Einführung
Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Oftmals wird Schonung als erste Maßnahme empfohlen, doch in den meisten Fällen ist Bewegung der Schlüssel zur Linderung und Vorbeugung von Rückenschmerzen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Nervenentzündungen im Rücken im Zusammenhang mit sportlicher Betätigung, die geeigneten Bewegungsarten, Behandlungsansätze und präventiven Maßnahmen.
Ursachen von Nervenentzündungen im Rücken durch Sport
Obwohl die Mehrzahl der Sportverletzungen Muskeln, Sehnen oder Gelenke betrifft, können auch Nerven in Mitleidenschaft gezogen werden. Nervenverletzungen sind besonders relevant, da ihre Folgen schwerwiegender sein können als bei Muskelverletzungen, und die Regeneration der Nerven sehr langsam verläuft.
Häufige Ursachen für Nervenentzündungen im Rücken im Zusammenhang mit Sport sind:
- Überlastung: Kleine, aber häufige Belastungen, insbesondere bei Sportarten mit repetitiven Bewegungsabläufen, können zu biomechanischen Problemen führen, die Nerven reizen.
- Nervenkompression: Sportgeräte, Ausrüstung oder Schuhe können Nerven einklemmen und Entzündungen verursachen.
- Überdehnung: Bestimmte Bewegungen können Nerven überdehnen, insbesondere an Stellen, wo Nerven nach einem kurzen, freien Verlauf einen Fixpunkt erreichen. Dies kann beispielsweise bei Stürzen auf die Schulter oder beim Umknicken im Sprunggelenk geschehen.
- Reibung: Die Verlagerung des Nervus ulnaris am Ellenbogen kann durch Reibung zu einer Nervenschädigung führen.
- Direkte Verletzungen: Schnittverletzungen, starke Überdehnungen oder Knochenbrüche können Nerven direkt schädigen.
Symptome einer Nervenentzündung im Rücken
Die Symptome einer Nervenentzündung im Rücken können vielfältig sein und ähneln oft Beschwerden, die durch andere Ursachen hervorgerufen werden. Typische Symptome sind:
- Überempfindlichkeit: Die betroffene Hautregion kann überempfindlich auf Berührungen oder Temperaturänderungen reagieren.
- Brennende Schmerzen: Nervenschmerzen werden oft als brennend, wie Feuer oder wie ein Wundschmerz beschrieben.
- Mißempfindungen (Parästhesien): Kribbeln, Taubheitsgefühle oder ein Gefühl des „Einschlafens“ können auftreten.
- Taubheitsgefühl: Berührungen werden nicht oder nur abgeschwächt wahrgenommen.
- Schwäche: Eine Schwäche einzelner Muskeln kann auf eine Nervenläsion hindeuten.
- Muskelkrämpfe: Muskelkrämpfe können Folge einer Nervenreizung sein, obwohl sie seltener durch Magnesiummangel verursacht werden.
Welche Art von Bewegung ist bei Rückenschmerzen geeignet?
Etwa 90 Prozent der Rückenschmerzen sind unspezifisch, was bedeutet, dass keine organische Ursache gefunden wird. In diesen Fällen liegt häufig eine Muskelverspannung vor. Unspezifischen Schmerzen sollte mit unspezifischer Bewegung begegnet werden, die nicht auf einen bestimmten Bereich des Rückens abzielt.
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Allgemeine Empfehlungen:
- Aktivierung der Muskulatur: Bewegung aktiviert die Heilkräfte im Körper, indem sie die Durchblutung fördert und den Stoffwechsel anregt. Dies ist wichtig, um Strukturen schneller auf- und abbauen zu können.
- Dehnung und Lockerung: Dehnübungen helfen, verspannte Muskeln zu lockern und die Beweglichkeit zu verbessern.
- Anspannung und Kräftigung: Kräftigungsübungen stärken die Rückenmuskulatur und unterstützen die Wirbelsäule.
- Beachtung der Umgebungsstrukturen: Bei spezifischen Schmerzen, z. B. im Lendenwirbelbereich, ist es wichtig, auch die umliegenden Muskeln und Faszien zu berücksichtigen. Eine zu geringe Bauchmuskulatur kann beispielsweise Rückenschmerzen verursachen.
Geeignete Sportarten:
- Ausdauersportarten: Sportarten wie Nordic Walking, Joggen, Schwimmen, Fahrradfahren und Tanzen sind besonders geeignet, da sie zu einer gleichmäßigen Beanspruchung der Rücken- und Bauchmuskulatur führen und die Gelenke schonen.
- Yoga: Yoga vereint körperliche Aktivität mit spirituellen Elementen und kann Rückenschmerzen erheblich reduzieren, da viele Übungen den gesamten Rumpf kräftigen und die Muskelpartien dehnen.
- Hula Hoop: Das Schwingen des Beckens beim Hula Hoop kann Spannungen im Rumpf lösen und die Muskeln im Bauch und unteren Rücken kräftigen.
