Der Schädel, ein komplexes Knochengebilde, schützt das Gehirn und ermöglicht den Durchtritt lebenswichtiger Nerven und Gefäße. Dieser Artikel beleuchtet die Nerven, die durch die Schädeldecke ziehen, ihre Funktionen, Lage und die möglichen Probleme, die bei Schädigungen auftreten können.
Anatomie des Schädels: Ein Überblick
Der Schädel besteht aus zwei Hauptteilen: dem Neurokranium (Hirnschädel) und dem Viszerokranium (Gesichtsschädel). Das Viszerokranium ist für die Aufrechterhaltung der Struktur der Gesichtsmuskulatur verantwortlich.
Das Schädeldach (Kalvaria)
Das Schädeldach, auch Schädelkalotte genannt, ist der Teil des Schädels, der das Gehirn umschließt. Es besteht aus folgenden Knochen:
- Os frontale (Stirnbein): Ein ungepaarter Knochen, der den vorderen Teil des Schädels bildet.
- Os occipitale (Hinterhauptbein): Ein ungepaarter Knochen, der den hinteren Teil des Schädels bildet.
- Ossa parietalia (Scheitelbeine): Zwei paarige Knochen, die den oberen Teil des Schädels bilden.
- Ossa temporalia (Schläfenbeine): Zwei paarige Knochen, die den seitlichen Teil des Schädels bilden.
Die Knochen des Schädeldachs sind zunächst getrennt (durch die Fontanellen bei der Geburt) und verschmelzen im Laufe der Kindheit.
Hirnnerven und ihre Durchtrittsstellen durch den Schädel
Die Hirnnerven sind zwölf Nervenpaare, die direkt aus dem Gehirn entspringen und verschiedene Funktionen im Kopf- und Halsbereich steuern. Fundierte Kenntnisse über die Lage der Öffnungen und die sie durchquerenden Strukturen sind von entscheidender Bedeutung für die Anatomie des Kopfes. Hier ist eine Übersicht über die Hirnnerven und ihre jeweiligen Durchtrittsstellen durch den Schädel:
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- Nervus olfactorius (I): Riechnerv, sensorisch. Die Riechfäden (Nervi olfactorii) ziehen durch die Foramina der Lamina cribrosa (Siebbeinplatte).
- Nervus opticus (II): Sehnerv, sensorisch. Er zieht durch den Canalis opticus zusammen mit der A. ophthalmica.
- Nervus oculomotorius (III): Augenmuskelnerv, parasympathisch-motorisch. Er zieht durch die Fissura orbitalis superior.
- Nervus trochlearis (IV): Augenmuskelnerv, motorisch. Er zieht durch die Fissura orbitalis superior.
- Nervus trigeminus (V): Drillingsnerv, sensibel-motorisch. Er hat drei Äste:
- Nervus ophthalmicus (V1): Zieht durch die Fissura orbitalis superior.
- Nervus maxillaris (V2): Zieht durch das Foramen rotundum.
- Nervus mandibularis (V3): Zieht durch das Foramen ovale, zusammen mit der A. meningea media. Ein Ast des N. mandibularis zieht durch das Foramen spinosum, zusammen mit der A. meningea media.
- Nervus abducens (VI): Augenmuskelnerv, motorisch. Er zieht durch die Fissura orbitalis superior.
- Nervus facialis (VII): Gesichtsnerv, sensorisch-parasympathisch-motorisch. Er zieht durch den Meatus acusticus internus, zusammen mit dem N. vestibulocochlearis (VIII) und der A. und V. labyrinthi.
- Nervus vestibulocochlearis (VIII): Hör- und Gleichgewichtsnerv, sensorisch. Er zieht durch den Meatus acusticus internus, zusammen mit dem N. facialis (VII) und der A. und V. labyrinthi.
- Nervus glossopharyngeus (IX): Zungen-Rachen-Nerv, sensorisch-parasympathisch-motorisch. Er zieht durch das Foramen jugulare, zusammen mit dem N. vagus (X), N. accessorius (XI), V. jugularis interna, Sinus petrosus inferior, A. meningea posterior.
