Nervenschmerzen, Bandscheibe, Oberschenkel und Kniegelenk: Ursachen und Behandlung

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum plötzlich Schmerzen im Bein auftreten, obwohl Sie es nicht überlastet oder verletzt haben? Vielleicht spüren Sie ein Ziehen, das bis in die Wade geht, oder ein Kribbeln, das von der Hüfte bis zum Fuß reicht. Sie versuchen, den Schmerz durch Schonung oder Schmerzmittel zu lindern, aber nichts scheint wirklich zu helfen. Diese Art von Beschwerden, die scheinbar grundlos auftreten, könnte in der Wirbelsäule ihren Ursprung haben. Oftmals ist es so, dass Schmerzen im Bein ihren Ursprung in der Wirbelsäule haben, z. B. durch eine Nervenwurzelkompression. Häufige Ursachen sind Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen oder Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule.

Ursachen von Nervenschmerzen im Bein

Verschleiß und strukturelle Veränderungen in der Wirbelsäule sind die häufigsten Ursachen für Beinschmerzen. Hier sind die wichtigsten Erkrankungen im Überblick:

  • Bandscheibenvorfall: Eine Bandscheibe verliert ihre Elastizität, und der Gallertkern tritt nach außen. Dies führt zu einem Druck auf die Nervenwurzeln, was Schmerzen, Taubheit oder Kribbeln im Bein verursachen kann. Bei einem Bandscheibenvorfall kommt es häufig zu Nervenschmerzen. Sie entstehen dadurch, dass die Bandscheibe verrutscht und auf einen Nerv drückt. Neben Schmerzen, die bis ins Bein oder sogar in die Füße ausstrahlen, können auch Empfindungsstörungen auftreten. Gut zu wissen: Häufig stecken natürliche Alterungsprozesse hinter einem Bandscheibenvorfall. Denn mit der Zeit kann der Gallertkern immer weniger Wasser speichern und der Knorpelring verliert an Stabilität. Drückt die verrutschte Bandscheibe auf Nerven bzw. Gut zu wissen: Grundsätzlich kann es in jedem Abschnitt der Wirbelsäule zu einem Bandscheibenvorfall kommen. Passiert es im Bereich der Halswirbelsäule, können die Schmerzen in den Arm ausstrahlen und Taubheitsgefühle in den Fingern auslösen. Ischiasschmerzen werden besonders häufig durch einen Bandscheibenvorfall hervorgerufen. In diesem Fall drückt die Bandscheibe im Bereich des unteren Rückens auf den Ischiasnerv, genauer gesagt auf die Nervenwurzel.

  • Spinalkanalstenose: Bei dieser Erkrankung verengt sich der Wirbelkanal, wodurch die Nervenwurzeln eingeengt werden. Häufig spüren Betroffene Schmerzen, die beim Gehen zunehmen und beim Sitzen abnehmen.

  • Spondylose (Arthrose der Wirbelsäule): Verschleißerscheinungen der Wirbelgelenke und Bandscheiben können chronische Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen, die in die Beine ausstrahlen.

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  • Nervenwurzelkompression: Mechanische Einflüsse, etwa durch Fehlstellungen oder Verkalkungen, üben Druck auf Nervenwurzeln aus. Das Ergebnis: ausstrahlende Schmerzen in Beine und Füße.

  • Piriformis-Syndrom: Ein Piriformis-Syndrom entsteht, wenn ein verspannter Muskel in der Hüfte den Ischiasnerv einquetscht. Die Folge sind Schmerzen im Oberschenkel, Rücken und Po. Übungen zum Kräftigen und Dehnen können helfen. Der Ischias ist der dickste Nerv im menschlichen Körper. Wird er gereizt, reagiert der Körper mit Schmerzen, die vom Rücken über das Gesäß ins Bein, manchmal auch bis in den Fuß ausstrahlen. Wenn es von der Gesäßmuskulatur hinunter bis ins Bein zieht, können die Schmerzen auf Arthrose in der Hüfte, das ISG-Syndrom oder einen Bandscheibenvorfall hinweisen. Bandscheibenvorfälle sind eindeutig erst auf MRT-Bildern zu sehen, aber oft nicht die Ursache der Beschwerden. Schuld kann der Piriformis-Muskel sein. Er liegt verborgen unter dem großen Gesäßmuskel und verbindet Kreuzbein und Oberschenkel. Normalerweise ist der birnenförmige Muskel weich und dehnbar. Aber durch einen Sturz, Fehlhaltung oder Überbelastung kann er verspannen und sich verkürzen. Stechende, ausstrahlende Schmerzen, meist einseitig im Gesäß, im unteren Rücken, in Hüfte und im Bein, sind typisch für das Piriformis-Syndrom. Die Muskel-Enge kann auch zu Taubheitsgefühlen, Kribbeln und Missempfindungen vom Rücken bis ins Bein führen. Meistens werden die Schmerzen beim Sitzen, Bücken oder bei längerem Gehen stärker.

