Nervenreizung in der Kniekehle: Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Nervenreizung in der Kniekehle ist eine Erkrankung des Knies, die meist mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einhergeht. Um eine Nervenreizung optimal behandeln zu können, ist es unabdingbar, die genaue auslösende Ursache zu kennen.

Ursachen einer Nervenreizung in der Kniekehle

Eine Nervenreizung in der Kniekehle kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden, da in diesem Bereich wichtige Nervenstrukturen verlaufen, insbesondere der Nervus tibialis, der einer der beiden Hauptäste des Ischiasnervs ist. Besonders können in der Kniekehle der Nervus ischiadicus (Ischiasnerv) oder seine beiden Hauptäste (Nervus tibialis und Nervus fibularis communis) gereizt werden und Schmerzen im Ischias auslösen. Eine Kompression ist häufig die Ursache.

Zu den möglichen Ursachen gehören:

  • Meniskusschäden: Ein gerissener Meniskus kann zu einer mechanischen Reizung der Nerven führen. Der Nachweis einer Bakerzyste ist für den Arzt ein deutlicher Hinweis auf eine bereits länger zurückliegende Meniskusverletzung oder einen Kreuzbandriss. Die Bakerzyste ist eine Ausstülpung der Gelenkschleimhaut (Synovialis), die mit Gelenkflüssigkeit (Synovia) gefüllt ist. Die Ursache einer Bakerzyste ist eine Reizung innerhalb der Gelenkkapsel des Kniegelenks.
  • Sehnenentzündung (Tendinitis): Entzündungen der Sehnen, die Nerven in der Kniekehle irritieren können. In diesem Fall muss besonders an eine Reizung der Muskeln gedacht werden. Insbesondere Laufsportler, die ihr Hobby regelmäßig und intensiv betreiben, können einen Muskelfaserriss oder eine Sehnenentzündung (Enthesiopathie) in der Kniekehle erleiden. Die Folge sind Schmerzen in der Kniekehle. Von einem Muskelfaserriss ist häufig der Beinbeuger (Musculus biceps femoris) betroffen: Dieser Muskel verläuft an der Rückseite des Oberschenkels (Femur) vom Sitzbein (Os ischii) bis zum Wadenbeinköpfchen. Dort setzt er nahe dem Außenband am Knochen an, von dem er durch einen Schleimbeutel (Bursa) getrennt wird. Einen ähnlichen Verlauf hat der Musculus semitendinosus oder halbsehniger Muskel: Er verläuft vom Darmbein (Os ilium) auf der Oberschenkelrückseite, setzt allerdings an den Tuberositas tibiae des Schienbeins an. Im Bereich des Kniegelenks liegt die lange Sehne des Musculus semitendinosus. Joggen und Laufen kann eine Entzündung der Sehnen (Tendinopathie) dieser beiden Muskeln auslösen. Betroffene leiden dann unter Schmerzen in der Kniekehle und an der Rückseite des Oberschenkels. Verletzungen der hinteren Oberschenkel-Muskulatur entstehen häufig beim Sport, vor allem beim Sprinten. Sehnen-Verletzungen des "Halbsehnenmuskels" (Musculus semitendinosus) machen sich meist durch Schmerzen am hinteren, äußeren Knie (posterolateral) bemerkbar. Begünstigende Faktoren sind unter anderem unzureichendes Aufwärmen, Überanstrengung oder falsche Lauftechnik. In seltenen Fällen kommt es zu nervalen Symptomen. Dies geschieht zum Beispiel, wenn eine Schwellung durch einen Bluterguss auf einen Nerv drückt. Verletzungen des "Zwillingswaden-Muskels" (Musculus gastrocnemius) sind vor allem beim Beugen des Knies oder Wadenheben spürbar. Sie treten in einigen Fällen allein, in anderen aber auch im Zusammenhang mit anderen Muskel-Schädigungen auf - insbesondere an Muskeln des Oberschenkels. Die Kniekehlen-Sehne wird in der Regel durch eine Verletzung bei gestrecktem Knie oder Überlastung bei der Stabilisierung des Gelenks seitlich nach hinten (posterolateral) ausgelöst. Schmerzen am hinteren, äußeren Knie - häufig mit Bluterguss im Gelenk - weisen gegebenenfalls auf eine Verletzung der Kniekehlen-Sehne hin. Auch wenn Sie Schmerzen zu Beginn der Schwingphase des Unterschenkels beim Gehen verspüren oder bei Belastung des Knies in einer 15-30°-Beugung, ist unter Umständen eine Verletzung dieser Sehne die Ursache.
