Schulterschmerzen und Schulterblattschmerzen sind weit verbreitete Beschwerden, die viele Menschen im Laufe ihres Lebens erfahren. Als das beweglichste Gelenk ist die Schulter anfällig für Beschwerden. Bewegungsmangel, Fehlhaltungen, fehlende Muskulatur oder Entzündungen können Auslöser für Erkrankungen in der Schulter sein. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Schulterschmerzen und Schulterblattschmerzen, erläutert den Behandlungsansatz nach Liebscher & Bracht und stellt Übungen zur Linderung und Prävention vor.
Die komplexe Anatomie der Schulter
Die Schulter ist ein faszinierendes Konstrukt aus drei verschiedenen Gelenken, die zusammenwirken, um dir einen enormen Bewegungsspielraum zu ermöglichen. Anders als bei stabileren Gelenken wie dem Knie wird deine Schulter fast ausschließlich durch Muskeln und Sehnen in Position gehalten. Eine besondere Rolle spielt dabei die Rotatorenmanschette - denn hier arbeitet deine Muskulatur eng mit den Sehnen, die deinen Oberarmkopf wie eine Kappe umschließen, zusammen.
Die Schulter besteht aus mehreren Gelenken, die zusammenarbeiten:
- Kugelgelenk (Humerus und Glenoid): Das Hauptgelenk ist das zentrale Kugelgelenk deiner Schulter. Es verbindet deinen Oberarmknochen (Humerus), an dem unter anderem die Bizepssehne ansetzt, mit dem Schulterblatt (Scapula). Innerhalb dieses Systems hat der Kopf deines Oberarmknochens einen sehr großen Spielraum und kann sich in einer kleinen Mulde seitlich am Schulterblatt hin- und herbewegen. Diese ermöglicht deinem Arm maximale Bewegungs-Freiheit, bietet dem Gelenkkopf aber kaum Halt.
- Das Schulterblatt kommt ohne direkten Kontakt zur Wirbelsäule aus. Auch eine feste Verbindung zu den Rippen fehlt. Vielmehr liegt es locker auf dem hinteren Teil der oberen Rippenbögen, von diesen getrennt durch eine muskelbesetzte Innenseite.
- Das Schulterdach dient als Ansatzpunkt für viele Muskeln und Sehnen. Stabilisiert und geführt werden deine Schultergelenke fast ausschließlich von Muskeln. Mit ihrer Hilfe kannst du deine Arme abspreizen und anziehen, sie nach außen rotieren oder nach innen drehen.
- Das gesamte Gelenk wird von einer Art „Sehnen-Kappe“ umfasst, die als Rotatorenmanschette bezeichnet wird. Sie besteht aus vier kleineren, aber sehr wichtigen Muskeln, die den Oberarmkopf in der Schulterpfanne zentrieren und stabilisieren.
Da die Schulter weitgehend unabhängig vom Rest des knöchernen Skeletts arbeitet, ist eine gesunde Muskulatur für sie elementar. Einseitige sportliche Bewegungen und einseitige, nicht ausgeglichene Haltungen im Alltag spielen dabei eine Rolle. Angesichts der zunehmenden Zeit, die viele Menschen heutzutage im Sitzen verbringen, steigt auch die Wahrscheinlichkeit für Schulterbeschwerden. Mehr als 25 % der Deutschen leiden irgendwann in ihrem Leben unter behandlungsbedürftigen Schulterproblemen. Damit verbunden ist ein Anstieg von Schulter-OPs in den letzten 30 Jahren, insbesondere zur Therapie von einem Impingement-Syndrom.
Ursachen von Schulterschmerzen und Schulterblattschmerzen
Schulterschmerzen können verschiedene Ursachen haben und sollten ärztlich abgeklärt werden. Schulterschmerzen gehören zu den häufigsten muskuloskelettalen Beschwerden. Nach einer europäischen Studie leiden etwa 22,3 % der Menschen mindestens einmal in ihrem Leben an Schulterschmerzen. Eine weitere Studie aus Deutschland zeigt, dass etwa ein Viertel der hausärztlichen Patienten über Schulterbeschwerden klagt.
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- Akute Schulterschmerzen: Sie entstehen plötzlich, zum Beispiel durch eine ungewohnte Bewegung oder Überbelastung.