Das S1-Syndrom

Ein S1 Syndrom ist ein weit verbreitetes Krankheitsbild was mit einer deutlichen Lebensqualitätseinschränkung einhergeht. Was ist ein S1-Syndrom? Nervenwurzelkompression der Wurzel S1 (z.B. An welchen Symptomen erkennen Sie ein S1-Syndrom? Schwäche/Lähmung von dem hinteren Oberschenkelmuskel, der Wadenmuskulatur und den Fußsenkern. Schwäche der Fußsenkung (Fußsenkerschwäche/Fußsenkerlähmung), d.h. Jede Nervenwurzel versorgt bestimmte Bereiche der Haut mit ihren sensiblen Fasern. Das für die Nervenwurzel S1 zugehörige Dermatom umfasst Teile der Außen- und Rückseite von Po, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel, den seitlichen Fußrand sowie die Kleinzehe. Die Schmerzen können vom unteren Rücken und Gesäß bis in das Bein ziehen und somit das gesamte Dermatom der Nervenwurzel S1 betreffen. Neben den plötzlich einschießenden, meist stechenden Schmerzen in diesem Bereich können Sensibilitätsstörungen auftreten, die gelegentlich ebenfalls als schmerzhaft empfunden werden. Ein mögliches Symptom eines S1-Syndroms ist eine Muskelschwäche. Genauer gesagt eine Parese, das heißt ein inkompletter Funktionsausfall eines Muskels. Da die (Kenn)Muskeln typischerweise über mehrere Nervenwurzeln versorgt werden, kommt es bei einer Schädigung einer Nervenwurzel im Normalfall zu keiner vollständigen Muskellähmung (Plegie), sondern lediglich zu einer Muskelschwäche. M. der M.. Durch eine Parese der Muskeln, die für eine Fußsenkung verantwortlich sind, kann es bei einem S1-Syndrom zu einer Fußsenkerschwäche kommen. Diese äußert sich durch eine Schwäche bei dem Versuch, den Fuß zu senken oder dem Unvermögen, auf den Zehenspitzen zu stehen oder zu laufen (Zehenstand nicht möglich). Eine Fußsenkerschwäche sollte immer von einem guten Orthopäden oder Neurologen beurteilt werden. Eine Fußsehnkerschwäche bei einem S1 Syndrom hat meist eine gute Prognose, wenn Sie sich nach wenigen Tagen bessert. M. M. M. Als Dermatom bezeichnet man den Bereich, den ein jeweiliger Nerv mit Gefühl versorgt. Das Dermatom S1 läuft über das Gesäß, den hintern Oberschenkel, die Wade, den äußerer Knöchel zur laterale Fußkante (3.-5. Zehe).

Um bei S1-Syndrom-typischen Beschwerden die richtige Diagnose zu stellen, führt der behandelnde Orthopäde zunächst ein ausführliches (Anamnese-)Gespräch mit dem Patienten über die Beschwerden, Vorerkrankungen und -operationen. Darauf folgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Dabei inspiziert der Arzt zuerst den unteren Rücken auf mögliche Verletzungs- oder Entzündungszeichen. Spezifische neurologische Tests können durchgeführt werden. Bei akuten Rückenschmerzen ohne Anzeichen von Risikofaktoren ist eine Bildgebung nicht zwingend notwendig. Die Anfertigung von Röntgenbildern ist bei Verdacht auf ein S1-Syndrom indiziert, wenn der Betroffene unter äußerst starken und/oder therapieresistenten Schmerzen leiden. Bei „Red-flags-Symptomatik“ wird meistens zunächst geröntgt.

