vor allem bei körperlicher Belastung Schwierigkeiten bereitet. Häufig sind auch nächtliches Schnarchen und Schlafstörungen die Folge, was letztlich auch zu verminderter Leistungsfähigkeit führen kann. Die Luft gelangt nicht mehr zu den Riechzellen im oberen Nasenbereich, und der Betroffene leidet unter einem eingeschränkten Riechvermögen bis hin zu einem völligen Verlust des Geruchsinns. Für gewöhnlich ist die polypöse Schleimhaut selbst schmerzlos. Wenn sich die Ausgänge der Nebenhöhlen (Ostien) verschließen, kommt es jedoch bald zu Entzündungen in den Nasennebenhöhlen. Der Patient leidet dann unter Kopfschmerzen und eitrigem Fließschnupfen (Rhinorrhö). Das übermäßige Nasensekret fließt an der Rachenwand hinunter (Post-nasal drip), führt zu einem lästigen Räusperzwang. Ein seltener Typus der Nasenpolypen ist der Antrochoanalpolyp. Anders als gewöhnliche Nasenpolypen entsteht er meist einseitig in einer Kieferhöhle (sinus maxillaris). Sein zystischer Anteil setzt sich dort fest und wächst über einen langen Stil durch die Kieferhöhlenöffnung bis hinunter in den Nasenrachenraum, wo er sich zu einem echten Polypen entwickelt. Meist ist die Nasenatmung des Patienten einseitig total blockiert und auch die Tubenöffnungen mit verschlossen, was bei dem Betroffenen zu einseitigen Ohrenentzündungen führt.

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Zusammenhang zwischen Nasenpolypen und Migräne

Obwohl Nasenpolypen selbst nicht direkt Migräne auslösen, können sie indirekt dazu beitragen. Durch die chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen und die damit verbundenen Kopfschmerzen kann eine erhöhte Anfälligkeit für Migräne entstehen. Zudem können die durch Nasenpolypen verursachten Atembeschwerden und Schlafstörungen Migräneattacken begünstigen. Neuere Studien haben gezeigt, dass Nasenpolypen Asthma auslösen können. Wenn die Krankheit bereits stark fortgeschritten ist, kann es durch die Nasenpolypen sogar zu anatomischen Veränderungen der Nase kommen. Die Nase verdickt sich; der Augenabstand nimmt zu.

Diagnose und Behandlung von Nasenpolypen

Wenn Sie anhaltende Probleme mit einer verstopften Nase haben, sollten Sie einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt konsultieren. Im Rahmen der Diagnose werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Neben dem Gespräch (Anamnese) über Ihre Beschwerden, deren Dauer und mögliche andere Erkrankungen wird Ihr Arzt die Nasenhöhle und auch den Rachenraum auf Nasenpolypen überprüfen. Wenn bei Ihnen Nasenpolypen diagnostiziert wurden, stehen verschiedene Behandlungsmethoden zur Auswahl. Welche zum Einsatz kommt, hängt von der Größe der Wucherungen, dem Ausmaß der Beeinträchtigungen und möglichen Auslösern ab. Ziel ist es vor allem, die Nasenatmung zu verbessern. Medikamente sollen gegen Entzündungen wirken und die Nasenpolypen verkleinern. Bei kleinen Nasenpolypen reicht zur Behandlung meist die Gabe von Kortison. Sind die Polypen größer, erfolgt in der Regel eine Operation als Therapie. Bei einzelnen Polypen kann das normalerweise ambulant erfolgen. Um Nasenpolypen vorzubeugen beziehungsweise die Symptome zu lindern, sollten Sie auch Ihren Alltag ändern. So können eine Ernährungsumstellung, der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten sowie die Verbesserung der Schlafsituation sich positiv auf die Symptome auswirken. Auch eine angepasste Pflege der Nasenschleimhaut, wie z.B.

