Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der die Myelinscheide der Nervenfasern (Axone) geschädigt wird. Diese Schädigung führt zu einer gestörten Reizweiterleitung, was unterschiedliche Symptome zur Folge haben kann. Die Diagnose ist oft schwierig und erfordert einen längeren Beobachtungszeitraum. Weltweit sind etwa 2,5 Millionen Menschen betroffen, in Deutschland 100.000 bis 120.000. Die genauen Ursachen sind unklar, aber genetische Faktoren, virale Infektionen (wie EBV), Vitamin-D-Mangel und Rauchen scheinen eine Rolle zu spielen.
Ein Zusammenhang zwischen dem Epstein-Barr-Virus (EBV) und Nervenentzündungen, insbesondere im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) und Schulter, ist ein komplexes Thema, das verschiedene neurologische Erkrankungen und Syndrome umfasst.
Multiple Sklerose (MS) und virale Infektionen
Obwohl die genauen Ursachen von MS noch unklar sind, spielen virale Infektionen eine Rolle bei der Entstehung der Autoimmunkrankheit. Verschiedene Viren können bei MS-Patienten nachgewiesen werden und stehen deshalb im Verdacht, zur Entstehung von Multipler Sklerose beizutragen. Dazu zählen der Epstein-Barr-Virus (EBV) und der Herpes-simplex-Virus, die beide auch bei gesunden Menschen vorkommen. Vor allem die Verbindung zu EBV-Infektionen als Auslöser von MS wird diskutiert, da nahezu alle MS-Patienten positiv darauf getestet werden. Ob der Virus jedoch tatsächlich Multiple Sklerose auslösen kann, wird derzeit noch untersucht.
Neuralgische Amyotrophie (Parsonage-Turner-Syndrom)
Die Neuralgische Amyotrophie (NA), auch bekannt als Parsonage-Turner-Syndrom, ist eine seltene neurologische Erkrankung, die durch plötzliche, heftige Schmerzen im Schulter- und Armbereich gekennzeichnet ist, gefolgt von Muskelschwäche und Atrophie.
Symptome und Verlauf
Die Symptomatik beginnt in ca. 90% der Fälle mit Schmerzen reißender, starker Intensität. Meist treten diese Schmerzen nachts oder morgens auf und entwickeln sich rasch. Die Lokalisation ist typischerweise die Schulter und der Oberarm. Die Schmerzen dauern etwa eine Woche an. Gelegentlich treten auch keine der Lähmung vorausgehende Schmerzen auf.
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Nach Stunden, meist weniger Tagen (gelegentlich bis zu 4 Wochen), folgt eine rasch fortschreitende Lähmung der proximalen Muskulatur. Mögliche Paresen betreffen folgende Muskeln:
- M. deltoideus (Nervus axillaris)
- M. supraspinatus und infraspinatus (Nervus suprascapularis)
- M. serratus anterior (Nervus thoracicus longus)
- Mm. rhomboidei (Nervus dorsalis scapulae)
- Gelegentlich: M. trapezius (Nervus accessorius), M. biceps brachii (Nervus musculocutaneus), M. pronator teres (Nervus medianus), Fingerbeuger (Nervus interosseus anterior) - auch isoliert!, Zwerchfell (N. phrenicus), kann auch isoliert auftreten!
- Selten auch Manifestation im Plexus lumbalis!
Meist ist der rechte Arm betroffen, in ca. einem Viertel der Fälle beide Arme. Es kommt zu Muskelatrophien, Dyspnoe (bei Phrenicusbeteiligung) sowie Parästhesien und Sensibilitätsstörungen (bei ca. einem Drittel der Fälle).
Die Parese betrifft meist die Armelevation (bis meist nur ca. 15°), Außenrotation sowie variabel die oben genannten Muskeln. Häufig tritt eine Scapula alata auf. In der Regel fehlen sensible Defizite (wenn, dann nur gering: Oberarmaußenseite, Daumen).
Die passive Beweglichkeit der Schulter ist nicht eingeschränkt.
Diagnostik
Die Diagnostik umfasst den Ausschluss einer radikulären Affektion und einer Adhäsiven Kapsulitis. Im Liquor ist das Ergebnis normal. Zum Ausschluss einer zervikalen Radikulopathie werden Elektroneurographie mit F-Wellen und Elektromyographie durchgeführt. Dabei werden sowohl klinisch betroffene als auch nicht betroffene Muskeln untersucht. Klinisch nicht betroffene Muskeln zeigen gelegentlich Auffälligkeiten.