- Chronische Schulterschmerzen: Wenn die Beschwerden länger als drei Monate anhalten, spricht man von chronischen Schulterschmerzen.
In vielen Fällen stammen Schulterblattschmerzen und Schulterschmerzen von Muskelverspannungen: Durch einseitige Bewegungen verharrt die Schulter oft stundenlang am Tag in der gleichen Position. Denn in unserem Alltag halten wir die Arme meistens vor dem Körper. Vor allem im Büro sitzen viele 8 Stunden am Computer und heben kein einziges Mal ihren Arm oder strecken ihn weit nach hinten. Auch die Innen- und die Außenrotation in der Schulter kommen zu kurz. Für dich bedeutet das, dass du den Arm heben, nach hinten hinter den Körper strecken und hin und wieder auch eine Außen- und Innenrotation in der Schulter einnehmen solltest. Wenn wir all diese Armhaltungen nicht einnehmen, kommt es zu schmerzhaften Verspannungen in der Muskulatur. Mit der Zeit schränken die Schulterschmerzen und die Schulterblattschmerzen die Bewegungen ein. Auch auf deine Brustwirbelsäule hat das Auswirkungen. Durch Bewegungen der Arme werden der Brustkorb und die Schulterblätter ebenfalls bewegt. All die Muskulatur, Faszien und Sehnen in diesem Bereich müssen regelmäßig gedehnt werden, um flexibel zu bleiben. Ansonsten kann das Verschleißerscheinungen an der Brustwirbelsäule hervorrufen.
Weitere mögliche Ursachen sind:
- Impingement-Syndrom (Einklemmungs-Syndrom oder Engpass-Syndrom): Es entsteht an der vielleicht größten Engstelle deiner Schulter: dem Raum zwischen dem Schulterdach und dem Kopf des Oberarmknochens (Subacromialraum). Ist das Schultergelenk aus der Balance geraten, stößt der Gelenkkopf in Richtung des Schulterdachs, wenn du deinen Arm anhebst oder zur Seite drehst. Alle Strukturen, die dazwischenliegen, werden dadurch eingeklemmt.
- Kalkschulter (Tendinosis calcarea): Dabei lagern sich Kalksalze in den Sehnen der Rotatorenmanschette ab, meist in der Supraspinatussehne. Die Beschwerden zeigen sich zumeist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.
- Sehnenruptur: Besonders die Sehnen der Rotatorenmanschette können durch Überlastung oder Verschleiß einreißen beziehungsweise komplett durchreißen. Die Gefahr eines Sehnenrisses besteht insbesondere bei einem fortgeschrittenen Impingement-Syndrom.
- Frozen Shoulder (Schultersteife): Bei der sogenannten Schultersteife ist die Gelenkkapsel verdickt, verhärtet und teilweise entzündet. Diese Entzündung führt zu einer Beweglichkeitseinschränkung der betroffenen Schulter und kann Patienten in eine Schonhaltung zwingen.
- Arthrose: Arthrose kann sowohl das Hauptschultergelenk als auch das AC-Gelenk betreffen. Die Schulterarthrose ist weniger verbreitet und dadurch auch weniger bekannt als die Arthrosen des Knie- und Hüftgelenks.
- Verletzungen: Bei einer bestimmten Gruppe von Schulterbeschwerden sind die Ursachen offensichtlich. Es handelt sich um Verletzungen des Knochens oder des Gelenks, die stets auf ein ganz konkretes Ereignis, zumeist einen Unfall, zurückgeführt werden können.
Das Schulter-Arm-Syndrom (Zervikobrachialgie)
Unter dem Schulter-Arm-Syndrom (oder auch: Zervikobrachialgie) versteht man einen Komplex an unterschiedlichen Symptomen rund um Nacken, Schultern und Arme. Das Schulter-Arm-Syndrom, auch Zervikobrachialgie oder Zervikobrachial-Syndrom genannt, ist keine klar abgrenzbare Erkrankung oder Verletzung. Vielmehr handelt es sich bei diesem Befund um einen Symptomkomplex. Schulterschmerzen gelten als Leitsymptom. Der Schmerz zieht bei vielen Menschen in den Oberarm und macht das Anheben des Armes über Kopf oder bestimmte Rotationsbewegungen schwierig. Oft quält die Schulter auch nachts.
