Nerven auf Reibung: Medizinische Aspekte und Behandlungsansätze

Einführung

Nerven spielen eine entscheidende Rolle in unserem Körper, indem sie Informationen zwischen dem Gehirn und den verschiedenen Körperteilen übertragen. Schädigungen dieser Nerven können zu einer Vielzahl von Beschwerden führen, die von leichten Missempfindungen bis hin zu starken Schmerzen und Funktionsausfällen reichen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte von Nervenschädigungen, ihre Ursachen, Symptome und mögliche Behandlungsansätze. Dabei werden sowohl durch Chemotherapie verursachte Nervenprobleme als auch andere Formen von Nervenkompressionen und -verletzungen betrachtet.

Polyneuropathie durch Chemotherapie

Eine Chemotherapie, die zur Behandlung von Krebs eingesetzt wird, kann als Nebenwirkung Nervenzellen schädigen. Dies führt häufig zu einer Polyneuropathie, einer Erkrankung, bei der mehrere periphere Nerven geschädigt sind.

Symptome der Polyneuropathie

Die Symptome der Polyneuropathie beginnen oft schleichend und betreffen meist zuerst Hände und Füße. Zu den häufigsten Beschwerden gehören:

  • Kribbeln: Ein unangenehmes Gefühl, als ob Ameisen über die Haut laufen.
  • Taubheit oder Pelzigkeit: Ein Verlust des normalen Tastempfindens.
  • Missempfindungen: Steigerung zu Nadelstichen und Schmerzen.
  • Sensibilitätsausfälle: Verminderte Fähigkeit, Berührungen oder Temperaturunterschiede wahrzunehmen.
  • Störungen der Feinmotorik: Schwierigkeiten bei präzisen Bewegungen, wie z.B. beim Umgang mit Besteck oder beim Zuknöpfen von Hemden.

Behandlung und Regeneration

Wenn während einer Chemotherapie Anzeichen einer Nervenschädigung auftreten, ist es wichtig, umgehend den behandelnden Arzt zu informieren. Dieser kann die Dosis des Zytostatikums reduzieren oder die Behandlung unterbrechen, um den Nerven Zeit zur Erholung zu geben. Periphere Nerven besitzen grundsätzlich die Fähigkeit zur vollständigen Regeneration. Dieser Prozess kann jedoch, insbesondere nach einer Chemotherapie, langwierig sein und Wochen bis Monate dauern.

Unterstützende Maßnahmen

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die den Heilungsprozess unterstützen und die Beschwerden lindern können:

Lesen Sie auch: Diagnose von Schmerzen an der Außenseite des Knies

  • Sensorisches Training: Schalen mit verschiedenen Materialien wie Trockenfrüchten, Hülsenfrüchten, Reis, Nudeln, Sand, Murmeln oder Steinen füllen und diese mit Händen und Füßen durchmischen. Dies hilft, die Sensibilität zu verbessern.
  • Warme Hand- und Fußbäder mit Basensalz: Ein Teelöffel Basensalz auf 2 bis 3 Liter warmes Wasser geben und die Hände 15 Minuten bzw. die Füße 20 bis 30 Minuten darin baden.
  • Zucker-Öl-Peeling: Einen Teelöffel Öl mit einem Teelöffel Zucker mischen und die Hände und/oder Füße ein bis zwei Mal pro Woche für 5 bis 10 Minuten damit einreiben. Anschließend gut abspülen.
  • Schmerzlinderung: Einreibungen mit schmerzlindernden Ölen, wie z.B. Aconit Schmerz-Öl®, können bei Schmerzen Linderung verschaffen.

Eingeklemmter Nerv (Nervenkompression)

Ein eingeklemmter Nerv, auch Nervenkompression genannt, entsteht, wenn Druck auf einen Nerv ausgeübt wird. Dieser Druck kann von verschiedenen umliegenden Strukturen wie Muskeln, Sehnen oder Gewebe ausgehen.

Ursachen und Entstehung

Ein eingeklemmter Nerv kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden:

  • Verspannungen: Fehlhaltungen oder Überlastung können zu Muskelverspannungen führen, die auf die Nerven drücken.
  • Degenerative Erkrankungen: Bandscheibenvorfälle oder Arthrose können ebenfalls Nervenkompressionen verursachen.
  • Verletzungen: Stürze oder andere Traumata können zu Schwellungen und Entzündungen führen, die die Nerven einklemmen.
  • Systemische Erkrankungen: Diabetes oder Engpasssyndrome wie das Karpaltunnelsyndrom können ebenfalls Nervenkompressionen auslösen.

