Nerv Augenbraue Entzündung: Ursachen und Behandlungen

Eine Entzündung im Bereich der Augenbraue kann verschiedene Ursachen haben und unterschiedliche Nerven betreffen. Es ist wichtig, die spezifische Ursache zu identifizieren, um eine gezielte und wirksame Behandlung einzuleiten. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Nervenentzündungen, die sich im Bereich der Augenbraue manifestieren können, ihre Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Trigeminusneuralgie: Einleitung

Die Trigeminusneuralgie ist eine der bekanntesten Ursachen für Gesichtsschmerzen, die auch den Bereich der Augenbraue betreffen können. Sie ist durch heftige, blitzartige Schmerzen gekennzeichnet, die durch Reizung des Trigeminusnervs verursacht werden.

Was ist Trigeminusneuralgie?

Trigeminusneuralgie bezeichnet den Nervenschmerz (Neuralgie) des sogenannten Trigeminusnervs im Gesicht.

Symptome der Trigeminusneuralgie

Betroffene beschreiben den Schmerz als plötzliche, einschießende Attacken. Der Schmerz kann in den Unterkiefer, die Wange oder die Augenpartie einer Gesichtshälfte ziehen. Die Attacken dauern Bruchteile einer Sekunde. Begleitend zu den Schmerzen können reflektorische Spasmen der Gesichtsmuskulatur, Hautrötung und Augentränen (Epiphora) auftreten. Bei länger bestehenden Trigeminusneuralgien kommt es in Folge der massiven Schmerzen häufig zu depressiven Verstimmungen, die bis zum Suizid führen können.

Zusammenfassend sind die Symptome:

  • In einer Gesichtshälfte auftretende, äußerst starke, plötzliche Schmerzintervalle von Sekundenbruchteilen bis hin zu wenigen Minuten, die von schmerzfreien Intervallen unterbrochen werden.
  • Betroffene beschreiben die Schmerzen häufig als Blitz oder Stromstoß.
  • Oft ist nur einer der drei Bereiche/Trigeminus-Äste betroffen, die Beschwerden können sich jedoch auf alle Bereiche ausweiten.
  • Externe Reize (Trigger) können die Neuralgie auslösen (Kälte, Wind, Berührung, Kauen, Schlucken).
  • Aus Schmerzvermeidung wird z.T. Ursache Trigeminusneuralgie.

Ursachen der Trigeminusneuralgie

Trigeminusneuralgie tritt meistens ohne erkennbare Ursache auf. Möglich ist, dass ein Blutgefäß eine Schlinge bildet und auf den Nerven drückt. Andere Erkrankungen sind meist nicht der Auslöser. Hier kommt Nervenschmerz nur selten als Symptom vor, zum Beispiel bei Multipler Sklerose und einigen gutartigen Hirntumoren.

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Man unterscheidet die idiopathische Trigeminusneuralgie (oder klassische) von der symptomatischen Trigeminusneuralgie. Bei der idiopathischen Form findet sich keine eindeutige Ursache; sie tritt spontan auf. Bei der symptomatischen Form lässt sich eine Ursache lokalisieren, z.B. kann eine Entzündung (häufig Multiple Sklerose - MS), eine Gefäßmissbildung oder selten auch ein Tumor vorliegen.

Die Ursache einer Neuralgie liegt in der Schädigung des Nervs oder seines Kerngebietes durch:

  • Kompression („Quetschung“) durch Gefäße, Tumoren oder anderes Gewebe
  • Entzündungen zum Beispiel hervorgerufen durch Herpes zoster (Gürtelrose) oder Multiple Sklerose
  • Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus
  • Strahlung
  • Verätzungen, z.B. durch giftige Gase
  • Nach Verletzungen / Traumata
  • Idiopathisch (das heißt, man findet keine fassbare Ursache)

Trigger der Trigeminusneuralgie

Während die symptomatische Trigeminusneuralgie meist durch eine Grunderkrankung ausgelöst wird, gibt es bei der klassischen Form sogenannte Triggerreize. Diese beziehen sich nicht auf die Ursache der Erkrankung selbst, sondern auf den Auslöser der jeweiligen Schmerzattacke. Die Trigger können bei der Trigeminusneuralgie sehr unterschiedlich sein. Oft rufen ganz alltägliche Dinge den Schmerz hervor. Dazu gehören:

