Naturheilmittel bei Parkinson: Ein umfassender Überblick

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die Millionen von Menschen weltweit betrifft. Während die konventionelle Medizin wichtige Behandlungsmethoden bietet, gewinnen Naturheilmittel als ergänzende Therapieform zunehmend an Bedeutung. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Naturheilmittel, die bei Parkinson eingesetzt werden, und gibt einen umfassenden Überblick über ihre Wirkungsweise und Anwendung.

Was ist Parkinson?

Die Parkinson-Krankheit ist eine neurologische Erkrankung, bei der Nervenzellen im Gehirn absterben. Sie entsteht durch den fortschreitenden Verlust von Dopamin-produzierenden Nervenzellen in einem bestimmten Gehirnbereich, der Substantia nigra. Dopamin ist ein Botenstoff, der für reibungslose Körperbewegungen notwendig ist.

Die Ursachen von Parkinson sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass sowohl genetische als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Die Krankheit verläuft meist langsam und schleichend, wobei sich die ersten Symptome oft erst nach einer gewissen Zeit zeigen. Zu diesem Zeitpunkt sind vermutlich bereits 50 Prozent der Dopamin-produzierenden Nervenzellen im Gehirn abgestorben.

Die typischen Symptome von Parkinson umfassen:

  • Muskelzittern (Tremor)
  • Steife Muskeln (Rigor)
  • Verlangsamte Bewegungen (Bradykinese)
  • Instabile Körperhaltung (posturale Instabilität)

Neben den motorischen Symptomen können auch nicht-motorische Symptome wie Schlafstörungen, Depressionen, Riechstörungen und kognitive Beeinträchtigungen auftreten.

Lesen Sie auch: Umfassende Betrachtung von Naturheilmitteln bei Parkinson

Naturheilkundliche Begleitung bei Parkinson

Die naturheilkundliche Begleitung der Parkinson-Erkrankung zielt darauf ab, die Lebensqualität zu verbessern, Symptome zu lindern und möglicherweise das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Dabei werden verschiedene naturheilkundliche Verfahren eingesetzt, die individuell auf den Patienten abgestimmt werden.

Orthomolekulare Medizin

Die orthomolekulare Medizin spielt eine wichtige Rolle in der ganzheitlichen Parkinson-Therapie. Sie basiert auf der Idee, dass bestimmte Nährstoffe in hoher Dosierung therapeutische Wirkungen entfalten können.

  • Coenzym Q10: Gilt als einer der am besten erforschten Nährstoffe bei Parkinson. Als wichtiger Bestandteil der mitochondrialen Energieproduktion kann es die Zellenergie verbessern und oxidativen Stress reduzieren.
  • Alpha-Liponsäure: Wirkt als potentes Antioxidans und kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden.
  • B-Vitamine: Insbesondere B1, B6 und B12 sind essentiell für die Nervenfunktion. Ein Mangel an diesen Vitaminen kann neurologische Symptome verstärken.
  • Vitamin C: Hochdosierte Vitamin-C-Infusionen können bei der Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen unterstützend wirken. Vitamin C ist ein starkes Antioxidans, das oxidativen Stress reduziert und die Immunfunktion stärkt.
  • Glutathion: Glutathion-Infusionen gewinnen in der naturheilkundlichen Parkinson-Therapie zunehmend an Aufmerksamkeit. Glutathion ist das wichtigste intrazelluläre Antioxidans und bei Parkinson-Patienten oft vermindert.

Heilpflanzen

Verschiedene Heilpflanzen können die konventionelle Parkinson-Behandlung sinnvoll ergänzen.

  • Mucuna pruriens (Juckbohne): Enthält natürliches L-DOPA und wird traditionell bei Bewegungsstörungen eingesetzt. Studien zeigen, dass die Samtbohne eine Verbindung namens Levodopa enthält, eine Vorläufersubstanz von Dopamin. In der altindischen ayurvedischen und in der chinesischen Medizin wird die Samtbohne (Mucuna pruriens) in der altindischen ayurvedischen und in der chinesischen Medizin seit über 3000 Jahren verwendet.
  • Ginkgo biloba: Kann die Durchblutung verbessern und neuroprotektive Eigenschaften aufweisen.

Mitochondriale Unterstützung

Die Mitochondrien, oft als Kraftwerke der Zellen bezeichnet, spielen eine zentrale Rolle bei der Parkinson-Erkrankung. Eine Störung der mitochondrialen Funktion trägt zur Neurodegeneration bei. Neben Coenzym Q10 können weitere Substanzen wie PQQ (Pyrrolochinolinchinon), NADH und Ribose die mitochondriale Funktion unterstützen.

Entzündungshemmende Maßnahmen

Chronische Entzündungsprozesse im Gehirn spielen bei der Parkinson-Erkrankung eine wichtige Rolle. Omega-3-Fettsäuren, insbesondere DHA und EPA, können Entzündungen reduzieren und die Nervenfunktion unterstützen.

Lesen Sie auch: Alternative Therapien für Epilepsie

Darmgesundheit

Neueste Forschungen zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und Parkinson-Erkrankung. Die Darm-Hirn-Achse spielt eine wichtige Rolle bei der Neurodegeneration. Probiotische Therapien und präbiotische Substanzen können die Darmgesundheit fördern.