Symptome eines eingeklemmten Nervs

Die Symptome eines eingeklemmten Nervs können vielfältig sein und hängen von der betroffenen Stelle und dem Ausmaß der Kompression ab. Typische Symptome sind:

  • Schmerzen: Stechende oder brennende Schmerzen, die plötzlich einschießen oder sich langsam entwickeln können.
  • Empfindungsstörungen (Parästhesien): Kribbeln, Taubheitsgefühle oder das Gefühl, dass Gliedmaßen „einschlafen“.
  • Funktionsausfälle: Muskelschwäche oder vorübergehende Lähmungserscheinungen, die sich meist zurückbilden, sobald sich der Nerv erholt.
  • Weitere Symptome: Bei eingeklemmten Nerven im Bereich der Halswirbelsäule können auch Schwindel oder Erbrechen auftreten.

Diagnose

Die Diagnose eines eingeklemmten Nervs basiert in der Regel auf einer gründlichen Anamnese und einer körperlichen Untersuchung. Provokationstests wie das Hoffmann-Tinel-Zeichen oder der Phalen-Test können helfen, die Diagnose zu bestätigen. In einigen Fällen können bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) erforderlich sein, um andere Ursachen der Beschwerden auszuschließen.

Behandlung

Die Behandlung eines eingeklemmten Nervs zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern und die Heilung zu fördern. Zu den gängigen Behandlungsansätzen gehören:

Lesen Sie auch: Nurvet Kautabletten Nerven: Die Inhaltsstoffe und ihre Wirkung.

  • Schmerzmittel und Entzündungshemmer: Diese Medikamente können helfen, Schmerzen und Entzündungen zu reduzieren.
  • Schonung und gezielte Bewegung: Die betroffene Stelle sollte zunächst geschont werden, um weitere Reizungen zu vermeiden. Gezielte Bewegungen und Dehnübungen können jedoch helfen, Verspannungen zu lösen und die Muskulatur zu stärken.
  • Wärmebehandlung: Wärme kann helfen, verspannte Muskulatur zu lockern und den eingeklemmten Nerv zu entlasten.
  • Massage und Gymnastik: Eine professionelle Massage oder sanfte Gymnastik wie Yoga können helfen, Verspannungen zu lösen und die Muskulatur zu lockern.
  • Physiotherapie: Physiotherapeutische Maßnahmen und Rückenschule können helfen, die Symptome zu lindern und die Mobilität zu verbessern.
  • Operation: In einigen Fällen, insbesondere bei schwer­wie­genden oder chro­nischen Nerven­kom­pres­sionen, kann eine Operation zur Dekompression notwendig sein.

Prävention

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die dazu beitragen können, das Risiko eines eingeklemmten Nervs zu reduzieren:

  • Ergonomie am Arbeitsplatz: Eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes hilft, eingeklemmten Nerven vorzubeugen.
  • Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität beugt Verspannungen vor und stärkt die Muskulatur.
  • Stressmanagement: Muskelverspannungen können durch Stress begünstigt werden.
  • Übergewicht reduzieren: Ein gesundes Körpergewicht entlastet die Wirbelsäule und verhindert zusätzlichen Druck auf Nerven.

Neuropathische Schmerzen nach Nervenverletzungen

Selbst ausgeheilte Nervenverletzungen können häufig chronische Schmerzen und Überempfindlichkeit gegenüber sanften Berührungen hinterlassen.

Ursachen und Mechanismen

Neueste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass fehlerhafte „Verschaltungen“ der Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) zu einer bisher noch nicht untersuchten Form sogenannter neuropathischer Schmerzen führen können. Diese treten erst im Zuge der Regeneration von Nervenverbindungen beim Ausheilen der Verletzung auf.

Bei Nerventraumata oder Quetschungen, bei welchen verletzte und intakte Nervenfasern in direktem Kontakt stehen, sind die chronischen Schmerzen nicht etwa durch die eigentliche Verletzung entstanden, sondern beruhen auf einer fehlerhaften Nervenregeneration sowie auf einer fehlerhaften Wiederherstellung der nervalen Versorgung, der sogenannten Reinnervation.