  • Fehlbelastungen: Fehlbelastungen können dazu führen, dass das Knie unsymmetrisch belastet wird, und Muskeln dadurch auf die in der Kniekehle vorbei laufenden Nerven drücken. Dies führt dann zu einer Reizung der Nerven und zu entsprechenden Beschwerden. Nachdem eine entsprechende Fehlbelastung in den Knien als Ursache dargestellt werden konnte, sollte mit einer ausgleichenden Behandlung zeitnah begonnen werden. Dies geschieht in der Regel mit der Anpassung von orthopädischen Schuheinlagen. Diese sollten regelmäßig getragen werden.
  • Überlastungen: Überlastungen sind ungewohnte Belastungen, die meistens untrainiert ausgeführt werden und die zu einer Kompression der in der Kniekehle laufenden Nerven führen können.
  • Myogelosen: Als Myogelose bezeichnet man muskuläre Verhärtungen, die dann meistens Kompressionen auf umliegende Gewebe ausüben können. In der Kniekehle befinden sich neben Nerven auch einige Muskeln, die ebenfalls von einer Myogelose betroffen sein können. Diese Verhärtungen der Myogelosen können so stark sein, dass sie Druck auf einen vorbeiführende Nerv in der Kniekehle ausüben können.
  • Baker-Zyste (Poplitealzyste): Schmerzen und ein unangenehmes Spannungsgefühl in der Kniekehle können auf eine Bakerzyste (Poplitealzyste) hinweisen. Durch den erhöhten Druck bildet sich am Ort des geringsten Widerstandes der Gelenkkapsel eine Zyste aus. In der Medizin werden zur Behandlung der schmerzhaften Zyste häufig entzündungshemmende Medikamente oder Kortison eingesetzt. Wie bei allen Medikamenten kann es teilweise ungewollte Nebenwirkungen geben. Willst du ohne Medikamente und Operation deine Schmerzen lindern? Dann können dir Liebscher & Bracht Übungen® helfen. Die speziell entwickelten Dehnübungen lassen Beschwerden, die durch die Zyste entstehen, oft schnell in Vergessenheit geraten. Die Schmerzen und Spannungen werden geringer oder verschwinden komplett, wenn die Muskeln und Faszien rund um die Bakerzyste gedehnt und geschmeidig sind. Mit dem Begriff Baker-Zyste wird eine mit Flüssigkeit gefüllte Ausstülpung der hinteren Gelenkkapsel bezeichnet, die zwischen den Muskeln der Kniekehle hindurchtritt. Sie äußert sich meist als weiche Schwellung im hinteren Knie und Schmerzen in der Kniekehle. Baker-Zysten sind entweder angeboren (primär), oder entstehen später (sekundär) als Folge wiederkehrender Gelenkergüsse, zum Beispiel durch Meniskusriss oder Knorpelschaden. In einigen Fällen auch wegen gesteigerter Flüssigkeitsproduktion bei Gelenk-Entzündungen.
  • Hinterer Kreuzbandriss: Im anatomischen Aufbau des Kniegelenks befindet sich das hintere Kreuzband nahe deiner Kniekehle. Das Band setzt innen am Fortsatz des Oberschenkelknochens an und verläuft schräg an die gegenüberliegende Seite des Schienbeins. Bei Unfällen (meist Verkehrsunfällen) oder beim Sport kann das hintere Kreuzband (HKB) reißen oder angerissen werden. Betroffene können das Gelenk kaum belasten. Wenn eines der Bänder gerissen ist - beispielsweise das hintere Kreuzband - weisen viele Betroffene deshalb einen unsicheren und wackligen Gang auf. Je nachdem, wie schlimm der Unfall war, der zum Riss des Kreuzbandes geführt hat, haben Patienten auch Prellungen oder Schürfwunden. Medizinisch wird der Kreuzbandriss entweder mit Operationen oder