Eine Operation kann ein beängstigendes Ereignis sein. Viele Patienten erleben Angst und Nervosität im Vorfeld eines solchen Eingriffs. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, mit diesen Gefühlen umzugehen und sich auf die Operation vorzubereiten. Dieser Artikel bietet Ihnen umfassende Tipps und Informationen, wie Sie Ihre Nerven vor einer Operation beruhigen können.
Die Normalität der Angst vor einer Operation
Es ist völlig normal, vor einer Operation nervös zu sein. Ob es sich um die Angst vor dem Unbekannten, die Sorge um den Eingriff selbst oder die Narkose handelt, die Unsicherheit über den Genesungsprozess kann zu Aufregung führen. Tatsächlich fürchten sich viele Menschen mehr vor der Narkose als vor dem eigentlichen operativen Eingriff. Es ist wichtig zu akzeptieren, dass diese Gefühle berechtigt sind und es viele Möglichkeiten gibt, sie zu bewältigen.
Die Auswirkungen von Angst verstehen
Angst ist ein sehr starkes Gefühl, das tief in der biologischen Entwicklungsgeschichte des Menschen verwurzelt ist. Sie bereitet den Körper darauf vor, sich in riskanten Situationen zu verteidigen oder zu flüchten. Typische Symptome von Angst sind Herzklopfen, Herzrasen, Übelkeit, Kurzatmigkeit und Schlafstörungen. Für Menschen mit Herzerkrankungen können diese Symptome besonders beunruhigend sein. Angst kann sich auch zu körperlichem Stress verstärken und Schmerzen verschlimmern.
Es ist wichtig zu verstehen, dass die körperlichen Anzeichen der Angst in der Regel kein Zeichen dafür sind, dass sich eine Herzkrankheit verschlechtert. Angst kann jedoch problematisch werden, wenn sie dazu führt, dass man nicht alle wichtigen Informationen behält oder versteht.
Was Krankenhäuser tun können, um Ängste zu reduzieren
Viele Krankenhäuser bieten gezielte Hilfen an, um Patienten bei der Bewältigung ihrer Ängste zu unterstützen. Dazu gehören:
Lesen Sie auch: Diagnose von Schmerzen an der Außenseite des Knies
- Informationen: Wissen, was während der Operation passieren wird, kann die Unsicherheit verringern. Krankenhäuser bieten vielfältige Informationsquellen für unterschiedliche Bedürfnisse an.
- Gespräche mit Ärzten: Ein offenes Gespräch mit dem Arzt kann viele Missverständnisse ausräumen. Es ist ratsam, sich vor dem Arztbesuch eine Liste der Fragen aufzuschreiben.
- Aufklärung über die geplante Operation und die Narkose: Die Operateurin oder der Operateur ist verpflichtet, Sie vor dem Eingriff über den Ablauf und die Risiken aufzuklären. Viele Krankenhäuser verfügen über Videos oder andere Materialien mit Informationen über die Narkosearten.
- Seelische Unterstützung: Eine Betreuung durch Nahestehende hilft gegen die Angst, alleine gelassen zu werden. Krankenhäuser bieten oft Ansprechpartner wie Seelsorger, Sozialarbeiter oder Psychologen an.
- Reibungsloser Ablauf und gute Organisation: Kurze Wartezeiten und aufmerksames Personal verringern die Belastung. Mithilfe praktischer Informationen, wie einer Wegbeschreibung zum Krankenhaus und einem Klinikplan, kann unnötiger Stress vermieden werden.
Strategien zur Bewältigung von Angst vor der Operation
Es gibt viele persönliche Strategien, die Sie anwenden können, um Ihre Ängste vor einer Operation zu bewältigen.
Information und Planung
Sich umfassend zu informieren ist ein wichtiger Schritt, um Unsicherheiten zu reduzieren. Fragen Sie Ihren Arzt alles, was Ihnen auf dem Herzen liegt. Mit offenen Fragen in den OP zu gehen, sollte vermieden werden.
- Entscheidungshilfen nutzen: Für einige Krankheiten gibt es Entscheidungshilfen, die Ihnen helfen sollen, Ihre eigenen Vorstellungen mit den Vor- und Nachteilen der Operation abzugleichen.
- Zweite Meinung einholen: Scheuen Sie sich nicht, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen, um sich sicherer zu fühlen.
- Medizinische und persönliche Wünsche festhalten: Sie können medizinische oder persönliche Wünsche in Ihre Krankenakte eintragen lassen und festlegen, ob und in welchem Umfang Ihre Angehörigen und Ihr Freundeskreis informiert werden dürfen.
Entspannung und Ablenkung
Fast alle Maßnahmen, mit denen man sich in der Freizeit entspannen kann, werden auch zur Entspannung und Ablenkung vor Operationen empfohlen.
