Nerven am Fuß abgestorben: Ursachen, Blutverlust und Behandlungsmöglichkeiten

Chronische Fußschmerzen, insbesondere wenn sie von Taubheit, Kälte oder schlecht heilenden Wunden begleitet werden, können ein Zeichen für ernsthafte zugrunde liegende Gesundheitsprobleme sein. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen für abgestorbene Nerven im Fuß, die Rolle von Blutverlust und wie man diesen Problemen begegnen kann.

Einführung

Das Gefühl in unseren Füßen ist entscheidend für unsere Mobilität und unser allgemeines Wohlbefinden. Wenn Nerven im Fuß absterben, kann dies zu einer Vielzahl von Problemen führen, darunter Gefühlsverlust, Schmerzen und sogar Amputationen in schweren Fällen. Es ist wichtig, die Ursachen für abgestorbene Nerven und Blutverlust im Fuß zu verstehen, um rechtzeitig Maßnahmen ergreifen und Komplikationen vermeiden zu können.

Ursachen für abgestorbene Nerven im Fuß

Mehrere Faktoren können zum Absterben von Nerven im Fuß führen. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

Diabetisches Fußsyndrom (DFS)

Das diabetische Fußsyndrom (DFS) ist eine der schwerwiegendsten Spätkomplikationen des Diabetes mellitus. Hohe Blutzuckerwerte können die Nerven und Blutgefäße in den Füßen schädigen, was zu Neuropathie (Nervenschäden) und peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) führt.

  • Diabetische Neuropathie: Eine Schädigung der Nerven, die häufigste Ursache des diabetischen Fußsyndroms. Betroffene verlieren Empfindungen wie Schmerz, Temperatur und Druck. Es können auch Kribbeln, Brennen oder stechende Schmerzen auftreten, die sich oft nachts verstärken.
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Verengte oder verschlossene Gefäße, die zu einer Unterversorgung der Füße mit sauerstoffreichem Blut führen. Dies verzögert die Wundheilung erheblich und kann im schlimmsten Fall zum Absterben von Gewebe führen.

Eine besondere Gefahr besteht, wenn Neuropathie und pAVK gleichzeitig vorliegen, da das körpereigene Warnsystem für Ischämie (Schmerz) ausgeschaltet ist.

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Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Chronisch kalte Füße können auf eine fortschreitende Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose) hindeuten. Hierbei kommt es zu Ablagerungen in der Gefäßwand, die die Arterie verengen und sie allmählich verschließen. Blutgerinnsel, die an solchen Ablagerungen entstehen, können sogar einen Herzinfarkt oder Schlaganfall verursachen. Die Hauptrisikofaktoren für Verkalkungen der Blutgefäße sind Rauchen, Übergewicht, hohe Blutfettwerte, Bluthochdruck und Diabetes.

Wenn das Blut das Gewebe nur noch schwer erreicht, kommt es zu einer Unterversorgung. Im schlimmsten Fall können Füße und Zehen dann sogar absterben.

Kompartmentsyndrom

Das Kompartmentsyndrom ist eine krankhafte Druckerhöhung in den Muskellogen und verursacht eine Mangeldurchblutung des Gewebes. Die Logen bündeln Gruppen von Muskeln, die ähnliche Funktionen ausüben. Straffes Bindegewebe (Faszien) umfasst jede Muskelloge. Meist entsteht ein Kompartmentsyndrom als Komplikation nach Unfällen durch Verletzungen, Schwellungen oder Einblutungen. Grundsätzlich kann das Kompartmentsyndrom überall dort auftreten, wo Gewebe von einer straffen Bindegewebsschicht umhüllt ist. Besonders häufig betrifft das Kompartmentsyndrom die Muskellogen am Unterschenkel, am Fuß oder am Unterarm. Der hohe Druck beeinträchtigt die Durchblutung und führt zu einer Unterversorgung der betroffenen Muskeln und Nerven. Dies kann dauerhafte Folgen für die Funktion der Extremität haben. Damit das Muskelgewebe und die Nerven gesund und intakt bleiben, muss ein Kompartmentsyndrom schnellstmöglich erkannt und ärztlich behandelt werden.