  • Berühren des Gesichtes
  • Lächeln beziehungsweise Lachen
  • Kauen beziehungsweise Essen kalter oder heißer Speisen
  • Trinken
  • Zähneputzen
  • Waschen des Gesichtes
  • Sprechen
  • Auftragen von Make-up
  • Rasieren
  • Zugluft

Unabhängig von Triggerreizen können die stechenden Schmerzen auch spontan auftreten, das heißt ohne Anlass. Sie strahlen meist in eines, selten in mehrere der drei Territorien der Gesichtshälfte aus, die durch die Äste des Nervus trigeminus versorgt werden. Am häufigsten ist der Gesichtsbereich betroffen, der vom Unterkieferast versorgt wird, seltener der Bereich des Oberkieferastes und in sehr seltenen Fällen der Bereich des Augenastes.

Diagnose der Trigeminusneuralgie

Die Diagnose beruht zunächst darauf, dass Betroffene den Schmerz und die Auslöser gut beschreiben. Schildern Sie die Art und die Dauer der Schmerzen. Wann und wie oft treten Sie auf? Gibt es zusätzliche Symptome wie Taubheitsgefühle? Eine neurologische Untersuchung und eine MRT (Magnetresonanz-Tomographie) schließen andere Krankheiten als Ursache aus. Befunde vom Zahnarzt, Augenarzt und vom HNO-Arzt ergänzen das.

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Behandlung der Trigeminusneuralgie

Seltene Ursachen für die Nervenschmerzen wie Gefäßschlingen oder andere Krankheiten behandelt der Arzt oder die Ärztin zuerst. Bei den meisten Betroffenen findet sich kein solcher Auslöser. Sie erhalten Medikamente, die überempfindliche Nervenzellen beruhigen und so die Schmerzen lindern. Meist sind das Mittel, die auch Menschen mit Epilepsie oder Depression helfen. Manchmal erhalten Erkrankte verschiedene Wirkstoffe nacheinander. So findet sich eine wirksame und verträgliche Therapie am besten. Bei schweren Schmerzen hilft eine zusätzliche Behandlung. Hilfreich ist eine Psychotherapie. Sie ist oft Teil einer multimodalen Schmerztherapie. Denn dauerhafte Schmerzen belasten auch psychisch stark.

Therapie Neuralgie / Therapie Trigeminusneuralgie:

Bei Neuralgien ergeben sich je nach Ort und Ursache der Nervenschädigung unterschiedliche Therapiemöglichkeiten. In der Regel wird man erst eine medikamentöse Behandlung mit speziellen Medikamenten versuchen (Antiepileptika, Antidepressiva). Die klassische Trigeminusneuralgie (idiopathisch) wird medikamentös behandelt. Vorab sind diagnostisch die symptomatischen Formen auszuschließen, was meist durch ein spezielles neuroradiologisches MRT erfolgen kann. Die eingesetzten Medikamente kommen aus der Epileptologie, das heißt, sie werden ursprünglich zur Behandlung von Krampfanfällen verwendet. Dabei verringern sie die elektrische Reizbarkeit des Gehirns. Da die Neuralgie auch auf einer elektrischen Übererregbarkeit der Nerven beruht, lag es nahe, diese Medikamente auch hier - erfolgreich - einzusetzen. Beispiel-Substanzen sind Carbamazepin, Gabapentin und Prigabalin. Alternativ kann man einen Versuch mit Akupunktur oder TCM (traditioneller Chinesischer Medizin) machen.

In sehr schweren oder medikamentös resistenten Fällen bzw. im Falle eines mechanisch komprimierten (gequetschten) Nervs gibt es die Möglichkeit einer operativen Behandlung. Die früheren Methoden der Verödung der Ganglien (Nervenknoten) an der Schädelbasis werden nicht mehr angewandt, da es eine hervorragende mikroneurochirurgische Technik mit sehr hoher Erfolgsquote gibt, die sogenannte „Janetta Operation“.

Bei der Trigeminus-Neuralgie wird eine solche mikrochirurgische Dekompression in der hinteren Schädelgrube vorgenommen.