Rhinosinusitis und Kopfschmerzen

Sinus-Kopfschmerzen sind eine Begleiterscheinung einer Rhinosinusitis, deren Auftreten deshalb das wichtigste Diagnosekriterium eines Sinus-Kopfschmerzes darstellt und ihn gleichzeitig von einer Migräne unterscheidet: Anders als bei einer Migräne läuft den Betroffenen von Sinus-Kopfschmerzen eitriges Sekret aus der Nase. Außerdem wird eine Migräne von Übelkeit oder Erbrechen begleitet und durch Lärm oder Licht verstärkt. Sinus-Kopfschmerzen klingen von allein ab, sobald die zugrunde liegende Rhinosinusitis abheilt. Mit Hausmitteln und Medikamenten lassen sich die Symptome einer Rhinosinusitis lindern und die Heilung unterstützen. Das Wichtigste ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von stillem Wasser, Früchte- oder Kräutertee, damit sich der sonst zähe Schleim verflüssigen kann. Eine akute Rhinosinusitis wird meist von Kopfschmerzen begleitet, die je nach Befall unterschiedlich lokalisiert sein können: hinter der Stirn bei Befall der Stirnhöhle, der Siebbeinzellen und der Kieferhöhle. Wenn eine akute Rhinosinusitis nicht richtig ausheilt, wird sie verschleppt. Dann besteht die Gefahr, dass sie in eine chronische Rhinosinusitis übergeht. Zu den Nasennebenhöhlen werden auch die beiden Stirnhöhlen, die Kieferhöhlen, die Keilbeinhöhlen und die Siebbeinzellen gezählt. Die Nasennebenhöhlen können komplett entzündet sein oder aber nur einzelne Höhlen. Abhängig davon, welcher Teil sich entzündet hat, wird der Begriff „Sinusitis“ weiter konkretisiert: Sinusitis maxillaris (Entzündung der Kieferhöhlen), Sinusitis frontalis (Entzündung der Stirnhöhlen), Sinusitis ethmoidalis (Entzündung der Siebbeinzellen) und Sinusitis sphenoidalis (Entzündung der Keilbeinhöhlen). Eine Stirnhöhlenentzündung äußert sich beispielsweise durch pulsierende oder bohrende Kopfschmerzen, die direkt hinter der betroffenen Stirnseite lokalisiert sind.

Diagnose von Sinusitis-Kopfschmerzen

Klinische Symptome, die auf eine Entzündung der Nase oder der Nasennebenhöhlen hindeuten, sind insbesondere Eiteransammlung in der Nasenhöhle, eine Verlegung der Nase, Fieber, eine Reduktion des Geruchssinns oder eine komplette Unfähigkeit zu riechen. Migräne und Kopfschmerzen vom Spannungstyp können aufgrund der Übereinstimmung der Schmerzlokalisation mit einem Sinusitis-Kopfschmerz verwechselt werden. Eine Untergruppe von Patienten, die die Kriterien der Migräne ohne Aura erfüllen, weist auch zusätzlich Zeichen wie Gesichtsschmerz, verstopfte Nase oder Auslösen von Attacken durch Wetterwechsel auf. Als wichtigste Unterscheidungsgrundlage dienen daher Hinweise für eine akute Rhinosinusitis wie eitrige Sekretion aus der Nase, Halsschmerzen, Fieber und Husten. Außerdem werden Sinus-Kopfschmerzen in der Regel nicht von Übelkeit oder Erbrechen begleitet, sie werden auch nicht durch Lärm oder durch Licht verstärkt, besitzen also nicht die typischen Begleitsymptome von Migräneattacken.

Behandlung von Sinusitis-Kopfschmerzen

Bei akuter bakterieller Rhinosinusitis können vom Arzt Antibiotika verordnet werden. Die akuten Kopfschmerzen können zusätzlich durch Schmerzmittel wie ASS, Paracetamol oder Ibuprofen behandelt werden. Die Behandlung sollte zur Therapie der Verursachung und zur Vermeidung einer chronischen Sinusitis auf eine Verflüssigung des Schleims (Sekretolyse) und auf die Mobilisierung des Schleims durch Reduktion der Schleimviskosität (Mukolyse) basieren. Zusätzlich sollte durch eine Aktivierung der Flimmerhaarbewegung ein verbesserter Abtransport des Schleims ermöglicht werden. Die Ursache von Sinusitis-Kopfschmerzen kann daher durch eine Sekrotolyse und Mukolyse, sowie durch eine verbesserte sekreto-motorische Funktion beseitigt werden.

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Was tun bei Gesichtsschmerzen?

Diagnostik

Für einige Formen des Gesichtsschmerzes gibt es klare Diagnosekriterien, die erfüllt werden müssen, um die Diagnose zu stellen. Dabei können bestimmte Fragebögen hilfreiche Aufschlüsse geben. Weiterhin wichtig ist eine klinisch-neurologische Untersuchung. Da die möglichen Ursachen für Gesichtsschmerzen vielfältig sind, richten sich weitere Untersuchungen nach der vermuteten Ursache. Dazu zählen zum Beispiel Röntgenaufnahmen des Gebisses oder der Nasennebenhöhlen oder auch eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).