Die häufigste Ursache für die Entstehung eines akuten Kompartmentsyndroms am Fuß oder am Unterschenkel sind Unfälle mit Knochenbrüchen (Frakturen). Brüche werden meist von Verletzungen des umliegenden Weichteilgewebes begleitet. Die Gewebeschädigung verursacht eine Schwellung mit nachfolgender Druckerhöhung in den Muskellogen. Aber auch bei Verletzungen ohne Knochenbrüche durch stumpfe, direkte Gewalteinwirkung kann sich ein Logensyndrom ausbilden. Seltener entsteht das Kompartmentsyndrom ohne äußere Gewalteinwirkung. Mögliche Auslöser für eine akute Gewebeschwellung können Thrombosen in den tiefen Beinvenen oder Operationen sein. Davon abzugrenzen sind Muskelschwellungen mit Druckanstieg in den Kompartimenten bei ungewohnter muskulärer Überlastung. Dieses sogenannte funktionelle oder chronische Kompartmentsyndrom entsteht vor allem bei Sportlern. Die strapazierte und dadurch geschädigte Muskelpartie schwillt durch Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe (Ödem) und führt zu einem Überdruck in der Muskelloge.

Weitere Ursachen

Neben den oben genannten Hauptursachen können auch andere Faktoren zum Absterben von Nerven im Fuß beitragen, darunter:

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  • Akute Durchblutungsstörungen: Meist verursacht durch eine Verschleppung eines Blutgerinnsels (Embolie), eine lokale Verlegung des Gefäßes bei vorbestehender Verengung (akut auf chronisch bei vorgeschädigtem Gefäß, arterielle Thrombose) oder eine überschießende Aktivierung der Blutgerinnung z.B. bei einer Krebserkrankung mit Gerinnselbildung.
  • Venöse Verschlusskrankheiten: Gefäßverschluss durch einen vor Ort entstandenen Blutpfropf (Thrombose).
  • Tumorerkrankungen: Knochenkrebs, der eine Amputation erforderlich machen kann, um die Verbreitung bösartiger Krebszellen zu verhindern.
  • Schwere Verletzungen: Arbeitsunfälle oder Verkehrsunfälle, bei denen Nerven und Gefäße irreparabel geschädigt werden.
  • Infektionen: Ausbreitung einer Entzündung über die Blutbahn, die eine Amputation erforderlich machen kann.

Blutverlust und seine Auswirkungen

Blutverlust spielt eine entscheidende Rolle beim Absterben von Nerven im Fuß. Wenn die Blutversorgung des Fußes eingeschränkt ist, erhalten die Nerven nicht genügend Sauerstoff und Nährstoffe, was zu Schäden und letztendlich zum Absterben führen kann.

Ischämie

Ischämie, ein Mangel an Blutversorgung, ist ein Hauptfaktor beim Absterben von Nerven. Sie kann durch verschiedene Erkrankungen verursacht werden, darunter Arteriosklerose, Thrombose und Embolie.

Schlechte Wundheilung

Eine unzureichende Durchblutung beeinträchtigt die Wundheilung erheblich. Kleine Verletzungen können sich zu chronischen Wunden entwickeln, die schwer zu behandeln sind und das Risiko von Infektionen und Amputationen erhöhen.

Symptome abgestorbener Nerven und Durchblutungsstörungen

Die Symptome abgestorbener Nerven im Fuß können vielfältig sein und hängen von der zugrunde liegenden Ursache und dem Ausmaß der Schädigung ab. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Kalte Füße: Ein Zeichen für Durchblutungsstörungen.
  • Schmerzen: Können von leichten Beschwerden bis hin zu unerträglichen Schmerzen reichen.
  • Taubheitsgefühle: Verlust der Empfindung in den Füßen.
  • Kribbeln: Parästhesien, oft begleitet von brennenden Schmerzen.
  • Blasse Haut: Ein Hinweis auf mangelnde Durchblutung.
  • Schlechte Wundheilung: Wunden, die nur langsam oder gar nicht abheilen.
  • Fehlender Puls: In fortgeschrittenen Fällen kann der Puls im betroffenen Glied fehlen.
  • Bewegungseinschränkungen: Schwierigkeiten beim Bewegen des Fußes oder der Zehen.
  • Druckgefühl: Im betroffenen Fuß, insbesondere bei chronischem Kompartmentsyndrom.