Während sich die taktilen Nervenfasern, die Berührungsreize an Rückenmark und Gehirn weiterleiten, nach der Verletzung nicht oder nur langsam regenerieren - daher das anfängliche Taubheitsgefühl -, sind die schmerzleitenden Fasern dazu schneller in der Lage. Sie nehmen statt der sensorischen Fasern den Platz der gekappten Berührungssensoren in der Haut ein. Die Folge: Jeder taktile Reiz wirkt nun wie ein Schmerzreiz - selbst ein sanftes Streicheln oder das Gefühl von Kleidung auf der Haut kann dann Schmerzen verursachen.

Lesen Sie auch: Warum Eltern manchmal nerven

Therapieansätze

Derzeit gibt es keine Behandlungsmöglichkeit, diese Form von chronischen Schmerzen zielgerichtet zu lindern oder zu verhindern. Zukünftige Forschungsarbeiten werden sich daher mit der Frage beschäftigen, wie die verletzten taktilen Fasern zur Regeneration angeregt werden können, damit es erst gar nicht zum Verlust des Gleichgewichts zwischen Berührungs- und schmerzhaften Empfindungen kommt.

Morton Neurom

Das Morton Neurom ist eine schmerzhafte Verdickung des Nervengewebes im Bereich des Vorderfußes. Genauer gesagt sind die Nervenscheiden, also das Hüllgewebe der Nervenfasern, betroffen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Verdickung der Nervenscheide wird dadurch ausgelöst, dass der Nerv über einen langen Zeitraum einer Fehlbelastung ausgesetzt ist. Durch den Druck und die Reibung der Belastung versteht der Nerv, dass er einem erhöhten Risiko ausgesetzt ist, verletzt zu werden.

Weitere Risikofaktoren sind:

  • Enges Schuhwerk: Das Tragen von zu engem Schuhwerk komprimiert den Vorderfuß zusätzlich und reizt die Nervenfasern.
  • Schuhe mit Absatz: Schuhe mit Absatz verlagern das meiste Gewicht auf den Vorderfuß.
  • Übergewicht: Übergewicht erhöht die Belastung auf den Fuß.
  • Anatomische Veränderungen des Fußes: Ein Hallux valgus oder ein Spreizfuß können ebenfalls ein Morton Neurom begünstigen.

Symptome

Das Hauptsymptom des Morton Neuroms ist ein stechender und scharfer Schmerz im Bereich des Vorderfußes, der vor allem bei vermehrter Belastung auftritt. In manchen Fällen wird von Patientinnen und Patienten auch ein Taubheitsgefühl beschrieben. Ebenfalls häufig ist die Beschreibung eines „Schnappens“ innerhalb des Fußes, das durch das Einklemmen des Nervs zustande kommt.

Diagnose

Die Diagnose eines Morton Neuroms wird in der Regel durch eine gründliche Anamnese und eine körperliche Untersuchung gestellt. In Einzelfällen kann es nötig sein, ein bildgebendes Verfahren wie eine Magnetresonanztomografie (MRT) einzusetzen, um etwaige Differentialdiagnosen auszuschließen.

Behandlung

Die Behandlung eines Morton Neuroms hängt von der Intensität der Symptomatik und der Dauer der Erkrankung ab. Es gibt konservative und operative Ansätze zur Behandlung.

Konservative Therapieverfahren:

  • Reduktion der Belastung: In der Anfangsphase der Behandlung ist es essenziell, die Belastung auf den Vorderfuß entschieden zu reduzieren.
  • Schmerzmittel: Zur symptomatischen Behandlung der Schmerzen können bedarfsgerecht Schmerzmittel eingenommen werden.
  • Physiotherapie: Die Physiotherapie ist eine Therapiemethode, die durch langfristigen Einsatz zu einer spürbaren Verbesserung der Symptomatik führen kann.
  • Einlagen: Das Tragen von individuell angepassten Einlagen kann die Stellung des Fußes im Schuh verbessern.
  • Triggerpunktakupunktur: Die Triggerpunktakupunktur ist eine Behandlungsmethode, die sich dazu anbietet, Verspannungen im Bereich des Fußes zu lösen.
  • Hydrodissektion: Die Hydrodissektion ist ein minimal-invasives Verfahren, das unter Ultraschallkontrolle durchgeführt wird. Dabei wird eine Zuckerlösung in den Bereich des verdickten Nervs injiziert, um die umliegenden Gewebeschichten sanft voneinander zu trennen.