muskelaufbauender Physiotherapie behandelt. Vorherrschend ist dabei die Meinung, dass sich das Kreuzband nicht selbst regenerieren kann. Schmerzen am hinteren Knie weisen eher auf einen Riss des hinteren Kreuzbandes hin. Dieser entsteht zum Beispiel bei Auto-Unfällen, bei Krafteinwirkung von vorne auf das gestreckte Knie. Wird diese Bewegung oder Krafteinwirkung von der umgebenden Muskulatur nicht ausreichend abgefangen, weil sie zu plötzlich oder zu stark ist, reißt in einigen Fällen ein Kreuzband. Selten ist allein das hintere Kreuzband gerissen, meist auch das vordere und/oder das Außenband. Insgesamt sind Risse des hinteren Kreuzbandes seltener, als jene des vorderen Kreuzbandes.
  • Arthrose: Besonders bei älteren Patientinnen wird häufig Arthrose als Verschleißerscheinung und Ursache für Schmerzen im Knie oder der Kniekehle diagnostiziert. Knieschmerzen bei Gonarthrose lassen sich bei etwa 10 Prozent aller Personen über 55 Jahren feststellen. Gemeinhin versteht man unter Arthrose im Kniegelenk einen übermäßigen Gelenkverschleiß im Knie. Wenn die Diagnose bei dir „Gonarthrose“ - also Kniearthrose - lautet, dann ist der Befund, dass dein Knorpel oder sogar das Kniegelenk verschlissen sind. Im Knorpel befinden sich allerdings keine Schmerzrezeptoren, sodass der Verschleiß selbst nicht schmerzt. Daher ist es entscheidend, dass du die Spannung deiner Muskulatur und der Faszien normalisierst!
  • Thrombose/Beinvenenthrombose: Eine eher seltene Ursache für Schmerzen im Knie oder der Kniekehle sind Thrombosen in den Beinvenen. Sie entstehen, wenn sich zum Beispiel durch lange Inaktivität, Krampfadern oder Herzschwäche ein Blutgerinnsel bildet. Dieses Blutgerinnsel kann die Vene verstopfen. Bei einer Beinvenenthrombose kann eine Schwellung in der Kniekehle oder der Wade entstehen. Zudem treten die Venen deutlich sichtbar hervor und sind bläulich verfärbt. Der Verschluss einer Vene durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) kann Knieschmerzen in der Kniekehle auslösen. Man spricht in diesem Fall von Venenthrombose. Vor allem nach langem Sitzen ohne Bewegung im Flugzeug oder im Auto besteht die Gefahr für eine Thrombose. Risikofaktoren für einen Gefäßverschluss sind höheres Lebensalter, Übergewicht und eine ungesunde Lebensweise. Ein Hinweis auf eine Thrombose ist neben den hinteren Knieschmerzen das Auftreten von bläulichen Adern in der Kniekehle und auf der Wadenmuskulatur. Bei Verdacht auf eine Thrombose müssen Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.
  • Kompressionssyndrome: Unter dem Begriff Kompressionssyndrome oder Engpasssyndrome werden seltene Krankheiten zusammengefasst, bei denen Nerven und Gefäße eingeklemmt werden. Sie treten an unterschiedlichen Stellen des Körpers auf. Dabei reichen die Symptome von Schmerzen und Taubheitsgefühlen bis hin zu Durchblutungsstörungen. Beim Poplitealen Entrapment Syndrom (PAES) werden die Schlagader (Arterie) und die Vene in der Kniekehle eingeklemmt. Bei vielen Betroffenen verläuft die Arterie atypisch, wodurch sie unter Belastung von einer Muskelsehne eingeengt wird. Andersherum können aber auch ungewöhnlich verlaufende Muskelsehnen eine Einklemmung verursachen. In seltenen Fällen ist eine stark ausgeprägte Wadenmuskulatur verantwortlich. Die Beschwerden treten nie in Ruhe auf, sondern unter starker Belastung wie beim Joggen. Weil die Arterie abgeknickt wird, bekommt der Muskel nicht genügend Blut beziehungsweise Sauerstoff. Dadurch entsteht Milchsäure (Lactat) und die Muskulatur übersäuert. Die Beschwerden können sowohl ein- als auch beidseitig auftreten.

