Nervenschmerzen im Fuß: Ursachen, Diagnose und Behandlungsansätze

Fußschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Nervenschmerzen im Fuß, oftResultat einer Nervenschädigung oder Reizung, stellen dabei eine besondere Herausforderung dar. Der menschliche Fuß ist ein Meisterwerk der Natur, das beim Laufen das gesamte Körpergewicht auf einer sehr kleinen Fläche tragen muss. Er ist hochkomplex aufgebaut, bestehend aus einer Vielzahl von Knochen, Muskeln, Sehnen und Bändern, die perfekt zusammenspielen müssen, damit der Fuß seine tägliche Schwerstarbeit verrichten kann.

Ursachen von Nervenschmerzen im Fuß

Fußschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Im harmlosesten Fall werden sie durch langes Stehen oder schlechtes Schuhwerk ausgelöst. Aber auch Fußfehlstellungen, Verletzungen oder Stoffwechselerkrankungen können zugrunde liegen. Nervenschmerzen im Fuß können durch verschiedene Bedingungen oder Erkrankungen verursacht werden, die die Nerven in diesem Bereich beeinflussen. Es ist wichtig, die genaue Ursache der Nervenschmerzen im Fuß durch eine gründliche Untersuchung durch einen Arzt oder einen spezialisierten Facharzt wie einen Neurologen oder Orthopäden feststellen zu lassen.

Häufige Ursachen

  • Polyneuropathie: Diese neurologische Erkrankung der peripheren Nerven betrifft Empfindungen, Muskelbewegung sowie das vegetative Nervensystem. Oft leiden Diabetiker infolge dauerhaft erhöhter Blutzuckerwerte unter dieser Nervenschädigung. Die Erkrankung beginnt meist an den unteren Extremitäten, ist oft symmetrisch ausgeprägt und schreitet allmählich voran.

  • Diabetische Neuropathie: Diabetes mellitus kann zu Nervenschäden führen, die als diabetische Neuropathie bekannt sind und Kribbeln oder Taubheitsgefühle im Fuß verursachen. Hohe Blutzuckerspiegel über längere Zeit können die Nerven schädigen.

  • Tarsaltunnelsyndrom: Diese Erkrankung wird durch die Kompression des Nervus tibialis im Tarsaltunnel im Fuß verursacht. In seltenen Fällen kann eine Operation erwogen werden, um den Druck auf den Nerv zu reduzieren.

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  • Morton Neurom: Hierbei handelt es sich um eine schmerzhafte Erkrankung des Plantarnervs, der zwischen der dritten und vierten Zehe im Mittelfuß liegt. Durch Kompression kann dieser Nerv stark anschwellen und zu einer Nervengeschwulst (Morton-Neurom) werden.

  • Spinalkanalstenose: Eine Spinalkanalstenose oder Neuroforamenstenose der Lendenwirbelsäule (LWS) kann definitiv zu Nervenschmerzen im Fuß führen. Diese Zustände beziehen sich auf Verengungen im Wirbelkanal oder den Nervenöffnungen der Wirbel, was zu Druck auf die Nervenwurzeln führt, die von der Wirbelsäule zum Fuß verlaufen.

  • Vitamin-B-Mangel: Ein Mangel an Vitamin B kann tatsächlich Nervenschmerzen im Fuß verursachen. Insbesondere Vitamin B12 ist für die Gesundheit des Nervensystems von entscheidender Bedeutung. Ein Mangel dieses Vitamins kann zu peripherer Neuropathie führen, was Schäden an den peripheren Nerven verursacht.

  • Verletzungen: Verletzungen können definitiv zu Nervenschmerzen im Fuß führen. Wenn der Fuß oder die umliegenden Bereiche durch einen Unfall, einen Sturz, eine Überlastung, eine Verstauchung oder einen Bruch verletzt werden, können Nerven geschädigt oder gequetscht werden, was zu Schmerzen und anderen neurologischen Symptomen führt.

  • Vaskuläre Erkrankungen: Vaskuläre Erkrankungen, die die Blutgefäße beeinflussen, können Nervenschmerzen im Fuß verursachen, indem sie die Blutversorgung der Nerven beeinträchtigen.

