Nerven- und Sehnenabriss im Oberschenkel: Ursachen, Symptome und Behandlung

Muskel- und Sehnenverletzungen im Oberschenkelbereich sind häufige Ursachen für Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Sie können durch verschiedene Faktoren verursacht werden, von akuten Verletzungen bis hin zu chronischen Überlastungen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von Nerven- und Sehnenabrissen im Oberschenkel, um Betroffenen ein besseres Verständnis ihrer Erkrankung zu ermöglichen und ihnen bei der Wahl der geeigneten Therapie zu helfen.

Muskelverletzungen im Oberschenkel

Ursachen von Muskelfaserrissen

Ein Muskelfaserriss entsteht, wenn Muskelfasern überdehnt werden und reißen. Dies geschieht besonders häufig in den zweigelenkigen Muskeln der Oberschenkelrückseite (ischiokrurale Muskulatur) und Oberschenkelvorderseite (M. rectus femoris), da diese beim Laufen gegenläufige Bewegungen koordinieren müssen. Die plötzlichen, starken Belastungen, die bei abrupten Bewegungsabläufen auftreten, stellen die häufigste Ursache für einen Muskelfaserriss dar.

Weitere Ursachen können sein:

  • Fehlendes muskuläres, statisches Gleichgewicht und eingeschränkte Koordination
  • Müde und überlastete Muskeln
  • Unterkühlte Muskeln bei Kälte oder nach nicht ausreichender Aufwärmphase
  • Schlag oder Tritt gegen den Muskel
  • Nicht ausgeheilte Vorverletzungen

Symptome eines Muskelfaserrisses

Ein Muskelfaserriss äußert sich durch plötzlich auftretende, heftige Schmerzen im betroffenen Bereich nach abrupten, schnellen und kräftigen Bewegungen. Weitere typische Symptome sind:

  • Sicht- und tastbare Delle am Muskel, später Schwellung an dieser Stelle
  • Druck- und Dehnungsschmerzen
  • Entstehung eines Blutergusses (Hämatom)
  • Je nach Ausprägung: Funktionseinschränkungen, vor allem in Hinblick auf die Kraft- und Dehnfähigkeit des Muskels

Behandlung eines Muskelfaserrisses

Als Sofortmaßnahme bei Verdacht auf einen Muskelfaserriss sollte die P.E.C.H.-Regel angewendet werden:

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  • P = Pause: Sofortige Unterbrechung der Aktivität
  • E = Eiskühlen: Auflegen von Coolpacks oder Eisbeuteln
  • C = Compression: Anlegen eines Druckverbands
  • H = Hochlagern: Hochlagern des betroffenen Beins

Die weitere Behandlung besteht zumeist aus Schonung des verletzten Muskels, Kühlung und entzündungshemmenden Schmerzmitteln. Gegebenenfalls können Massagen und Physiotherapie die Heilungsdauer verkürzen und das Muskelgewebe schnell wieder kräftigen.

Vorbeugung von Muskelfaserrissen

Sportler können viel dafür tun, um Muskelfaserrissen vorzubeugen:

  • Die Muskulatur vor dem Sport immer aufwärmen und dehnen.
  • Die hintere Oberschenkelmuskulatur kräftigen und die vorderen Muskeln dehnen.
  • Allgemeines Koordinationstraining durchführen und wichtige Bewegungsmuster abrufen und erlernen.
  • Ausreichend Erholungszeiten gönnen, um das Verletzungsrisiko zu minimieren.

Übungen zur Vorbeugung von Muskelfaserrissen

Die folgenden Übungen können gut vor und nach dem Sport zur Vorbeugung von Muskelfaserrissen und anderen Sportverletzungen angewendet werden:

  • Oberschenkel dehnen: Im Ausfallschritt den vorderen Oberschenkel dehnen.
  • Wade dehnen: Die Fußspitze nach oben ziehen und den Oberkörper nach vorne beugen.
  • Wade aufwärmen: Auf die Zehen stellen und die Wadenmuskeln anspannen.

