Nervenentzündung behandlung: Warm oder Kalt? Ein umfassender Leitfaden

Viele Menschen erleben im Laufe ihres Lebens Nervenschmerzen, die durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden können. Die Behandlung dieser Schmerzen kann eine Herausforderung darstellen, und oft stellt sich die Frage, ob Wärme oder Kälte die bessere Option ist. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Anwendung von Wärme und Kälte bei Nervenschmerzen, einschließlich der Wirkungsweise, der verschiedenen Anwendungsformen und der potenziellen Risiken und Vorteile.

Einführung

Nervenentzündungen, auch bekannt als neuropathische Schmerzen, können den Alltag stark beeinträchtigen. Sie entstehen durch Schädigungen oder Funktionsstörungen des Nervensystems und äußern sich oft durch brennende, stechende oder schneidende Schmerzen. Neben medizinischen Behandlungen gibt es auch Hausmittel, die zur Linderung beitragen können. Wärme- und Kältetherapie sind zwei häufig verwendete Methoden zur Schmerzlinderung, die auch bei der Behandlung von Nervenschmerzen hilfreich sein können.

Die Wirkung von Wärme und Kälte

Kälte

Kälte hat eine nachweislich entzündungshemmende und gefäßverengende Wirkung. Wird ein Kühlpack oder Eisbeutel auf die Haut gelegt, nimmt die Durchblutung ab und lässt eine vorhandene Schwellung zurückgehen. Gleichzeitig kann die Einwirkung von Kälte dazu beitragen, zu einer verminderten Schmerzwahrnehmung beizutragen. Kälte vermindert die Durchblutung und hat eine entzündungshemmende Wirkung. Außerdem verzögert Kälte die Schmerzweiterleitung und trägt so zu einer verminderten Schmerzwahrnehmung bei. Kälte kann helfen, Schmerzen zu reduzieren, indem sie Entzündungen verringert und die Nervenleitfähigkeit verlangsamt. Es kann auch dazu beitragen, Schwellungen zu reduzieren.

Wärme

Der Einsatz von Wärme fördert die Durchblutung und kann einen entspannenden Effekt haben, was insbesondere Verkrampfungen zugutekommt. Dies ist mithilfe von Wärmekissen möglich, wie auch mit Wärmepflaster oder Infrarotlampen. Alternativ ist ein heißes Bad in der Badewanne oder ein Saunagang möglich. Neben einem durchblutungsfördernden Effekt kann Wärme außerdem dafür sorgen, das Schmerzempfinden zu reduzieren. Wärme soll Verspannungen der Muskulatur lösen, die häufig die Ursache von akuten Rückenschmerzen sind. Die Anwendung von Wärme kann helfen, die Muskeln zu entspannen, die Durchblutung zu verbessern und Schmerzen zu lindern. Bei Nervenschmerzen kann Wärme helfen, indem sie die Nerven beruhigt und dadurch die Schmerzsignale verringert.

Wann ist Kälte, wann Wärme sinnvoll?

Bei akuten Entzündungen ist es in der Regel ratsam, die Anwendung von Kälte einer Behandlung mit Wärme vorzuziehen. Der Grund: Wärme würde den Entzündungsprozess womöglich noch anregen und steigern, wodurch der vorhandene Schmerz zusätzlich verstärkt wird. Kälte hilft am ehesten nach Verletzungen oder bei entzündlichen Prozessen. Für Rückenschmerzen, zum Beispiel durch Verspannungen, eignet sich eher Wärme.

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  • Kälte: Bei Verletzungen, Prellungen oder Entzündungen.
  • Wärme: Bei Muskelverspannungen, Krämpfen oder chronischen Schmerzen.

Anwendung von Wärme und Kälte

Kälteanwendung

  • Kühlpacks oder Eisbeutel: Sie werden auf den schmerzenden Bereich gelegt, um eine lokale Kühlung zu erreichen.
  • Kühlende Salben und Gels: Sie enthalten kühlende Inhaltsstoffe wie Menthol und werden auf die Haut aufgetragen.
  • Kalte Wickel: Um den betroffenen Bereich wird ein kalter Wickel gelegt, um eine großflächige Kühlung zu ermöglichen.
  • Kältesprays: Sie bieten eine schnelle Kühlung und sind praktisch für unterwegs.
  • Ganzkörper-Kryotherapie: Letzteres erfolgt in speziellen Kältekammern, in die sich Patient*innen für einige Minuten begeben.