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Weitere Ursachen und Risikofaktoren

Neben den genannten Ursachen gibt es weitere Faktoren, die Nervenschmerzen im Fuß begünstigen können:

  • Alkoholmissbrauch: Übermäßiger Alkoholkonsum kann Nervenschäden im Fuß hervorrufen und ähnliche Symptome wie bei diabetischer Neuropathie verursachen.
  • Infektionskrankheiten und Stoffwechselstörungen: Diese können ebenfalls Auslöser für Nervenschmerzen sein.
  • Fußfehlstellungen: Fehlstellungen wie Hammerzehen oder Spreizfüße können das Risiko für Nervenschmerzen erhöhen.
  • Enges Schuhwerk: Das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen oder zu enge Schuhe kann die Vorfußbelastung erhöhen und Nervenschmerzen verursachen.
  • Sportarten mit hoher Stoßbelastung: Diese können die Wahrscheinlichkeit für ein Morton Neurom erhöhen.
  • Genetische Veranlagung: In einigen Fällen spielt auch eine genetische Veranlagung eine Rolle.

Nervenentzündung im Fuß - eine typische Zivilisationskrankheit

Schmerzen und Nervenentzündung im Fuß sind häufige Begleiterscheinungen unserer sitzenden, amotorisch geprägten Erwerbs- und Lebenswirklichkeit. Wir lesen, recherchieren und schreiben, wir arbeiten sitzend auf - mehr oder geeigneten - Sitzmöbeln. Wir halten den Fuß nicht in ständiger Bewegung wie unsere evolutionären, prähistorischen und kulturellen Vorfahren es taten. Da unser Fuß aber von der Evolution gerade dazu gedacht ist, 24/7 in Bewegung zu sein, sind Nervenentzündungen in den Füßen eine der typischen Folgen unserer Zivilisation.

Begriffliches: Nervenentzündung, Neuralgie, Neuropathie

Eine Entzündung - im medizinisch-fachlichen Vokabular durch die Endung „-itis“ gekennzeichnet - zeichnet sich durch Anschwellen des Gewebes, Rötung und einhergehende Schmerzen aus. Durch eine Nervenentzündung angeschwollenes Gewebe, das auf Nerven und Nervenenden drückt, behindert die Blutversorgung und bewirkt Schmerzreiz in den innervierten Körperteilen. Hierauf reagiert unser Körper, zum Teil mit der Ursache des Reizes unangemessenen Reaktionen. Die Hüfte wird in der Richtung „entlastet“, die der Kraftwirkung diametral entgegengesetzt ist. Die Füße werden bei einer Nervenentzündung von der Kraftwirkung entlastet, anstatt sie in physiologisch nachhaltigerer Weise zu nutzen. Internisten weisen ihre Patienten häufig auf die - in ihrem Berufsstand gängige - Binsenweisheit hin, dass „Schmerzen Verspannungen erzeugen und Verspannungen Schmerzen erzeugen“.

„Neuropathie“ ist dabei ein Oberbegriff für alle einschlägigen Befunde - „Pathie“ bezeichnet in der Medizin „Leiden“ im weitesten Sinne. „Neuralgie“ meint alle Erkrankungen, die sich nicht auf Deformationen - Änderungen und physische Degenerationen der Morphologie des Fußes - zurückführen lassen, insbesondere also durch Druck verursachte Nervenentzündung im Fuß. „Nervenentzündung“ oder „Neuritis“ im Fuß schließlich ist im engen Sinne auf entzündliche Erkrankungen beschränkt, wie sie sich etwa durch Viren- oder Bakterienbefall der Fußnerven manifestieren würden. Im weiten, umgangssprachlichen Sinne bezeichnet „Nervenentzündung“ im Fuß Pathologien, die sich in ihrer Symptomatik mit jenen einer „Nervenentzündung“ im engen Sinne überlappen würden. Im Folgenden wird „Nervenentzündung“ in letzteren, weiten Sinne verstanden.

Symptome von Nervenschmerzen im Fuß

Nervenschmerzen im Fuß können sich auf verschiedene Weisen äußern. Typische Empfindungen sind brennende Schmerzen. Manche Menschen empfinden die Schmerzen als plötzliche, stechende oder blitzartige elektrische Impulse. Ein häufiges Symptom ist ein Gefühl von Kribbeln, Prickeln oder Ameisenlaufen im Fuß. Manchmal tritt auch eine Taubheit oder ein Gefühl von "eingeschlafenen" Füßen auf. Manchmal reagiert der Fuß auch empfindlicher auf Druck oder Berührung.