Die häufigste Ursache für das Schulter-Arm-Syndrom sind muskulär-fasziale Probleme an der Halswirbelsäule: knotige, schmerzende Verspannungen, eine zu hohe Spannung in den Faszien oder ein muskuläres Ungleichgewicht. Überschreiten diese Spannungen oder Dysbalancen ein bestimmtes Maß, haben sie auch Effekte auf die Wirbelkörper und die Bandscheiben. Denn die Faszien verbinden alle Strukturen im Körper miteinander. Im schlimmsten Fall können die Bandscheiben die einwirkende Kraft nicht mehr abdämpfen, sodass sich der Gallertkern gegen den äußeren Ring drückt. Bleiben Fehlhaltung oder Fehlstellung bestehen, kann der Faserring der Belastung irgendwann nicht mehr standhalten: Er reißt ein.
Der Liebscher & Bracht-Ansatz
Nach dem Ansatz von Liebscher & Bracht können Schulterschmerzen oft auf eine überhöhte Spannung in Muskeln und Faszien zurückgehen. Wenn du den ganzen Tag in einer bestimmten Position verharrst, nutzt du nur einen Bruchteil der Bewegungswinkel, die dein Schultergelenk einnehmen kann. Diese Verhärtungen und Verspannungen fixieren sich, wenn kein entsprechender Ausgleich stattfindet. Die Muskeln können den Oberarmkopf nicht mehr optimal in der Gelenkpfanne zentrieren. Er „wandert“ nach oben und kann auf Strukturen wie Sehnenansätze oder den Schleimbeutel unter dem Schulterdach drücken.
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Um Schulterschmerzen aufgrund von muskulär-faszialer Spannungen vorzubeugen oder diese abzubauen, solltest du auf eine Kombination verschiedener Ansätze setzen:
- Osteopressur nach Liebscher & Bracht: Diese wurde speziell entwickelt, um muskulär-fasziale Spannungen abzubauen und Schmerzen in erstaunlich kurzer Zeit zu beheben. Dabei nutzt die Osteopressur Rezeptoren in der Knochenhaut. Liebscher & Bracht-Therapeut*innen drücken von außen auf diese Rezeptoren. Das führt zur Irriation der Rezeptoren.
- Liebscher & Bracht Übungen: Mit den Übungen verfolgst du das Ziel, die Schulterschmerzen langfristig zu verringern. Mit unseren Liebscher & Bracht Übungen gegen Schulterschmerzen hast du die Möglichkeit, die Muskulatur rund um das Hauptgelenk deiner Schulter flexibler zu machen, sodass der Kopf des Oberarmknochens wieder in seine vorgesehene Position wandern kann. Muskeln und Faszien fällt es dann zunehmend leichter, ihn in der Gelenkpfanne zu halten. Zwischen Schulterdach und Gelenkkopf entsteht neuer Raum und die Sehnen können sich regenerieren. Je mehr du deine Schulter auf diese Weise entlastest, desto beweglicher wird sie. Es gilt: Regelmäßige Übungen sind entscheidend für deinen langfristigen Erfolg.
- Faszien-Rollmassagen: Mithilfe unserer Faszienrollen und -kugeln kannst du deine Verspannungen an Oberarm, Schulter und Nacken lösen und nicht mehr benötigte Stoffwechselprodukte verschieben. Diese können dann schneller weiterverarbeitet werden.
Übungen zur Linderung und Prävention von Schulterschmerzen
In vielen Fällen kannst du Schulterschmerzen mit den folgenden Übungen versuchen, die Beweglichkeit sowie Kräftigung in der Muskulatur sowie den Faszien zu fördern. Erleichtere dir das Dehnen bei Schulterschmerzen, Kalkschulter und Co. mit unserem Schulterretter.
Dehnübungen für die Brustmuskulatur:
- Raumecke-Dehnung: Stelle dich vor eine Raumecke und mache einen Ausfallschritt. Hebe deine Arme etwa 45 Grad nach oben und stütze dich mit deinen Handflächen jeweils links und rechts an der Wand ab. Strecke nun dein Brustbein in die Höhe und lasse dich für circa eine Minute tief in die Dehnung der Brustmuskulatur hineinfallen.
