Nerven ziehen sich zusammen: Ursachen, Symptome und Behandlungen

Nerven spielen eine entscheidende Rolle in unserem Körper. Sie ermöglichen uns Bewegung, Wahrnehmung und die Steuerung unserer Organe. Wenn Nerven geschädigt werden, kann dies zu einer Vielzahl von Problemen führen, die von leichten Beschwerden bis hin zu schweren Funktionsstörungen reichen. In diesem Artikel werden wir die Ursachen, Symptome und Behandlungen von Nervenkompressionen und verwandten Erkrankungen untersuchen, um ein umfassendes Verständnis dieser komplexen Thematik zu vermitteln.

Einführung in Nervenerkrankungen

Unsere Nerven sind wie die feinen Verästelungen eines Baumes, die aus dem Rückenmark entspringen und den Kontakt zwischen Gehirn und Muskeln, Haut und inneren Organen herstellen. Sie übertragen wichtige Befehle von der "Schaltzentrale" zu den ausführenden Organen. Werden diese Nerven beschädigt oder zerstört, ist dieser Informationsfluss gestört. Es gibt verschiedene Arten von Nervenerkrankungen, die unterschiedliche Ursachen und Symptome haben können. Einige der häufigsten sind Neuropathien, Neuralgien und Nervenkompressionen.

Neuropathie und neuropathischer Schmerz

Definition und Ursachen

Der Begriff Neuropathie umfasst eine Reihe von Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Nervenschädigungen können durch viele Mechanismen entstehen. Die Ursachen für Neuropathien sind vielfältig. Mediziner fassen unter dem Begriff Neuropathie eine Reihe von Erkrankungen des peripheren Nervensystems zusammen. Schädigungen der Nerven können durch unterschiedliche Mechanismen entstehen. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Diabetes mellitus: Etwa jeder dritte Diabetiker entwickelt im Laufe seines Lebens eine Neuropathie.
  • Alkoholmissbrauch: Chronischer Alkoholkonsum kann Nerven schädigen und zu Neuropathien führen.
  • Chemotherapie: Bestimmte Chemotherapeutika können als Nebenwirkung Neuropathien verursachen (Chemotherapie-assoziierte Neuropathie).
  • Vitaminmangel: Ein Mangel an Vitamin B1, B2, B6, B12 oder E kann Nervenschäden verursachen.
  • Nierenerkrankungen: Nierenversagen kann zu einer Ansammlung von Giftstoffen im Körper führen, die Nerven schädigen können.
  • Lebererkrankungen: Bestimmte Lebererkrankungen können ebenfalls Neuropathien verursachen.
  • Schilddrüsenerkrankungen: Sowohl Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) als auch Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) können Neuropathien auslösen.
  • Infektionen: Bestimmte Infektionen wie Borreliose, Herpes simplex oder das Pfeiffersche Drüsenfieber können Nerven schädigen.
  • Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie das Guillain-Barré-Syndrom können zu Entzündungen der Nerven und somit zu Neuropathien führen.
  • Krebserkrankungen: In einigen Fällen kann eine Neuropathie ein erstes Warnsignal für eine Krebserkrankung sein.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente, insbesondere Chemotherapeutika, können Neuropathien als Nebenwirkung verursachen.
  • Gifte: Schwermetallvergiftungen mit Blei, Arsen, Thallium oder Quecksilber können Nervenschäden verursachen.
  • Genetische Faktoren: Es gibt auch genetisch bedingte Neuropathien.

Symptome

Die Symptome einer Neuropathie können je nach Art und Ausmaß der Nervenschädigung variieren. Es gibt zwei Hauptformen:

  • Sensible Neuropathie: Diese Form betrifft die sensiblen Nerven, die für die Wahrnehmung von Berührungen, Temperatur und Schmerz zuständig sind. Typische Symptome sind:
    • Pelzigkeit und Taubheit der Haut
    • Kribbeln oder Brennen
    • Eingeschränkte taktile Funktion (Fähigkeit, kleine Gegenstände zu tasten)
    • Beeinträchtigung der Feinmotorik
    • Gleichgewichtsstörungen
  • Neuropathischer Schmerz: Diese Form zeichnet sich durch chronische Schmerzen aus, die durch Nervenschäden verursacht werden. Der Schmerz wird oft als brennend, stechend oder einschießend beschrieben. Er kann spontan auftreten oder durch leichte Berührungen ausgelöst werden.