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Typische Symptome und Anzeichen

Nervenschmerzen im Fuß äußern sich durch verschiedene Symptome, die sowohl akut als auch chronisch auftreten können.

Akute Beschwerden: Bei akuten Fußschmerzen treten oft plötzliche, intensive Empfindungen auf. Betroffene berichten von stechenden, brennenden oder einschießenden Schmerzen. Diese können von kurzer Dauer sein, aber auch über Stunden oder Tage anhalten.

Chronische Beschwerden: Chronische Nervenschmerzen im Fuß entwickeln sich oft schleichend und bleiben über Monate bestehen. Typische Anzeichen sind anhaltende Kribbel- oder Taubheitsgefühle, besonders in den Zehen und im Vorderfuß. Bei der Diabetischen Neuropathie verstärken sich diese Symptome oft nachts.

Begleiterscheinungen: Neben den direkten Schmerzen können weitere Symptome auftreten:

  • Überempfindlichkeit gegenüber Berührungen
  • Verändertes Temperaturempfinden
  • Muskelschwäche in den Füßen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Veränderungen der Fußform

Warum treten Nervenschmerzen im Fuß häufig nachts auf?

Nervenschmerzen im Fuß, die nachts auftreten, können auf mehrere Faktoren zurückzuführen sein. Häufig ändert sich die Körperhaltung während des Schlafs, was den Druck auf bestimmte Nerven erhöhen oder sie komprimieren kann, was wiederum zu Schmerzen führt. Während des Tages sind die Füße in Bewegung und werden belastet, aber nachts, wenn Ruhe eintritt, können sich entzündete Nerven wieder melden oder verstärkt schmerzen. Ein weiterer Grund könnte eine erhöhte Empfindlichkeit der Nerven nachts sein, wodurch Schmerzen, die tagsüber möglicherweise weniger spürbar waren, intensiver wahrgenommen werden. Zudem kann eine verringerte Ablenkung während der nächtlichen Ruhephase dazu führen, dass Schmerzen deutlicher wahrgenommen werden.

Schmerzen wie Stromschläge im Fuß

Stromschläge oder elektrisierende Gefühle im Fuß können auf verschiedene zugrunde liegende Ursachen hinweisen. Typischerweise können diese Empfindungen ein Anzeichen für Nervenschäden sein, wie sie bei neuropathischen Zuständen auftreten, einschließlich diabetischer Neuropathie oder dem Guillain-Barré-Syndrom. Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um eine genaue Diagnose zu erhalten und die Ursache dieser Symptome zu klären.

Diagnose von Nervenschmerzen im Fuß

Die Diagnose von Nervenschmerzen im Fuß erfordert eine sorgfältige Untersuchung durch einen Arzt. Dieser beginnt typischerweise mit einer ausführlichen Befragung Ihrer Symptome und Ihrer Krankengeschichte.

Diagnostische Methoden

  • Klinische Untersuchung: Der erste Schritt ist eine umfassende körperliche und neurologische Untersuchung. Dabei prüft der Arzt die Hautempfindlichkeit, Reflexe und Muskelkraft. Die quantitative sensorische Testung (QST) wird häufig eingesetzt, um die Empfindlichkeit der Haut genau zu messen.

  • Bildgebende Verfahren: Moderne bildgebende Verfahren spielen eine wichtige Rolle bei der Diagnose von Nervenschmerzen. MRT-Untersuchungen können Nervenschädigungen sichtbar machen und helfen, die Ursache der Beschwerden zu identifizieren.

  • Elektrophysiologische Tests: Elektrophysiologische Untersuchungen liefern wertvolle Informationen über die Funktion der Nerven. Die Neurographie misst die Nervenleitgeschwindigkeit und kann Schädigungen aufdecken. Somatosensibel evozierte Potenziale (SEP) prüfen die gesamte Gefühlsbahn von der Haut bis zum Gehirn. Elektromyographie und Nervenleitgeschwindigkeitstests sind ebenfalls nützlich, um das Ausmaß und die Art der Nervenschädigung zu bestimmen.

Wann braucht man ein MRT vom Fuß?

Ein MRT (Magnetresonanztomographie) des Fußes wird in verschiedenen Situationen angefordert, um spezifische Probleme genauer zu untersuchen. Es ist auch nützlich bei der Beurteilung von Entzündungen, Infektionen, Tumoren oder Geschwülsten im Fuß und kann helfen, die Ursache für Nerven- oder Gefäßprobleme zu identifizieren.

