Einführung
Die komplexe Anatomie des Kopf- und Halsbereichs, insbesondere im Bereich der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO), erfordert ein tiefes Verständnis der beteiligten Nervenstrukturen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Anatomie relevanter Nerven im HNO-Bereich, wobei der Fokus auf dem Nervus laryngeus superior, dem Nervus facialis und dem Nervus vestibulocochlearis liegt.
Nervus Laryngeus Superior (R. internus)
Innervation des Kehlkopfes
Die sensible und möglicherweise auch propriozeptive Innervation des Kehlkopfes erfolgt überwiegend durch den R. internus. An humanen Kehlköpfen (fixiert in 4% Formalin) wurde der R. internus operationsmikroskopisch (Fa. Zeiss, Jena) unter Verwendung ohrmikrochirurgischen Instrumentariums präpariert. Nach Aufzweigung des N. laryngeus superior in den R. externus und den R. internus zieht dieser durch die Membrana thyrohyoidea in das Kehlkopfinnere. Unmittelbar nach diesem Durchtritt, in einigen Präparaten auch schon extralaryngeal, teilt sich der Nerv in bis zu drei Hauptäste auf, die sich dann in drei Etagen von kranial nach kaudal endolaryngeal weiter aufzweigen.
Verzweigungsmuster und Versorgungsgebiete
Die erste kraniale Astgruppe (I) versorgt zunächst die linguale Fläche der Epiglottis, wo sie ein submuköses Nervengeflecht bildet. Von diesem Nervengeflecht ausgehend wird über Rr. Die mittlere Astgruppe (II) tritt durch die Aryepiglottische Falte in das Vestibulum ein und bildet hier ein dichtes Geflecht bis in die Taschenfalten. Die kaudale Astgruppe (III) versorgt die Postkrikoidregion. Einige Äste dieser Astgruppe enden im M. interarytaenoideus. Der Endast des R. internus bildet schließlich mit dem ersten laryngealen Ast des N. recurrens die Ansa Galeni. Außer der Ansa Galeni konnten zahlreiche Anastomosen sowohl innerhalb der einzelnen Astgruppen und zwischen den drei Astgruppen des R. internus, als auch zum R. ventricularis des R. externus und dem R. anterior sowie dem R. posterior des N. recurrens dargestellt werden.
Funktionelle Bedeutung
Die neurale Versorgung der Epiglottis durch die Astgruppe I wurde dagegen in der Literatur nur vage dargestellt. Die Präparationen bestätigen die klinische Beobachtung, dass die linguale Epiglottisfläche eine höhere Berührungssensibilität aufweist, als die laryngeale Fläche, was für den Schluckreflex und die Auslösung sowohl des Husten- als auch des Würgereflexes von Bedeutung ist. Die Astgruppe II bildet ein dichtes Nervengeflecht im Vestibulum vom Kehlkopfeingang bis zu den Taschenfalten und versorgt den supraglottischen Bereich sensibel sowie möglicherweise propriozeptiv auch den Taschenfaltenmuskel, der willkürmotorisch vermutlich durch den R. ventricularis des R. externus innerviert wird. Klinische Hinweise auf eine solche propriozeptive Innervation durch den R. internus ergeben sich aus der Therapie der spasmodischen Dysphonie mit Botulinumtoxin-Injektionen in die Taschenfalten. Eine erfolgreiche Behandlung der adduktorischen Spasmen konnte hierdurch gezeigt werden. Für die auffälligen Muskeläste der Astgruppe III zum M. interarytaenoideus wurde bereits eine motorische Modalität diskutiert. Der histochemische Nachweis von Acetyl-Cholinesterase in Nervenfasern der Astgruppe III spricht für eine propriozeptive Innervation durch Fasern des R. internus neben der motorischen Versorgung durch den R. posterior des N.
Anastomosen und komplexe Innervation
Die Ansa Galeni als bekannteste Anastomose zwischen dem Endast des R. internus und dem ersten laryngealen Ast des N. Zahlreiche Anastomosen zwischen dem R. internus und den beiden anderen Kehlkopfnerven wurden auch von anderen Autoren beschrieben und zeigen, dass die Nervenversorgung des Kehlkopfes komplexer ist, als nach der klassischen Innervationstheorie nach Grossmann und Wagner dargestellt wird.