- Nervus vagus (X): "Umherschweifender" Nerv, sensorisch-parasympathisch-motorisch. Er zieht durch das Foramen jugulare, zusammen mit dem N. glossopharyngeus (IX), N. accessorius (XI), V. jugularis interna, Sinus petrosus inferior, A. meningea posterior.
- Nervus accessorius (XI): Hals- oder Beinerv, motorisch. Er zieht durch das Foramen jugulare, zusammen mit dem N. glossopharyngeus (IX), N. vagus (X), V. jugularis interna, Sinus petrosus inferior, A. meningea posterior. Aufsteigende Fasern des N. accessorius (XI) ziehen auch durch das Foramen magnum, zusammen mit dem Hirnstamm, Aa. vertebrales, A. spinalis anterior, A. spinalis posterior und Vv. spinales.
- Nervus hypoglossus (XII): Zungennerv, motorisch. Er zieht durch den Canalis nervi hypoglossi.
Funktion der Hirnnerven
Die Hirnnerven haben unterschiedliche Funktionen, die sich in sensorische, motorische und parasympathische Qualitäten unterteilen lassen.
Sensorische Nerven
- Nervus olfactorius (I): Leitet Geruchsinformationen von der Nase zum Gehirn.
- Nervus opticus (II): Leitet visuelle Informationen von der Netzhaut zum Gehirn.
- Nervus vestibulocochlearis (VIII): Leitet Informationen über Hören und Gleichgewicht vom Innenohr zum Gehirn.
Motorische Nerven
- Nervus oculomotorius (III): Steuert die meisten Augenmuskeln, die für die Bewegung des Auges und die Pupillenreaktion verantwortlich sind.
- Nervus trochlearis (IV): Steuert einen einzelnen Augenmuskel, der für die Abwärts- und Auswärtsdrehung des Auges verantwortlich ist.
- Nervus abducens (VI): Steuert einen einzelnen Augenmuskel, der für die seitliche Bewegung des Auges verantwortlich ist.
- Nervus accessorius (XI): Steuert die Muskeln des Halses und der Schulter, insbesondere den Musculus sternocleidomastoideus und den Musculus trapezius.
- Nervus hypoglossus (XII): Steuert die Muskeln der Zunge, die für Sprechen, Schlucken und Kauen wichtig sind.
Gemischte Nerven (sensorisch und motorisch)
- Nervus trigeminus (V): Versorgt das Gesicht, die Zähne und die Mundhöhle mit sensorischen Informationen und steuert die Kaumuskulatur.
- Nervus facialis (VII): Steuert die Gesichtsmuskulatur, die für Mimik und Gefühlsausdruck verantwortlich ist, und leitet Geschmacksinformationen von den vorderen zwei Dritteln der Zunge. Er hat auch parasympathische Fasern, die die Speichel- und Tränendrüsen steuern.
- Nervus glossopharyngeus (IX): Versorgt den Rachenraum mit sensorischen Informationen, steuert die Schluckmuskulatur und leitet Geschmacksinformationen vom hinteren Drittel der Zunge. Er hat auch parasympathische Fasern, die die Ohrspeicheldrüse steuern.
- Nervus vagus (X): Versorgt zahlreiche Organe im Körper mit sensorischen und motorischen Informationen, einschließlich Herz, Lunge, Magen und Darm. Er hat auch parasympathische Fasern, die viele unwillkürliche Körperfunktionen steuern.
Lage der Hirnnerven
Die Durchnummerierung der 12 Hirnnerven-Paare entspricht ihrer Anordnung am Gehirn von kranial (schädelwärts) zu kaudal (schwanzwärts, also zu den Füßen hin).
- Nervus olfactorius (1. Hirnnerv): Der Nervus olfactorius beginnt mit den Riechzellen in der Riechschleimhaut der Nasenhöhle, zieht durch die Löcher der Siebbeinplatte (Lamina cribrosa) in die Schädelhöhle und dann zum Bulbus olfactorius, wo sich die Axone verteilen. Vom Bulbus olfactorius ziehen die Axone dann zum Riechhirn, einem entwicklungsgeschichtlich sehr alten Teil der Hirnrinde.