Spezifische Diagnostik bei Morton Neurom

Beim Morton Neurom kann der Fußspezialist das Neurom zwischen den Mittelfußknochen ertasten und einen spezifischen Druckschmerz auslösen. Das Morton Neurom kann manuell durch den sogenannten Mulders Click untersucht werden. Dabei ertastet der Arzt das Morton Neurom zwischen den Zehenstrahlen. Zunächst erfolgt die klinische und die Tastuntersuchung des Fußes.

Behandlung von Nervenschmerzen im Fuß

Die Behandlung von Nervenschmerzen im Fuß hängt von der Ursache ab.

Konservative Behandlung

Konservative Behandlungen des Fußes umfassen alle nicht-operativen Therapiemethoden. Wer unter Fußschmerzen leidet, sollte grundsätzlich eine Überlastung des Fußes durch zu langes Gehen oder Stehen vermeiden. Es empfiehlt sich, auf bequeme, gut passende Schuhe zu achten und zusätzlich orthopädische Einlagen zu tragen. Auch regelmäßige Fußgymnastik wirkt sich positiv aus und kann die Muskulatur stärken. Orthopädische Einlagen können helfen, haltungsbedingte Schmerzen in den Füßen auszuschalten.

  • Physiotherapie: Physiotherapie und Bewegungsbäder können die Durchblutung fördern und Muskeln stärken. Eine intensive Physiotherapie und Fußgymnastik bezieht auch die Wadenmuskulatur ein.
  • Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): TENS wird als ergänzende Methode eingesetzt.
  • Orthopädische Schuhe und Einlagen: Die Anpassung von orthopädischem Schuhwerk und Einlagen kann helfen, den Druck auf die Nerven zu verringern.
  • Lebensstiländerungen: Lebensstiländerungen wie Gewichtsreduktion und Diabetesmanagement können ebenfalls hilfreich sein.
  • Fußgymnastik: Fußgymnastik eignet sich auch nach einer operativen Behandlung des Morton Neuroms.

Medikamentöse Behandlung

Zur Behandlung von Nervenschmerzen werden verschiedene Medikamente eingesetzt. Zudem gibt es topische Behandlungen wie Cremes und Salben mit Capsaicin oder Lidocain für direkte Schmerzlinderung. Die Auswahl des Medikaments sollte individuell angepasst werden und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, um mögliche Nebenwirkungen zu berücksichtigen und die bestmögliche Wirkung zu erzielen.

  • Antidepressiva: Antidepressiva wie Amitriptylin werden häufig zur Schmerzlinderung verschrieben.
  • Antikonvulsiva: Antikonvulsiva wie Gabapentin und Pregabalin werden ebenfalls zur Behandlung von Nervenschmerzen eingesetzt.
  • Opioide: Bei starken Schmerzen kommen Opioide zum Einsatz.
  • Lokale Behandlung: Lokale Behandlungsmöglichkeiten umfassen Lidocain-Pflaster und Capsaicin-Cremes.

Operative Eingriffe

In einigen Fällen können die Ursachen der Fußschmerzen nur durch eine Operation behoben werden. Bei anhaltenden Schmerzen oder deutlichen Fehlstellungen des Fußes, die konservativ nicht oder nicht mehr zu korrigieren sind, sollte man über einen operativen Eingriff nachdenken - auch um Folgeschäden, zum Beispiel fortschreitenden Gelenkverschleiß, zu vermeiden. In manchen Fällen, besonders beim Morton Neurom, kann eine Operation nötig sein. Dabei wird der betroffene Nerv entlastet oder teilweise entfernt. Die Entscheidung für einen Eingriff treffen Arzt und Patient gemeinsam nach Abwägung aller Behandlungsmöglichkeiten.

Alternative Heilmethoden

Einige Patienten berichten von Erfolgen mit Akupunktur oder Magnetfeldtherapie. Die Wirksamkeit dieser Methoden bei Nervenschmerzen ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Sie können aber als ergänzende Maßnahmen in Betracht gezogen werden.

Was hilft am besten bei Nervenschmerzen im Fuß?

Die Behandlung von Nervenschmerzen im Fuß hängt von der Ursache ab.

Welche Hausmittel können gegen Nervenschmerzen im Fuß helfen?