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Das Ohr: Anatomie und Funktion
Äußeres Ohr
Die Ohrmuschel fängt wie ein Trichter den Schall auf und leitet ihn über den Gehörgang zum Trommelfell. Die Ohrmuschel ist eine trichterförmige Hautfalte. Ihre Form ist individuell unterschiedlich. Das stützende Grundgerüst wird von elastischem Knorpel gebildet. Das Ohrläppchen enthält keinen Knorpel sondern besteht nur aus Fettgewebe.
Mittelohr
Das Mittelohr schließt sich an das Trommelfell an. Es ist luftgefüllt. Hier finden wir drei Gehörknöchelchen: Hammer, Amboss und Steigbügel. Die Aufgabe der Gehörknöchelchen ist die Weiterleitung und Verstärkung des Schalls vom Trommelfell zum Innenohr. Der Hammer ist am Trommelfell festgewachsen und überträgt die Schwingungen über den Amboss auf den Steigbügel. Der Steigbügel schließt das Mittelohr zum Innenohr mit seiner Fußplatte ab. Die Steigbügelfußplatte sitzt beweglich im ovalen Fenster einer Öffnung des Felsenbeins. Das Mittelohr, auch Paukenhöhle genannt, ist über die Ohrtrompete mit dem Nasenrachenraum verbunden. Über diese Verbindung findet der Luftdruckausgleich zwischen dem Mittelohr und der Umwelt statt. Bei Veränderungen des äußeren Druckes, z.B. beim Fliegen, kann bei zugehaltener Nase Luft über die Ohrtrompete ins Mittelohr gepresst werden.
Innenohr und Gleichgewichtsorgan
Das Innenohr befindet sich gut geschützt im Felsenbein (einem der Schädelknochen). Es enthält in den Bogengängen das Gleichgewichtsorgan und die Schnecke, das eigentliche Hörorgan. Die Schnecke ist tatsächlich wie ein Schneckenhaus aufgebaut. Sie enthält Flüssigkeit. In der Schnecke liegen unsere Sinneszellen, die mit kleinen Härchen an der Oberfläche ausgestattet sind. Die von der Steigbügelfußplatte weitergeleiteten Schwingungen führen zur Bewegung der Härchen. Diese Bewegungen werden von den Haarzellen in elektrische Signale umgewandelt und über den Hörn- und Gleichgewichtsnerven an das Gehirn weitergeleitet. Im Gehirn entsteht dann der eigentliche Höreindruck. Die in den Bogengängen liegenden Haarzellen werden bei Bewegung gereizt und geben diese Reize ebenfalls über den Hör- und Gleichgewichtsnerven an das Gehirn weiter.
Im Innenohr liegt auch das Gleichgewichtsorgan (Vestibularapparat). Es dient gemeinsam mit den Augen sowie der Oberflächen- und Tiefensensibilität der Erhaltung des Gleichgewichtes. Bei der Oberflächensensibilität handelt es sich um jene Empfindungen, die über Rezeptoren in der Haut - also der Körperoberfläche - wahrgenommen werden. Diese Rezeptoren können Temperatur, Druck, Berührung, Vibrationen und Schmerz wahrnehmen. Die Tiefensensibilität dient dagegen der Wahrnehmung von Reizen aus dem Körperinneren, also aus der Tiefe des Körpers. Die Rezeptoren dafür liegen in den Muskeln, Gelenken und Sehnen. Das Gleichgewichtsorgan registriert alle Arten von Beschleunigungen und Lageveränderungen.