Wann braucht man eine MRT?

Eine MRT-Untersuchung ist die diagnostische Untersuchungsmethode der Wahl bei fraglichen Nervenverletzungen. Insbesondere bei „Red-flag-Symptomen“ ist die MRT indiziert. Ein Bandscheibenvorfall auf Höhe LWK 5/S1 zeigt sich durch sklerosierte, dehydrierte Bandscheiben bei Bandscheibendegeneration und ein Bandscheibenprolaps ist beispielsweise als Herniation in den Aufnahmen zu erkennen, typischerweise mit umliegendem Ödemsaum. In der MRT können die Nervenstrukturen sehr gut erfasst werden und somit Kompressionen verbildlicht werden. Meistens liegt dem S1-Syndrom ein Bandscheibenvorfall im Übergangsbereich der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein zugrunde.

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S1 Syndrom und L5 Syndrom

Was ist der Unterschied zu einem Bandscheibenvorfall L5/S1? Der Begriff S1-Syndrom beschreibt den Symptomkomplex, der bei einer Reizung oder Schädigung der Nervenwurzel S1 entsteht. Ein Bandscheibenvorfall auf Höhe des Lendenwirbelkörpers 5 und dem Beginn das Os sacrum ist die häufigste Ursache für die Entstehung eines S1-Syndroms. Dabei verlagern sich Anteile der Bandscheibe meistens nach hinten und zur Seite. Häufig wird dadurch die Nervenwurzel S1 eingeklemmt, da diese dort das Rückenmark verlässt. Abhängig von der Richtung des Bandscheibenvorfalls kann aber auch die Nervenwurzel von L5 mit Ausbildung eines L5-Syndroms entstehen oder ein gemeinsames Vorkommen eines L5- und S1-Syndroms. Das L5 Syndorm macht ähnliche Beschwerden wie das S1 Syndrom.

Weitere mögliche Ursachen

  • Hüftschmerzen: Das sind zum einen häufig Knieschmerzen oder Hüftschmerzen, die in das Bein hinein ausstrahlen.

  • Stoffwechselerkrankungen: Viele andere Ursachen im Bereich des Stoffwechsels (Diabetes) und der Nerven (Polyneuropathie) können Beinschmerzen beim Gehen oder in Ruhe verursachen.

  • Tumorerkrankungen: Selten lösen Tumorerkrankungen die Beschwerden aus.

  • Bandverletzungen: Bandverletzungen (z. B.

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  • Sehnenentzündungen oder -verletzungen: Sehnenentzündungen oder -verletzungen (z. B.

  • Entzündungen: Entzündungen (z. B.

  • Überlastung: Beinschmerzen, die sich wie Muskelkater anfühlen, sind meist überlastungsbedingt. Oftmals treten diese Beschwerden bei untrainierten Menschen z. B. nach einer langen Wanderung oder nach langem Stehen oder Gehen auf. Auch Fehlbelastungen oder falsches Schuhwerk können eine Rolle spielen.

  • Osteoporose: Viele ältere Menschen leiden unter Osteoporose, die im fortgeschrittenen Stadium Knochenschmerzen verursachen kann.

  • Knochenbrüche: Aber auch Knochenbrüche (Frakturen) haben Schmerzen in den Beinen zur Folge. Neben traumatisch bedingten Frakturen gibt es sogenannte Ermüdungsbrüche, die häufig Schienbein (Tibia) oder Wadenbein (Fibula) betreffen.

  • Gefäßerkrankungen: Weiterhin gibt es Beinschmerzen, die ihre Ursachen in den Gefäßen oder im Herzen haben. Dazu zählen beispielsweise Thrombose, Herzschwäche oder Gefäßverengungen (pAVK).

  • Nervenerkrankungen: Aber auch Nervenerkrankungen (Polyneuropathien z. B.