Weitere mögliche Symptome einer Neuropathie sind:

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  • Muskelschwäche oder -schwund
  • Muskelkrämpfe oder -zuckungen
  • Koordinationsschwierigkeiten
  • Schwindel
  • Verdauungsprobleme
  • Blasenfunktionsstörungen
  • Sexuelle Funktionsstörungen

Diagnose

Die Diagnose einer Neuropathie umfasst in der Regel eine gründliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung und verschiedene neurologische Tests. Dazu gehören:

  • Anamnese: Der Arzt erfragt die genaue Art und Entwicklungsgeschichte der Beschwerden, wann sie begonnen haben und wie sie sich auswirken.
  • Klinisch-neurologische Untersuchung: Der Arzt untersucht die Reflexe, die Muskelkraft, die Sensibilität und die Koordination.
  • Elektrophysiologische Untersuchungen: Dazu gehören die Elektroneurografie (Messung der Nervenleitgeschwindigkeit) und die Elektromyografie (Analyse der Muskelaktivität).
  • Laboruntersuchungen: Blutuntersuchungen können helfen, Ursachen wie Diabetes, Vitaminmangel oder Entzündungen zu identifizieren. In einigen Fällen kann auch eine Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) erforderlich sein.
  • Bildgebende Verfahren: Magnetresonanztomografie (MRT) oder Ultraschall können eingesetzt werden, um Nervenstrukturen darzustellen und Schädigungen zu erkennen.
  • Nervenbiopsie: In seltenen Fällen kann eine Gewebeprobe eines Nervs entnommen und untersucht werden, um die Ursache der Neuropathie zu bestimmen.

Behandlung

Die Behandlung der Neuropathie zielt in erster Linie darauf ab, die Ursache der Nervenschädigung zu beheben oder zu lindern. Dies kann beispielsweise die Einstellung des Blutzuckers bei Diabetes, der Verzicht auf Alkohol oder der Wechsel von Medikamenten umfassen.

Zusätzlich können verschiedene Therapien eingesetzt werden, um die Symptome zu lindern:

  • Medikamentöse Therapie:
    • Schmerzmittel: Klassische Schmerzmittel wirken bei neuropathischem Schmerz oft nicht. Stattdessen werden spezielle Schmerzmittel wie Antidepressiva, Antiepileptika oder Opiate eingesetzt.
    • Medikamente gegen Kribbeln und Taubheit: Für die sensible Neuropathie gibt es keine speziellen Medikamente, aber bestimmte Substanzen können die Symptome lindern.
  • Physiotherapie/Krankengymnastik: Durch gezielte Übungen können Gefühlsstörungen, Gleichgewichtsstörungen und Bewegungsfunktionen verbessert werden.
  • Ergotherapie: Gestalterische und handwerkliche Techniken können eingesetzt werden, um die Feinmotorik und das Tastvermögen zu stärken.
  • Psychologische Therapie: Psychologische Unterstützung kann helfen, mit den chronischen Schmerzen und den Auswirkungen der Neuropathie auf die Lebensqualität umzugehen.
  • Patientenschulung und Selbsthilfe: In Schulungen und Seminaren lernen Betroffene, einen bewussten Umgang mit ihrer Erkrankung zu finden und einen gesunden Lebensstil anzunehmen.
  • Neural-Akupunktur: Diese Methode kann bei der Behandlung von Missempfindungen und Schmerzen eingesetzt werden.
  • Stimulationsverfahren: Elektrische oder magneto-elektrische Stimulationverfahren können in Ergänzung zur Physiotherapie eingesetzt werden.
  • Capsaicin-Pflaster: Capsaicin, der Wirkstoff aus Chilischoten, kann in Form von Pflastern auf der Haut eingesetzt werden, um Schmerzen zu lindern und die Durchblutung zu fördern.
  • Elektrotherapie: Durch Impulse aus einem speziellen Gerät werden die Nerven so stimuliert, dass Erkrankte statt Schmerzen ein leichtes Kribbeln spüren.