Das Gleichgewichtsorgan umfasst drei Bogengänge (Ductus semicirculares). Jeder der Bogengänge besitzt eine so genannte Sinnesleiste, auf der die Sinneszellen (Cristae ampullares) liegen. Die Bogengänge stehen jeweils senkrecht im 90°-Winkel aufeinander und erfassen so die drei Dimensionen des Raumes an. Ebenso zum Gleichgewichtsorgan gehören das große Vorhofsäckchen (Utriculus) und das kleine Vorhofsäckchen (Sacculus). Die Sinnesfelder des großen und des kleinen Vorhofsäckchens nehmen hauptsächlich lineare Geschwindigkeitsveränderungen, mithin in der Geraden oder der Senkrechten, wahr - etwa beim Fahren im Aufzug oder beim Beschleunigen eines Autos. Wahrgenommen werden die Veränderungen durch feine Haare (Zilien) an den Sinneszellen: Sie ragen in eine gallertige Masse hinein, die auf den Sinnesfeldern liegt. Um das Gewicht (und damit die Empfindlichkeit) der gallertartigen Masse der Sinnensfelder zu erhöhen, befinden sich darauf kleinste Kalzitkristalle, (CaCO3) die so genannten Otolithen. Durch eine Tempoänderung kommt die gallertige Masse in Bewegung. Die feinen Härchen der Sinneszellen werden dadurch verbogen, was zur Anregung der Sinneszellen führt. Die stimulierten Sinneszellen leiten ihre Informationen dann an das Kleinhirn weiter. Das reagiert entsprechend auf die Veränderungen - beispielsweise mit Blickbewegungen der Augen.
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Die Sinneszellen der drei Bogengänge registrieren überwiegend Änderungen von Drehgeschwindigkeiten. Die feinen Härchen der Sinneszellen ragen in einen gallertartigen Hut hinein. Tritt eine Geschwindigkeitsänderung - z.B. eine Kopfdrehung - ein, wird die Lage des Hutes durch die Bewegung der Endolymphflüssigkeit verändert. Dadurch werden die Sinneshaare abgebogen. Das löst einen Reiz aus und stimuliert die Sinneszellen. Diese leiten daraufhin ihre empfangenen Signale an das Kleinhirn weiter. Dieses reagiert dann wiederum reflektorisch, z.B. mit schnellen Bewegungen der Augen. Mit Hilfe dieser schnellen, reflektorischen Augenbewegungen ist es z.B.
Nervus Vestibulocochlearis (VIII)
Funktion und Verlauf
Der Nervus vestibulocochlearis, der achte Hirnnerv, erlaubt dem Menschen das Hören und die Kontrolle des Gleichgewichts. Entsprechend dieser Funktion erfüllt er seine Aufgaben in den anatomischen Strukturen des Ohres. Der Nervus vestibulocochlearis, auch als Nervus statoacusticus oder Hörnerv bezeichnet, ist der achte Hirnnerv. Er leitet die Informationen aus dem Hör- und Gleichgewichtsorgan des Innenohres in Richtung der Hörbahn und zu den Vestibulariskernen.
Der achte Hirnnerv findet seinen Beginn in zwei Anteilen, einer Radix vestibularis (staticus) und einer Radix cochlearis (acusticus). Die Radix cochlearis findet ihren Anfang im Innenohr, genauer gesagt an den Zellkörpern (Perikaryen) des Ganglion cochleare. Dieses befindet sich im Spindelkanal der Hörschnecke. Die zentralen Fortsätze bilden somit das erste Neuron der Hörbahn. Qualitativ handelt es sich hierbei um einen rein speziell-somatosensiblen Hirnnerv. Die Radix vestibulares beginnt im Ganglion vestibulare am Boden des inneren Gehörgangs (Meatus acusticus internus). Beide Nervenwurzeln umgibt eine gemeinsame Bindegewebshülle. Zusammen ziehen sie in ihrem Verlauf durch den Meatus acusticus internus hin zum Porus acusticus internus, einer Öffnung des Felsenbeins (Os petrosum). Hier treten die Wurzeln in die hintere Schädelgrube ein. Unterhalb des Pons zieht die Struktur weiter und tritt am Kleinhirnbrückenwinkel etwas unterhalb des Nervus facialis in den Hirnstamm ein.
Äste und Kerngebiete
Der Nervus vestibularis gibt in seinem Verlauf mehrere Äste ab. Nervus utriculoampullaris: Er enthält afferente Fasern der Macula utriculi und der Crista ampullaris der Bogengänge. Nach dem Schädeleintritt ziehen der Nervus vestibularis und der Nervus cochlearis zu ihren jeweiligen Kerngebieten. Zu den Kochleariskernen zählen der Nucleus cochlearis anterior (vorderer Schneckenkern) und der Nucleus cochlearis posterior (hinterer Schneckenkern). Sie befinden sich seitlich (lateral) der Vestibulariskerne. Die Kerne stellen die erste Umschaltungsstation der Hörbahn dar. Die Afferenzen des Nervus cochlearis, der die Informationen aus dem Innenohr bringt, werden auf Efferenzen umgeschaltet, die die Informationen zum Corpus trapezoideum und zum Nucleus olivaris superior transportieren. Teilweise verlaufen die Bahnen auf der kontralateralen Seite. Sie erhalten über den Nervus vestibularis die speziellen Informationen aus dem Gleichgewichtsorgan des Innenohres und über Fasern der Purkinje-Zellschicht des Kleinhirns (Tractus cerebellovestibularis) weitere Informationen. Letztere lassen sich vor allem im lateralen Kern finden. Alle Kerngebiete geben efferente Fasern zum Beispiel an die Augenmuskelkerne, den Thalamus oder an das Kleinhirn ab.