Sehnenrisse im Oberschenkel

Ursachen von Sehnenrissen

Sehnenrisse im Oberschenkel können durch akute Gewaltanwendung oder durch Abnutzung vorgeschädigte Sehnen entstehen, die dann übermäßiger Belastung ausgesetzt werden. Risikofaktoren sind:

  • Unzureichendes Aufwärmen und Dehnen
  • Vorschädigung der Sehne durch wiederholte kleinere Verletzungen oder dauerhafte Überlastung
  • Chronische Erkrankungen wie Gicht oder Diabetes mellitus
  • Längerfristige Einnahme von Anabolika

Arten von Sehnenrissen im Oberschenkel

  • Quadrizeps-Sehnen-Ruptur: Riss der Sehne, die den Oberschenkelstrecker (Quadrizeps) mit der Kniescheibe (Patella) verbindet.
  • Patellarsehnenruptur: Riss des Bandes, das von der Patella zum Unterschenkel führt.
  • Bizepssehnenruptur: Riss einer der Sehnen, die den Armbeugermuskel (Bizepsmuskel) an der Schulter oder am Unterarm befestigen.

Symptome eines Sehnenrisses

Die Symptome bei einem Sehnenriss treten typischerweise plötzlich und sofort nach der Ruptur auf. Im Vordergrund stehen meist weniger die Schmerzen als der funktionale Ausfall. Weitere Symptome sind:

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  • Schwellungen und Blutergüsse
  • Verlagerung des Muskelbauchs (bei Bizepssehnenriss)
  • Tastbare Delle oberhalb oder unterhalb der Kniescheibe (bei Quadrizeps- oder Patellarsehnenruptur)
  • Unfähigkeit, das Knie aktiv zu strecken (bei Quadrizeps- oder Patellarsehnenruptur)

Diagnose eines Sehnenrisses

Bei Verdacht auf einen Sehnenriss wird ein Orthopäde oder Unfallchirurg aufgesucht. Die Diagnose erfolgt anhand der typischen Symptome, der Prüfung der Muskelfunktion und Beweglichkeit sowie bildgebenden Verfahren wie Ultraschall oder Magnetresonanztomografie (MRT).

Behandlung eines Sehnenrisses

Ein Sehnenriss wird prinzipiell sowohl konservativ als auch operativ behandelt. Welches Therapieverfahren im Einzelfall zu bevorzugen ist, hängt vor allem von der betroffenen Sehne ab.

Konservative Behandlung

  • Ruhigstellung und Entlastung der betroffenen Extremität
  • Kühlung zur Schmerzlinderung und Reduktion von Schwellungen
  • Schmerzmittel zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen
  • Physiotherapie zur Wiederherstellung der Beweglichkeit und Kräftigung der Muskulatur

Operative Behandlung

Ist die Sehne komplett entzweigerissen, verbindet der Arzt die beiden Enden während der Operation wieder miteinander. Je nach Art der Verletzung kommen auch Sehnendurchflechtungen und Drahtnähte infrage. Um eine Sehne wieder am Knochen zu befestigen (Reinsertion), stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung: Naht, Einhängen oder Verankern am Knochen und Umschlingen des Knochens.

Nachbehandlung nach einer Sehnenriss-Operation

Nach einer Sehnenriss-Operation ist eine konsequente Nachbehandlung entscheidend für den Heilungserfolg:

  • Hochlagerung und Kühlung der betroffenen Extremität
  • Wundkontrolle beim Arzt
  • Teilweise Belastung der Extremität in den ersten Wochen
  • Thrombosespritzen zur Vorbeugung von Blutgerinnseln
  • Physiotherapie zur Mobilisation und Kräftigung der Muskulatur

Prognose nach einem Sehnenriss

Ein Sehnenriss lässt sich in den meisten Fällen so gut behandeln, dass der Großteil der Betroffenen den Alltag problemlos bewältigt. Die genaue Prognose und Heilungsdauer sind jedoch abhängig von der Art des Sehnenrisses und der Behandlungsart. Werden Sehnenverletzungen verschleppt und nicht behandelt, drohen dauerhafte Bewegungseinschränkungen des entsprechenden Muskels.