Therapie

Die medikamentöse Therapie der Schmerzen richtet sich grundsätzlich nach der zugrundeliegenden Ursache und unterscheidet sich zum Teil erheblich. Antibiotika sind bei Entzündungen mit bakteriellen Erregern angezeigt. Kortikosteroide werden aufgrund ihrer entzündungshemmenden und immununterdrückenden Wirkung bei allergischen oder autoimmunen Erkrankungen eingesetzt. Sie können bei einigen Formen des Gesichtsschmerzes ein Bestandteil der Therapie sein. Neben Medikamenten werden auch verschiedene physikalische Maßnahmen eingesetzt, um die medikamentöse Behandlung der Gesichtsschmerzen zu ergänzen. TENS ist die Abkürzung für Transkutane Elektrische Nervenstimulation, bei der elektrische Impulse über Elektroden auf die Haut übertragen werden und bestimmte Nervenfasern stimulieren. TENS werden bei neuropathischen Schmerzen im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzeptes teilweise sehr erfolgreich eingesetzt. Insbesondere in der Behandlung der Trigeminusneuralgie können TENS hilfreich sein. Die lokale Anwendung von Wärme führt zu einer vermehrten Durchblutung, das Gewebe wird dehnbarer, die Muskeln entspannter und die Nervenleitgeschwindigkeit erhöht sich. Diese Effekte können bei der Behandlung von Schmerzen im Gesicht hilfreich sein. Die Wirksamkeit von Akupunktur als Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin ist in der Schulmedizin umstritten. Wenn herkömmliche schulmedizinische Therapien nicht weiterhelfen oder starke Nebenwirkungen mit sich bringen, greifen viele gerne auf Hausmittel oder alternative Behandlungsmethoden zurück. Für die meisten dieser Therapien gibt es keine hinreichend gesicherten klinischen Daten zu Wirksamkeit und Nebenwirkungen, dafür aber Erfahrungsberichte.

Weitere Ursachen für Kopfschmerzen

Viele Menschen, die schon einmal beim Vorbeugen Kopfschmerzen bekommen haben, waren überrascht über den plötzlichen Schmerz. Wo kommt der denn auf einmal her? Und ist es etwas Schlimmes? Die gute Nachricht: Es ist nur ganz selten etwas Besorgniserregendes. Dauersitzen am Computer und Bewegungsmangel führen zu Fehlbelastungen. Dadurch verspannen sich zum Beispiel die Nackenmuskeln. Wenn Sie sich dann nach vorne beugen, kann das Kopfschmerzen auslösen. Oft fühlt es sich an, als ob der Kopf in einen Schraubstock eingezwängt ist. Diese einseitige Körperhaltung im Sitzen sorgt dafür, dass sich Nackenmuskeln verspannen. Eine Erkältung oder ein grippaler Infekt sind oft mit einer Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) verbunden. Hustenkopfschmerzen können beim Bücken und Husten auftreten, aber auch beim Niesen oder beim Pressen auf der Toilette. Der Schmerz ist stechend und Sie spüren ihn am Hinterkopf oder an den Seiten des Kopfes bzw. den Schläfen. Meist hält er nur kurz an. Die Ursachen für den Hustenkopfschmerz sind nicht ganz geklärt. Weitere mögliche Ursachen: Für einige Migräne-Patienten ist das Bücken ein Auslöser für eine Attacke. Wenn die Nasennebenhöhlen entzündet sind, spüren Sie beim Bücken nach vorne, starke Kopfschmerzen hinter der Stirn oder unter dem Nasenrücken. Grund ist, dass das Sekret nicht abfließen kann. Sind die Kieferhöhlen entzündet, spüren Sie die Schmerzen in den Wangenknochen und dem Oberkiefer. Bei entzündeten Stirnhöhlen sitzt der Kopfschmerz vor allem im Bereich der Stirn, der Augen und der Schläfen, er kann in Wangen und Oberkiefer ausstrahlen. Er ist stark und stechend und verschlimmert sich beim Husten oder beim Bücken. Kopfschmerzen an den Schläfen hängen oft mit einer Überbelastung der Augen, etwa durch lange Arbeit am Computer, zusammen. Wenn Sie beim oder nach dem Bücken Kopfschmerzen haben, könnten es auch Symptome einer Migräne sein. Kopfdruck wird häufig durch Verspannungen im Bereich von Nacken und Schultern ausgelöst. Die Muskeln sind verhärtet, was meist mit Stress oder Haltungsfehlern zusammenhängt. Wenn die Beschwerden ohne Schnupfen bzw. ohne Erkältung auftreten, könnte Flüssigkeitsmangel die Ursache sein - auch er kann Kopfschmerzen verursachen. Sie verschlimmern sich, wenn Sie sich bücken, gehen oder den Kopf bewegen. Als Migräne-Patient sollten Sie Flüssigkeitsmangel bzw. Falls Sie Kopfschmerzen spüren, die hauptsächlich morgens auftreten und überwiegend den Hinterkopf betreffen, sollten Sie beim Arzt einmal Ihren Blutdruck überprüfen lassen. Eine seltene Form von Kopfschmerzen sind orthostatische oder auch Positionskopfschmerzen - von ihnen sind nur etwa fünf von 100.000 Patienten betroffen. Die Beschwerden werden bei Bewegung, beim Niesen oder beim Bücken schlimmer. Ebenfalls selten sind Trigenimusneuralgie (chronische Schmerzerkrankung im Gesicht) und Gehirntumore.