Klinische Relevanz
Kommt es zu einem Ausfall des Nervus vestibulocochlearis, so zeigt sich das in Einschränkungen des Gleichgewichts und des Hörens. Die Ursachen hierfür können unterschiedlich sein, ein Beispiel ist das Akustikusneurinom, auch Vestibularisschwannom genannt. Dabei handelt es sich um einen benignen (gutartigen) Tumor, der von den Schwann-Zellen der vestibulären Anteile des Nervs hervorgeht. Dadurch steigert sich der Druck, der auf den Nerven wirkt, schleichend, woraufhin sich eine einseitige Hörminderung, ein Tinnitus und eine Fazialisparese entwickelt. Weiterhin auffällig sind Gangunsicherheiten. Die Fazialisparese entsteht durch Kompression des Nervus facialis, der sich am Kleinhirnbrückenwinkel in unmittelbarer Nähe des Nervus vestibulocochlearis befindet. Analog kann auch der Nervus trigeminus unter einer Kompression leiden.
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Diagnostik
In der Diagnostik zeigt sich bei betroffenen Patienten in der Tonschwellenaudiometrie eine Hochtonschwerhörigkeit. Darauf basiert die Verdachtsdiagnose, welche durch ein MRT bestätigt werden kann. Zur Frühdiagnostik des Vestibularisschwannoms kann die Hirnstammaudiometrie angewandt werden. Sie ist auch bekannt als Brainstem evoked Response Audiometry, kurz BERA. Weitere Indikationen für dieses audiometrische Verfahren sind Neugeborene, die beim Hörscreening auffällig sind oder Risikofaktoren für Hörstörungen aufweisen.
Hirnstammaudiometrie (BERA)
Der Hirnstammaudiometrie liegt folgendes Prinzip zu Grunde: Man leitet die frühen akustisch evozierten Potenziale, die etwa 1,5 bis 10 Millisekunden nach einem gesetzten Schallreiz auftreten, ab. Die Potentiale stellt man anschließend in Form von fünf Wellen dar. Die Wellen eins und zwei codieren für den proximalen (körpernahen) Teil des Nervus cochlearis. Die restlichen Wellen lassen Rückschlüsse über den Verlauf der Hörbahn im Hirnstamm zu. Dementsprechend ist eine Aussage über das Mittel- und Innenohr, sowie den Hörnerv möglich. Für die Untersuchung muss der Patient keine Mitarbeit leisten oder aufmerksam sein. Es existieren verschiedene Arten der BERA. Die AABR (Automated auditory Brainstem Response) findet ihren Einsatz beim Neugeborenenscreening. Die Frequenzabhängige (botched noise) BERA bestimmt die Hörschwelle in unterschiedlichen Frequenzen, etwa ein, zwei oder vier Kilohertz.
Nervus Facialis (VII)
Anatomie und Funktion
Der Nervus facialis ist der siebte der 12 Hirnnerven. Es handelt sich hierbei um beidseitig angelegte Nervenfaserbündel, die aus dem zentralen Nervensystem oberhalb des Rückenmarks austreten. Mit einer Ausnahme versorgen und steuern sie den Kopf- und Halsbereich. Der N. facialis tritt seitlich aus dem Hirnstamm aus und erreicht über den inneren Gehörgang den Facialis-Kanal im Felsenbein, den er über eine Knochenöffnung verläßt und in die Ohrspeicheldrüse gelangt. Der mimische Gesichtsnerv arbeitet willkürlich motorisch, das heißt, man kann ihn normaler Weise durch den eigenen Willen bewegen. Neben der motorischen Funktion enthält der Nerv auch Geschmacksfasern und Faserbündel für die Gaumen-, Nasen- und Mundbodendrüsen (N. intermedius). Damit beeinflusst er gleichzeitig die Nasenschleimhaut-, Speichel- und Tränen-Sekretion sowie das Geschmacksempfinden. Außerdem versorgt er einen Muskel (M.
