Krampfadern sind ein weit verbreitetes Problem, das sowohl ästhetische als auch gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Glücklicherweise gibt es verschiedene Verfahren, um Krampfadern und Besenreiser zu behandeln. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Nerven-, Haut- und Venenverödungsverfahren, einschließlich Lasertherapie, Sklerotherapie und anderer minimal-invasiver Techniken.
Einführung
Krampfadern, auch Varizen genannt, sind erweiterte, geschlängelte Venen, die meist an den Beinen auftreten. Sie entstehen, wenn die Venenklappen nicht mehr richtig funktionieren und das Blut in den Venen staut. Besenreiser sind kleine, rote oder blaue Äderchen, die sich in der Hautoberfläche befinden und oft als kosmetisch störend empfunden werden. Eine Venenschwäche (venöse Insuffizienz) liegt vor, wenn die Venen nicht mehr in der Lage sind, das Blut ausreichend zum Herzen zurückzutransportieren.
Lasertherapie zur Verödung von Venen
Die Lasertherapie ist eine schonende Alternative zum traditionellen Venenstripping. Bei diesem Verfahren wird ein Katheter in die Vene eingeführt und das krankhaft erweiterte Gefäß durch die Hitze des Lasers verschlossen. Da keine Hautschnitte erforderlich sind und die Behandlung ambulant durchgeführt werden kann, gilt die Lasertherapie als schonendes Verfahren zur Entfernung von Krampfadern.
Ablauf der Lasertherapie
- Diagnose: Vor dem Eingriff erfolgt eine sorgfältige Diagnose per Doppler-Ultraschall, um die Ausprägung und den Verlauf der erkrankten Venen zu untersuchen. Der Gefäßarzt zeichnet den Verlauf der Krampfader auf der Haut an.
- Katheterisierung: Ein sehr dünner, biegsamer Katheter wird in das Venensystem eingebracht und in die richtige Position geschoben.
- Lokalanästhesie: Das Unterhautfettgewebe rund um die Krampfader wird mit einem Lokalanästhetikum betäubt. Die sogenannte Tumeszenz-Lösung schützt das umliegende Gewebe vor der Hitze des Lasers und wirkt entzündungshemmend.
- Laserbehandlung: Der Arzt zieht den Katheter langsam zurück, währenddessen der Laser die Gefäßinnenwände der Krampfader erhitzt und zerstört. Im Idealfall wird die Vene innerhalb von einigen Wochen komplett vom Körper abgebaut.
- Nachsorge: Nach dem Eingriff wird die Einstichstelle mit einem Pflaster versorgt und ein Kompressionsstrumpf angelegt.
Was gilt es nach der Laserbehandlung zu beachten?
- Die Patienten können sich sofort nach der Behandlung wieder ganz normal bewegen.
- Empfehlenswert sind kleine Spaziergänge, die den Blutfluss anregen und das Thromboserisiko senken.
- Mindestens eine Woche lang sollte ein Kompressionsstrumpf getragen werden.
- Der Arzt kontrolliert das Ergebnis einige Tage nach der Behandlung per Ultraschall und prüft, ob Komplikationen aufgetreten sind.
Vorteile der Lasertherapie
- Die Behandlungsergebnisse sind ähnlich gut wie beim Venenstripping.
- Keine belastende Narkose
- Keine Narben
- Geringere Infektionsgefahr
- Weniger Schmerzen
- Seltenere Blutergüsse und Nervenschäden
- Patienten müssen nicht krankgeschrieben werden
Risiken und Nebenwirkungen
Die Krampfader-Entfernung per Laser ist ein schonendes Verfahren, das nur selten zu Komplikationen führt. Diese Nebenwirkungen können in seltenen Fällen auftreten:
- Verbrennungen der Haut
- Schmerzen oder Blutergüsse an der Einstichstelle oder entlang der Vene
- Gefühlsstörungen der Haut, die rasch wieder abklingen
- Oberflächliche Thrombosen der Seitenastvenen
- Sehr selten tiefe Venenthrombosen
- Sehr selten kann eine allergische Reaktion auf das Lokalanästhetikum auftreten
Die zerstörte Vene kann nach der Behandlung unter der Haut gummiartig tastbar sein. Diese Erscheinung verschwindet aber nach einiger Zeit von selbst.