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Ätiologie und mögliche Auslöser
Die genaue Ursache der NA ist oft unklar (idiopathisch), aber es gibt Hinweise auf mögliche Auslöser, darunter:
- Virale Infektionen: Insbesondere Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV), aber auch andere Viren wie Hepatitis E-Virus, können im Zusammenhang mit NA stehen.
- Impfungen: In seltenen Fällen kann eine NA nach Impfungen auftreten (postvakzinale Myelitis).
- Autoimmunerkrankungen: Lupus, Multiple Sklerose oder Neuromyelitis optica.
- Andere Faktoren: In seltenen Fällen können auch Operationen, Traumata oder Überanstrengung eine NA auslösen.
Prognose
In der Regel ist die Prognose recht gut. Es kommt zu einer langsamen Rückbildung über bis zu drei Jahre.
Myelitis
Als Oberbegriff fasst Myelitis alle Entzündungen des Rückenmarks zusammen. Diese unterscheiden sich in ihrer Lage und darin, wie oft sie auftreten. Die seltene Erkrankung hat vielfältige Ursachen, zum Beispiel eine Infektion oder eine Autoimmunkrankheit. Zu den typischen Symptomen gehören unter anderem Muskelschwäche, Lähmungen und Taubheitsgefühle. Die Behandlung einer Myelitis hängt von ihrer jeweiligen Ursache ab.
Ursachen
Auslöser solcher Entzündungen ist eine Reaktion des Immunsystems. Diese Ursachen können für eine Myelitis verantwortlich sein:
- Infektion durch Bakterien (zum Beispiel bei Borreliose, Syphilis), Viren (etwa FSME, HIV, Epstein-Barr-Virus) oder Pilze
- Infektion über das Blut: metastatische Myelitis (zum Beispiel durch eine Sepsis)
- parainfektiöse Myelitis (auch postinfektiös): indirekt durch eine fehlgeleitete Immunreaktion ausgelöste Entzündung
- Impfungen: Hier wird von einer postvakzinalen Myelitis gesprochen, die ebenfalls auf eine fehlgeleitete Immunreaktion zurückzuführen ist.
- Autoimmunerkrankungen, zum Beispiel Lupus, Multiple Sklerose oder Neuromyelitis optica
- Krebs: Bei einer paraneoplastischen Myelitis greifen Antikörper gegen Krebszellen auch das Rückenmark an.
- Strahlentherapie
- Vergiftungen (zum Beispiel mit Blei)
Wenn keine Ursache festgestellt werden kann, wird von einer idiopathischen Myelitis gesprochen.
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Symptome
Typische Myelitis-Symptome sind unter anderem Lähmungen, Spastiken, Fieber, Rückenschmerzen und Störungen der Darm- und Blasenfunktion. Betroffene spüren oft Kribbeln oder Taubheit, v. a. in den Beinen und dem Rumpf. Auch Herzrhythmusstörungen und Blutdruckstörungen sowie Atemversagen können auftreten.
Die Beschwerden hängen jedoch stark davon ab, wo genau das Rückenmark entzündet ist. Die Symptome entwickeln sich in der Regel innerhalb von vier bis 21 Tagen vollständig. Steigern sie sich besonders schnell, d. h.
Diagnose
Um eine Rückenmarksentzündung zu diagnostizieren, erfolgt zunächst das Anamnesegespräch. Zudem sind eine neurologische Untersuchung und eine Magnetresonanztomografie (MRT) nötig. Auch die Blut- und die Nervenwasserwerte werden gemessen. Es ist entscheidend, mögliche andere Erkrankungen auszuschließen. Während der Anamnese erhebt eine medizinische Fachkraft die Krankengeschichte der Patientin /des Patienten. In diesem Schritt der Myelitisdiagnose geht es vor allem um Vorerkrankungen bzw. Anschließend werden in der Myelitisdiagnostik die Reflexe überprüft. Diese können durch die Entzündung vermindert oder übersteigert sein. Mithilfe der MRT erfolgt eine genauere Diagnose. Hier zeigt sich, wo die Entzündungsherde im Rückenmark liegen. Außerdem kann festgestellt werden, ob die Entzündung Veränderungen an der Wirbelsäule oder Raumforderungen im Rückenmark ausgelöst hat.