Operationsverfahren bei Trigeminusneuralgie:

  • Operation nach Jannetta: Im Bereich des Gefäß-Nerven-Austritts aus dem Hirnstamm wird ein Teflonpolster zwischen Gefäß und Nerv eingelegt, um den Nerven zu schützen. Dieser Eingriff hat eine sehr gute Ansprechrate. Der Effekt tritt unmittelbar nach der Operation ein.
  • Thermokoagulation (Erhitzung) oder Ballonkompression im Bereich des Nervenknotens (Ganglion trigeminale): Auch diese Verfahren sind gut wirksam. Häufig kommen die Beschwerden nach einigen Jahren aber wieder. Der Effekt tritt unmittelbar nach der Operation ein.
  • Gammaknifebehandlung (Bestrahlung) des Nerven: Durch diese Behandlung wird häufig erst nach einigen Monaten ein Effekt erzielt, es wird jedoch keine Operation notwendig.

Medikamentöse Behandlung der Trigeminusneuralgie

Eingesetzt werden Antiepileptika (zum Beispiel Carbamazepin, Oxacarbazepin oder Gabapentin). Die Wirkung von Carbamazepin beruht vermutlich auf der Hemmung der Reizweiterleitung. Es hat dämpfende und beruhigende sowie antidepressive und muskelentspannende Wirkungen und ist in der Regel äußerst wirksam. Allerdings besteht bei diesem Medikament ein erhöhtes Risiko, dass Nebenwirkungen wie Schwindel und Müdigkeit auftreten. Häufig kommt es auch zu allergischen Reaktionen, Veränderungen des Blutbildes und der Leberfunktion, Verringerung der Blutsalze und zu Magen-Darm-Problemen. In der Regel wird die Schmerztherapie mit einer niedrigen Dosierung begonnen und so lange erhöht, bis bei der betroffenen Person keine Schmerzen mehr auftreten.

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Die Nebenwirkungen können reduziert werden, indem das Medikament auf mehrere Dosen über den Tag verteilt eingenommen wird. Die unterschiedlichen Substanzen können eventuell auch kombiniert zum Einsatz kommen. Ist der Patient beziehungsweise die Patientin vier bis sechs Wochen schmerzfrei, wird die Dosis stufenweise reduziert.

Mikrovaskuläre Dekompression

Wenn eine medikamentöse Therapie keinen Erfolg bringt, kann eine Operation am Gehirn erforderlich sein, um den Kontakt zwischen Gefäß und Trigeminusnerv zu unterbrechen. Dazu wird der Schädel geöffnet und ein Kunststoffstück, zum Beispiel Teflonflies, als Puffer eingelegt. Acht von zehn Patienten und Patientinnen sind nach dem Verfahren schmerzfrei, weitere zwei haben danach geringere Beschwerden als vorher. Nach zehn Jahren ist die Erfolgsquote nicht mehr ganz so hoch: Sieben von zehn Behandelten sind jedoch weiterhin schmerzfrei. Bis zu 30 Prozent leiden nach dem Eingriff unter verminderter Empfindlichkeit im Gesichtsbereich des Versorgungsgebietes des Trigeminusnervs. Studien zeigen ein Wiederauftreten der Schmerzattacken bei 10 bis 30 Prozent der Patienten und Patientinnen. Selten kann es zu einem Hörverlust kommen.

Diese Methode eignet sich für Menschen, die kein erhöhtes Operationsrisiko haben, denn die Operation erfolgt unter Vollnarkose. Der Vorteil des Verfahrens: Der Trigeminusnerv wird dabei geschont und seine Funktionsfähigkeit bleibt erhalten. Bei Misserfolg ist ein Zweiteingriff möglich.

Perkutane Operationsverfahren

Beim sogenannten perkutanen Operationsverfahren wird der Nervus Trigeminus im Bereich des Ganglion Gasseri (sensibler Nervenknoten im Bereich der Schädelgrube) entweder thermisch, chemisch oder mechanisch geschädigt. Der Zugangsweg erfolgt durch die Haut seitlich des Mundwinkels durch eine Schädelöffnung unter Durchleuchtung.

Bei den thermischen und chemischen Varianten wird in 90 Prozent der Fälle Schmerzfreiheit erzielt. Auch nach zehn Jahren sind acht von zehn Patienten und Patientinnen schmerzfrei, bei der mechanischen Variante sind es sechs bis sieben von zehn Patienten und Patientinnen. Nebenwirkungen können eine verminderte Empfindlichkeit im Gesicht und unangenehme bis schmerzhafte Missempfindungen sein.