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Sehnenentzündungen im Oberschenkel

Ursachen von Sehnenentzündungen

Eine Sehnenentzündung des Oberschenkels entsteht, wenn eine oder mehrere Sehnen der Oberschenkelmuskulatur schmerzhaft entzündet sind. Dies tritt häufig im Rahmen von Überbelastungen beim Training und Fehlstellungen auf.

Symptome einer Sehnenentzündung

  • Dumpfer, drückender Schmerz
  • Punktueller Schmerz direkt am Sehnenansatz
  • Verstärkter Schmerz bei Bewegung
  • Steifigkeit und Schwäche des Muskels

Diagnose einer Sehnenentzündung

Die Diagnose einer Sehnenentzündung des Oberschenkels erfolgt durch eine klinische Untersuchung, eine Ultraschalluntersuchung und gegebenenfalls eine MRT-Untersuchung.

Behandlung einer Sehnenentzündung

  • Schonung und Kühlung
  • Entzündungshemmende Schmerzmittel
  • Leichte Dehnübungen und Bewegung
  • Stoßwellentherapie
  • Osteopathie
  • Kinesiotaping

Übungen bei Sehnenentzündungen

Die Übungen hängen von der Lokalisation der betroffenen Sehne ab. Eine Entzündung der Sehne des M. biceps femoris muss komplett anders behandelt werden als eine Quadrizepssehnenentzündung oder die Entzündung der M. gluteus medius Sehne.

Psoas-Syndrom

Ursachen des Psoas-Syndroms

Das Psoas-Syndrom bezeichnet eine Reizung bzw. Entzündung der Iliopsoas-Sehne und des unter dieser gelegenen Schleimbeutels. Die häufigste Ursache für eine Sehnenreizung des Lenden-Darmbein-Muskels ist eine akute Verletzung oder eine Überlastung aufgrund zu häufiger Hüftbeugungen.

Symptome des Psoas-Syndroms

  • Schmerzen vorne an der Hüfte oder in der Leiste
  • Ausstrahlung der Schmerzen nach unten zur Oberschenkelvorderseite bis zum Knie
  • Schnappen in der Hüfte oder Leiste („schnappende Hüfte“)
  • Schmerzen im vorderen Knie oder im unteren Rücken

Behandlung des Psoas-Syndroms

  • Kühlung
  • Ruhe
  • Entzündungshemmende Mittel (NSAR)
  • Leichte Dehnübungen
  • Kortisoninjektion (ggf.)
  • Chirurgischer Eingriff (selten)

Trainingsbehandlung des Psoas-Syndroms

  • Dehnübungen des Lenden-Darmbein-Muskels und des geraden Oberschenkelmuskels
  • Kräftigungsübungen für den Lenden-Darmbein-Muskel, die Bauchmuskeln sowie die vordere und die rückseitige Oberschenkelmuskulatur

Sehnenreizungen (Tendinopathien)

Ursachen von Tendinopathien

Sehnenreizungen (Tendinopathien) entstehen aufgrund wiederholter Fehlbelastungen. Risikofaktoren sind:

  • Mechanische Überlastung
  • Fehlstellungen in Gelenken
  • Muskuläre Ungleichgewichte
  • Zunehmendes Alter
  • Übergewicht
  • Entzündliche Erkrankungen
  • Bestimmte Medikamente

Symptome von Tendinopathien

  • Druck- und Anlaufschmerzen
  • Schmerzen bei Belastung
  • Kraftverlust
  • Eingeschränkte Beweglichkeit
  • Verdickung der Sehne

Behandlung von Tendinopathien

  • Schonung
  • Kälteanwendungen
  • Dehn- und Kräftigungsübungen
  • Physiotherapie
  • Massagen
  • Mobilisierungstechniken
  • Ultraschall- oder Stoßwellentherapie
  • Eigenbluttherapie (PRP)
  • Kortisoninjektionen (bei Bursitis)
  • Minimalinvasive Gewebeablation (bei chronischen Tendinopathien)
  • Offene Operation (bei stark geschädigter Sehne)

Vorbeugung von Sehnenreizungen

  • Regelmäßige Dehnübungen
  • Vermeidung von Überlastung
  • Ausgleich muskulärer Ungleichgewichte
  • Gewichtsreduktion (bei Übergewicht)

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