Polyneuropathie
Neben Nervenverletzungen, bei denen Nerven durchtrennt werden können, kann eine Nervenschädigung auch ganz simpel aufgrund von Platzmangel hervorgerufen werden. Dies tritt vor allem an natürlichen Engstellen des Körpers, beispielsweise an Gelenken, auf. Vor allem Polyneuropathien können aus Durchblutungsstörungen entstehen, wenn die Nerven dadurch nicht ausreichend mit Blut und somit mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Ein bekanntes Beispiel ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit, bei der die Blutgefäße aufgrund von Ablagerungen verengt sind. Umgangssprachlich wird diese Krankheit häufig auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet. Dieser Name kommt daher, dass die Patienten aufgrund von verengten Blutgefäßen in den Beinen Schmerzen beim Gehen haben und daher häufig stehen bleiben. Blutgefäße können sich auch entzünden. Herpes simplex Typ1 (Gesichtsherpes) und Typ2 (Genitalherpes), Varizella zoster (Windpocken), Zytomegalie-Virus (Zytomegalie) und Eppstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber). Darüber hinaus können auch Parasiten Schädigungen in unserem Nervensystem hervorrufen. Die Schilddrüse ist ein wichtiges Regulationsinstrument des menschlichen Stoffwechsels. Nicht nur Diabetes, auch andere Stoffwechselkrankheiten können negativen Einfluss auf die Gesundheit und Funktionalität unserer Nerven haben. Leiden Patienten beispielsweise unter einem Funktionsverlust der Nieren, kann die eingeschränkte Filterfunktion zu einer Erhöhung des Blutkreatininspiegels führen. Die Psyche an sich kann zwar keine Nervenschädigung auslösen, aber sie hat großen Einfluss darauf, wie stark wir die Schmerzen wahrnehmen, die durch die Nervenschädigungen ausgelöst werden. Experten sprechen vom Schmerzgedächtnis.
Das Pfeiffersche Drüsenfieber (EBV)
Das Virus, das dahinter steckt, heißt Epstein Barr Virus - kurz EBV. Es gehört wohl zu den Herpes-Viren und überträgt sich anscheinend durch Speichel - daher hat das PDF auch den Beinamen „Studentische Kusskrankheit“. Im Alter von über 30 Jahre hat das Virus so gut wie jeder in sich.
Bei manchen kommt es zum Ausbruch, zum sogenannten Pfeifferschen Drüsenfieber. Bei mir hat es mit einer Erkältungs-Symptomatik begonnen - Halskratzen, Husten, etc. Dazu kam später noch eine bleierne Müdigkeit, Lustlosigkeit, Hitzegefühl.
In dieser Zeit geht GAR NICHTS in Sachen Sport. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man da vorher noch so gut trainiert haben kann, die Muskeln weigern sich einfach zu arbeiten.
Normal scheint das wohl eine Sache von 2 bis 5 Wochen zu sein. Viele bemerken das gar nicht, oder halten es für eine Grippe.
Problem ist es, wenn es chronisch wird oder sehr lange dauert. Ich knabbere daran seit Anfang Dezember und erhole mich nur langsam davon (hinzukam noch eine Bauchsymptomatik, die wohl in irgendeiner Form durch die Krankheit mit ausgelöst wurde). In ganz seltenen Fällen kann es wohl zur Schädigung der Milz kommen, bis hin zum Milzriss. (Darum auch keine Sport!)
Gegen PDF scheint es derzeit kein echtes Mittel dagegen. Man muss/kann nur abwarten. Der Doc kann zwar mit Immunglobulin das Immunsystem unterstützen, er kann Vitamine geben, aber einen Erfolg garantiert das anscheinend nicht.
Nachweisen kann man PDF, indem man die EBV-Titter vergleicht in zwei Bluttests. Wenn sich dazwischen was ändert, ist der Virus aktiv. Wie gesagt: Haben tut ihn fast jeder.
Enzephalitis
Bei einer Enzephalitis handelt es sich - wie auch bei einer Meningitis - um eine Entzündung im Bereich des zentralen Nervensystems. Eine Enzephalitis wird auch als Gehirnentzündung bezeichnet, bei der mehr oder weniger große Anteile des Gehirngewebes von der Entzündung betroffen sind. Prinzipiell ist unser Gehirn durch die Blut-Hirn-Schranke vor dem Eindringen krank machender Erreger geschützt. Eine Enzephalitis wird in den meisten Fällen von Viren - etwa dem Herpes-simplex-Virus oder dem West-Nil-Virus - ausgelöst, aber auch Bakterien oder Pilze können dafür verantwortlich sein. Personen mit einem geschwächten Immunsystem, zum Beispiel bei Autoimmunerkrankungen, Zuckerkrankheit oder einer HIV-Infektion, sind tendenziell anfälliger für eine Infektion mit Bakterien, Pilzen und auch Viren.