Diese Methode eignet sich auch für ältere Menschen oder solche, die bei einer Operation erhöhte Risiken durch eine Vorerkrankung haben. Die betroffene Person wird nur örtlich betäubt oder in eine Kurznarkose gelegt, eine Vollnarkose ist nicht notwendig.

Radiochirurgische Behandlung

Bei diesem Verfahren, auch Gamma-Knife-Behandlung genannt, wird der Trigeminusnerv am Abgang mit einer hohen Strahlendosis einmalig bestrahlt. Das soll zu einer Teilschädigung des Nervs führen. Anders als bei der Dekompression kommt es erst nach Tagen bis Wochen zu einer Besserung der Symptomatik. Ist anfangs die Neuralgie bei 70 bis 90 Prozent der Patientinnen und Patienten gebessert, so ist das nach fünf Jahren nur noch etwa bei der Hälfte der Patientinnen und Patienten der Fall.

Eine weitere Bestrahlung mit einer niedrigeren Strahlendosis ist ebenfalls möglich, auch wenn dies nur bei der Hälfte der Patientinnen und Patienten erfolgreich ist. Auch ist mit einer Zunahme der sensiblen Ausfälle als Nebenwirkung zu rechnen. Das heißt, dass die Schmerzen bei sehr leichten Reizen vermehrt auftreten können. Bei 10 von 100 Patientinnen und Patienten kommt es nach der Behandlung zu unangenehmen bis schmerzhaften Fehlempfindungen.

Stirnhöhlenentzündung: Eine weitere mögliche Ursache

Eine Stirnhöhlenentzündung (Sinusitis frontalis) kann ebenfalls Schmerzen im Bereich der Augenbrauen verursachen.

Symptome einer Stirnhöhlenentzündung

Die Symptome einer Stirnhöhlen-Entzündung können unterschiedlich ausgeprägt sein. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Kopfschmerzen, insbesondere im Bereich der Stirn
  • Schmerzen und Druckgefühl in den Augenbrauen oder um die Augen herum
  • Nasenverstopfung oder -ausfluss
  • Halsschmerzen
  • Fieber
  • Müdigkeit und Schwächegefühl
  • Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Ursachen einer Stirnhöhlenentzündung

Eine Stirnhöhlen-Entzündung kann durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, einschließlich:

  • Infektionen der Atemwege, insbesondere Erkältungen oder Grippe
  • Allergien, die zu einer Schwellung der Nasenschleimhaut führen können
  • Rauchen oder Passivrauchen
  • Veränderungen im Luftdruck, z.B. bei Flugreisen
  • Verletzungen oder Brüche der Nase oder des Schädels

Behandlungsmöglichkeiten für eine Stirnhöhlenentzündung

Die Behandlung einer Stirnhöhlen-Entzündung hängt von der Schwere der Symptome ab. In einigen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung ausreichend sein, während in schwerwiegenderen Fällen möglicherweise eine Operation erforderlich ist. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören:

  • Schmerzlinderung mit rezeptfreien oder verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln
  • Antibiotika zur Behandlung einer bakteriellen Infektion
  • Entzündungshemmende Medikamente wie Kortikosteroide
  • Salzlösungen und Nasenspülungen zur Linderung von Nasenverstopfung und -ausfluss
  • In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die Entzündung in den Stirnhöhlen zu behandeln.

Optikusneuritis (Sehnerventzündung)

Obwohl die Optikusneuritis primär das Sehvermögen betrifft, können die damit verbundenen Schmerzen auch im Bereich der Augenbrauen wahrgenommen werden.

Was ist eine Optikusneuritis?

Die Optikusneuritis, auch als Sehnerventzündung oder Neuritis nervi optici bekannt, ist eine entzündliche Erkrankung des Sehnervs, der für die Übertragung visueller Informationen vom Auge zum Gehirn verantwortlich ist.