Was kann man selbst tun?

Wenn Ihnen das unangenehm ist, versuchen Sie es mit Inhalieren. Kamillentee, ätherische Öle wie Pfefferminz und Lavendel oder Salzlösungen können die Beschwerden lindern. Auch sie unterstützen das Abschwellen der Schleimhaut und damit das Abfließen des Sekrets. Wenn die Beschwerden mit einer akuten Sinusitis in Verbindung stehen, können abschwellende Nasensprays Linderung bringen. Schnelle Hilfe bei Kopfschmerzen bringen Schmerzmittel, die Sie rezeptfrei in der Apotheke bekommen. Sehr wirkungsvoll ist z.B. die Kombination mit Koffein. Wenn Sie häufiger unter einem dumpfen Druckgefühl in Verbindung mit Erschöpfung und Infekten leiden, könnten das Symptome einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung sein. Manchmal hängt sie mit einer Allergie zusammen, etwa gegen Hausstaubmilben oder Schimmelpilze. Von einer chronischen Ausprägung der Nasennebenhöhlenentzündung spricht man, wenn Patienten häufiger als viermal pro Jahr bzw. länger als drei Monate hintereinander Beschwerden haben. Bei der chronischen Form sollten Sie Ihren Arzt ansprechen. Er stellt bei einer Untersuchung fest, ob es Veränderungen an den Nebenhöhlen gibt, die eventuell korrigiert werden müssen. Dazu gehören zum Beispiel Nasenpolypen oder eine schiefe Nasenscheidewand. Wenn die Sinusitis durch eine Infektion verursacht wurde, kann der Arzt auch ein Antibiotikum verschreiben. Unbedingt zum Arzt gehen sollten Sie, wenn die Kopfschmerzen ganz plötzlich auftreten, sehr stark oder mit hohem Fieber, einem steifen Nacken und Schmerzen beim Vorbeugen des Kopfes verbunden sind. Das können in seltenen Fällen Zeichen einer Meningitis (Hirnhautentzündung) sein. Sollte eine Allergie die Ursache sein, achten Sie darauf, den oder die Auslöser möglichst zu vermeiden. Außerdem können Sie gegen die Beschwerden spezielle antiallergische Arzneimittel nehmen. Sprechen Sie auch hier Ihren Arzt an - er kann Ihnen auch eine sogenannte Hyposensibilisierung verordnen. Dabei bekommen Sie über einen längeren Zeitraum den Allergieauslöser verabreicht, erst in niedriger, später in höherer Dosis.

Prävention von Sinusitis

  1. Häufig Hände waschen: Händewaschen nach häufigem Kontakt mit vielen anderen Menschen kann helfen, akute Infekte der Nasennebenhöhlen zu reduzieren.
  2. Reizungen der Nasennebenhöhlenschleim vermeiden: Wichtigste Regel: Nicht rauchen! Man sollte sich ebenfalls nicht in Umgebungen aufhalten, in denen geraucht wird. Man sollte für frische Luft sorgen und häufig lüften.
  3. Auf ausreichende Luftbefeuchtung achten: Der Zusatz von Feuchtigkeit zur Raumluft durch Luftbefeuchtungsmaßnahmen kann in der Vorbeugung einer Sinusitis wirksam sein.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

  • Bei neu aufgetretenen Kopfschmerzen im Lebensalter über dem 50.
  • Kopfschmerzen, die von Begleitstörungen wie Gedächtnisreduktion, Konzentrationsstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Veränderungen der Sprache, Sehstörungen, Schwäche, etc. begleitet werden.
  • Sollten die Schmerzen extrem stark sein und ganz plötzlich auftreten, gehen Sie sicherheitshalber zum Arzt. Es könnte eine Gehirnerschütterung sein, der Arzt sollte aber eine Meningitis, eine Trigenimusneuralgie oder einen Hirntumor ausschließen.

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