- Stuhl-Dehnung: Für diese Übung benötigst du 2 Stühle. Nähere dich mit deinem Oberkörper immer weiter dem Boden an, bis du eine Dehnung in Schultern und Armen spürst. Willst du eine höhere Intensität erreichen? Dann kannst du deinen Kopf nach unten hängen lassen oder auch mit deinen Knien etwas weiter nach hinten wandern, um den Abstand zu den Stühlen zu vergrößern. Drücke nun mit beiden Händen von oben gegen die Stühle. Richte deinen Oberkörper anschließend auf und halte ihn gerade. Gehe Schritt für Schritt immer weiter zurück, bis du deinen Oberkörper mit gestreckten Armen möglichst weit vorbeugen kannst. Drücke für etwa 10 Sekunden mit deinen Händen von oben auf die Stuhllehne. Richte deinen Oberkörper anschließend auf und mache deine Wirbelsäule möglichst gerade.
Übungen mit dem Schulterretter:
- Hebe nun langsam die Arme über deinen Kopf und bringe sie anschließend hinter deinem Rücken wieder nach unten. Während der Übung sollte dein Schulterretter die ganze Zeit unter Spannung bleiben. So verhinderst du, dass deine Bewegungen abgefälscht werden und du unbewusst der Dehnung ausweichst. Wiederhole diese Übung mehrmals, so oft du möchtest.
Weitere Übungen:
- Wand-Dehnung: Ausgangsposition: Stelle dich an eine freie Wand und strecke deinen Arm lang auf Schulterhöhe an ihr aus. Ziel ist es, deine Schulter gegen die Wand zu drücken. Wenn deine Muskeln im Schulterbereich stark verspannt sind und du dort sehr unflexibel bist, kann nämlich genau das die erste Herausforderung darstellen! Dein Arm ist lang horizontal an der Wand ausgestreckt, deine Schulter liegt ebenfalls an der Wand: Drehe nun deinen Oberkörper von der Wand weg - so weit, bis du einen deutlichen Dehnungszug in der Schulter spürst. Achte darauf, dass deine Schulter den Kontakt zur Wand behält! Drücke jetzt deine Hand und deinen Ellenbogen einen Moment lang ganz fest gegen die Wand. Dann versuche, Hand und Ellenbogen zu lösen. Drehe dich mit deinem Oberkörper zurück zur Wand (Ausgangsposition). Verändere den Winkel deines lang gestreckten Armes, indem du ihn etwas höher versetzt an die Wand legst. Die Schulter befindet sich weiterhin an der Wand. Drehe deinen Oberkörper wieder von der Wand weg. Presse wieder Hand und Ellenbogen fest gegen die Wand. Versuche wieder, sie von ihr zu lösen. Und dann drehst du deinen Oberkörper erneut weiter auf. Für Teil 4 und Teil 5 der Übung streckst du deinen Arm stets etwas höher als zuvor an der Wand entlang aus, die Schulter liegt immer an. Übe dich in der Drehung: Oberkörper wegdrehen, dehnen, pressen, Hand und Ellenbogen versuchen, von der Wand abzuheben, locker lassen und Oberkörper weiter aufdrehen.
- Vierfüßlerstand-Dehnung: Gehe für die zweite Übung zunächst in den Vierfüßlerstand. Nimm deine Hände nach außen und lege sie deutlich über Schulterbreite ab. Wenn du genau den Winkel gefunden hast, in dem es am meisten zieht, bleibst du für 2 bis 2,5 Minuten in dieser Dehnung.
- Dehnung mit Übungs-Schlaufe: Nutze für diese Übung und die folgende am besten unsere Übungs-Schlaufe. Es geht nun darum, ganz langsam mit dem Gesäß nach vorne zu kommen und dabei abwechselnd mit den Beinen nach links und rechts zu wippen. Erreichst du eine Stelle, an der es für dich nicht weiter geht, stoppst du die Bewegung. So gibst du deinem Gewebe Zeit, sich langsam aufzudehnen.
Wichtige Hinweise:
- Übe immer in der richtigen Intensität und im Zweifelsfall lieber mit etwas geringerer Intensität. Du spürst dabei einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen.
- Bewege dich bei den Übungen so, dass du deinen Körper zu jedem Zeitpunkt beobachten und einschätzen kannst. Sei beispielsweise sehr achtsam, wenn du abrutschen oder das Gleichgewicht verlieren könntest.
- Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Liebscher & Bracht Übungen® nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert.