Neuralgie

Definition und Ursachen

Neuralgie bezeichnet Nervenschmerzen, die durch eine Schädigung oder Reizung von Nerven verursacht werden. Im Gegensatz zu nozizeptiven Schmerzen, die durch akute Reizung der Schmerzsinneszellen entstehen (z. B. Zeh an Bettkante), werden Neuralgien durch dauerhafte Reizung oder Schädigung von Nerven ausgelöst. Die Ursachen für Nervenschädigungen sind vielfältig:

  • Entzündungen: Entzündungen können Nerven schädigen und Neuralgien verursachen.
  • Viren: Bestimmte Viren, wie das Varizella-Zoster-Virus (Gürtelrose), können Nervenentzündungen und Neuralgien auslösen.
  • Diabetes mellitus: Diabetes kann Nervenschäden verursachen und zu Neuralgien führen.
  • Operationen: Nerven können bei Operationen verletzt werden und Neuralgien verursachen.
  • Mechanische Einflüsse: Druck oder Quetschungen von Nerven können Neuralgien auslösen.

Symptome

Neuralgien zeichnen sich oft durch plötzlich einschießende, heftige Schmerzattacken aus, die sich im Versorgungsgebiet eines oder mehrerer Nerven ausbreiten. Die Schmerzen können brennend, stechend oder dumpf sein. Einige Beispiele für Neuralgien sind:

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  • Trigeminusneuralgie: Schmerzen im Gesicht, zumeist auf einer Gesichtshälfte, die aus dem Nichts einsetzen.
  • Ischialgie (Ischias): Schmerzen im Versorgungsgebiet des Nervus ischiadicus, die vom Gesäß über die Oberschenkelrückseite in den Unterschenkel bis zum Fuß ausstrahlen.
  • Post-Zoster-Neuralgie: Anfallsartige brennende, stechende oder dumpfe Schmerzen nach einer Gürtelrose.

Diagnose

Die Diagnose einer Neuralgie erfordert eine genaue Anamnese, eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weitere diagnostische Maßnahmen. Der Arzt wird Fragen stellen, wann die Schmerzen auftreten, wo sie auftreten, wie lange sie dauern und wie stark sie sind. Außerdem wird er versuchen, die Ursache der Schmerzen zu ermitteln.

Behandlung

Die Behandlung von Neuralgien zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören:

  • Schmerzmittel: Spezielle Schmerzmittel wie Antidepressiva oder Antiepileptika können bei Neuralgien wirksam sein.
  • Lokale Betäubungsmittel: Lokale Betäubungsmittel können in Form von Cremes oder Pflastern auf die Haut aufgetragen werden, um Schmerzen zu lindern.
  • Nervenblockaden: Injektionen von Betäubungsmitteln in die Nähe des betroffenen Nervs können die Schmerzen vorübergehend lindern.
  • Operation: In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Druck auf den Nerv zu entlasten oder den Nerv zu reparieren.
  • Homöopathische Komplexmittel: Homöopathische Mittel wie neuroLoges® können bei Neuralgien zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Verspannungen zu lösen und Schmerzen zu lindern.
  • Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann Verspannungen lösen, die Muskulatur stärken und Schmerzen lindern.
  • Psychologische Unterstützung: Psychologische Unterstützung kann helfen, mit den chronischen Schmerzen und den Auswirkungen der Neuralgie auf die Lebensqualität umzugehen.

Nervenkompression

Definition und Ursachen

Eine Nervenkompression tritt auf, wenn eine Nervenfaser oder Nervengewebe durch mechanische Einwirkung gequetscht oder zusammengepresst wird. Je nach Ausmaß des Drucks kann es zu einer Reizung oder Schädigung des betroffenen Nervs kommen. Druckursachen sind häufig raumfordernde Veränderungen dort, wo der Nerv durch eine anatomische Engstelle verläuft. Aber auch ohne solche vorgegebenen Engstellen kann es zu Druck auf einen Nerv kommen. Dies ist der Fall, wenn sich in seiner Nachbarschaft aufgrund entzündlicher Prozesse oder bösartiger Tumoren Gewebe vermehrt. Manchmal werden Nerven auch durch die Pulsation sehr nah verlaufender Arterien komprimiert und gereizt.