Symptome einer Kniekehlenreizung

Begleitende Symptome können neben Kribbeln und Parästhesien auch Schmerzen sein, die ebenfalls von einer Reizung der Nerven in der Kniekehle herrühren. Diese Schmerzen werden als stechend oder ziehend angegeben.

Weitere Symptome können sein:

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  • Lokale Schmerzen in der Kniekehle: Ein dumpfer oder stechender Schmerz, der sich in der Kniekehle oder im hinteren Teil des Knies bemerkbar macht.
  • Ausstrahlende Schmerzen: Die Schmerzen können bis in die Wade oder den Oberschenkel ausstrahlen, insbesondere bei bestimmten Bewegungen oder Belastungen.
  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln: In seltenen Fällen kann eine Kniekehlenreizung benachbarte Nerven, wie den Nervus tibialis, reizen. Neurologische Symptome einer Nervenreizung der Kniekehle sind vor allem Dingen Kribbeln und Taubheitsgefühl. Der Grund liegt darin, weil zahlreiche Nerven in der Kniekehle sensible Nerven sind, die die Haut versorgen. Bei einer Reizung oder Kompression dieser Nerven, kann es passieren, dass die Betroffenen ein Taubheitsgefühl oder auch Kribbeln in der Kniekehle spüren. Diese Gefühle sind meistens kommend und gehend, und in der Kniekehle direkt lokalisiert.
  • Schwellung: Eine sichtbare oder tastbare Schwellung, die durch Flüssigkeitsansammlungen oder eine Entzündung der Sehnen, Muskeln oder Schleimbeutel im Bereich der Kniekehle verursacht wird.
  • Bewegungseinschränkung: Es kann auch zu einer Bewegungsbeeinträchtigung in der Kniekehle durch eine Reizung der Nerven kommen. Hier sind vor allem Dingen Nerven betroffen, die Muskeln aus der Kniekehle motorisch versorgen.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit: Die Beweglichkeit des Knies kann durch die Reizung oder Schmerzen in der Kniekehle beeinträchtigt werden.
  • Druckempfindlichkeit: Die Kniekehle kann bei Berührung oder Druck empfindlich sein.
  • Kraftverlust: Aufgrund von Schmerzen und Entzündungen kann es zu einer Schwächung der umliegenden Muskulatur, insbesondere der Waden- und Oberschenkelmuskulatur, kommen. In der Kniekehle verlaufen auch Nerven, die bestimmte Muskeln motorisch versorgen. Sie sorgen dafür, dass Nervenimpulse diese Muskeln erreichen, und darauf hin sich die Muskeln zusammenziehen. Bei einer Kompression oder Reizung dieser Nerven, kommt es zu einem verminderten Transport der elektrischen Signale in die Nerven, was dazu führt, dass die entsprechenden Muskeln, sich nicht mehr, wie gewohnt, zusammenziehen, im schlimmsten Falle, kann daraus auch eine motorische Lähmung entstehen. Die Betroffenen merken zumeist, dass sie bestimmte Bewegungen nicht mehr so rein durchführen können, allerdings werden die meisten Bewegungen dann von anderen Muskeln kompensiert. Ein kompletter Ausfall von bestimmten Muskeln ist eher selten, kann aber vorkommen. Manchmal ist auch eine kombinierte Einschränkung aus Motorik und Sensibilität möglich.
  • Schwellungen der Wade oder des Unterschenkels: Manchmal kann es auch vorkommen, dass es als weiteres Begleitsymptom der Nervenreizung in der Kniekehle zu einer Schwellung in der Kniekehle kommt. Bei schwereren Reizungen oder Problemen wie einer Baker-Zyste kann es zu einer Schwellung im unteren Bereich des Beins (Wade, Unterschenkel) kommen, wenn Flüssigkeit in diese Bereiche absinkt.
  • Neuropathische Schmerzen: Bei einer entsprechend starken Reizung der Nerven in der Kniekehle kann es auch zu so genannten neuropathischen Schmerzen kommen. Diese werden als sehr unangenehm ziehend und stechend beschrieben und sind meistens in der Kniekehle lokalisiert. Manchmal kann es aber auch sein, dass diese Nervenschmerzen in umliegende Gewebe um das Knie herum weitergeleitet werden. Es sind dann meistens der Oberschenkel oder Unterschenkel davon betroffen. In aller Regel sind die Schmerzen, die durch eine Nervenreizung in der Kniekehle auftreten, in Ruhe besser, bei bestimmten Bewegungen aber zu verstärken.

