Eingeklemmter Nerv, Rückenschmerzen und Herzschmerzen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Schmerzen im Brustkorb, Rückenschmerzen und das Gefühl eines eingeklemmten Nervs können sehr beunruhigend sein. Es ist wichtig, die Symptome richtig zu deuten und die Ursachen zu verstehen, um die richtige Behandlung zu finden. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von eingeklemmten Nerven, Rückenschmerzen und möglichen Zusammenhängen mit Herzschmerzen, um ein umfassendes Bild zu vermitteln.

Einführung

Ein eingeklemmter Nerv, Rückenschmerzen und Herzschmerzen können verschiedene Ursachen haben und unterschiedliche Symptome verursachen. Die Unterscheidung zwischen diesen Beschwerden ist entscheidend, um die richtige Diagnose zu stellen und eine angemessene Therapie einzuleiten. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die möglichen Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze für diese Beschwerden.

Ursachen und Symptome des BWS-Syndroms

Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS) werden oft als BWS-Syndrom bezeichnet. Symptome hierfür können Schmerzen an Brustkorb und Rippen, Atemprobleme und Magenschmerzen sein. Dumpfe, drückende Schmerzen im Brustkorb, die sich beim Einatmen oder bei Bewegung verstärken, können Anzeichen einer Brustwirbelblockade sein. Das ziehende Gefühl zwischen den Schulterblättern kann sich über den Rippenbogen bis nach vorn ziehen und sogar bis in den Bauchraum gehen. Blockaden der Brustwirbelsäule schränken die Beweglichkeit ein und erschweren die Atmung.

Mögliche Ursachen für BWS-Schmerzen

  • Blockaden aufgrund von degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule: Diese sind oft auf sitzende Tätigkeiten und Bewegungsmangel zurückzuführen.
  • Angeborene oder erworbene Fehlstellungen der Wirbelsäule: Skoliose kann beispielsweise zu BWS-Schmerzen führen.
  • Muskelverhärtungen: Auch Muskelverhärtungen sind typisch für ein BWS-Syndrom.
  • Fehlstellungen der Wirbelsäule: Diese können ebenfalls BWS-Schmerzen verursachen.
  • Entzündliche Veränderungen: Entzündliche Prozesse können ebenfalls zu BWS-Schmerzen führen.
  • Verletzungen der Wirbelsäule: Unfälle oder Stürze können BWS-Schmerzen verursachen.

Symptome des BWS-Syndroms

  • Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule: Diese können bewegungs- und/oder atemabhängig sein.
  • Gürtelförmige Ausstrahlung über den Brustkorb: Viele Patienten verspüren eine gürtelförmige Ausstrahlung über den Brustkorb.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit: Die Beweglichkeit des Oberkörpers kann eingeschränkt sein, sodass beispielsweise das Vorbeugen oder Drehen schwerfällt.
  • Ausstrahlung in Brustkorb, Arme und Kopf: Je nach Ursache kann der Schmerz gürtelförmig in den Brustkorb oder in Arme und Kopf ausstrahlen.

Differenzialdiagnose: Herzschmerzen vs. BWS-Syndrom

Brustschmerzen, Atemnot und Übelkeit können auch Symptome eines Herzinfarkts oder bei Brustenge sein. Schmerzen bei körperlicher Aktivität, Ärger, Stress oder durch Kälte sind eher auf das Herz zurückzuführen. Der Körper schüttet in diesen Situationen Stresshormone und andere Botenstoffe aus, die die Herzkranzgefäße verengen. Wichtig: Bei diesen Erkrankungen ist - ebenso wie beim Herzinfarkt - Eile geboten. Es ist entscheidend, zwischen Schmerzen, die vom Herzen ausgehen, und solchen, die durch das BWS-Syndrom verursacht werden, zu unterscheiden.