Diese Mittel können bei manchen Menschen Schmerzlinderung bieten, jedoch ist ihre Wirksamkeit je nach individueller Situation unterschiedlich. Gelsemium ist eine Pflanze, aus der ein homöopathisches Mittel hergestellt wird, das gelegentlich zur Linderung von Schmerzen und Stress eingesetzt wird. Es wird angenommen, dass Gelsemium bei Angstzuständen, Nervosität und gelegentlich bei Schmerzen, einschließlich nervöser Schmerzen, helfen kann. Es gibt jedoch begrenzte wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit von Gelsemium speziell bei Nervenschmerzen im Fuß. Aconit ist ein homöopathisches Mittel, das aus der Pflanze Aconitum napellus (Eisenhut) gewonnen wird. Es wird in der Homöopathie zur Behandlung verschiedener Beschwerden verwendet, jedoch gibt es begrenzte wissenschaftliche Beweise für seine Wirksamkeit bei Nervenschmerzen im Fuß. In der Homöopathie wird Aconit oft bei plötzlich auftretenden Schmerzen, die mit Angst oder Schock einhergehen, angewendet.

Ist Bewegung bei Nervenschmerzen im Fuß gut?

Ja, moderate Bewegung kann bei Nervenschmerzen im Fuß helfen, die durch verschiedene Ursachen wie Polyneuropathie oder Diabetes entstehen können. Es ist wichtig, Übungen sorgfältig auszuwählen und auf den individuellen Zustand abzustimmen, um zusätzliche Beschwerden zu vermeiden.

Welches sind die besten Übungen gegen Nervenschmerzen in den Füßen?

Es gibt verschiedene Übungen, die bei der Linderung von Nervenschmerzen in den Füßen helfen können. Dehnübungen für die Wadenmuskulatur, wie das Wall-Stretching oder Yoga-Posen wie der Herabschauende Hund, können Spannungen reduzieren und die Flexibilität verbessern. Fußrollen mit einem Massageball oder einer Flasche können die Muskeln entspannen und die Durchblutung fördern. Fußgymnastik wie Greifübungen oder das Aufnehmen eines Handtuchs mit den Zehen kann die Muskeln stärken und die Beweglichkeit verbessern. Gleichgewichtsübungen und leichte aerobe Aktivitäten wie Gehen, Schwimmen oder Radfahren können auch hilfreich sein, um die Fuß- und Beinmuskulatur zu stärken sowie die allgemeine Durchblutung zu fördern.

Die Plantarfasziitis als Ursache von Fußschmerzen

Stark brennende oder ziehende Schmerzen unter der Ferse oder dem Fuß - oder ein Gefühl, als laufe man über Glas: Oft ist die Entzündung der Sehnenplatte unter der Fußsohle die Ursache für solche Beschwerden. Fachleute sprechen dann von einer Plantarfasziitis. An der Fußsohle zieht sich wie ein breites Band eine Sehne entlang - die Plantarfaszie. Sie stützt den Fuß beim Gehen und Laufen. Wird sie stark belastet, kann sie sich entzünden. Deshalb sind zum Beispiel Läuferinnen und Läufer besonders oft von einer Plantarfasziitis betroffen. So unangenehm die Schmerzen sind: Bei den meisten Menschen lassen sie auch ohne Behandlung innerhalb eines Jahres nach. Zusammen mit der Plantarfasziitis kann ein sogenannter Fersensporn auftreten. Manchmal werden die Begriffe „Plantarfasziitis“ und „Fersensporn“ gleichbedeutend verwendet, es handelt sich aber um zwei verschiedene Erkrankungen. Ein Fersensporn ist eine wenige Millimeter große, dornenförmige Verknöcherung an der Ferse, die selbst aber meist keine Schmerzen verursacht. Die Fußsohle schmerzt beim ersten Auftreten morgens nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen besonders heftig. Die Schmerzen lassen nach, wenn man eine Weile läuft. Nach sehr anstrengenden Tagen oder Aktivitäten können sie wieder zunehmen, etwa nach langem Stehen oder schwerem Tragen.