Symptome bei Nervenirritationen

Beinschmerzen sind häufig ein Symptom für Probleme in der Lendenwirbelsäule. Hier verlaufen wichtige Nerven, die die Beine versorgen. Typische Symptome bei Nervenirritationen:

  • Stechende Schmerzen im Oberschenkel oder in der Wade
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle im Fuß
  • Schwäche in den Beinen, die das Gehen erschwert

Das bekannteste Beispiel ist der Ischiasschmerz. Er entsteht durch die Reizung des Ischiasnervs, der vom unteren Rücken über das Gesäß bis ins Bein verläuft.

Diagnostik

Eine präzise Diagnostik ist entscheidend, um die Ursache der Beinschmerzen zu identifizieren. Zunächst erfolgt eine gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung durch einen Neurologen oder Orthopäden. Die äußere Inspektion des Beines leitet die Untersuchung ein. Nach einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung des Patienten hat der Arzt häufig schon einen Verdacht, welche Ursache den Schmerzen in den Beinen zugrunde liegen könnte. Gezielte Fragen z. B.

Technische Untersuchungsmethoden

  • Offener MRT: Ein offener MRT bietet eine stressfreie Diagnostik ohne Engegefühl. Hierdurch lassen sich selbst komplexe Nerven- und Wirbelsäulenprobleme präzise sichtbar machen. Um Knorpel- oder Bandschäden erkennen zu können, ist möglicherweise ein MRT erforderlich.

  • Röntgenbild: Um die Diagnose abzusichern, wird zunächst ein Röntgenbild angefertigt. Anhand dieses Röntgenbildes erkennt der Arzt Abnutzungserscheinungen, Fehlstellungen, Entzündungen oder Tumoren bzw. kann diese ausschließen.

Weitere diagnostische Verfahren

  • Sportmedizinischer Check: Ein sportmedizinischer Check kann muskuläre Dysbalancen detektieren und Folgeerkrankungen vorbeugen. Eine muskuläre Dysbalance beschreibt ein Ungleichgewicht zwischen den muskulären Spielern und Gegenspielern, zum Beispiel Beuger und Strecker im Rumpf. Eine solche Dysbalance kann zu einer vermehrten Belastung eines Gelenks führen. Insbesonders beim Stand wird die Rumpfmuskulatur gebraucht. Die Ledenwirbelsäule weist physiologisch ein Krümmung (Lordose) auf. Dies bedeutet, dass die Rückenmuskulatur stärker als die Bauchmuskulatur sein muss. Mit diesem Check können die maximalen Kraftwerte aller Wirbelsäulenmuskeln gemessen und muskuläre Dysbalancen aufgedeckt werden. Aufgrund dieser Dysbalancen kann der Spinalkanal (Wirbelkanal) eingeengt werden.

  • Elektromyographie (EMG): Die Elektromyographie (EMG) ist ein bildgebendes Verfahren. Die EMG ist geeignet für die Unterscheidung bestimmter Nervenerkrankungen, Muskelschwächen, Nervenkompressionssyndromen wie dem S1-Syndrom und Verdacht auf Rückenmarkserkrankungen. Gemessen wird bei einem S1 Syndrom die sogenannten Rückenstrecker/Multifidis. In bestimmten Positionen wird analysiert, ob der Muskel aktiv ist und anschließend sich wieder entspannt. Zudem wird auch zwischen dem rechten und dem linken Rückenstrecker unterschieden.

  • Rasterstereographie: Dafür wird der Betroffene mit dem Rücken vor dem Gerät platziert. Es wird ein Linienraster auf den Rücken des Betroffenen projiziert und von einer Kamera aufgezeichnet. Damit liefert die Messung Informationen über die gesamte Körperstatik und -haltung. Pathologien wie Verkrümmungen der Wirbelsäule und muskuläre Dysbalancen werden hiermit dargestellt. Bei einem S1 Syndrom liegt der Verdacht nahe, dass ein Engpass aufgrund einem vermehrtem Hohlkreuz vorliegt. Ist dies der Fall, wird eine weitere Messung mit einer aktiven Streckung der Lendenwirbelsäule gemacht, um den Ausprägungsgrad der Hyperlordose (Hohlkreuz) darzustellen.