Unterscheidungsmerkmale

  • Situation des Auftretens: Für wirbelsäulenbedingte Beschwerden ist es typisch, dass bestimmte Bewegungen die Schmerzen hervorrufen, während das Auftreten unter körperlicher Anstrengung oft an das Herz denken lässt.
  • Begleitsymptome bei Herzinfarkt: Weiterhin treten bei einem Herzinfarkt zusätzlich Symptome wie Übelkeit, Kaltschweißigkeit oder Erbrechen auf.
  • Auslöser: Die wirbelsäulenbedingten Beschwerden sind dagegen in aller Regel nicht abhängig von körperlicher Anstrengung oder seelischer Erregung, sondern treten oft in Ruhe auf. Typisch ist, dass sich wirbelsäulenbedingte Beschwerden bei bestimmten Bewegungen eher verstärken oder abschwächen.
  • Art des Schmerzes: Beschwerden einer Angina pectoris oder eines Herzinfarkts lösen eher dumpfe, drückende und beklemmende Schmerzen im Brustkorb aus - weniger die schneidenden Schmerzen einer Intercostalneuralgie.

Was ist ein eingeklemmter Nerv?

Häufigkeit - Eingeklemmter Nerv steht umgangssprachlich für plötzliche Schmerzen, die sich anfühlen, als hätte sich tatsächlich ein Nerv „eingeklemmt“. Medizinisch gesehen ist das aber fast nie der Fall. Eher zutreffend ist der Begriff eingeklemmter Nerv bei Druckschäden an Nerven. Häufig betreffen sie den Karpaltunnel am Handgelenk. Durch ihn verlaufen die Beugesehnen der Finger und der Mittelnerv. Auch bei Bandscheibenvorfällen mit Nervenschädigungen spricht man vielfach von einem eingeklemmten Nerv.

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Ein eingeklemmter Nerv entsteht, wenn umliegendes Gewebe wie Muskeln, Sehnen, Knochen oder Bandscheiben übermäßigen Druck auf eine Nervenbahn ausüben. Dieser Druck beeinträchtigt die normale Funktion des Nervs, der Signale zwischen Gehirn und Körper übermittelt. Grundsätzlich kann ein Nerv überall im Körper eingeklemmt werden, wo Nervenbahnen verlaufen. Besonders häufig betroffen sind jedoch die Wirbelsäule, der Nacken, die Schulter und der untere Rücken.

Ursachen für einen eingeklemmten Nerv

  • Degenerative Veränderungen: Mit zunehmendem Alter verlieren die Bandscheiben an Elastizität und Höhe, wodurch sich die Abstände zwischen den Wirbelkörpern verringern.
  • Bandscheibenvorfall: Bei einem Bandscheibenvorfall tritt Bandscheibengewebe aus dem Faserring aus und drückt direkt auf nahegelegene Nervenwurzeln.
  • Muskelverspannungen: Auch Muskelverspannungen durch Fehlhaltungen, einseitige Belastungen oder Stress können Nerven akut einklemmen.
  • Übergewicht: Übergewicht belastet die Wirbelsäule zusätzlich und beschleunigt degenerative Prozesse.
  • Überlastung: Schwere körperliche Arbeit oder repetitive Bewegungen führen zu Überlastungen und Schwellungen des Gewebes.

Symptome eines eingeklemmten Nervs

Ein eingeklemmter Nerv macht sich typischerweise durch stechende oder brennende Schmerzen bemerkbar, die sich bei bestimmten Bewegungen verstärken. Neben den Schmerzen treten häufig Taubheitsgefühle, Kribbeln oder ein "Ameisenlaufen" auf.

  • Eingeklemmter Nerv im Rücken: Schmerzen im unteren Rückenbereich, die häufig in ein oder beide Beine ausstrahlen (Ischialgie).
  • Eingeklemmter Nerv im Nacken: Starke Schmerzen, die vom Hals in die Schulter, den Arm oder bis in die Finger ausstrahlen können.
  • Eingeklemmte Nerven im Brustbereich: Intensive Schmerzen, die gürtelförmig um den Brustkorb verlaufen.