- Entspannungstechniken: Atemübungen, Meditation oder Übungen zur Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und die Nerven zu beruhigen. Es gibt eine große Auswahl an Tonträgern und Apps, die Entspannungstechniken anleiten.
- Musik hören: Mehrere Studien weisen darauf hin, dass Musikhören vor einer Operation die Angst lindern und zur Ablenkung beitragen kann. Hören Sie Ihre Lieblingsmusik oder beruhigende Musiktypen wie klassische Musik oder Harfenmusik.
- Ablenkung suchen: Beschäftigen Sie sich mit Aktivitäten, die Ihnen Freude bereiten, wie Lesen, Filme schauen oder Spaziergänge machen.
Unterstützung suchen
Es ist wichtig, sich nicht alleine mit seinen Ängsten auseinanderzusetzen.
- Gespräche mit Vertrauenspersonen: Sprechen Sie mit Freunden, Familie oder einem Therapeuten über Ihre Ängste und Sorgen.
- Psychologische Betreuung: Wenn Ihre Angst so stark ist, dass sie Ihnen nicht mehr aus dem Kopf geht, kann eine psychische Betreuung sinnvoll sein. Viele Krankenhäuser bieten psychologische Beratung an.
- Austausch mit anderen Patienten: Tauschen Sie sich mit Menschen aus, die bereits eine Operation hinter sich haben, um eine neue Perspektive zu gewinnen.
Medikamentöse Unterstützung
In einigen Fällen kann auch eine medikamentöse Unterstützung sinnvoll sein.
Lesen Sie auch: Nurvet Kautabletten Nerven: Die Inhaltsstoffe und ihre Wirkung.
- Beruhigungsmittel: Wer bereits am Abend vor der Operation im Krankenhaus ist, erhält auf Wunsch oft ein Schlafmittel oder ein Beruhigungsmedikament gegen die Aufregung. Oft werden Medikamente aus der Gruppe der Benzodiazepine eingesetzt.
- Melatonin: In einigen Kliniken wird zur Angstlösung auch das Schlafhormon Melatonin eingesetzt.
- Pflanzliche Mittel: Pflanzliche Wirkstoffe wie Baldrian, Melisse oder Passionsblume aus der Apotheke können beruhigen und entspannen.
Es ist wichtig, alle Medikamente, die Sie einnehmen, mit Ihrem Arzt zu besprechen, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden.
Weitere Tipps
- Rauchstopp: Wer raucht, hat nach Operationen häufiger mit Komplikationen zu tun. Auch wenn Sie erst kurz vor der Operation mit dem Rauchen aufhören, könnte dies den Sauerstoffgehalt im Gewebe erhöhen.
- Nüchtern bleiben: Halten Sie sich unbedingt an die Anweisungen des Arztes bezüglich der Nahrungsaufnahme vor der Operation.
- Körperpflege: Duschen Sie am Tag vor der Operation oder am Operationstag mit einfacher Seife oder antiseptischen Mitteln. Verzichten Sie auf Cremes, Make-up und Nagellack.
- Organisation: Organisieren Sie rechtzeitig Hilfe für die Zeit nach der Operation.
Spezielle Aspekte bei Kindern
Kinder sind im Allgemeinen sehr neugierig und wissbegierig, auch vor einer Operation. Es ist wichtig, Kinder altersgerecht über die Operation aufzuklären, um ihre Ängste zu reduzieren. Krankenhäuser versuchen seit einigen Jahren, gerade Operationen bei Kindern so angst- und schmerzfrei wie möglich zu gestalten.
Die Rolle der Anästhesie
Die Anästhesie spielt eine entscheidende Rolle bei der Minimierung von Angst und Schmerzen während der Operation.
- Vorgespräch mit dem Anästhesisten: Der Anästhesist klärt Sie über das Anästhesieverfahren auf, bespricht mögliche Risiken und Nebenwirkungen und beantwortet Ihre Fragen.
- Überwachung während der Operation: Der Anästhesist überwacht und steuert alle lebenswichtigen Körperfunktionen während der Operation.
- Schmerztherapie nach der Operation: Nach der Operation erhalten Sie Schmerzmedikamente nach einem Stufenkonzept.
Auditive Angst-Therapie
Ein neuerer Ansatz zur Angstbekämpfung ist die auditive Angst-Therapie. Diese basiert auf der Verwendung von speziell komponierter Musik und Sprechinhalt, um den Patienten zu beruhigen und ihm die Angst vor der Operation zu nehmen. Studien haben gezeigt, dass diese Therapie den Kortisolspiegel senken und die Entspannung fördern kann.
Lesen Sie auch: Warum Eltern manchmal nerven