Operative Verfahren:

Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden, um den Druck auf den Nerv zu verringern.

Prävention

Zur Prävention eines Morton Neuroms sollte auf richtiges Schuhwerk geachtet werden, das den Fuß nicht dauerhaft komprimiert. Beim Sport sollte auf regelmäßige Pausen geachtet werden, damit sich der Vorderfuß immer wieder kurz regenerieren kann. Eine Gewichtsreduktion ist bei starkem Übergewicht sinnvoll. Auch eine frühzeitige Laufbandanalyse kann dabei helfen, Fehlbelastungen frühzeitig zu erkennen und anschließend zu korrigieren.

Kubitaltunnelsyndrom (Ulnarisneuropathie am Ellenbogen)

Das Kubitaltunnelsyndrom ist eine Einengung des Nervus ulnaris in seinem Verlauf durch eine knöcherne Rinne kurz ober- und unterhalb des Ellenbogens. Es ist das zweithäufigste Kompressionssyndrom eines peripheren Nervens.

Ursachen

Auslöser sind zumeist eine degenerative Verdickung der angrenzenden Bandstrukturen, anlagebedingte Verlagerungen des Nervus ulnaris, Arthrosen und raumfordernde Neubildungen.

Symptome

Das Beschwerdebild umfasst elektrisierende Schmerzen beim Auflegen des Ellenbogens, eine Taubheit der Handkante sowie des 5. und 'halben' 4. Fingers und schmerzhafte Missempfindungen. Die Symptome setzen zumeist plötzlich nach der Nachtruhe ein.

Diagnose

Zur Diagnostik gehört neben einer sorgfältigen neurologischen Untersuchung die Durchführung einer Nervenstrommessung zur Lokalisation des Schädigungsortes im Verlauf des Nerven. Bildgebende Untersunchungen, wie z.B. die MRT sind möglich, bleiben jedoch speziellen Fragestellung vorbehalten.

Behandlung

In leichten Fällen kann ein zunächst konservativer Therapieversuch mit Vermeidung bestimmter Armstellungen und Tragen einer nächtlichen Schiene unternommen werden. Bei ausbleibender Besserung oder fortgeschrittenen Fällen kann eine Freilegung des Nervens im Verlauf mit Beseitigung möglicher, komprimierender Strukturen und ggf. eine Verlagerung des Nervens vorgenommen werden. Die Operationen können sowohl in klassischer Technik 'offen', wie auch endoskopisch (Videogeführt) unternommen werden.

Verletzungen peripherer Nerven

Verletzungen peripherer Nerven wird nach wie vor nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Nervenläsionen finden sich vor allem bei Verletzungen der oberen Extremitäten, insbesondere bei Verletzungen der Hand. Der N. ulnaris ist alleine in ca. 30 % involviert.

Ursachen

Traumatische periphere Nervenläsionen können unter unterschiedlichen Umständen auftreten (Sportverletzungen, Verkehrsunfälle, iatrogene Verletzungen, Arbeitsunfälle, Explosionen ect.). Als periphere Nervenverletzungen können stumpfe oder scharfe Gewalteinwirkungen in Frage kommen.

Behandlung

Voraussetzung für eine adäquate Behandlung solcher Verletzungen stellt die Anwendung mikrochirurgischer OP-Techniken und die Logistik für primäre und sekundäre Versorgung schwer verletzter Patienten dar. Neben diesen verfügbaren therapeutischen Möglichkeiten ist vor allem auch die Erfahrung des Operateurs, die Kenntnisse über mögliche Nervenläsionsgrade und Fibrosierungsstadien von großer Bedeutung sowie die Wahl des geeigneten Zeitpunktes der operativen Versorgung und die gewählte operative Methode der Nervenregeneration ausschlaggebend.

Man kann keine sofortige Beseitigung der Funktionsstörungen erwarten. Die Symptome der Nervenverletzung können sich nach einer Nerventransplantation z.B. erst nach vielen Monaten wieder zurückbilden. Der Nerv wächst von der Verletzungsstelle zum anderen durchtrennten Ende ca. 1 mm pro Tag. Ein weiterer wesentlicher Gesichtspunkt in Hinsicht auf den Behandlungserfolg stellt die Motivation der Patienten bei der oft sehr langwierigen Nachbehandlung dar.