Behandlung von Nervenschmerzen

Für die Behandlung von Nervenschmerzen infolge eines Bandscheibenvorfalls werden in der Regel mehrere Therapiebausteine kombiniert. Wichtig ist, dass die Schmerzen schnell gelindert werden. Gut zu wissen: Drückt die Bandscheibe über längere Zeit auf den Nerv, kann dieser bleibende Schäden davontragen.

Konservative Therapieansätze

Von der Wirbelsäule ausgehende Schmerzen im Bein werden zunächst mit konservativen Therapiemethoden behandelt. Mehr als 90% der Bandscheibenvorfälle werden konservativ behandelt.

  • Allgemeine Maßnahmen: Wenn die Nervenschmerzen sehr stark ausgeprägt sind, kann der Arzt für wenige Tage Bettruhe verordnen. Aber Vorsicht: Eine zu lange Bettruhe kann Muskelverspannungen zur Folge haben, die die Beschwerden verschlimmern können. Wenn die akuten Schmerzen abgeklungen sind, wirken sich normale Aktivitäten positiv aus. Drückt die Bandscheibe auf den Ischiasnerv, wird die sogenannte Stufenlagerung empfohlen. Dazu in Rückenlage die Beine auf eine Erhöhung (z. B. Kissenstapel) legen. Bei akuten Nervenschmerzen infolge eines Bandscheibenvorfalls können Kälteanwendungen lindernd wirken. Wenn die akute Phase vorbei ist, werden meist Wärmeanwendungen (z. B. Gut zu wissen: Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl. Wie soll man sich bloß betten, wenn Bandscheibenprobleme den Ischiasnerv reizen? Das fragen sich viele Betroffene.

  • Medikamente: In der Regel kommen zunächst klassische Schmerzmittel (z. B. Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac) zum Einsatz. Bei sehr starken Schmerzen, die sich mithilfe der üblichen Schmerzmittel nicht lindern lassen, kann der Arzt sogenannte Opioide verordnen. Bei schmerzhaften Muskelverspannungen können verschreibungspflichtige Medikamente infrage kommen, die die Skelettmuskulatur entspannen (sog.

  • Physiotherapie: Regelmäßige, angepasste Bewegung ist ein wesentlicher und zentraler Behandlungsbaustein bei bandscheibenbedingten Beschwerden. Eine geeignete Bewegungstherapie mit speziellen Übungen kann die Nervenschmerzen lindern, Verspannungen lösen und Schonhaltungen korrigieren. Übungen spielen bei Rückenschmerzen eine wichtige Rolle, um diese langfristig zu beseitigen. Bei Schmerzen neigt der Mensch unwillkürlich zu einer Schonhaltung. Bei einem Bandscheibenvorfall kann eine schmerzbedingte Schonhaltung die Schmerzen langfristig verschlimmern und chronifizieren. Bei den Trainingsmaßnahmen ist wichtig, Spieler und Gegenspieler zu kräftigen, in diesem Fall Bauch und Rücken. Gut eignen sich Bauchmuskelübungen wie Sit-Ups und statische Übungen wie Armstütz mit wechselndem Arm- und Beinheben oder Unterarmstütz (Plank). Auch Rudern eignet sich hervorragend. Alle Übungen bei einem S1 Syndrom oder einer Fußsenkerschwäche müssen auf den individuellen Einzelfall abgestimmt sein.

  • Chirotherapie: Mithilfe manueller Techniken lösen wir Blockaden und verbessern die Beweglichkeit der Wirbelsäule. Dies trägt zur Druckentlastung der Nerven bei.