Ursachen
Von einer infektiösen Gehirnentzündung wird gesprochen, wenn Viren, Bakterien oder auch Pilze für die Entzündung verantwortlich sind. Besonders häufig sind die folgenden Viren die Auslöser einer Enzephalitis:
- Epstein-Barr-Virus: Es löst beispielsweise die Hand-Fuß-Mund-Krankheit aus.
- FSME-Virus: Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird vor allem von Zecken übertragen.
- Herpes-simplex-Virus: Er verursacht etwa Lippenherpes.
- West-Nil-Virus: Er löst das West-Nil-Fieber aus.
- Varizella-Zoster-Virus: Windpocken werden zum Beispiel von diesem Virus verursacht.
- SARS-CoV-2-Virus: Seltener ist COVID-19 Auslöser einer Enzephalitis.
- Influenzaviren: Grippeviren können eine Enzephalitis verursachen.
- Japanisches-Enzephalitis-Virus: Die japanische Enzephalitis wird durch ein Virus ausgelöst, das vor allem von Mücken im ländlichen Teil Asiens übertragen wird, und sorgt für eine Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten.
Die häufigste Ursache für eine Enzephalitis (etwa 70 %) sind Viren. Eine autoimmune Enzephalitis wird durch eine fehlerhafte Antwort des Immunsystems ausgelöst. Das bedeutet, dass die körpereigene Abwehr beginnt, Antikörper gegen Anteile der eigenen Nervenzellen zu bilden - diese werden dann Autoantikörper genannt. Diese Art der Enzephalitis kann sich ganz unterschiedlich präsentieren, am häufigsten aber mit Wesensänderungen und epileptischen Anfällen. Es handelt sich um eine Gruppe von Enzephalitiserkrankungen, die durch eine fehlgeleitete Immunreaktion ausgelöst werden. Je nach Ursache der Enzephalitis unterscheidet man zwischen verschiedenen Typen der Gehirnentzündung.
Symptome
Die Beschwerden bei einer Enzephalitis hängen von den Ursachen und dem Schweregrad der Erkrankung, von der betroffenen Gehirnregion sowie von der allgemeinen gesundheitlichen Verfassung ab. Folgende Beschwerden können bei einer Enzephalitis auftreten:
- Kopfschmerz
- (hohes) Fieber
- grippeähnliche Symptome und Abgeschlagenheit
- Verwirrtheit
- epileptische Anfälle
- Bewusstseinsstörungen
- neurologische Symptome wie Lähmungen oder Sprachstörungen
- Denkstörungen (zum Beispiel Konzentrationsprobleme oder Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses)
- Veränderungen des Verhaltens
- Halluzinationen
Da die einzelnen Viren, die eine Enzephalitis auslösen können, verschiedene Areale des Gehirns betreffen, unterscheiden sich auch die Symptome je nach Erreger.
Diagnose
Die Symptome einer Enzephalitis hängen von dem Erreger und der betroffenen Hirnregion ab. Deshalb ist eine Gehirnentzündung in manchen Fällen schwierig zu diagnostizieren und bedarf verschiedener Tests und Untersuchungen - nur so kann die passende Therapie eingeleitet werden. In einem ausführlichen Anamnesegespräch klären Sie mit der Ärztin / dem Arzt nicht nur Ihre gesundheitliche Vorgeschichte. Um eine Enzephalitis diagnostizieren zu können, benötigt die behandelnde medizinische Fachkraft weitere Informationen. Auch eine körperliche Untersuchung unterstützt bei der Bestimmung der Erkrankung sowie des entsprechenden Erregers. Mithilfe einer Computertomografie (CT) sowie einer Magnetresonanztomografie (MRT) fertigt die Fachärztin / der Facharzt Schichtaufnahmen des Gehirns an. So kann festgestellt werden, wo genau die Entzündung liegt. Um herauszufinden, ob es sich um eine autoimmune Enzephalitis oder eine infektiöse Enzephalitis handelt und welcher Erreger die Gehirnentzündung ausgelöst hat, ist eine Lumbalpunktion notwendig. Eine Ärztin /ein Arzt entnimmt dafür etwas Liquor aus dem Rückenmarkskanal. Liquor ist die Flüssigkeit, die das Rückenmark und das Gehirn umgibt - in dieser Flüssigkeit kann man den für die Enzephalitis verantwortlichen Erreger nachweisen sowie etwaige Autoantikörper finden. Nach der Lumbalpunktion steht im Normalfall der passende Behandlungsweg fest.