Ungeeignete Sportarten:
Generell abgeraten wird von Sportarten, die mit schnellen, wiederholten Überstreckungen der Wirbelsäule und Drehbewegungen des Rumpfes einhergehen. Auch Sportarten, bei denen kurzzeitig große Lasten gehoben werden müssen, sind bei Rückenschmerzen nicht geeignet.
Wann sollte man auf Bewegung verzichten?
Akuten oder starken Schmerzen sollte nicht mit Bewegung, sondern zunächst mit Ruhe begegnet werden. Es macht keinen Sinn, eine stark verkrampfte Muskulatur zu aktivieren. Hier bieten sich zunächst ein bis zwei Tage Ruhe an. Wärme, zum Beispiel ein Wannenbad, kann wohltuend sein. Nach der akuten Phase kann mit leichten Übungen in die Bewegung zurückgefunden werden.
Prävention von Rückenschmerzen durch Bewegung
Regelmäßige Bewegung ist entscheidend, um Rückenschmerzen vorzubeugen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt 150 bis 300 Minuten Kreislauftraining pro Woche, was einer täglichen sportlichen Aktivität von 30 bis 40 Minuten entspricht.
Weitere Tipps zur Vorbeugung:
- Asymmetrische Bewegung: Asymmetrische Bewegungen sprechen tiefe Muskeln an und fördern die Stabilität der Wirbelsäule.
- Angelegtes Training: Ein angeleitetes Training im Fitnessstudio oder bei einem Physiotherapeuten kann helfen, sinnvolle Übungen zu erlernen und die richtige Technik zu erlernen.
- Regelmäßige Dehnübungen: Dehnübungen halten die Muskeln geschmeidig und beugen Verspannungen vor.
- Ergonomischer Arbeitsplatz: Eine gute Haltung am Arbeitsplatz und regelmäßige Pausen können helfen, Fehlbelastungen zu vermeiden.
Motivation zur Bewegung
Regelmäßige Bewegung ist wichtig, aber es kann schwierig sein, motiviert zu bleiben. Klare Ziele und kleine Schritte wirken motivierend. Wichtig ist, dass die Ziele erreichbar sind, und zwar innerhalb von 6 bis 8 Wochen. Eine Belohnung kann Wunder wirken. Besonders motivierend ist das Ganze, wenn in sich selbst investiert wird. Ansonsten helfen noch feste Termine oder ein gemeinsames Training mit Freunden dabei, nicht die Lust zu verlieren.
Spezielle Übungen bei Nervenentzündungen im Rücken
Die folgenden Übungen können helfen, die Symptome einer Nervenentzündung im Rücken zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Es ist wichtig, die Übungen langsam und bewusst auszuführen und auf den Körper zu hören. Bei Schmerzen sollte die Übung abgebrochen werden.
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- Katze-Kuh-Position: Diese Übung mobilisiert die Wirbelsäule und dehnt die Rückenmuskulatur.
- Knie zur Brust ziehen: Diese Übung dehnt die Muskeln im unteren Rücken und Gesäß.
- Piriformis-Dehnung: Diese Übung dehnt den Piriformis-Muskel, der auf den Ischiasnerv drücken kann.
- Nervengleitübungen: Diese Übungen helfen, die Beweglichkeit der Nerven zu verbessern und Verklebungen zu lösen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:
- Die Rückenschmerzen plötzlich und stark auftreten.
- Die Schmerzen länger als drei Tage anhalten.
- Die Schmerzen in Arme oder Beine ausstrahlen.
- Taubheitsgefühle oder Schwäche auftreten.
- Die Schmerzen mit anderen Symptomen wie Fieber, Gewichtsverlust oder Inkontinenz einhergehen.
Diagnose und Behandlung von Nervenentzündungen im Rücken
Die Diagnose einer Nervenentzündung im Rücken erfordert oft spezialisierte Untersuchungstechniken wie NLG (Nervenleitgeschwindigkeit), EMG (Elektromyographie) und Nervenultraschall. Diese Untersuchungen helfen, die Ursache der Nervenreizung zu erkennen und die geeignete Behandlung einzuleiten.
Die Behandlung von Nervenentzündungen im Rücken ist vielfältig und hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung ab. Mögliche Behandlungsansätze sind:
- Konservative Therapie:
- Schmerzlindernde Medikamente: Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend.
- Wärme- und Kälteanwendungen: Wärme kann helfen, Muskelverspannungen zu lösen, während Kälte Entzündungen reduzieren kann.
- Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und die Körperhaltung zu korrigieren.
- Manuelle Therapie: Bei Wirbelblockierungen können gezielte Handgriffe helfen, die Blockierung zu lösen.
- Elektrotherapie: Elektrotherapie kann die Muskeln entlasten.
- Invasive Therapie:
- Wirbelsäulenkathetertechnik: Diese Technik kann helfen, viele Bandscheibenoperationen zu vermeiden. Mit einem elastischen Katheter wird die schmerzende Nervenwurzel zielgenau erreicht.
- Operation: In seltenen Fällen ist eine Operation erforderlich, um den Druck auf den Nerv zu entlasten.
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