Verlauf und Äste
Bevor der N. facialis in die Wand der Paukenhöhle eintritt, gibt er im Ganglion geniculi („Facialis-Knie“ aufgrund der 90°-Wende des Nervenverlaufs) einige viszeromotorische Fasern als N. petrosus major ab. Der Nerv wird im Ggl. pterygopalatinum umgeschaltet und versorgt die Tränendrüse Gl. lacrimalis. Die N. facialis gibt außerdem an der hinteren unteren Wand die Chorda tympani ins Mittelohr ab. Diese verläuft frei ohne knöchernen Schutz zwischen Hammer und Amboss bis zur Vorderwand der Paukenhöhle, hinter der sie sich dem N. lingualis (Ast des V3) anschließt. Die Chorda tympani transportiert Geschmacksnervenfasern der vorderen 2/3 der Zunge sowie viszeromotorische Fasern für die Speichelproduktion der kleinen Speicheldrüsen (Gl. sublingualis und Gl.
Chirurgische Bedeutung
Eine der wichtigsten Anforderungen an eines Mittelohrchirurgen ist der anatomische Verlauf des N. facialis. Er verläuft innerhalb des Meatus acusticus internus an der Hinterwand der Paukenhöhle. Bei einer Mittelohr-OP mit Zugang über das Mastoid (Hinterwand der Paukenhöhle) ist der Nerv akut gefährdet. Es erfordert daher sehr gute anatomische Kenntnisse und vorsichtiges Freilegen des Zuganges. Außerdem wird während der OP ein Facialismonitoring angeschlossen. Es besteht aus feinen Nadelelektroden die an 3 Punkten in die mimische Muskulatur eingesteckt werden und deren Muskelaktivität registrieren.
Seitliche Schädelbasis-Chirurgie und Gesichtsnervverlagerung
Neben dem zentralen Schwerpunkt der Ohrchirurgie setzen wir bereits seit vielen Jahren den besonderen Fokus auf mikrochirurgische Operationen an der seitlichen Schädelbasis. Diese enge Verknüpfung der beiden chirurgischen Teilbereiche ist sinnvoll, da die anatomischen Strukturen hier nahtlos ineinander übergehen. So grenzt das Felsenbein seitlich an das äußere Ohr. Dieser knöcherne Bereich, den sehr viele Kopfchirurgen nicht umsonst für den möglicherweise wichtigsten Schädelknochen halten, bietet Raum für die Einbettung des Innenohrs mit Hörorgan und Gleichgewichtssinn, die Gesichtsnerven, die Kopf-Hauptschlagader, auch als Arteria carotis interna bezeichnet, und den großen venösen Blutableiter des Kopfes. Außerdem ist das Felsenbein das zentrale tragende und stabilisierende Element der seitlichen Schädelbasis. Für diesen Abschnitt wird in der HNO-Chirurgie auch oft der Begriff Otobasis, also Ohrbasis verwendet.
Tumorentfernung an der seitlichen Schädelbasis
Um Patienten mit Erkrankungen und insbesondere bei Tumorbildung in dieser anatomischen Zone kompetent zur Seite zu stehen, muss der qualifizierte Operateur nicht nur die chirurgische Anatomie der seitlichen Schädelbasis detailliert kennen. Für viele Operationen an der seitlichen Schädelbasis zählt als zentrale Voraussetzung die Kompetenz, den Gesichtsnerv Nervus fazialis vor dem Zugriff auf das eigentliche Operationsgebiet zu verlagern. Für die optimale Sicherheit des Patienten überwachen wir den Gesichtsnerv während des Eingriffs, wie wir das zum Beispiel auch bei Operationen am Mittelohr und der Ohrspeicheldrüse gewährleisten. Da jeder Mensch anders ist und in der Medizin der Erfolg einer Methode naturgemäß nicht garantiert werden kann, werden alle unsere Patienten im Vorfeld der Behandlung über das Verfahren, mögliche Alternativen und auch über mögliche Risiken und Komplikationen aufgeklärt. Denn wir wollen mit ihnen gemeinsam die bestmögliche Versorgung realisieren.