Diagnose einer Nervenreizung in der Kniekehle

Die Diagnosestellung eine Reizung der Nerven in der Kniekehle beginnt mit der Krankenbefragung, bei der erörtert werden soll, seit wann die Beschwerden bestehen, welche Art die Beschwerden sind, und bei welchen Bewegungen die Beschwerden verstärkt oder vermindert werden können.

Weiterhin sollte ein Reflextest durchgeführt werden, bei dem der Untersucher mit einem Reflexhammer den Patellasehnenreflex untersucht. Auch kann er eine Sensibilitätsprüfung durchführen, um herauszufinden, ob eventuell sensible Nerven im Bereich der Kniekehle gereizt oder verletzt wurden. Hierzu kann er mit einer kleinen Untersuchungsnadel oder einem Untersuchungspinsel über die Haut der Kniekehle streichen und den Patienten fragen, ob er die Reize wahrnimmt.

Zu dem stehen noch einige bildgebende Verfahren zur Verfügung, außerdem kann noch eine so genannte Nervenleitgeschwindigkeitsmessung durchgeführt werden. Hierbei werden Elektroden über und unter das Kniekehle geklebt und ein Strom hindurch gegeben.

Mithilfe der Ultraschall Untersuchung, kann man Strukturen, wie Muskeln oder Sehnen, die dicht unter der Haut liegen, deutlich darstellen und kann im Falle einer Nervenreizung in der Kniekehle herausfinden, ob ein entsprechender Muskel auf einen Nerven drückt. Der Nerv beziehungsweise die Nerven in der Kniekehle kann man mit einem Ultraschall meistens nicht darstellen. Es bietet sich aber an, bei einem Verdacht einer Nervenreizung mit dem Ultraschallkopf über die Kniekehle zu fahren, um so die Muskeln darzustellen.

Ein MRT der Kniekehle wird immer dann benötigt, wenn man eine genaue Beurteilung der entsprechenden Nerven, die in der Kniekehle laufen, durchführen will. Ein MRT des Knies würde sowohl Knochen, als auch Nerven und Blutgefäße aber auch Sehnen und Weichteilgewebe darstellen. Vermutet man eine Nervenverletzung in der Kniekehle, die zu den Beschwerden führen, sollte in jedem Fall ein MRT durchgeführt werden.

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Zur Diagnostik kann ein Ganganalyse oder ein Elektromyogramm zur Anwendung kommen. Bei der Ganganalyse wird der Patient auf ein Laufband gestellt und gebeten zu stehen, zu traben zu gehen und schließlich zu laufen. Eine Kamera zeichnet die Belastung und die Stellung auf, ein Computer errechnet eine entsprechende Fehlbelastung. Durch ein EMG kann man den elektrischen Fluss in Muskeln beurteilen. Hierzu werden Elektroden auf die zu untersuchenden Muskeln geklebt und die Spannung der elektrischen Aktivität der Muskeln gemessen. Fehlbelastungen werden zu einem Spannungsdifferenz führen. Aufgrund der Ergebnisse von Ganganalyse und EMG, können dann spezielle / maßgeschneiderte Übungen den Fehlbelastungen entgegenwirken.

Behandlung einer Nervenreizung in der Kniekehle

Die Behandlung von Nervenreizungen in der Kniekehle richtet sich ganz nach der auslösenden Ursachen. So kann bei muskulären Verhärtungen, die zu den Nervenreizungen der Kniekehle führen, eine Massage dazu beitragen, dass es zu einer Lockerung der Muskeln in der Kniekehle und so eine Entlastung der Nerven in der Kniekehle kommt. Überlastungen und Fehlbelastungen sollten so lange unterbleiben, bis die Beschwerden in der Kniekehle nachlassen.

