AscoTop Nasal: Ein Überblick über das Migräne-Nasenspray von AstraZeneca (jetzt Grünenthal)

Viele Menschen leiden unter Migräne, einer Erkrankung, die den Alltag erheblich beeinträchtigen kann. AscoTop Nasal ist ein Nasenspray, das zur Behandlung von Migräneanfällen eingesetzt wird. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über AscoTop Nasal, einschließlich seiner Wirkungsweise, Anwendung, Nebenwirkungen und wichtiger Hinweise.

Was ist AscoTop Nasal?

AscoTop Nasal ist ein Medikament, das den Wirkstoff Zolmitriptan enthält. Es gehört zur Gruppe der Triptane und wird zur Akutbehandlung von Migräne mit oder ohne Aura sowie von Cluster-Kopfschmerzen eingesetzt. Es ist ein verschreibungspflichtiges Medikament. Nach dem Kauf von Grünenthal von AstraZeneca werden die Produkte in Deutschland unter dem Namen Ascotop vertrieben.

Wirkstoff und Darreichungsformen

AscoTop Nasal enthält Zolmitriptan als Hauptwirkstoff. Zolmitriptan ist in Form von Filmtabletten, Schmelztabletten und Nasensprays verfügbar. AscoTop Nasal ist als Nasenspray in Einzeldosisbehältnissen mit 2,5 mg oder 5 mg Zolmitriptan pro Sprühstoß erhältlich.

Herstellerwechsel

Ursprünglich von AstraZeneca hergestellt, wurde das Migränemittel Zomig (in Deutschland als Ascotop vertrieben) von Grünenthal gekauft. Grünenthal hat die weltweiten Rechte an Zomig mit Ausnahme von Japan erworben. In der Übergangsphase stellte AstraZeneca das Mittel weiter her und lieferte es an Grünenthal.

Wie wirkt AscoTop Nasal?

AscoTop Nasal enthält den Wirkstoff Zolmitriptan, der zu den Serotoninrezeptoragonisten (Triptanen) gehört. Migränebeschwerden können durch die Erweiterung von Blutgefäßen im Kopf verursacht werden. Es wird angenommen, dass Zolmitriptan diese Erweiterung reduziert. Dies trägt dazu bei, dass der Kopfschmerz und andere Beschwerden, die mit einem Migräneanfall einhergehen, wie Übelkeit, Erbrechen und Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen, vorübergehen. AscoTop Nasal wirkt nur, wenn ein Migräneanfall bereits begonnen hat und kann einen Anfall nicht verhindern.

Lesen Sie auch: Alternativen zur Nasenspray-Abhängigkeit

Schnelle Aufnahme durch Nasenspray

Ein Vorteil der Anwendung als Nasenspray ist, dass der Wirkstoff schneller aufgenommen wird, da er nicht den Magen-Darm-Trakt passieren muss. Studien zeigen, dass die schmerzlindernde Wirkung des Sprays innerhalb von 15 Minuten einsetzt und der Wirkstoff bereits nach zwei Minuten im Blut nachweisbar ist.

Anwendung von AscoTop Nasal

Die Anwendung von AscoTop Nasal sollte immer genau nach Anweisung des Arztes erfolgen.

Dosierung

Die empfohlene Dosis zur Behandlung eines Migräneanfalls beträgt bei Erwachsenen und Jugendlichen über zwölf Jahren 2,5 mg oder 5 mg Zolmitriptan als Einmaldosis in ein Nasenloch. Bei Bedarf kann die Dosis bei erneuten Anfällen auf 5 mg erhöht werden, wenn mit 2,5 mg keine ausreichende Linderung erzielt wird. Die empfohlene Dosis von AscoTop Nasal zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen beträgt 5 oder 10 mg.

Zeitpunkt der Anwendung

Nehmen Sie das Medikament so früh wie möglich nach Auftreten des Migränekopfschmerzes. Es ist allerdings auch bei Anwendung zu einem späteren Zeitpunkt wirksam.

Art der Anwendung

AscoTop Nasal ist in Einmaldosis-Behältern erhältlich und wird einmalig in ein Nasenloch angewendet. Vor der Anwendung sollte die Nase durch kräftiges Schnäuzen gereinigt werden. Bei Cluster-Kopfschmerzen kann ein Nasenloch auf der Seite des Kopfschmerzes verstopft sein. In diesem Fall sollte AscoTop Nasal in das von der Schmerzseite abgewandte Nasenloch verabreicht werden.

Lesen Sie auch: Anwendung von Midazolam Nasenspray

Wiederholte Anwendung

Falls die Migränebeschwerden innerhalb von 24 Stunden nach dem ersten Behandlungserfolg wieder auftreten, kann eine zweite Dosis angewendet werden. Die Tagesgesamtdosis von 10 Milligramm darf nicht überschritten werden. Innerhalb von 24 Stunden sollten nicht mehr als eine Dosis mit 10 Milligramm Zolmitriptan oder zwei Dosen mit 5 Milligramm angewendet werden.