- Nervus opticus (2. Hirnnerv): Die Nervenfasern des Sehnervs kommen aus der Netzhaut des Auges und ziehen durch die Augenhöhle zum Sehnervkanal (Canalis opticus). Dort vereinigen sie sich mit den entsprechenden Nervenfasern der Gegenseite zur Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum) und führen dann weiter in den Tractus opticus.
- Nervus oculomotorius (3. Hirnnerv): Der Nervus oculomotorius hat seine Wurzelzellen im Mittelhirn nahe der Mittellinie. Vor der Brücke tritt er aus einer Grube zum Türkensattel, an dem er seitlich durch die Wand des Sinus cavernosus (ein erweiterter Venenraum in der harten Hirnhaut), in dem die Venen der Augenhöhle liegen, tritt. Durch die obere Augenhöhlenspalte (Fissura orbitalis superior) gelangt er schließlich aus der Schädel- in die Augenhöhle.
- Nervus trochlearis (4. Hirnnerv): Der Nervus trochlearis ist ein sehr dünner Nerv, dessen Ursprungskerne im Mittelhirn vor dem Aquaeduct (Hirnwasserkanal) liegen. Er zieht zur Brücke und durch den Sinus cavernosus. Letztlich gelangt er durch die obere Augenhöhlenspalte zu dem Muskel, den er versorgt.
- Nervus trigeminus (5. Hirnnerv): Das 5. Hirnnerven-Paar, Nervus trigeminus, beginnt mit seinen sensiblen Wurzelzellen in der mittleren Schädelgrube, seitlich von der Brücke. Nahe der Felsenbeinpyramide geht der Nerv durch die Dura mater, wo er das Ganglion trigeminale bildet. Hier beginnt fächerförmig die Dreiteilung des Nervus trigeminus:
- Der erste Teil, der sensible Nervus ophthalmicus, tritt in die Augenhöhle ein.
- Der zweite Teil, der ebenfalls sensible Nervus maxillaris, tritt durch das Foramen rotundum des großen Keilbeinflügels in die Flügelgaumengrube zwischen dem Keilbein und dem Gaumenbein ein.
- Der dritte Teil, der teils motorische, teils sensorische Nervus mandibularis, tritt durch das Foramen ovale in die Unterschläfengrube ein.
- Nervus abducens (6. Hirnnerv): Der Ursprung des Nervus abducens liegt im sogenannten Fazialishügel der Rautengrube. Er tritt zwischen Medulla oblongata und der Brücke aus dem Gehirn aus, durchbricht die Dura mater und zieht dann in die Augenhöhle.
- Nervus facialis (7. Hirnnerv): Der Nervus facialis tritt am Kleinhirnbrückenwinkel aus dem Gehirn aus. Zwischen ihm und dem Nervus vestibulocochlearis (8. Hirnnerv) verläuft der Nervus intermedius, der sich im Felsenbein mit dem Nervus facialis vereint. Der Nervus facialis, der Nervus intermedius und der Nervus vestibulocochlearis (8. Hirnnerv), die zusammen als Facialisgruppe bezeichnet werden, treten gemeinsam durch den inneren Gehörgang in das Felsenbein ein. Im inneren Gehörgang treten Nervus facialis und Nervus intermedius zusammen in den Fazialiskanal des Felsenbeins ein und gelangen nach vielen Windungen an das Foramen stylomastoideum. Hier bildet der Nerv ein Ganglion, an dem der Nervus intermedius den Nervus facialis verlässt und weiterzieht als Nervus petrosus major. Dieser Nerv teilt sich innerhalb des Schläfenbeins in drei weitere Äste auf und außerhalb des Schädels wiederum in drei Äste mit zahlreichen Nebenästen.
- Nervus vestibulocochlearis (8. Hirnnerv): Der Nervus vestibulocochlearis tritt zusammen mit dem Nervus facialis aus dem Kleinhirnbrückenwinkel aus und verläuft gemeinsam mit diesem durch den inneren Gehörgang. Der Pars vestibularis führt zu den Sinneszellen der Bogengänge und der Pars cochlearis zu den Sinneszellen des Corti-Organs im Innenohr.