Nachdem eine entsprechende Fehlbelastung in den Knien als Ursache dargestellt werden konnte, sollte mit einer ausgleichenden Behandlung zeitnah begonnen werden. Dies geschieht in der Regel mit der Anpassung von orthopädischen Schuheinlagen. Diese sollten regelmäßig getragen werden.

Es können auch einige Salben oder Gele auf die Kniekehle aufgetragen werden, die dazu beitragen, dass entzündliche Veränderungen, die zu den Nervenreizungen geführt haben, reduziert werden. Zu nennen wären hier entzündungshemmende Salbe an, wie Ibuprofengel oder Diclogel. Auch Kyttasalbe oder Pferdesalbe können in dem Bereich der Kniekehle aufgetragen werden.

Bei einer begleitenden Schwellung der Kniekehle kann überlegt werden eine Eispack- Behandlung 2x am Tag durchzuführen.

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Cortison ist ein entzündungshemmendes und auch schmerzlinderndes Medikament, das im Falle einer Nervenreizung der Kniekehle angewandt werden kann. Vor allem bei der unspezifischen Nervenreizung kann man einen Behandlungsversuch mit Cortison unternehmen. Cortison kann man in Form einer Tablette, oder aber auch als Cortisoninjektion applizieren. Die Behandlungsdauer sollte übersichtlich bleiben, eine Behandlung von über einer Woche muss genau abgewogen werden. Bei unspezifischen Schwellungen in der Kniekehle, kann eine Cortison Applikation einmal täglich als Tablette für maximal eine Woche sehr hilfreich sein. Eine Cortisoninjektion sollte zunächst einmalig erfolgen. Eine Kortisonspritze sollte immer bevorzugt werden, da hier weniger Dosierung bei einem günstigeren Nebenwirkungsrisiko benötigt wird.

Gerade wenn eine Nervenreizung in der Kniekehle zu Schmerzen führt, sollte der Einsatz eines Schmerzmittels in Betracht gezogen werden. Zunächst würde man schmerzlindernde Salben oder Gele auftragen (Ibuprofen oder Diclofenac), diese sollten dreimal am Tag aufgetragen werden. Bei starken Schmerzen, kann auch der Einsatz eines Schmerzmittels in Tablettenform überlegt werden. zweimal am Tag eingenommen werden. Die Dauer, wie lange eine Nervenreizung in der Kniekehle anhält, hängt ganz davon ab, wie stark die Reizung ist und welche Ursachen zu der Reizung führen.

Da es häufig durch muskuläre Verhärtungen zu einer Kompression der Nerven in den Kniekehlen kommt, sollten vor allen Dingen Dehnübungen dazu beitragen die Muskeln der Kniekehle zu lockern und zu dehnen. versuchen mit den Händen den Boden zu erreichen. Insgesamt soll man die Übungen 2x am Tag durchführen, jeweils 5 Wiederholungen. Faszien sind bindegewebige Strukturen, die die Muskeln umgeben und die verkleben können. Ein Teil der Behandlung sollte somit auch sein durch eine Faszienbehandlung diese Verklebung zu lösen. Mit Hilfe einer Faszienrolle sollte man dann mit einem deutlichen Druck langsam vom oberen Rand zum unteren Rand der Kniekehle rollen, dort kurz verharren und danach wieder von vorne beginnen. Mehrere Wiederholungen sind sinnvoll, die Faszienübung sollte täglich durchgeführt werden.

