Neuralgie, oft als stechender, brennender oder bohrender Schmerz wahrgenommen, ist mehr als nur ein physisches Leiden. Aus spiritueller Sicht kann sie als ein Zeichen des Körpers interpretiert werden, das auf tieferliegende emotionale oder mentale Ungleichgewichte hinweist. Dieser Artikel beleuchtet die spirituelle Bedeutung von Nervenschmerzen und bietet Ansätze zur ganzheitlichen Heilung.
Die physische und energetische Ebene der Neuralgie
Auf der physischen Ebene entsteht Neuralgie durch eine Unterbrechung des harmonischen Energieflusses in den Nervenbahnen. Dies kann durch Schädigungen der Nervenfasern, Entzündungen oder andere physische Ursachen bedingt sein. Energetisch betrachtet manifestiert sich dies als Blockade oder Störung im Fluss der Lebensenergie, was zu Taubheitsgefühlen oder plötzlichen, heftigen Schmerzimpulsen führen kann.
Innere Ursachen von Nervenschmerzen
Häufig liegen die Ursachen von Neuralgie in inneren Konflikten, Ängsten oder belastenden Denkmustern. Diese inneren Anteile können die Nerven so stark belasten, dass sie Schmerzen verursachen oder sogar geschädigt werden. Ein zweiter innerer Anteil kann entstehen, der die Funktion der Nervenfasern außer Kraft setzt und aufzeigt, was wir unseren Nerven zumuten.
Die zentrale Frage bei Neuralgie lautet daher: Welche Denkmuster oder Ängste belasten meine Nerven? Oft werden diese Muster oder Ängste nicht als belastend wahrgenommen, da sie als normal empfunden werden, weil man es immer so gemacht hat.
Spezifische Neuralgien und ihre spirituellen Botschaften
Gesichtsneuralgie (Trigeminusneuralgie)
Bei Gesichtsneuralgie, insbesondere der Trigeminusneuralgie, liegt oft eine Verhärtung der Gesichtszüge vor, um Emotionen zu verbergen. Aus Angst, dass andere die eigenen Emotionen im Gesicht lesen könnten, wird ein "versteinertes Gesicht" gezeigt. Dadurch wird die korrekte Funktion des Gesichtsnervs unterbunden, da die Kraft der eigenen Gedanken eingesetzt wird, um den Nerv "totzustellen".
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Die eigentliche Aufgabe des Trigeminusnervs wäre es, Informationen an die Gesichtsmuskeln weiterzuleiten, um Gefühle auszudrücken. Wenn dies verhindert wird, ist es nicht verwunderlich, wenn der Nerv nicht mehr richtig funktioniert. Um Heilung zu erfahren, sollte man sich fragen, warum man seine Gefühle nicht zeigen darf oder wovor man sich schützen möchte. Es kann auch sein, dass man den Gesichtsnerv "ausschaltet", um besser lügen zu können oder von anderen dazu gezwungen wird, weil diese angeblich nicht mit der Wahrheit umgehen können.
Neuralgie im Bein oder Fuß
Tritt die Neuralgie im Bein oder Fuß auf, deutet dies oft auf ein nerviges Thema hin, das bei Gedanken an die eigene Zukunft auftritt. Da wir mit unseren Füßen und Beinen in unsere Zukunft laufen, symbolisiert der Schmerz eine Blockade oder Angst in Bezug auf den eingeschlagenen Lebensweg.
Neuralgie im Hand- oder Armbereich
Neuralgie im Hand- oder Armbereich weist meist auf ein Thema im Umgang mit anderen Menschen hin. Verpflichtungen, Druck oder ein Gefühl der Machtlosigkeit können den letzten Nerv rauben.
Intercostalneuralgie (Brustkorb)
Im Bereich des Brustkorbes (Intercostalneuralgie) können Ängste den Brustbereich einschrumpfen lassen. Innere Anteile wollen einen kleiner schrumpfen lassen, damit man unauffälliger wird. Es ist ratsam, sich zu fragen, welche unbewussten Ängste einen so sehr erdrücken, dass man sein Leben lieber zu einem unauffälligen, monotonen Brei hat werden lassen, anstatt sich mit stolzer, geschwellter Brust dem Leben darzubieten.