Gegenanzeigen

AscoTop Nasal darf nicht angewendet werden, wenn:

  • Sie allergisch gegen Zolmitriptan oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind.
  • Sie einen zu hohen Blutdruck haben.
  • Sie jemals Herzprobleme hatten, einschließlich Herzinfarkt, Angina Pectoris oder Prinzmetal-Angina.
  • Sie einen Schlaganfall erlitten haben oder an vorübergehenden Symptomen, die ähnlich einem Schlaganfall sind (transitorische ischämische Attacken oder TIA), gelitten haben.
  • Sie schwerwiegende Nierenprobleme haben.
  • Sie gleichzeitig andere Arzneimittel zur Behandlung Ihrer Migräne einnehmen (z.B. Ergotamine oder Arzneimittel vom Ergotamintyp wie Dihydroergotamin und Methysergid) oder andere Migränemittel vom Triptantyp.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von AscoTop Nasal ist erforderlich, wenn:

  • Bei Ihnen ein erhöhtes Risiko besteht, an einer ischämischen Herzkrankheit zu erkranken.
  • Ihnen mitgeteilt wurde, dass Sie an einem Wolff-Parkinson-White-Syndrom erkrankt sind.
  • Sie bereits Leberprobleme hatten.
  • Sie unter Kopfschmerzen leiden, die nicht Ihren üblichen Migräne-Kopfschmerzen ähneln.
  • Sie andere Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen einnehmen.

Übermäßiger Gebrauch

Ähnlich wie andere Migränebehandlungen kann eine übermäßige Anwendung von AscoTop Nasal zu täglichen Kopfschmerzen führen oder Ihre Migränekopfschmerzen verschlimmern. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass dies bei Ihnen der Fall ist.

Kinder und ältere Patienten

AscoTop Nasal wird nicht für die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren und Erwachsenen über 65 Jahren empfohlen.

Lesen Sie auch: Epilepsie behandeln mit Midazolam

Schwangerschaft und Stillzeit

Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen über die Anwendung von Zolmitriptan in der Schwangerschaft vor. Im Tierversuch ergaben sich Hinweise auf Schädigungen des Ungeborenen. Deshalb sollte Zolmitriptan nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung in der Schwangerschaft angewendet werden. Vorsichtshalber sollte 24 Stunden nach der Einnahme von Zolmitriptan nicht gestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Nicht das Arzneimittel, aber der Migräneanfall als solcher kann die Reaktionsfähigkeit und die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Es ist unwahrscheinlich, dass AscoTop Nasal die Fähigkeit Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen beeinträchtigt. Sie sollten trotzdem abwarten, wie Sie auf die Anwendung von AscoTop Nasal reagieren, bevor Sie eine dieser Tätigkeiten ausüben wollen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Besondere Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Einnahme von:

  • anderen Triptanen
  • Ergotamin-haltigen Medikamenten
  • Moclobemid oder Fluvoxamin (selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer)
  • Cimetidin (Arzneimittel zur Behandlung von Verdauungsstörungen oder Magengeschwüren)
  • Chinolonen (bestimmte Antibiotika)
  • Johanniskraut-Präparaten

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann AscoTop Nasal Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Sehr häufige Nebenwirkungen

  • Störungen des Geschmacksempfindens

Häufige Nebenwirkungen

  • Schwindel
  • Schläfrigkeit
  • Wärmeempfinden
  • Empfindungsstörungen
  • Missempfindungen
  • Übelkeit
  • Mundtrockenheit
  • Muskelschwäche
  • Muskelschmerzen
  • Kraftlosigkeit
  • Schweregefühl (der Gliedmaßen)
  • Engegefühl (im Rachen und Halsbereich)
  • Brustenge
  • Kopfschmerzen
  • Unregelmäßiger Herzschlag
  • Nasenbluten
  • Nasenreizung
  • Verstopfte und/oder laufende Nase (Rhinitis)
  • Bauchschmerzen
  • Schluckstörung

Gelegentliche Nebenwirkungen

  • Herzrasen
  • Herzstolpern
  • Blutdruckanstieg
  • Druckgefühl (in Brust und Halsbereich)
  • Brustschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Kieferschmerzen
  • Leicht erhöhter Blutdruck
  • Anstieg der ausgeschiedenen Wassermenge (Urin) oder häufigeres Wasserlassen

Seltene Nebenwirkungen

  • Juckreiz der Haut
  • Nesselsucht
  • Kopfschmerzen
  • Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Nesselsucht, Blutgefäßschwellung und Schock)

Sehr seltene Nebenwirkungen

  • Herzinfarkt
  • Angina Pectoris
  • Herzkranzgefäßkrämpfe
  • Magen-Darm-Durchblutungsstörungen
  • Milzinfarkt
  • blutiger Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • vermehrter Harndrang
  • Überhöhter Harndrang

Wichtiger Hinweis

Die Nebenwirkungen können zum Teil auch durch den Migräneanfall selbst hervorgerufen werden. Bei längerer oder übermäßiger Anwendung kann es zur Verschlimmerung der Beschwerden oder zu regelmäßigen Kopfschmerzen kommen.

Lagerung

Das Medikament darf nicht wärmer als 25 Grad gelagert werden. Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Verfügbarkeit

AscoTop Nasal ist rezeptpflichtig und in verschiedenen Packungsgrößen erhältlich.

tags: #nasenspray #migrane #astra #zeneca