Viele Menschen leiden unter nervtötenden Geräuschen, die ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Diese Geräusche können unterschiedliche Ursachen haben und sich in verschiedenen Formen manifestieren, von hochfrequenten Pfeiftönen bis hin zu tieffrequenten Brummtönen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von nervtötenden Geräuschen, um Betroffenen ein besseres Verständnis und mögliche Lösungsansätze zu bieten.
Tieffrequenter Schall: Das unerklärliche Brummen
Tieffrequenter Schall wird oft als Brummen wahrgenommen und kann nicht nur die Ohren belasten, sondern auch die allgemeine Gesundheit beeinträchtigen. Immer mehr Menschen klagen über tieffrequenten Schall und ein unerklärliches Brummen. Dieses Phänomen tritt weltweit auf und wird oft mit dem Geräusch eines im Leerlauf laufenden Lkw-Dieselmotors verglichen.
Mögliche Ursachen für tieffrequenten Schall
Tieffrequenter Schall tritt in vielen Bereichen unserer hochtechnisierten Gesellschaft auf. Mögliche Ursachen sind:
- Transformatorenstationen, Kompressoren und Pumpen: Diese Geräte können tieffrequente Geräusche verursachen.
- Falsch eingebaute Wärmepumpen: Auch diese können als Verursacher genannt werden.
- Autobahnbrücken: Besonders lange Autobahnbrücken können ebenfalls tieffrequente Geräusche verursachen.
- Lüftungsanlagen: In älteren Häusern nachgerüstete Lüftungsanlagen können Brummton verursachen.
- HAARP (High Frequency Active Auroral Research Program): Eine gigantische Funkanlage der US-Militärs wird ebenfalls als mögliche Ursache genannt.
- Mobilfunkmasten und Mikrowellen: Auch diese werden als mögliche Verursacher gehandelt.
- Vulkanausbrüche in Meeresgräben oder geheime NATO-Treibstoff-Pipelines im Boden: Diese werden von einigen als Ursache genannt.
Untersuchungen und Messungen
In Baden-Württemberg wurde das Phänomen erstmals im Jahr 2001 durch das Umweltministerium Baden-Württemberg gemessen. Nachdem mehr als 300 Menschen aus dem Land über die Geräusche geklagt hatten, kamen Spezialgeräte an 13 Orten im Südwesten zum Einsatz. Allerdings blieb der Erfolg aus. Auch in Leinfelden-Echterdingen wurden Messungen durchgeführt, um die Ursache des Brummtons zu finden.
Umgang mit tieffrequentem Schall
Betroffene haben sich organisiert und bieten unter Brummt.de eine Anlaufstelle für Brummgeschädigte. Im Forum können sich die Betroffenen austauschen. Es ist wichtig, dass die Betroffenen ernst genommen werden, auch wenn man machtlos ist. Bisher gibt es keinen schlüssigen Hinweis auf die Quelle.
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Tinnitus: Wenn der Lärm im Kopf zum ständigen Begleiter wird
Tinnitus plagt mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland. Der Begriff ist vielen geläufig, und doch wissen die wenigsten, dass es sich hierbei nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um ein Symptom handelt. Die Behandlungsmöglichkeiten sind oft beschränkt. Bei gängigen Therapien werden die lästigen Töne überdeckt oder die Betroffenen lernen, sie zu ignorieren, was mal besser und mal schlechter gelingt. Immerhin verstehen Ärzte inzwischen etwas besser, warum es überhaupt im Ohr pfeift und rauscht.
Ursachen und Auslöser von Tinnitus
Tinnitus ist weniger eine Krankheit als vielmehr ein Symptom, das häufig durch Erkrankungen oder Schädigungen des Gehörs ausgelöst wird. So kann bei Hörminderungen, Lärmschäden oder bei einem Hörsturz ein Tinnitus auftreten. Auch psychische Belastungen und andauernder Stress gehören zu den häufigen Ursachen. Häufig sind diese Zusammenhänge nicht offensichtlich, was die Behandlung extrem erschwert. Selten kann auch das Ohrensausen als eine Nebenwirkung von Medikamenten wie zum Beispiel Antibiotika, Krebs- oder Malariamitteln sein. Am häufigsten kann der Arzt bei der Diagnose keine Ursachen feststellen und dadurch wird der Tinnitus als idiopathisch bezeichnet.
Arten von Tinnitus
- Akuter Tinnitus: Tritt häufig im Zusammenhang mit Erkrankungen des Gehörs auf und klingt in der Regel nach rund drei Monaten wieder ab.
- Subakuter Tinnitus: Die Beschwerden dauern länger als drei Monate an.
- Chronischer Tinnitus: Die Beschwerden dauern länger als ein Jahr an. Hier unterscheidet man den kompensierten Tinnitus, wenn die Geräusche nur gelegentlich auftreten, vom dekompensierten Tinnitus mit permanenten Ohrgeräuschen.