Ernährung bei Parkinson

Eine ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Parkinson. Es gibt zwar keine spezielle Parkinson-Diät, aber bestimmte Ernährungsempfehlungen können helfen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

  • Mediterrane Ernährung: Eine traditionell in Mittelmeerländern verbreitete Art der Auswahl und Zubereitung von Speisen, die v. a. durch einen hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln gekennzeichnet ist. Diese werden schonend zubereitet, um Geschmack, Farbe und wertvolle Inhaltsstoffe zu erhalten. Die mediterrane Küche gilt als besonders gefäß- und herzfreundlich. Das liegt daran, dass viele Gerichte einen großen Gemüseanteil haben und eher Fisch als Fleisch auf den Tisch kommt. Gerne werden auch Hülsenfrüchte als Eiweißlieferanten eingesetzt. Außerdem werden die meisten Gerichte mit cholesterinsenkendem Olivenöl zubereitet.
  • Polyphenolreiche Ernährung: Polyphenole kommen ausschließlich in Pflanzen vor und finden sich zum Beispiel in den Randschichten von Obst und Gemüse. Sie haben antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften.
  • Reduktion des Fleischkonsums: Besonders eine Reduzierung des Fleischkonsums sei wichtig, um eine positive Auswirkung durch die Ernährung auf die Krankheit zu erreichen. So solle man möglichst Wurst vermeiden und mehr Gemüse zu sich nehmen.
  • Probiotika: Joghurt mit zugesetzten Probiotika kann die Darmflora unterstützen. Ein gesunder Darm ist wichtig, um etwa Verstopfungen vorzubeugen.
  • Vitamin D: Menschen mit Parkinson haben oft niedrigere Vitamin-D-Spiegel als gleichaltrige Gesunde, da sie aufgrund der Bewegungseinschränkungen weniger mobil sind und deshalb seltener direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Ein Vitamin-D-Mangel kann u. a. zu einer Osteoporose und damit zu einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche führen.

Ayurveda bei Parkinson

Der Āyurveda ist ein umfassendes medizinisches System, das seit mindestens zweitausend Jahren im indischen Kulturbereich entwickelt und praktiziert wird. Im Āyurveda wird Parkinson als eine Störung des Vāta und eine Schwächung der Stoffwechselkraft betrachtet. Die Behandlung zielt darauf ab, den Dosha Vāta zu regulieren und den Agni zu stärken.

Ernährung im Ayurveda

In Bezug auf die Ernährung wird allgemein zu einer leicht verdaulichen und nahrhaften Ernährung geraten. Gewürze wie Ingwer, Knoblauch und schwarzer Pfeffer regen nach āyurvedischer Anschauung in besonderem Maße die Verdauungskraft an und regulieren den Dosha Vāta. Kreuzkümmel, Anis und Fenchel sind ebenfalls zur Regulierung des Vāta geeignet. Von besonderer Bedeutung ist der Asant (Asafoetida, „Stinkasant“), ein Gewürz, das als besonders Vāta-regulierend gilt und bei Störungen des Nervensystems allgemein empfohlen wird.

Arzneimitteltherapie im Ayurveda

Die Arzneimitteltherapie, insbesondere die außerordentlich reichhaltige Phytotherapie, stellt im heutigen Āyurveda eine wichtige Säule der Behandlung dar. Hier finden sich eine Fülle von Arzneien sowohl zur Vāta-Regulierung als auch zur Anregung der Verdauungskraft und spezifischen Behandlung der Krankheit. Eine typische Kombinationsarznei zur Stärkung der Verdauungskraft ist das so genannte Trikatu, eine Mischung von Ingwer, schwarzem Pfeffer und langem Pfeffer. Wenn Obstipation im Vordergrund steht, und auch zur allgemeinen Regulation und Stärkung, ist die Triphala, eine Mischung aus den getrockneten und gemahlenen Früchten von Emblica officinalis, Terminalia chebula und Terminalia bellirica außerordentlich nützlich.

Lesen Sie auch: Ergänzende Therapien nach Schlaganfall

Kaffee als Naturheilmittel

Kaffee ist ein beliebtes Naturheilmittel bei an Parkinson erkrankten Patienten. Zahlreiche Untersuchungen und Studien heben die positive Wirkung von Kaffee auf die menschliche Gesundheit hervor. Das koffeinhaltiger Kaffee das Auftreten von Parkinson verzögern und in manchen Fällen sogar verhindern kann, ist inzwischen wissenschaftlich zahlreich belegt. Weniger klar ist allerdings, wie Kaffee bei einer bereits fortgeschrittenen Erkrankung wirkt.

Wichtige Hinweise

  • Absprache mit dem Arzt: Es ist wichtig, alle naturheilkundlichen Maßnahmen mit dem behandelnden Arzt abzusprechen, um mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten zu vermeiden.
  • Qualität der Präparate: Bei der Auswahl naturheilkundlicher Präparate ist höchste Qualität entscheidend. Es sollten ausschließlich zertifizierte Hersteller verwendet werden.
  • Individuelle Anpassung: Eine erfolgreiche Parkinson-Therapie erfordert einen individuellen, ganzheitlichen Ansatz, der sowohl konventionelle als auch naturheilkundliche Verfahren sinnvoll kombiniert.
  • Mangelernährung: Verzögerte Magenentleerung, Appetitlosigkeit, Völlegefühl nach dem Essen, Einschränkungen bei Geruch und Geschmack, Verstopfung, Schluckstörungen, Störungen der Feinmotorik und Depression sind häufige Probleme bei der Parkinson-Erkrankung und mit hohem Risiko für eine Mangelernährung verbunden. Eine Mangelernährung zeigt sich unter anderem durch einen Verlust von Gewicht, Kraft und Antrieb.

tags: #naturheilmittel #bei #parkinson