Symptome

Die Symptome einer Nervenkompression können je nach betroffenem Nerv variieren. Häufige Symptome sind:

  • Schmerzen
  • Kribbeln
  • Taubheitsgefühl
  • Muskelschwäche
  • Funktionsausfälle

Einige Beispiele für Nervenkompressionen sind:

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  • Karpaltunnelsyndrom: Einengung des Mittelarmnerven (Nervus medianus) im Karpaltunnel am Handgelenk, die zu Handschmerzen und Taubheitsgefühl in Daumen, Zeige- und Mittelfinger führt.
  • Kubitaltunnelsyndrom: Einengung des Ellennervs (Nervus ulnaris) im Kubitaltunnel am Ellenbogen, die zu Schmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühl in Ringfinger und kleinem Finger führt.
  • Spinalkanalstenose: Verengung des Wirbelkanals, die zu Druck auf die Nervenwurzeln oder Nervenbahnen führt und Schmerzen in den Beinen, Empfindungsstörungen und Gangstörungen verursachen kann.
  • Bandscheibenvorfall: Austritt des Gallertkerns einer Bandscheibe in den Wirbelkanal, der auf einen Rückenmarksnerven drückt und starke Rückenschmerzen, die bis in Arme und Beine ausstrahlen können, verursacht.
  • Morton Neurom: Schmerzhafte, entzündliche Verdickung eines Mittelfußnerven, die zu Mittelfußschmerzen führt.

Diagnose

Die Diagnose einer Nervenkompression umfasst in der Regel eine Anamnese, eine körperliche Untersuchung und verschiedene diagnostische Tests. Dazu gehören:

  • Anamnese: Der Arzt erfragt die genaue Art und Entwicklungsgeschichte der Beschwerden, wann sie begonnen haben und wie sie sich auswirken.
  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht die Reflexe, die Muskelkraft, die Sensibilität und die Koordination.
  • Nervenleitgeschwindigkeitstest: Dieser Test misst, wie schnell elektrische Signale durch die Nerven wandern, und kann helfen, den Ort der Nervenkompression zu bestimmen.
  • Elektromyografie (EMG): Dieser Test misst die elektrische Aktivität der Muskeln und kann helfen, Nervenschäden zu erkennen.
  • Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen, Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) können eingesetzt werden, um Nervenstrukturen darzustellen und Ursachen für die Nervenkompression zu erkennen.

Behandlung

Die Behandlung einer Nervenkompression hängt von der Ursache und dem Ausmaß der Kompression ab. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören:

  • Konservative Behandlung:
    • Schonung und Ruhigstellung: Vermeidung von Aktivitäten, die die Beschwerden verschlimmern.
    • Schmerzmittel: Schmerzmittel können helfen, die Schmerzen zu lindern.
    • Entzündungshemmende Medikamente: Entzündungshemmende Medikamente können helfen, die Entzündung um den Nerv herum zu reduzieren.
    • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskeln zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern.
    • Ergotherapie: Ergotherapie kann helfen, die Handfunktion zu verbessern und die Belastung des Nervs zu reduzieren.
    • Kortikosteroid-Injektionen: Injektionen von Kortikosteroiden in die Nähe des betroffenen Nervs können helfen, die Entzündung zu reduzieren und die Schmerzen zu lindern.
  • Operative Behandlung:
    • Dekompression: Bei einer Dekompressionsoperation wird der Druck auf den Nerv durch Entfernung von Gewebe oder Knochen entlastet.
    • Nervenreparatur: Wenn der Nerv beschädigt ist, kann er operativ repariert werden.

Sensibilitätsstörungen

Sensibilitätsstörungen sind Veränderungen der normalen Wahrnehmung von Sinnesreizen. Sie können sich in verschiedenen Formen äußern, wie z. B. Taubheit, Kribbeln, Brennen oder Schmerzen. Sensibilitätsstörungen können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, darunter Nervenschäden, Durchblutungsstörungen, Infektionen und Autoimmunerkrankungen.

Ursachen von Sensibilitätsstörungen

  • Nervenschäden: Schäden an den peripheren Nerven können die Weiterleitung von sensorischen Informationen zum Gehirn beeinträchtigen und zu Sensibilitätsstörungen führen.
  • Durchblutungsstörungen: Eine verminderte Durchblutung der Nerven kann zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen führen und Sensibilitätsstörungen verursachen.
  • Infektionen: Bestimmte Infektionen, wie z. B. Gürtelrose oder Borreliose, können die Nerven schädigen und Sensibilitätsstörungen auslösen.
  • Autoimmunerkrankungen: Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose oder das Guillain-Barré-Syndrom können die Nerven angreifen und Sensibilitätsstörungen verursachen.
  • Andere Ursachen: Weitere mögliche Ursachen für Sensibilitätsstörungen sind Vitaminmangel, Stoffwechselstörungen, Medikamente und Gifte.

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