Wärme Anwendung

  • Warme Bäder: In der heißen Badewanne liegen ist ein altbewährtes Hausmittel, um die Muskulatur zu wärmen und zu entspannen.
  • Wärmflaschen oder Kirschkernkissen: Sie werden zunächst erwärmt, dann auf die schmerzende Stelle gelegt, damit die Durchblutung angeregt wird.
  • Rotlichtlampen: Durch die Infrarotstrahlung erzeugen sie Tiefenwärme. Dadurch sollen die Durchblutung und die Entspannung der Muskulatur gefördert werden. Wichtig ist, dass genügend Abstand zum Gerät eingehalten wird, um Verbrennungen zu vermeiden.
  • Wärmecremes: Diese werden auf die betroffenen Stellen aufgetragen, um Verspannungen zu lösen und die Durchblutung anzuregen. Allerdings kann die Hitzewirkung sehr stark sein.
  • Wärmepflaster mit Wärmezellen: Sie werden direkt auf die schmerzende Stelle geklebt. Durch Kontakt der Wärmezellen mit dem Sauerstoff der Luft wird eine Reaktion ausgelöst, die Wärme erzeugt. Die Wärme dringt in das Gewebe ein und soll für mehrere Stunden die Durchblutung und Muskelentspannung fördern.
  • Wärmepflaster mit Capsaicin: Der Wirkstoff wird aus den Früchten des Cayennepfeffers gewonnen. Er soll die Durchblutung fördern und zur Muskelentspannung beitragen.

Wichtige Hinweise zur Anwendung

Wichtig bei der Anwendung, egal ob mit Wärme oder Kälte, ist, bei Temperatur und Dauer nicht zu übertreiben. Viele Patient*innen neigen dazu, die Haut zu lang extremer Wärme bzw. Kälte auszusetzen. Dies kann im schlimmsten Fall Verbrennungen, Unterkühlungen und somit Schädigungen der Haut mit sich bringen. Um dies zu verhindern, sollten Eisbeutel oder Wärmekissen niemals direkt auf der zu behandelnden Hautstelle platziert werden. Eine zu starke und direkte Kältezufuhr kann die Haut schädigen. Daher bei Eisbeuteln und Coolpacks darauf achten, sie in ein Handtuch oder ein anderes Stück Stoff einzuschlagen, um einen direkten Hautkontakt zu vermeiden.

Patienten und Patientinnen, die an Durchblutungsstörungen, Diabetes mellitus oder anderen Erkrankungen leiden, sollten mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen, ob Wärme oder Kälte infrage kommen, die Rückenbeschwerden zu lindern. Tendenziell können sich Durchblutungsstörungen durch Kälteanwendungen verschlimmern und bei Diabetes ist teilweise das Temperaturempfinden gestört, sodass es zu Hautschäden durch zu viel Kälte oder Hitze kommen kann.

Generell sollte man Wärme- oder Kälteanwendungen jedoch nur als begleitende Therapie sehen.

Weitere Hausmittel gegen Nervenschmerzen

Neben Wärme und Kälte gibt es noch weitere Hausmittel, die bei Nervenschmerzen Linderung verschaffen können:

  • Entspannungstechniken: Progressive Muskelentspannung, Atemübungen, Meditation und Yoga können helfen, Stress abzubauen und die Schmerzempfindlichkeit zu reduzieren.
  • Massage: Eine sanfte Massage kann Muskelverspannungen reduzieren, die Durchblutung verbessern und das allgemeine Wohlbefinden steigern.
  • Bewegung und Dehnübungen: Regelmäßige körperliche Aktivität und gezielte Dehnübungen können die Durchblutung fördern, die Muskulatur stärken und Muskelverspannungen lösen.
  • Kräuter und Nahrungsergänzungsmittel: Capsaicin, Kurkuma, Ingwer, Omega-3-Fettsäuren und B-Vitamine können entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften haben.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten kann Entzündungen reduzieren und die Nervengesundheit unterstützen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie unter starken oder anhaltenden Nervenschmerzen leiden, die Ihre täglichen Aktivitäten beeinträchtigen oder zunehmen. Insbesondere sollten Sie ärztliche Hilfe suchen, wenn neben den Nervenschmerzen plötzlich neue Symptome auftreten, wie Taubheitsgefühle, Muskelschwäche oder Kontrollverlust über Blase oder Darm.

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Medizinische Behandlungen bei Nervenschmerzen

Bei anhaltenden oder schweren Nervenschmerzen können verschiedene medizinische Behandlungen in Erwägung gezogen werden:

  • Medikamentöse Therapien: Verschreibungspflichtige Schmerzmittel, Antidepressiva oder Antikonvulsiva können speziell zur Behandlung von Nervenschmerzen eingesetzt werden.
  • Trainingstherapie und Rehabilitation: Gezielte Übungen zur Stärkung von Muskeln und Verbesserung der Beweglichkeit.
  • Nervenblockaden oder Injektionen mit Cortison: Können die Schmerzen lindern.
  • Elektrische Stimulationstherapien (TENS): Können ebenfalls helfen.
  • Chirurgische Eingriffe: Werden bei schweren Schäden oder anhaltenden Beschwerden in Betracht gezogen.
  • Akupunktur: Eine alternative Behandlungsmethode, die Schmerzen lindern kann.

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