Symptome der Optikusneuritis

Die Symptome der Optikusneuritis können plötzlich auftreten und können sowohl einseitig (eine Seite des Sehnervs betroffen) als auch beidseitig (beide Seiten des Sehnervs betroffen) auftreten. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:

  • Verschwommenes Sehen: Betroffene können eine plötzliche Verschlechterung des Sehvermögens erleben. Das Sehen kann unscharf oder verschwommen erscheinen.
  • Verlust des Farbsehens: Ein auffälliges Symptom ist der Verlust der Fähigkeit, Farben korrekt wahrzunehmen. Dies betrifft oft das Erkennen von Rot-Grün-Kontrasten.
  • Zentrale Gesichtsfeldverluste: Ein zentrales Gesichtsfeld, das in der Mitte des Blickfeldes liegt, kann beeinträchtigt sein, was zu einem "tunnelartigen" Blickwinkel führt.
  • Sehverschlechterung beim Bewegen des Auges: Das Sehvermögen kann sich beim Bewegen des Auges verschlimmern, wodurch Augenbewegungen schmerzhaft sein können.
  • Augenschmerzen: Einige Betroffene können Schmerzen oder Unbehagen rund um das betroffene Auge verspüren, insbesondere wenn sie es bewegen.
  • Blendungsempfindlichkeit: Lichtempfindlichkeit oder Blendungsempfindlichkeit können auftreten, insbesondere bei hellem Licht.
  • Kontrastverlust: Die Fähigkeit, Unterschiede zwischen hellen und dunklen Bereichen zu erkennen, kann beeinträchtigt sein.

Ursachen der Optikusneuritis

Die Ursache der Optikusneuritis liegt in der Entzündung des Sehnervs. Diese Sehnerventzündung kann durch eine Autoimmunreaktion des Körpers gegen die Schutzhüllen des Sehnervs oder durch andere entzündliche Prozesse im Körper ausgelöst werden. Häufig ist eine gestörte Immunantwort beteiligt, bei der das Immunsystem irrtümlicherweise gesunde Gewebe im Sehnerv angreift. Die Optikusneuritis tritt manchmal im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose (MS) auf. Infektionen, insbesondere virale Infektionen, können ebenfalls Entzündungsreaktionen im Körper auslösen, die auf den Sehnerv übergreifen können.

Diagnose der Optikusneuritis

Die Diagnose der Optikusneuritis erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Anamnese des Patienten und speziellen diagnostischen Tests. Folgende diagnostische Verfahren werden in der Regel angewandt:

  • Augenuntersuchung
  • Farbseh-Test
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Optische Kohärenztomographie (OCT)
  • Lumbalpunktion (Liquoruntersuchung)

Behandlung der Optikusneuritis

Die Behandlung der Optikusneuritis zielt darauf ab, die Entzündung des Sehnervs zu reduzieren, die Symptome zu lindern und mögliche Sehverluste zu minimieren. Die Behandlung hängt von der zugrunde liegenden Ursache der Neuritis ab, kann aber folgende Ansätze umfassen:

  • Symptomatische Behandlung
  • Kortikosteroide
  • Plasmapherese
  • Immunsuppressiva
  • Rehabilitation

Atypischer Gesichtsschmerz

Ein Gesichtsschmerz, der nicht dem Nervenschmerz (Neuralgie) zugeordnet werden kann, wird als „atypisch“ bezeichnet.

Symptome des atypischen Gesichtsschmerzes

Die Schmerzen werden häufig im Gesicht im Bereich des Oberkiefers oder unterhalb des Auges empfunden. Typisch ist, dass sie sich oft nicht genau zuordnen lassen oder die Zuordnung wechselt. Es handelt sich meist um einen dumpfen, drückenden und in der Tiefe nicht genau einzugrenzenden Schmerz. In aller Regel ist das Berührungsempfinden im Gesicht ungestört. Gelegentlich besteht eine Überempfindlichkeit im betroffenen Schmerzbereich.

Behandlung des atypischen Gesichtsschmerzes

Wenn andere Erkrankungen sorgfältig ausgeschlossen wurden, sollte ein Patient mit atypischem Gesichtsschmerz oder atypischem Zahnschmerz (Odontalgie) zunächst darüber aufgeklärt werden, dass er unter einer Schmerzerkrankung leidet, die sich häufig auch wieder zurückbildet. Damit die Erkrankung nicht chronisch wird, sollten möglichst keine weiteren operativen Eingriffe durchgeführt werden. Zur Behandlung kann beispielsweise ein zur Schmerzbehandlung niedrig dosiertes trizyklisches Antidepressivum gegeben werden. Unterstützend können Massage, Kälte- oder Wärmeanwendungen im Gesicht sowie andere manuelle Verfahren hilfreich sein. Eine zusätzlich bestehende Depression oder Angststörung sollte gezielt medikamentös oder psychotherapeutisch behandelt werden.

Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

Bei der craniomandibulären Dysfunktion (auch als Myoarthropathie bezeichnet) sind das Kiefergelenk oder die Kaumuskulatur betroffen.

Symptome der CMD

Anhaltende Schmerzen können einerseits durch Verschleiß oder entzündliche Veränderungen des Kiefergelenks verursacht werden, andererseits durch Verspannungen der Kaumuskulatur, z.B. durch Zähnepressen oder -knirschen, was häufig stressbedingt ist. Dabei kann es auch zu ausstrahlenden Schmerzen in andere Gesichtsbereiche und die Zähne kommen. Häufig ist dieser Kopfschmerz am Morgen am stärksten ausgeprägt (da das Knirschen sehr häufig in der Nacht geschieht) und schläfenbetont. Er kann einseitig betont sein.

Behandlung der CMD

Als Therapie wird u.a. eine Aufbissschiene empfohlen, die das Gelenk entlastet und über eine Änderung der Position der Strukturen beim Zubeißen bzw. in der Ruheposition die erlernten Bewegungsmuster (Zähneknirschen und -pressen) entkoppeln soll. Auch Physiotherapie (Krankengymnastik) bewirkt bei muskulären Beschwerden sehr häufig eine Besserung, ebenso wie Eigenmassage der Kaumuskulatur durch den Patienten. Wichtig ist dabei, dass gezielte Eigenübungen erlernt werden, die dann täglich vom Betroffenen selbst durchgeführt werden. Empfehlenswert sind auch das Erlernen der progressiven Muskelentspannung nach Jacobson sowie ein gezielter Umgang mit Stress. Bei besonderen Belastungsfaktoren ist die Inanspruchnahme einer psychologischen Beratung, ggf. auch eine psychotherapeutische Betreuung, sinnvoll.

Schmerzen im Mund- und Gesichtsbereich

Schmerzen im Mund- und Gesichtsbereich können als Dauerschmerz oder in Attacken auftreten. Da es viele mögliche Ursachen gibt, ist eine sorgfältige Diagnostik (ärztliche Befragung und Untersuchung) die Voraussetzung einer erfolgreichen Therapie. Dabei können unterschiedliche ärztliche Fachgebiete beteiligt sein, wie Neurologie, Zahnheilkunde, Augenheilkunde und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Schmerz im Bereich der Mundhöhle

Häufig verursachen Schleimhautentzündungen akute Schmerzen. Hervorgerufen werden sie von oberflächlichen oder tiefen Zahnfleischentzündungen, Entzündungen beim Durchbruch von Weisheitszähnen sowie bakteriell oder durch Viren verursachten Erkrankungen des Zahnfleischs. Natürlich können auch Zähne schmerzen: Sie reagieren empfindlich auf Temperatur- oder chemische Reize (z.B. Säure), wenn durch einen kariösen Defekt das Dentin (Zahnbein) oder bei freiliegenden Zahnhälsen das Wurzelzement freiliegt.

Ungewöhnlicher Zahnschmerz (atypische Odontalgie, persistierender dentoalveolärer Schmerz)

Ähnliche Beschwerden wie die Zahnmarkenzündung oder die Entzündung an der Wurzelspitze verursacht die eher selten auftretende sogenannte atypische Odontalgie (Phantom-Zahnschmerz). Der Patient empfindet diesen lang anhaltenden Nervenschmerz häufig an einem Zahn oder in einem Gebiet, wo ein Zahn gezogen wurde (Extraktionsareal). Der Zahnarzt findet aber bei der Untersuchung und in Röntgenbildern keine mögliche Ursache. Häufig verstärkt sich der Schmerz bei kaltem Wetter.

Syndrom der brennenden Zunge/des brennenden Mundes (Burning-Mouth-Syndrom)

Unter den brennenden Schmerzen im Bereich des Mundes und der Zunge leiden überwiegend Frauen im höheren Lebensalter, der Leidensdruck ist sehr hoch. Die Ursache der Erkrankung ist letztlich nicht völlig geklärt und liegt möglicherweise in einer Schädigung dünner Nervenfasern, die die Zunge und den Mundbereich versorgen.

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