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Eignung für Laserbehandlung
Fast alle Patienten, die unter venöser Insuffizienz leiden, können diese mit minimal-invasiven Verfahren wie Lasertherapie oder Radiowellentherapie behandeln lassen.
Laserbehandlung von Besenreisern
Besenreiser können mit einem speziellen Lasergerät entfernt werden. Dabei wird monochromatisches Laserlicht auf die feinen, erweiterten Venen gerichtet. Das Blut in den Besenreisern erhitzt sehr stark und das feine Gefäß wird verschlossen. Allerdings gilt laut Leitlinie der European Society for Laser Dermatology (ESLD) die Sklerotherapie als Goldstandard zur Entfernung von Besenreisern, da sie sich als wirksamer und schonender erwiesen hat.
Kostenübernahme durch Krankenkassen
Die privaten Krankenkassen übernehmen die Lasertherapie in der Regel. Viele gesetzliche Krankenkassen haben Qualitätsverträge abgeschlossen und erstatten die Behandlung ebenso. Es ist ratsam, sich vor der Behandlung zu erkundigen, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt.
Sklerotherapie: Verödung von Venen
Die Sklerotherapie ist ein chemisches Verfahren zur Verödung von Gewebe, in den meisten Fällen von Venen. Sie wird häufig zur Therapie der Krampfadern im Bein, aber auch bei Hämorrhoiden oder erweiterten Venen in der Speiseröhre angewendet. Bei der Sklerosierung wird ein Medikament in die betroffene Vene gespritzt, die eine Reizung der inneren Venenwand bewirkt. Dies führt zu einem Umbauprozess und letztlich zum Abbau des erkrankten Gefäßes. Neben dem therapeutischen Einsatzgebiet können auch kleine erweiterte Venen in der obersten Hautschicht (z.B. Besenreiser) verödet werden.
Ablauf der Sklerotherapie
- Untersuchung: Vor der Sklerotherapie werden bildgebende Verfahren und Funktionsuntersuchungen durchgeführt, um die optimale Planung der Therapie zu gewährleisten.
- Information: Der Patient erhält alle wichtigen Informationen zum Ablauf und zu den möglichen Risiken der Sklerosierung.
- Durchführung: Der Patient legt sich hin, und die richtige Dosis des Verödungsmittels wird in Abhängigkeit vom Körpergewicht berechnet.
- Verödung: Der Arzt reinigt die Haut über der Einstichstelle mit einer Desinfektionslösung und spritzt das Verödungsmittel in die Vene. Bei der Schaumsklerosierung wird das Verödungsmedikament mit Luft oder Kohlendioxid gemischt, um einen feinblasigen Schaum zu erzeugen.
- Nachsorge: Nach der Sklerosierung wird die Hautwunde mit einem Pflaster abgedeckt, und das behandelte Bein wird mit einem Kompressionsstrumpf oder Kompressionsverband komprimiert.
Arten der Sklerotherapie
- Flüssig-Sklerotherapie: Bei der Flüssig-Sklerotherapie wird ein flüssiges Verödungsmittel (z.B. Polidocanol) direkt in die Vene injiziert. Diese Methode eignet sich vor allem für kleinere Venenstücke oder kurzstreckige Gefäßerweiterungen.
- Schaum-Sklerotherapie: Bei der Schaum-Sklerotherapie wird das Verödungsmedikament mit Luft oder Kohlendioxid zu einem Schaum vermischt. Dieser Schaum verdrängt das Blut in der Vene und ermöglicht eine bessere Verteilung des Medikaments. Die Schaum-Sklerotherapie eignet sich besonders für langstreckige Aussackungen der Venen.