Diagnose

Die Diagnose abgestorbener Nerven im Fuß erfordert eine gründliche Untersuchung und Anamnese durch einen Arzt. Zu den gängigen Diagnosemethoden gehören:

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  • Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte und Beschreibung der Symptome.
  • Körperliche Untersuchung: Beurteilung der Motorik, des Empfindungsvermögens und der Weichteile. Abtasten der Pulse unterhalb der schmerzenden Areale.
  • Neurologische Untersuchung: Überprüfung der Nervenfunktion durch Tests wie Stimmgabeltest, Kalt-Warm-Test und Monofilament-Test.
  • Gefäßuntersuchungen: Messung des Knöchel-Arm-Index (ABI) und Duplex-Ultraschall, um Durchblutungsstörungen festzustellen.
  • Druckmessung in den Muskellogen: Bei Verdacht auf Kompartmentsyndrom.
  • Röntgenuntersuchung: Zum Ausschluss von Knochenbrüchen.
  • MRT (Magnetresonanztomografie): Zum Ausschluss anderer Erkrankungen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung abgestorbener Nerven im Fuß zielt darauf ab, die zugrunde liegende Ursache zu behandeln, die Durchblutung zu verbessern und die Symptome zu lindern. Zu den gängigen Behandlungsansätzen gehören:

Konservative Behandlung

  • Kontrolliertes Gehtraining: Bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit im Anfangsstadium.
  • Gymnastikübungen: Mit Füßen und Zehen, Knieübungen und Radfahren.
  • Medikamente: Thrombozytenfunktionshemmer (ASS) zur Verhinderung von Blutgerinnseln.
  • Schmerzmittel: Zur Linderung von Schmerzen.
  • Entlastung und Hochlagerung: Bei Kompartmentsyndrom.
  • Anpassung des Trainings und Optimierung des Schuhwerks: Bei chronischem Kompartmentsyndrom.
  • Kompressionsstrümpfe oder elastische Binden: Bei Venenschwäche und Krampfadern.
  • Regelmäßige Fußpflege: Durch eine medizinisch ausgebildete Fußpflegerin oder Fußpfleger (Podologin oder Podologe).
  • Vermeidung von Druckstellen: Schuhe müssen groß und weit genug sein.

Invasive Behandlung

  • Gefäßaufdehnung (Ballondilatation, PTA, Stent): Bei kurzstreckigen Verschlüssen im Bereich der Becken- oder Oberschenkelschlagadern.
  • Kalkausschälung und Erweiterungsplastik: Bei kurzstreckigen Engstellen oder Verschlüssen, die für eine Gefäßaufdehnung nicht infrage kommen.
  • Bypass-Operation: Bei langstreckigen Veränderungen in den Gefäßen.
  • Embolektomie: Bei akuten Gefäßverschlüssen, um Blutgerinnsel zu entfernen.
  • Fasziotomie: Bei Kompartmentsyndrom, um den Druck in den Muskellogen zu senken.
  • Amputation: In schweren Fällen, wenn andere Behandlungen nicht erfolgreich sind und das Gewebe abstirbt.
  • Hauttransplantate: Zur Deckung von Wunden.
  • Perkutane transluminale Angioplastie (PTA): Gefäßerweiterung bei diabetischem Fuß.
  • Bypass: Um die Engstelle herumleiten bei diabetischem Fuß.

Wundbehandlung

  • Regelmäßige Reinigung und Verbandswechsel: Durch Fachkräfte.
  • Vakuumversiegelungstherapie: Zur Absaugung von Wundflüssigkeit.
  • Hyperbare Sauerstofftherapie: In speziellen Kammern unter erhöhtem Luftdruck Sauerstoff einatmen.
  • Antibiotika: Bei bakteriellen Infektionen.

Rehabilitation

  • Physiotherapie: Zur Wiederherstellung der Kraft und Beweglichkeit.
  • Anpassung von Prothesen: Nach Amputation, um die Funktion des fehlenden Körperteils zu ersetzen.

Vorbeugung

Eine gesunde Lebensweise kann das Risiko für Durchblutungsstörungen und Nervenschäden in den Füßen erheblich senken. Zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen gehören:

  • Nicht rauchen: Rauchen ist einer der Hauptrisikofaktoren für Gefäßerkrankungen.
  • Viel Bewegung: Tägliches Gehtraining von mindestens 30 Minuten.
  • Gesunde und ausgewogene Ernährung: Übergewicht reduzieren.
  • Kontrolle von Risikofaktoren: Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Diabetes konsequent behandeln lassen.
  • Regelmäßige Fußpflege: Insbesondere für Menschen mit Diabetes.
  • Bequemes Schuhwerk: Das den Füßen ausreichend Platz bietet und keine scheuernden oder drückenden Nähte aufweist.
  • Tägliche Selbstkontrolle der Füße: Auf Blasen, Rötungen, kleine Risse und Druckstellen.

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