Weitere relevante Hirnnerven in der HNO-Anatomie
Nervus Glossopharyngeus (IX)
Der Zungen-Rachen-Nerv (IX) ist auf einem sagittalen Schnitt des Rachens und der Mundhöhle mit seinen Rachen-, Tonsillar- und Zungenäste, und für Karotissinus schematisiert.
Nervus Vagus (X)
Ein Diagramm des Vagusnervs (X) mit all seinen Äste für die Gefäße, den Thorax und die Bauch- und Beckeneingeweide.
Nervus Accessorius (XI)
Der Hilfsnerv (XI) dient der Innervation der Trapez- und Brustschlüsselbeinwarzen-Muskulatur nach einer Anastomose mit dem Vagusnerv und dem Halsgeflecht.
Nervus Hypoglossus (XII)
Schließlich dient der Unterzungennerv (XII) hauptsächlich der Innervation der Zunge nach einer Anastomose mit dem Halsgeflecht und der Halsnervenschlinge.
Querschnittsanatomie: Magnetresonanztomographie von Kopf und Hals
Eine MRT von Gesicht und Hals wurde bei einem gesunden Patienten unter Verwendung einer T2-Gewichtung durchgeführt (Bildgröße: 320 * 320 Pixel) (600 Bilder). Wir haben uns entschieden, keine T1-Gewichtung zu verwenden, da sie einen geringeren Kontrast bietet. Darüber hinaus entdeckten wir bei der MR-Untersuchung eine Zyste des Thyreoglossalgangs entdeckt, die mit einer Schilddrüsenektopie hinter dem Zungenbein verbunden ist. Wir haben uns aus didaktischen Gründen entschieden, dieses abnormale Bild zu „löschen“, um den Benutzern eine normalisierte Sicht auf die Untersuchung zu ermöglichen; Anomalien sind jedoch immer noch im präepiglottischen Fettgewebe zu sehen; deshalb bitten wir um Entschuldigung.
Nach einer Photoshop-Verarbeitung wurden die in JPEG konvertierten DICOM-Bilder in Adobe Animate integriert, um dieses dynamische Modul zu erstellen. Jede Struktur wurde in den 3 räumlichen Ebenen (axial, koronal und sagittal) gekennzeichnet.
Anatomie von Gesicht und Hals: Darstellung anatomischer Beschriftungen
Aus dem oberen Menü kann der Benutzer die Beschriftungen auswählen, die er anzeigen möchte: Die Knochen und Löcher im Gesicht und Hals sind zur besseren Lesbarkeit farblich gekennzeichnet. Knochenstrukturen sind auf der T2-gewichteten MRT schwieriger zu visualisieren als auf der CT. Weitere Informationen zu Gesichtsknochen finden Sie im Modul: Gesicht CT-Scan. Die Zähne wurden mit der Bezeichnung ISO-3950 der FDI World Dental Federation verzeichnet. Angesichts der Vielzahl von Muskelstrukturen im Kopf und Hals mussten wir sie in mehrere Gruppen einteilen: Gesichts-, Zungen-, Rachen-, Kehlkopf-, Hals- und Kaumuskulatur. Die Faszien an Gesicht und Hals sind richtig beschriftet, aber ihre komplexe Struktur machte es unmöglich, sie neu zu zeichnen.
Wir haben versucht, so umfassend wie möglich für die Untersuchung der Nasenhöhle, der Nasennebenhöhlen und der Mundhöhle zu sein, jedoch beinhaltet die deskriptive Anatomie viele Strukturen, die manchmal schwer auf der MRT zu sehen sind, während sie in anderen medizinischen Bereichen (Endoskopie usw.) häufig vorkommen. Wir trennten die 3 Stockwerke des Rachens (Nasenrachen, Mundrachen und Schlundrachen), um die Anzahl der dargestellten Strukturen (insbesondere auf sagittalen Abschnitten) zu begrenzen. Die Registerkarte für den Kehlkopf umfasst sowohl den Knorpel des Kehlkopfes als auch alle angrenzenden Strukturen, insbesondere die Schleimhäute. Speiseröhre, Luftröhre und Schilddrüse wurden zusammengefasst, da sie nur wenige anatomische Strukturen für dieses Modul darstellen.