Operative Verfahren

  • Primäre Nervennaht: Nach einer frischen offenen Nervenläsion durch Schnitt- oder Stichverletzungen erfolgt - wenn immer möglich - die sofortige primäre Nervennaht.
  • Sekundäre Nervennaht: Geschlossene Nervenverletzungen (stumpfes Trauma) mit kompletten oder schweren neurologischen Defiziten ohne Nachweis einer spontanen Reinnervation (klinisch und elektrophysiologisch) im Zeitraum von 3 Monaten nach der Verletzung stellen ebenso eine OP-Indikation dar.
  • Nerventransplantation: Als Nerventransplantat wird am häufigsten der N. suralis eingesetzt.

Nachbehandlung

Die wesentliche Nachbehandlung besteht in der Durchführung einer intensiven Physiotherapie mit aktiven und passiven Bewegungsübungen und ergotherapeutische Maßnahmen, sowie einer Reizstrombehandlung (Exponentialstrom) der denervierten Muskulatur.

Läsionen des Plexus lumbosacralis

Der Plexus lumbosacralis ist ein komplexes Nervengeflecht, das die untere Extremität versorgt. Schädigungen dieses Plexus können zu vielfältigen neurologischen Ausfällen führen.

Ursachen

Die Ursachen von Läsionen des Plexus lumbosacralis sind vielfältig und umfassen:

  • Trauma: Beckenringfrakturen, Azetabulumfraktur, Sprengung des Sakroiliakalgelenks, stumpfes Unterbauchtrauma.
  • Kompressionssyndrome: Aortenaneurysma, Iliakalarterienaneurysma, Schwangerschaft, Geburt, retroperitoneales Hämatom, Raumforderung im Bereich des M. psoas.
  • Schädigung durch Tumoren: Tumoren des weiblichen Genitale, osteogene Tumoren des Beckens, retroperitoneale Tumoren, kolorektales Karzinom, Sarkom, Mammakarzinom, Nierentumoren, Tumoren der Nebennierenrinde, Neurofibrome des Plexus, Metastasen.
  • Ischämie: Nach Ligatur der A. iliaca, intraarterielle Injektion in Gluteal- oder Iliakalarterien, bei Neugeborenen Injektion in die A. umbilicalis, Mikroangiopathie (diabetische Plexopathie).
  • Entzündung und Infektion: Psoasabszess, Neuroborreliose, tuberkulöse Senkungsabszesse, immunologisch bedingt (idiopathische Plexusneuritis), Vaskulitis.
  • Iatrogen: Intraoperative Dehnungsverletzung bei Hüftoperationen, OP im Bereich der Aorta oder der Iliakalarterien, intraarterielle Injektion (Chemotherapie), Strahlenschäden.
  • Sonstige Ursachen: Dehnungsverletzung durch langes Knien und Hocken: „Rübenzieherneuritis“, Endometriose, Drogen (i.v.).

Symptome

Schädigungen des Plexus lumbalis führen zu einer schlaffen Parese der vom N. femoralis und vom N. obturatorius versorgten Muskeln. Es kommt zu Paresen der Hüftbeugung, der Hüftadduktion sowie der Kniestreckung. Der Quadrizeps- und der Adduktorenreflex sind abgeschwächt oder erloschen. Sind die proximalen Plexusanteile mitbetroffen, findet sich eine Sensibilitätsstörung unterhalb der Leiste.

Schädigungen des Plexus sacralis führen zu einer Parese der ischiokruralen Muskulatur (also der Kniebeugung) sowie zu einer Parese der Unterschenkel-, Fuß- und Zehenmuskulatur. Eine Parese der Hüftabduktion (N. glutaeus superior, Mm. glutaei medius und minimus) und der Hüftstreckung (M. glutaeus maximus) kann ebenfalls auftreten. Das hypästhetische Hautareal umfasst die Rückseite des Oberschenkels sowie die Haut des Unterschenkels und des Fußes mit Ausnahme des vom N. saphenus versorgten medialen Unterschenkels.

Diagnose

Elektromyografisch finden sich je nach Akuität und Dauer der Schädigung pathologische Spontanaktivität in den betroffenen Muskeln oder Zeichen des chronisch-neurogenen Umbaus.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Plexusschädigung. In einigen Fällen ist eine operative Intervention erforderlich, um den Druck auf den Plexus zu verringern oder Tumoren zu entfernen. In anderen Fällen können konservative Maßnahmen wie Physiotherapie und Schmerzmittel ausreichend sein.

tags: #nerven #auf #reibung