- Führe an 6 Tagen pro Woche die Übung mindestens einmal täglich aus. Für jeden Übungsschritt solltest du 2 bis 2,5 Minuten investieren. Bist du schon geübter, baue nach und nach auch das Gegenspannen und das aktive Dehnen ein.
- Benutze professionelle Hilfsmittel für deine Liebscher & Bracht Übungen®. Unsere Hilfsmittel wie Rücken-, Kiefer-, Schulter-, Knie-, Nacken- oder ISG-Ischias-Retter unterstützen Menschen dabei, die Liebscher & Bracht Übungen® noch einfacher durchzuführen und sich damit noch besser selbstständig bei Schmerzen helfen zu können.
- Sollten die Schmerzen aufgrund der Übungen zunehmen, besteht kein Grund zur Panik. Eine Erstverschlimmerung kann eine normale Reaktion deines Körpers sein. Wenn es dir nach den Übungen aber dauerhaft schlechter statt besser geht, pausiere aber bitte für einen oder zwei Tage und steigere dich erneut langsam.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten
Neben den Übungen und der Osteopressur gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten für Schulterschmerzen:
- Medikamente: Bei starken Schulterschmerzen werden auch häufig Medikamente verschrieben. Wenn zum Beispiel die Schleimbeutelentzündung zu fortgeschritten ist, sich ein Kalkdepot entleert oder die Schulter komplett „eingefroren“ ist, gilt die Gabe nicht-steroidaler Antirheumatika (NSAR) für viele Mediziner als Therapie der Wahl. Hast du massive Beschwerden, kann die Einnahme von Analgetika ergänzt werden. Medikamente können dich bei Schulterschmerzen kurzfristig unterstützen, durch den Tag zu kommen und nachts etwas Ruhe zu finden. Wir wollen dich jedoch dafür sensibilisieren, dass Schmerzmittel keine dauerhafte Lösung für deine Schulterbeschwerden sind. Zum einen haben sie zahlreiche Nebenwirkungen, die deinen Körper zusätzlich belasten. Das Spritzen von Steroiden kann bei Schulterschmerzen zu rascher Linderung führen.
- Extrakorporale Stoßwellen-Therapie (ESWL): Hierbei sollen hochenergetische Stoßwellen das Kalkdepot zertrümmern oder die Durchblutung und den Stoffwechsel im erkrankten Gewebe anregen. Die genaue Wirkungsweise von Stoßwellen in der Orthopädie ist allerdings bis heute nicht vollständig geklärt. Zudem liegen bisher keine hinreichenden wissenschaftlichen Beweise für die Wirksamkeit von Stoßwellen bei Schulterschmerzen vor.
- Akupunktur: Einige Befunde legen die Vermutung nahe, dass Akupunktur bei chronischen Schulterbeschwerden besser hilft als Medikamente, Stoßwellen oder Physiotherapie. In einer frühen Phase des Impingement-Syndroms scheint eine Kombination aus Trainingstherapie und Akupunktur die Funktionsfähigkeit deiner Schulter verbessern und Schmerzen reduzieren zu können.
- Operationen: Beim Impingement-Syndrom wird nach 3-6 Monaten erfolgloser Behandlung meist eine arthroskopische subacromiale Dekompression durchgeführt. Die Frozen Shoulder kann bei starken oder langanhaltenden Beschwerden durch eine Kapsulotomie behandelt werden. Bei einer Kalkschulter können Kalkablagerungen operativ ausgeräumt oder durch Needling (Mehrfachpunktion mit Kochsalzlösung) behandelt werden. Die Wirksamkeit des Needling-Verfahrens ist allerdings wissenschaftlich nicht gesichert.
Fazit
Schulterschmerzen und Schulterblattschmerzen sind häufige Beschwerden, die verschiedene Ursachen haben können. Der Liebscher & Bracht-Ansatz konzentriert sich auf die Reduzierung muskulär-faszialer Spannungen durch Osteopressur und spezielle Übungen. Ergänzend können weitere Behandlungsmethoden wie Medikamente, Stoßwellentherapie oder Akupunktur in Betracht gezogen werden. Es ist wichtig, die Ursache der Schmerzen ärztlich abklären zu lassen und einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen. Mit den vorgestellten Übungen hast du wirksame Werkzeuge zur Hand, um muskulär-fasziale Spannungen zu reduzieren und die Beweglichkeit deiner Schultern zu verbessern. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der regelmäßigen Durchführung und der richtigen Intensität.
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