Die Arterien und Venen von Gesicht und Hals sind beschriftet und begünstigen große Äste, die aus der äußeren Halsschlagader austreten oder in das Drosselvenensystem abfließen. Auch das periphere Nervensystem, das in der HNO-Anatomie äußerst komplex ist, wurde segmentiert: einerseits die Hirnnerven (Trigeminusnerv (V) getrennt in Augennerv (V1), Oberkiefernerv (V2) und Unterkiefernerv (V3)); Gesichtsnerv (VII), Hör- und Gleichgewichtsnerv (VIII), Zungen-Rachen-Nerv (IX), Vagusnerv (X), Hilfsnerv (XI) (Beachten Sie, dass die Schädelwurzel dargestellt wurde, aber neuere Studien zeigen, dass sie nicht existiert und dass es nur eine Rückenmarkswurzel gibt); Unterzungennerv (XII); andererseits das autonome Nervensystem und das von den Rückenmarkswurzel des Hals- und Brustmarkes abhängige System (Halsgeflecht, Armgeflecht und Nervensystem in Abhängigkeit von den hinteren Halszweigen). Alle diese Nerven und ihre Äste sind entsprechend ihrer angenommenen Position beschriftet, da sie in der Magnetresonanztomographie sehr schwer direkt sichtbar sind. Nur die Hirnnerven am aufsteigenden Hirnstamm und an den Rückenmarkswurzeln wurden direkt visualisiert. Die anderen wurden hauptsächlich gekennzeichnet, indem man den Gefäßen folgte, an denen sie am häufigsten befestigt sind.
Das Lymphsystem wurde zur besseren Lesbarkeit durch grüne Symbole dargestellt, da die Lymphknoten (Ganglien) von Gesicht und Hals inkonsistent sind, besonders bei einem gesunden Menschen. Ihre Begriffe in der heutigen Praxis verwendet eine doppelte Nomenklatur: anatomische Namen, die von der Terminologia Anatomica definiert wurden, aber auch ein zahlenbasiertes Klassifizierungssystem, das von Radiologen, Onkologen, Strahlentherapeuten und HNO-Chirurgen verwendet wird (Klassifizierung des American Joint Committee on Cancer (AJCC) und Richtlinien der American Academy of Otolaryngology-Head and Neck Surgery (AAO-HNS)). Wir haben die fragwürdige Entscheidung getroffen, sie als VB zu bezeichnen. Die tiefen Bereiche von Gesicht und Hals wurden bei jedem Bild der einzelnen Ebenen komplett neu gestaltet, um direkt sichtbar zu sein. Tatsächlich gibt es bereits zwei e-Anatomie-Module, die sich mit dieser komplexen Anatomie befassen, und wir wollten sie dadurch unterscheiden, indem wir keine interaktiven Zonen verwenden. Insbesondere dieser letzte Punkt erleichtert den Unterricht in tiefen Gesichts- und Halsbereichen für Studenten der Medizin, der Anatomie, der Krankenpflege und des Gesundheitswesens, die die Grenzen und Inhalte dieser Bereiche direkt erkennen können. Die meisten dieser Räume werden in der Terminologia Anatomica nicht als solche erklärt und ihre Namen variieren je nach Autor. So unterscheidet sich die Unterschläfengrube vom Mastikatorraum, weil sie nicht den äußeren Kaumuskel enthält, sondern andererseits den Raum hinter dem Oberkiefer und Jochbein. Darüber hinaus können einige Autoren den Innerer Flügelmuskel beinhalten oder auch nicht. Um das Verständnis zu erleichtern und Kontroversen zu vermeiden, haben wir rechts und links auf den axialen und koronalen Abschnitten verschiedene Räume dargestellt, die keine anatomischen Strukturen als solche sind. Wir sind offen für jede Kritik an diesem heiklen Aspekt der HNO-Anatomie. Die anatomischen Strukturen wurden von Dr. med. Antoine Micheau (Radiologe, Montpellier, Frankreich) gemäß der Terminologia Anatomica beschriftet. Dieses Modul kann als medizinisches Wörterbuch verwendet werden. Links dienen die axialen, koronalen und sagittalen Abschnitte als Querverweise.