Interkostalneuralgie: Nervenschmerzen zwischen den Rippen

Eine Interkostalneuralgie bezeichnet Nervenschmerzen entlang der Nerven zwischen den Rippen. Der Begriff ist keine exakte Diagnose, sondern beschreibt unterschiedliche Beschwerden in diesem Bereich. „Interkostal” bedeutet wörtlich übersetzt „zwischen den Rippen”. Der Begriff „Neuralgie” steht zunächst einmal sehr allgemein für Nervenschmerzen. Die Diagnose „Intercostalneuralgie” beschreibt immer ein Schmerzsyndrom, das die Zwischenrippennnerven (Intercostalnerven) betrifft.

Ursachen der Interkostalneuralgie

  • Verschleißbedingte Prozesse und Erkrankungen an der Wirbelsäule: An dieser Stelle können sich Knorpel, Bandscheiben und Gelenke derart verändern, dass es zu Engpässen kommt.
  • Herpes-Zoster-Infektion: Nervenschmerzen an den Rippen können bei einer Herpes-Zoster-Infektion auftreten und nach deren Ausheilung weiter bestehen.
  • Operationen im Brustkorb: Nach einer OP im Brustkorb kann es zu Beschwerden kommen, die in der Neurologie dem typischen Krankheitsbild einer Intercostalneuralgie entsprechen.
  • Muskuläre Verspannungen: Die Bewegungsschmerzen im Brustkorb können ebenso durch zu hohe muskuläre Spannungen im Brustbereich und an der Brustwirbelsäule entstehen.

Symptome der Interkostalneuralgie

  • Brennender, stechender oder ziehender Schmerz zwischen den Rippen: Der Schmerz legt sich gürtelförmig um den Oberkörper.
  • Missempfindungen wie Kribbeln: Es können Missempfindungen wie Kribbeln auftreten.
  • Schmerzen bei bestimmten Bewegungen und Atmung: Bestimmte Bewegungen, beispielsweise Pressen, Husten, Niesen oder Rotieren des Oberkörpers, verstärken die Schmerzen. Viele Menschen mit Intercostalneuralgie berichten davon, dass ihre Schmerzen beim tiefen Einatmen oder beim Husten schlimmer werden.

Diagnose von eingeklemmten Nerven und BWS-Syndrom

Die Diagnose eines eingeklemmten Nervs beginnt mit einem ausführlichen Anamnesegespräch. Der Arzt erfragt die genaue Beschwerdesymptomatik, den zeitlichen Verlauf, auslösende oder verstärkende Faktoren sowie eventuelle Vorerkrankungen. Bei der körperlichen Untersuchung werden Beweglichkeit, Reflexe, Sensibilität und Muskelkraft überprüft. Spezielle neurologische Tests helfen dabei, den betroffenen Nerv und das Ausmaß der Schädigung einzuschätzen.

Bildgebende Verfahren

  • Röntgenaufnahmen: Röntgenaufnahmen können degenerative Veränderungen der Wirbelsäule, Wirbelkanalverengungen, Arthrose oder knöcherne Anbauten sichtbar machen.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Bei Verdacht auf einen eingeklemmten Nerv ist sie das wichtigste bildgebende Verfahren, da sie Bandscheibenvorfälle oder -vorwölbungen, die den Nerv komprimieren, direkt darstellen kann.
  • Ultraschall: Bei eingeklemmten Nerven eignet er sich besonders zur Darstellung von Muskelverspannungen und -verhärtungen, die auf Nervenbahnen drücken können.

Behandlung von eingeklemmten Nerven und BWS-Syndrom

Die Therapie eines eingeklemmten Nervs richtet sich nach der Ursache, der Lokalisation und der Schwere der Beschwerden. Leichte Nervenkompressionen durch muskuläre Verspannungen können sich tatsächlich innerhalb weniger Tage von selbst lösen, insbesondere wenn die auslösenden Belastungen vermieden werden.