Diagnose von Tinnitus
Ausgangspunkt der Diagnose ist die Krankengeschichte. Dafür führt der Arzt zunächst eine Anamnese durch, also ein Gespräch, bei dem der Patient relevante Fragen zu seinen Beschwerden und zu seiner Krankheitsgeschichte beantwortet. Hierbei werden die Umstände und das organische Beschwerdebild sowie die dazugehörigen Begleitsymptome genau geklärt. Die Untersuchung durch den Hals-Nasen-Ohren-Arzt sollte ausführlich ausfallen, da der Hals-Nasen-Ohren-Bereich eng miteinander verbunden ist. Zu Beginn der Diagnose wird der Gehörgang und das Trommelfell des Patienten auf Verletzungen und andere Auffälligkeiten mit einem Ohrenmikroskop untersucht. Die Diagnose eines Hörverlustes folgt im Anschluss mithilfe eines Hörtests. Ergab die Diagnose der Audiometrie „kein Hörverlust“, klagt aber der Patient trotzdem über die Symptome, dann können otoakustische Emissionen weiterhelfen. Unter otoakustischen Emissionen versteht man die spontane Schallabstrahlung aus dem Innenohr, welche durch die äußeren Haarzellen verursacht wird. Mit Hilfe der BERA kann festgestellt werden, ob eine Störung auf dem Weg vom Innenohr zum Gehirn vorliegt und deshalb das Ohrgeräusch vom Patienten wahrgenommen wird. Die Diagnose zur Gleichgewichtsprüfung ist die manualtherapeuthische Untersuchung. Dabei wird die gesamte Wirbelsäule untersucht und deren Beweglichkeit eingeschätzt. Sollten Gelenke übermäßig oder eingeschränkt beweglich sein oder Fehlfunktionen in der oberen Halswirbelsäule vorliegen, kann es zu Hör- und Gleichgewichtsstörungen kommen. Handelt es sich um einen chronischen Tinnitus, bei dem keine physische Ursache festgestellt werden konnte, ist es ratsam einen Psychologen oder Psychotherapeuten aufzusuchen. Dabei wird darüber geredet, inwiefern sich das Ohrgeräusch auf die Konzentration und die Gesundheit des Patienten auswirkt.
Behandlung von Tinnitus
Erkennbare Ursachen des Tinnitus sind Störungen oder Erkrankungen des Gehörs. Liegen beispielsweise ein Hörsturz oder Entzündungen des Gehörs vor, ist damit zu rechnen, dass der Tinnitus nach erfolgter Therapie auch wieder verschwindet. Bei den nicht erkennbaren Ursachen kommen als Behandlung Stressabbau, Entspannungsübungen, Infusionstherapien oder hyperbare Sauerstofftherapien in Frage. Die Heilungserfolge sind in der Praxis unterschiedlich. Aber auch wenn die Ohrgeräusche bleiben und chronisch werden, kann man etwas tun.
- Tinnitus-Retraining-Therapie: Um den Tinnitus ignorieren zu können, muss zunächst erkannt werden, dass er bedeutungslos und ungefährlich ist.
- Tinnitus- oder Rauschgeneratoren (Noiser, Masker): Erzeugen ein angenehmes Rauschen. So kann das Gehirn an das Geräusch gewöhnt werden und den Tinnitus als harmlos und unwichtig einstufen.
- Medikamente: Nahrungsergänzungsmittel mit Ginkgo, Taurin und Bromelain können helfen, die störenden Ohrgeräusche loszuwerden.
- Psychotherapie: Bei chronischem Tinnitus, bei dem keine physische Ursache festgestellt werden konnte, ist es ratsam einen Psychologen oder Psychotherapeuten aufzusuchen.
- Vermeidung von Lärm und Stille: Wer unter Tinnitus leidet, sollte Lärm meiden. Doch auch absolute Stille ist nicht empfehlenswert, da die Ohrgeräusche dann ohne Konkurrenz auftreten und noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Neue Hoffnung für Tinnitus-Patienten
Amerikanische Forscher machen Betroffenen jetzt Hoffnungen: Im Tierversuch ist es ihnen erstmals gelungen, diesen Umbau rückgängig zu machen und eine Art Neustart der betroffenen Hirnareale zu bewirken, indem sie einen speziellen Hirnnerv stimulierten und gleichzeitig Töne vorspielten. Auf diese Weise konnten sie zumindest den Tinnitus bei Ratten beseitigen.
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Hochfrequente Töne: Das nervtötende Pfeifen
Hochfrequente Töne können ebenfalls sehr belastend sein. Ein Beispiel ist ein dauerhafter, hochfrequenter Ton, der von einer Lüftungsanlage ausgeht und durch die Wände übertragen wird.
Ursachen für hochfrequente Töne
- Lüftungsanlagen: Besonders in älteren Häusern können nachgerüstete Lüftungsanlagen hochfrequente Töne verursachen.
- Elektronische Geräte: Auch elektronische Geräte können hochfrequente Töne erzeugen.
- Anti-Jugend-Beschallung: Hochfrequente Töne werden eingesetzt, um Ansammlungen von Jugendlichen zu verhindern.
Umgang mit hochfrequenten Tönen
- Ursachenforschung: Es ist wichtig, die Ursache des Tons zu finden, um ihn zu beseitigen.
- Messungen: Mit Schallmessgeräten kann die Frequenz des Tons ermittelt werden.
- Gespräche mit dem Vermieter: Bei Problemen mit Lüftungsanlagen sollte der Vermieter informiert und zur Beseitigung des Problems aufgefordert werden.
- Rechtliche Schritte: Wenn der Vermieter nichts unternimmt, können rechtliche Schritte in Erwägung gezogen werden.
Allgemeine Tipps für Betroffene
- Ärztlichen Rat suchen: Bei anhaltenden Ohrgeräuschen oder anderen nervtötenden Geräuschen sollte umgehend ärztlicher Rat gesucht werden.
- Lärm vermeiden: Vermeiden Sie laute Umgebungen und tragen Sie bei Bedarf Gehörschutz.
- Stress reduzieren: Stress kann Ohrgeräusche verstärken. Versuchen Sie, Stress abzubauen und Entspannungsübungen zu machen.
- Gesunde Lebensweise: Eine gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf können ebenfalls helfen, Ohrgeräusche zu reduzieren.
- Austausch mit anderen Betroffenen: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann sehr hilfreich sein. Es gibt zahlreiche Selbsthilfegruppen und Online-Foren, in denen man sich austauschen kann.
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