Chinesische Medizin und Neuralgie
Die Chinesische Medizin betrachtet Neuralgie als Ausdruck einer tieferliegenden Disharmonie im Körper. Bei Neuralgien nach Herpes zoster wird beispielsweise eine immunologische, stoffwechselbedingte oder psychische Dauerüberforderung als Ursache angesehen. Diese führt zu einer "Bluthitze-Entwicklung", bei der Immunprozesse über Jahre hinweg die Schleimhautebene schädigen und in tiefere Schichten des Organismus getragen werden.
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Bei der Trigeminus-Neuralgie sieht die Chinesische Medizin andere Ursachen. Hier ist der Kopf ein bevorzugtes Angriffsziel für Wind und Kälte, welche Entzündungen verursachen. Entzündungen im Kopfbereich wiederum sind oft der Nährboden, auf dem sich eine Neuralgie entwickelt.
Die Rolle des Vagusnervs
Der Vagusnerv, der längste der zwölf Hirnnerven, spielt eine zentrale Rolle für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Er ist Teil des Parasympathikus und für die Funktion nahezu aller inneren Organe mitverantwortlich. Ein starker Vagusnerv fördert Tiefenentspannung, beeinflusst unsere Schlafqualität und kann Ursache vieler Erkrankungen als auch für deren Heilung sein.
Nach der Polyvagal-Theorie gibt es einen vorderen und einen hinteren Vagusnerv. Der vordere Vagus reagiert schneller und ist für Selbstheilung, Erholung, Verdauung, Kontakt und Kommunikation zuständig. Ist dieser überfordert, tritt der Sympathikus in Aktion und der Organismus geht in den Kampf-oder-Flucht-Modus. Der hintere Vagus fährt alle Funktionen herunter und der Organismus erstarrt.
Durch die vielen Dauerbelastungen, denen wir heute unterliegen, entwickelt sich bei vielen Menschen ein Ungleichgewicht. Der vordere Vagus wird immer schwächer, während Sympathikus oder hinterer Vagus aktiver werden. Damit einhergehen körperliche und mentale Belastungen, die sich auf die Gesundheit niederschlagen können.
Strategien zur Aktivierung des Vagusnervs
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Vagusnerv zu aktivieren und die Herzratenvariabilität (HRV) zu verbessern:
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- Stressfaktoren identifizieren und reduzieren: Eine Liste der Stressoren erstellen und diese in äußere, innere und soziale Stressoren unterteilen. Anschließend Strategien entwickeln, um die jeweiligen Stressfaktoren zu reduzieren.
- Tägliche Übungen für Zwischendurch:
- Atmen: Tiefes Ein- und Ausatmen stimuliert den Vagusnerv und senkt Herzfrequenz und Blutdruck. Die Zwerchfellatmung ist besonders effektiv.
- Singen, Gurgeln und Summen: Fördert den Vagusnerv.
- Kurzmeditation: Positive Affirmationen in Kombination mit tiefem Atmen fördern den Vagusnerv.
- Lachen: Ein Stärkungsmittel, das mittlerweile sogar in Kliniken genutzt wird.
- Kurze Kältereize: Am Schluss der Dusche noch mal einen Schwall kaltes Wasser über den Körper laufen lassen.
- Instrumente für eine dauerhaft entspanntere Lebensgrundhaltung:
- Yoga, Qi Gong und andere Entspannungstechniken
- Meditation
- Sport
- Massagen, Osteopathie und Craniosacrale Therapie
- Ausreichender und erholsamer Schlaf
- Ernährung: Langsames, langes und aufmerksames Kauen verbessert die Aufnahme von Nährstoffen.
Die Rolle der Spiritualität
Spiritualität kann für Menschen mit chronischen Schmerzen ein wichtiger Faktor zur Bewältigung sein. Studien haben gezeigt, dass religiöse Menschen seltener unter chronischen Schmerzen leiden und Gebet sowie das Aufsuchen seelischen Beistandes häufig als Bewältigungsmechanismen genannt werden.
Die Hirnforschung hat zudem gezeigt, dass bestimmte Hirnareale, wie das periaquäduktale Grau, an religiösen Gefühlen beteiligt sind. Dies deutet darauf hin, dass Spiritualität tief im menschlichen Gehirn verwurzelt ist und mit Ängsten, Krankheit und Gesundheit zusammenhängt.
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