- Nervus glossopharyngeus (9. Hirnnerv): Der Nervus glossopharyngeus verlässt das Gehirn hinter der Oliva (eine seitlich von der Medulla oblongata liegende Vorwölbung des verlängerten Rückenmarks im Rautenhirn). Von dort zieht er durch das Foramen jugulare (eine Öffnung an der Schädelbasis zwischen Hinterhaupts- und Felsenbein) zur äußeren Schädelbasis.
- Nervus vagus (10. Hirnnerv): Der Nervus vagus tritt aus der Medulla oblongata aus und zieht zwischen zwei Gefäßen, der Vena jugularis und der Arteria carotis interna, nach unten in die Brusthöhle. Der rechte Nervus vagus verläuft dann weiter vor der Schlüsselbeinarterie zur rechten Seite der Luftröhre, wobei er einen Ast (Nervus laryngeus recurrens) abgibt, der sich um die Arterie windet. Von der Luftröhre zieht der Nervus vagus weiter hinter den rechten Bronchus bis zur Rückseite der Speiseröhre und zur Rückseite des Magens. Der linke Nervus vagus zieht zwischen der Arteria carotis communis und der Schlüsselbeinarterie zum Aortenbogen, gibt dann nach hinten und oben einen Ast (Nervus laryngeus recurrens) ab und gelangt hinter dem Lungenhilus zur vorderen Fläche der Speiseröhre und des Magens. Im weiteren Verlauf gibt er noch im Kopfteil einen Ast ab, der zur Dura mater zieht. Ein weiterer Ast zieht zur Ohrmuschel, zum Trommelfell und zum äußeren Gehörgang.
- Nervus accessorius (11. Hirnnerv): Der Nervus accessorius entspringt aus dem Halsmark mit sechs bis sieben Spinalwurzeln (Radices spinales), die sich im Wirbelkanal vereinigen. Durch das große Hinterhauptsloch tritt er in den Schädel ein und vereint sich mit Ästen des Nervus vagus, mit dem zusammen er durch das Drosselloch in der hinteren Schädelgrube wieder austritt. Danach teilt er sich in zwei Äste, die den Kopfnicker- und den Trapezmuskel versorgen.
- Nervus hypoglossus (12. Hirnnerv): Die motorischen Fasern des Nervus hypoglossus beginnen mit zehn bis 15 Wurzelfäden in der Medulla oblongata. Diese werden dann zu zwei Bündeln gesammelt, die durch die Dura mater gehen und im sogenannten Canalis hypoglossi aus dem Schädel austreten.
Mögliche Probleme und Erkrankungen der Hirnnerven
Verletzungen oder Erkrankungen der verschiedenen Hirnnerven und ihrer Äste können unterschiedlichste Folgen haben - je nachdem, welche Aufgabe die betreffenden Nervenfasern erfüllen.
- Schädigungen des Nervus olfactorius (I): Führen zu Ausfällen beim Geschmacksempfinden.
- Entzündungen des Nervus opticus (II): Verschlechtern die Sehkraft. Eine Optikusatrophie ist eine Degeneration der Fasern des Sehnervs durch Druck, den zum Beispiel ein Tumor verursachen kann.
- Neurovaskuläre Kompressionssyndrome: Funktionelle Störungen einzelner Hirnnerven, wie die Trigeminusneuralgie (N. trigeminus) oder der Hemispasmus facialis (N. facialis).
Trigeminusneuralgie
Bei der klassischen Trigeminusneuralgie wird der Nervus trigeminus, der unter anderem Berührungsreize aus dem Gesicht zum Gehirn leitet, durch ein Blutgefäß in der Nähe des Hirnstamms bedrängt, wodurch es zu den typischen sehr heftigen und nur kurz anhaltenden einschießenden Schmerzen im Gesicht kommen kann.
Ursachen
Die Ursache einer Neuralgie liegt in der Schädigung des Nervs oder seines Kerngebietes durch:
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- Kompression („Quetschung“) durch Gefäße, Tumoren oder anderes Gewebe
- Entzündungen, zum Beispiel hervorgerufen durch Herpes zoster (Gürtelrose) oder Multiple Sklerose
- Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus
- Strahlung
- Verätzungen, z.B. durch giftige Gasen
- Nach Verletzungen / Traumata
- Idiopathisch (das heißt, man findet keine fassbare Ursache)
Therapie
Bei Neuralgien ergeben sich je nach Ort und Ursache der Nervenschädigung unterschiedliche Therapiemöglichkeiten. In der Regel wird man erst eine medikamentöse Behandlung mit speziellen Medikamenten versuchen (Antiepileptika, Antidepressiva). Die klassische Trigeminusneuralgie (idiopathisch) wird medikamentös behandelt. Vorab sind diagnostisch die symptomatischen Formen auszuschließen, was meist durch ein spezielles neuroradiologisches MRT erfolgen kann.