Eine Plantarfasziitis kann an einem Fuß oder an beiden Füßen gleichzeitig auftreten. Die Plantarfaszie beginnt unter dem Fersenbein und reicht bis zu den Zehen. Sie stabilisiert den Fuß bei Bewegungen und wirkt wie ein Stoßdämpfer: Wenn der Fuß beim Laufen abrollt, spannt sich die Sehnenplatte, um das Fußgewölbe zu stützen. Dabei ist die mechanische Belastung am Ansatz der Sehne unterhalb der Ferse besonders hoch. Wird die Sehnenplatte überbelastet, kommt es an ihrem Ansatz zu kleinen Verletzungen, die sie reizen und dadurch eine Entzündung hervorrufen können. Starke, anhaltende oder ungewohnte Belastungen der Ferse oder des Fußes erhöhen das Risiko für eine Plantarfasziitis. So haben sportlich sehr aktive Menschen, die zum Beispiel oft und lange laufen, Fußball spielen oder tanzen, häufiger damit zu tun. Auch wer nach einer Pause zu schnell und intensiv wieder in den Sport einsteigt, ist gefährdet.

Diagnose und Behandlung der Plantarfasziitis

Um eine Plantarfasziitis festzustellen, reichen gewöhnlich ein ärztliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung aus. Dabei ist es wichtig, die Beschwerden so genau wie möglich zu beschreiben. Bei der Untersuchung tastet die Ärztin oder der Arzt den nach oben angezogenen Fuß an Sohle und Ferse nach schmerzempfindlichen Stellen ab. Sie oder er betrachtet auch Fußstellung und Gangbild und prüft, ob Achillessehne oder Wadenmuskulatur verkürzt sind. Eine Ultraschalluntersuchung ist zur Diagnose einer Plantarfasziitis nicht unbedingt erforderlich. Sie wird aber manchmal vor einer Spritzenbehandlung eingesetzt, um die entzündete Stelle sichtbar zu machen und die Einstichstelle zu bestimmen. Weitere Untersuchungen wie Röntgen oder eine Magnetresonanz-Tomografie (MRT) sind nur manchmal nötig - zum Beispiel, um einen Knochenbruch auszuschließen.

Wird der schmerzende Fuß weiter überlastet, kann sich die Plantarfasziitis verstärken. Deshalb ist es wichtig, den Fuß zunächst zu schonen. Er muss aber nicht ruhiggestellt werden. Um die Schmerzen zu lindern, kann die Fußsohle gekühlt werden, zum Beispiel mit einer Kühlkompresse. Auch Schmerzmedikamente kommen für begrenzte Zeit infrage. Wenn sich der Fuß etwas erholt hat, werden gewöhnlich Dehn- und Kräftigungsübungen empfohlen. Spielt eine Fehlstellung des Fußes eine Rolle, werden zusätzlich orthopädische Einlagen verschrieben. Bei starkem Übergewicht wird empfohlen, abzunehmen.

Bessern sich die Beschwerden innerhalb einiger Wochen nicht, kommen weitere Behandlungen wie Kortisonspritzen oder eine extrakorporale Stoßwellentherapie infrage. Bei einer extrakorporalen Stoßwellentherapie werden Schallwellen mit hohem Druck durch die Haut der Ferse auf die Plantarfaszie geleitet. Ein chirurgischer Eingriff gilt als letzte Möglichkeit. Spritzen und Operation haben allerdings Risiken. Bei einer Plantarfasziitis ist viel Geduld nötig: Der Körper benötigt eine Weile, bis er die Entzündung in den Griff bekommt.

Besonders für aktive Sportlerinnen und Sportler mag das beunruhigend klingen. Ein langfristiger Verzicht auf Aktivitäten, die die Plantarfaszie stärker belasten, ist aber normalerweise nicht erforderlich. Viele Sportarten lassen sich zudem schonender ausüben - etwa durch eine weniger belastende Technik oder ein kürzeres Training. Zwischendurch Pausen einzulegen, gibt dem Körper Gelegenheit, sich von der Belastung zu erholen. Oft werden bei einer Plantarfasziitis mehrere Behandlungen kombiniert oder verschiedene ausprobiert. Neben Geduld braucht es Zeit, um die mitunter zahlreichen Arzt- und Physiotherapie-Termine wahrzunehmen. Wer eine Plantarfasziitis hat, kann aber auch selbst einiges ausprobieren, um die Beschwerden zu lindern - etwa bequeme Schuhe mit weicher, dämpfender Sohle tragen und ab und zu die Fußsohle leicht massieren. Es kann angenehm sein, die schmerzende Stelle vor Bewegung zu kühlen.

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