Übungen zur Linderung von Kniekehlenschmerzen

  • Faszienrolle für die Wade: Nimm unsere Medi-Rolle und setze sie unten an deiner Achillessehne an. Rolle nun mit möglichst viel Druck die Wade immer weiter nach oben. Rolle über die Kniekehle weiter hoch bis zum Gesäß.
  • Faszienrolle für den Oberschenkel: Setze dich nun hin und rolle mit unserer Medi-Rolle deinen großen Oberschenkelmuskel aus - und zwar vom Knie in Richtung Hüfte. Greife dazu die Rolle mit beiden Händen und arbeite dich mit kräftigem Druck nach oben.
  • Waden dehnen: In dieser Übung dehnst du deine Waden. Stelle dich dazu an eine Wand und bringe ein Bein weiter nach hinten. Beuge nun das vordere Knie. Achte unbedingt darauf, dass dein hinterer Fuß genau senkrecht zur Wand ausgerichtet ist. Dehne dich über 2 Minuten immer weiter in die Übung und lockere so deine Wadenmuskulatur.
  • Knieretter für die Wade: Du kannst die Dehnung deiner Wadenmuskeln auch einfach unserem Knieretter überlassen. Bilde zwei gleichgroße Teile aus dem Knieretter, stelle dich darauf und nutze einen Stuhl, um dich abzustützen. Bewege dein Becken so weit nach vorne oder hinten, bis du die Spannung deutlich in der Wade spürst.
  • Fersensitz: Setze dich in den Fersensitz. Klappt das noch nicht, dann bleibe für die nächsten 2 Minuten in der Position, die du noch einnehmen kannst, ohne dass dir der Atem stockt.
  • Fersenziehen im Liegen: Lege dich auf den Bauch und ziehe abwechselnd deine Fersen zum Gesäß. Klappt das gut, bleibe 2 Minuten in der Dehnung und achte darauf, dass deine Leiste am Boden bleibt.

Kompressionssyndrome und ihre Behandlung

Kompressionssyndrome, bei denen Nerven und Gefäße eingeklemmt werden, können ebenfalls zu Schmerzen in der Kniekehle führen. Ein Beispiel hierfür ist das Popliteale Entrapment Syndrom (PAES), bei dem die Schlagader und die Vene in der Kniekehle eingeengt werden.

Die Behandlung von Kompressionssyndromen kann konservative Maßnahmen wie Physiotherapie und Schmerzmanagement umfassen. In einigen Fällen ist jedoch eine Operation erforderlich, um die komprimierenden Strukturen zu entfernen und den Druck auf die Nerven und Gefäße zu verringern.

Thrombose als Ursache von Kniekehlenschmerzen

Eine Thrombose, also ein Blutgerinnsel, das ein Blutgefäß verstopft, kann ebenfalls zu Schmerzen in der Kniekehle führen. Vor allem nach langem Sitzen ohne Bewegung im Flugzeug oder im Auto besteht die Gefahr für eine Thrombose. Risikofaktoren für einen Gefäßverschluss sind höheres Lebensalter, Übergewicht und eine ungesunde Lebensweise.

Ein Hinweis auf eine Thrombose ist neben den hinteren Knieschmerzen das Auftreten von bläulichen Adern in der Kniekehle und auf der Wadenmuskulatur. Bei Verdacht auf eine Thrombose muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Symptome einer Thrombose

Die Symptome einer Thrombose können je nach Lokalisation des Blutgerinnsels variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Schmerzen an der betroffenen Stelle
  • Schwellungen
  • Verfärbungen der Haut (rötlich-bläulich)
  • Sichtbare, bläuliche Adern

Behandlung einer Thrombose

Die Behandlung einer Thrombose zielt darauf ab, das Blutgerinnsel aufzulösen und die Durchblutung wiederherzustellen. Zu den gängigen Behandlungsmethoden gehören:

  • Medikamente (z.B. Thrombozytenfunktionshemmer, Antikoagulantien)
  • Kompressionsstrümpfe
  • Invasive Verfahren (z.B. Katheter-gestützte Thrombolyse, operative Entfernung des Blutgerinnsels)

Vorbeugung von Kniekehlenschmerzen

Um Kniekehlenschmerzen vorzubeugen, können folgende Maßnahmen helfen:

  • Ausgewogene Bewegung: Vermeide ständiges Sitzen, einseitige Belastung und wiederholte Bewegungsabläufe. Achte auf eine vollständige und ausgewogene Nutzung der Kniemuskulatur.
  • Regelmäßige Dehnübungen: Integriere Dehnübungen in deinen Alltag, um die Muskeln in und um dein Knie geschmeidig zu halten.
  • Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung: Achte auf eine korrekte Monitorpositionierung, Tastatur- und Mauspositionierung, um Fehlbelastungen zu vermeiden.
  • Gesunde Lebensweise: Achte auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und vermeide Übergewicht und Rauchen.

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