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Konservative Behandlungsmethoden

  • Schonung und Ruhigstellung: Vermeiden Sie Haltungen oder wiederholende Tätigkeiten, bei denen es zu Druckschäden kommen kann.
  • Medikamentöse Therapie: Bei muskulären Verspannungen eignen sich Ibuprofen und Diclofenac besonders gut. Ohne Rücksprache mit dem Arzt sollten sie nicht länger als eine Woche angewendet werden. Auch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) werden häufig eingesetzt.
  • Physiotherapie: Durch gezielte Übungen werden Muskelverspannungen gelöst, die Beweglichkeit verbessert und die stabilisierende Muskulatur gestärkt.
  • Wärmetherapie: Wärmetherapie entspannt verspannte Muskulatur und fördert die Durchblutung, was den Heilungsprozess unterstützt.
  • EMG-gestützte Trainingstherapie: Dabei wird die Muskelaktivität während des Trainings gemessen und grafisch dargestellt.

Operative Maßnahmen

Operative Maßnahmen kommen infrage, wenn die Beschwerden trotz konservativer Behandlung bestehen bleiben. Je länger der Druck andauert, desto größer ist die Gefahr bleibender Schäden. Umso wichtiger ist es, den richtigen Zeitpunkt für eine Operation nicht zu verpassen.

Übungen zur Linderung von BWS-Schmerzen

Es gibt verschiedene Übungen, die die Beschwerden lindern können. Viele Übungen beziehen sich auf eine häufige Ursache des BWS-Syndroms: eine Blockade der BWS, z. B. Facettengelenken.

  • Katze-Kuh-Übung: Ausgangsstellung: Vierfüßlerstand. Durchführung: Machen Sie den Rücken so rund wie möglich und lassen Sie den Kopf dabei locker hängen. Lassen Sie den Rücken nach unten durchhängen und heben Sie den Kopf an. Wiederholen Sie die Bewegung 10-mal.
  • Dehnung der Brustwirbelsäule: Knien Sie auf dem Boden und senken Sie Ihr Gesäß so weit wie möglich auf die Fersen ab. Strecken Sie Schultern und Arme nach vorne unten. Spüren Sie die Dehnung zwischen den Schulterblättern.
  • Rotation der Brustwirbelsäule: Ausgangsstellung: Vierfüßlerstand. Führen Sie Ihre Hand unter dem anderen Arm hindurch. Versuchen Sie, mit Ihrer Hand bis zum Schulterblatt des anderen Armes zu greifen. Drehen Sie dabei Ihren Oberkörper zur anderen Richtung. Wiederholen Sie diese Übung 10- bis 15-mal.
  • Dehnung auf dem Gymnastikball: Ausgangsstellung: Sitz auf einem Gymnastikball. Bewegen Sie Ihre Füße in kleinen Schritten nach vorne. Verlagern Sie Ihr Gewicht langsam nach hinten, bis ihr gesamter Rücken und auch Ihr Kopf auf dem Ball liegen. Verbleiben Sie in dieser Position für ca.
  • Seitliche Dehnung mit Handtuch: Unterlagern Sie die Brustwirbelsäule mit einem zusammengerollten Handtuch. Strecken Sie Arm und Bein in Verlängerung des Körpers.

Prävention von eingeklemmten Nerven und BWS-Syndrom

  • Starke Belastung vermeiden: Ein gereizter oder eingeklemmter Nerv sollte entlastet werden. Das Tragen von schweren Dingen sollten Betroffene deshalb möglichst meiden.
  • Vorsichtig bewegen: Ruckartige Bewegungen sind bei einem eingeklemmten Nerv schmerzhaft. Schonung und vorsichtige Bewegungen sind angesagt.
  • Fehlhaltungen vermeiden: Sich gar nicht mehr zu bewegen, ist allerdings auch keine Lösung, denn Schonhaltungen können zu weiteren Problemen führen.
  • Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung: Besonders bei überwiegend sitzenden Tätigkeiten kommt der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung eine zentrale Bedeutung zu.
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Yoga oder Atemübungen helfen dabei, die Muskulatur zu entspannen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn die Beschwerden länger als ein paar Tage anhalten, zunehmen oder sehr starke Schmerzen verursachen. Bei starker Atemnot, Herzbeschwerden oder starken Kribbel- bzw. Taubheitsgefühlen sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

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