- Ultraschallgesteuerte Schaum-Sklerotherapie: Bei der ultraschallgesteuerten Schaum-Sklerotherapie wird die Injektion des Schaums unter Ultraschallkontrolle durchgeführt. Dies ermöglicht eine gezieltere Behandlung von größeren, tiefer gelegenen Krampfadern.
Risiken der Sklerotherapie
Obwohl die Sklerotherapie zu den Standardverfahren in der Behandlung krankhaft veränderter Gefäße zählt, können Probleme auftreten. Dazu zählen:
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- Verletzung oder Durchstoßen der Gefäßwand mit Blutung
- Infektionen
- Entzündungsreaktionen mit Hautrötung („Matting“)
- Vorübergehende bräunliche Verfärbung der umliegenden Haut
- Rötungen an der Einstichstelle
- Wundheilungsstörungen
- Schäden am Gewebe (Abszesse, Absterben von Zellen)
- Schädigung von Nerven, selten auch bleibend
- Allergische Reaktionen oder Unverträglichkeit auf verwendete Materialien und Medikamente
- Vorübergehende Sehstörungen (Flimmern)
- Migräneanfall (bei Betroffenen mit Migräne in der Vorgeschichte)
- Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose)
Was muss ich nach einer Sklerosierung beachten?
Nach der Sklerosierung ist es ganz normal, dass an der Einstichstelle kleine Schwellungen mit Spannungsgefühl, blaue Flecken oder Hautrötungen auftreten. Diese sind vorübergehend und verschwinden im Normalfall nach wenigen Tagen. In folgenden Fällen sollten Sie sich allerdings ärztlich untersuchen lassen:
- Bei stärker werdenden, pochenden Schmerzen
- Bei starker Rötung, Schwellung oder Heißwerden des behandelten Bereichs
- Bei Druckschmerz oder brennendem Hautgefühl durch Verbände
- Bei Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Fuß
- Bei bläulicher oder dunkler Verfärbung der Haut
- Bei Fieber von mehr als 38° C, da dies auf eine Infektion hinweisen kann
Weitere minimal-invasive Verfahren zur Venenverödung
Neben der Lasertherapie und der Sklerotherapie gibt es noch weitere minimal-invasive Verfahren zur Venenverödung, wie z.B.:
- Radiofrequenztherapie: Bei der Radiofrequenztherapie wird die Vene mit Radiowellen erhitzt und verschlossen.
- Venenkleber: Bei der Venenkleber-Methode wird ein spezieller Klebstoff in die Vene injiziert, um sie zu verschließen.
- Clarivein®-Katheter-Verfahren: Bei diesem Verfahren wird eine Sonde in das Blutgefäß eingeführt und ein Verödungsmittel appliziert. An der Spitze des Katheters rotiert ein dünner Draht, der die Blutgefäßwand aufraut, damit das Verödungsmittel effektiver wirken kann.
Vorbeugung von Krampfadern
Ganz verhindern lassen sich Krampfadern nicht, aber Sie können trotzdem viel für die Gesundheit des Venensystems tun:
- Sorgen Sie für eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse und Vollwertkost. Meiden Sie Zucker, Fertigprodukte und Alkohol.
- Spazierengehen, leichter Ausdauersport und spezielle Venengymnastik helfen dabei, die Durchblutung der Venen zu fördern. Meiden Sie am besten lange Sitzen und Stehen.
- Achten Sie auf Ihr Gewicht.
- Regelmäßiger Ausdauersport, insbesondere Gehen, stärkt die Beine und aktiviert die Muskelpumpe, die wichtig für den Blutfluss ist.
- Das Tragen von Schuhen mit Absätzen über 7 cm und das Überschlagen der Beine beim Sitzen sollten vermieden werden.
- Unterbrechen Sie langes Sitzen durch regelmäßige kurze Spaziergänge und tragen Sie lockere Kleidung, besonders an den Beinen.
- Bei Beschwerden wie Schweregefühl und Schwellungen helfen das Hochlegen der Beine und das Tragen von speziellen Reisestrümpfen, um eine Reisethrombose zu verhindern.
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