In sehr schweren oder medikamentös resistenten Fällen bzw. im Falle eines mechanisch komprimierten (gequetschten) Nervs gibt es die Möglichkeit einer operativen Behandlung. Die früheren Methoden der Verödung der Ganglien (Nervenknoten) an der Schädelbasis werden nicht mehr angewandt, da es eine hervorragende mikroneurochirurgische Technik mit sehr hoher Erfolgsquote gibt, die sogenannte „Janetta Operation“.
Bei der Trigeminus-Neuralgie wird eine solche mikrochirurgische Dekompression in der hinteren Schädelgrube vorgenommen.
Occipitalis-Neuralgie
Bei der Occipitalis-Neuralgie kommt es durch Irritationen oder Reizung eines der beiden Hinterhauptnerven (Occipitalnerven, Nervus occipitalis major und Nervus occiptalis minor) zu scharfen, einschießenden und stechenden Schmerzen im Bereich von Hinterhaupt (Os occipitale) und Nacken. Manchmal strahlt der Schmerz auch in Richtung Auge aus.
Die Ursachen einer Occipitalis-Neuralgie sind vielfältig. So können die Nervenwurzeln, aus denen die Hinterhauptnerven hervorgehen, durch arthrotische Veränderungen an der Halswirbelsäule (Spondylarthrose) eingeengt werden. Weitere Ursachen sind Verletzungen der Nerven, Tumoren im Bereich des Nervens oder Infektionen. Manchmal wird der Nerv in seinem Verlauf auch durch benachbarte Arterien komprimiert und geschädigt.
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Leider spricht die Occipitalis-Neuralgie auf eine medikamentöse Behandlung oft nicht an. Therapeutisch wird dann eine lokale Nervenblockade empfohlen. Bei starken Beschwerden und einem nachgewiesenen Gefäß-Nerv-Kontakt kann eine mikrochirurgische Operation zur Entlastung des Nerven (Neurolyse) helfen.
Kleinhirnbrückenwinkel und hintere Schädelgrube
Schwindel und Hörminderung sind manchmal die ersten Zeichen eines zwischen Hirnstamm und Kleinhirn (Kleinhirnbrückenwinkel) gelegenen Krankheitsherdes. Die Tumoren, die ca. 8% der Neubildungen im Schädel ausmachen, bleiben dank der Kernspintomographie (MRT) und der Computertomographie (CT), u.a. Das liegt an einer Besonderheit dieser Region: hier befinden sich auf engstem Raum die zentralen Anteile von 10 der insgesamt 12 Hirnnerven.
Größere Tumore können auch das Kanalsystem für die Ableitung des Hirnwassers (Ventrikelsystem) blockieren und so einen Stau der Hirnflüssigkeit (Hydrozephalus) verursachen. Ohne Behandlung kann es zu dauerhaften Funktionsverlusten bis hin zu einer Schädigung der lebenswichtigen Zentren im Hirnstamm kommen.
Aufgrund der unterschiedlichen Beschaffenheit von Krankheitsherden bestehen grundsätzlich mehrere Möglichkeiten. Bei langsam wachsenden Tumoren besteht oft medizinisch kein unmittelbarer Zeitdruck und man kann Kontrolluntersuchungen abwarten. Manchmal werden abschwellende oder wachstumshemmende Medikamente eingesetzt. Gefäßreiche Prozesse sind geeignet für eine Behandlung mit Kathetern (Embolisation). Grundsätzlich wird eine Operation zur Beseitigung des Krankheitsherdes angestrebt. Dies gilt insbesondere dann, wenn andere Behandlungen weniger wirksam sind, zu starke Nebenwirkungen hervorrufen oder die Diagnose in Frage steht.
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