  • Osteopathie: Ein ganzheitlicher Ansatz, der nicht nur die Beschwerden, sondern auch die zugrunde liegenden Funktionsstörungen behandelt. Den Betroffenen muss klar sein, dass ein operativer oder konservativer Weg bei einer fehlerhaften Einschätzung einen Dauerschaden an den Fußsenkern zu Folge hat. Leider kann auch der beste Wirbelsäulenspezialist mit seiner Einschätzung des besten Behandlungsweges falsch, was zeitlich gesehen keine Behandlungsfehler ist, da keine Spezialist zu 100% eine richtige Einschätzung haben kann. Dadurch, dass Osteopathen den Fokus auf einen ganzheitlichen Ansatz haben und ausschließlich mit den Händen arbeiten, sind sanfte Methoden und manuelle Techniken die Grundlage, um die Selbstheilungsprozesse des Körpers optimal zu unterstützen. In der Behandlung mit durch unsere Spezialisten wird durch eine ausführliche Anamnese die meist unwissende Ursache bestimmt, um so eine ganz auf den Patienten abgestimmte Therapie zu entwickeln.

  • Triggerakupunktur: Eine sehr gute Möglichkeit ein S1-Syndrom konservativ zu behandeln ist die Triggerakupunktur. Bei der Triggerakupunktur werden aktivierte Muskelpunkte zur Entspannung gebracht. Dabei wird die Nadel in den Muskel eingebracht und ein sogenannter Twitch oder "local twitch response" ausgelöst, dass der Betroffene durch ein lokales Muskelzucken spürt. M. M. M.

  • Periradikuläre Therapie (PRT): Minimalinvasive Eingriffe wie eine periradikuläre Therapie (PRT) können die Beschwerden lindern. Die periradikuläre Therapie (PRT) ist eine minimalinvasive Behandlung bei radikulären Schmerzen. Radikuläre Schmerzen sind Schmerzen, die auf die gereizte Nervenwurzel zurückgeführt werden können. Die Behandlung findet unter Kontrolle einer bildgebenden Methode statt, wie einer Röntgendurchleuchtung, Computertomographie (CT) oder Magentresonanztomographie (MRT). Der behandelnde Orthopäde kann damit das betroffene Segment der Wirbelsäule periradikulär darstellen und die Nadel positionieren. Die Nadelspitze wird nah an die gereizte S1 Nervenwurzel eingeführt und darüber Medikamente eingespritzt. Typischerweise werden ein Lokalanästhetikum und ein Steroid (Cortison) verwendet. Mittlerweile ist auch möglich die periradikuläre Therapie (PRT) unter MRT-Kontrolle durchzuführen, was den Effekt der Strahlenfreiheit hat.

  • Kortison: Wann braucht man Cortison? Cortison hat aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung ein breites Einsatzspektrum. Beim S1-Syndrom kann es indiziert sein, wenn therapieresistente Schmerzen vorliegen. Typisch ist der Einsatz von Kortison (in Kombination mit einem Betäubungsmittel) als Injektion im Rahmen einer periradikulären Therapie als Kortisonspritze gegeben.

  • Kinesiotaping: Kinesiotape ist ein elastischer Tapeverband aus selbstklebendem, dehnbarem Material. Das Tape wird therapeutisch angewendet und dient der gezielten Beeinflussung von Muskulatur. Damit können Muskeln ruhiggestellt und schmerzhafte Überlastung vermieden werden.

Operative Maßnahmen

Selten ist eine Operation zur Entlastung des Nervs erforderlich. Wann braucht man eine OP? Lähmungen im Versorgungsgebiet der S1-Wurzel bestehen, z.B. Allerdings ist das S1-Syndrom in 90% der Fälle sehr gut konservativ therapierbar. Welcher Behandlungsweg eingeschlagen werden sollte, muss immer gemeinsam mit dem Wirbelsäulenspezialisten und dem Betroffenen gut abgesprochen werden. Umso wichtiger ist es, den richtigen Zeitpunkt für eine Operation nicht zu verpassen.

Selbsthilfe und Vorbeugung

  • Übungen: Anhand unterschiedlicher Tests lässt sich ein Piriformis-Syndrom diagnostizieren. Bei diesem Test liegt die betroffene Person auf dem Rücken. Das gestreckte Bein wird im Hüftgelenk langsam gebeugt. Eine Untersuchung des Piriformis-Muskels per Ultraschall ist nicht möglich, da dieser zu tief liegt. Mit CT- oder MRT-Aufnahmen lässt sich nur erkennen, ob der Muskel verdickt ist. Ist der Piriformis-Muskel als Verursacher der Schmerzen ausgemacht, sind Bewegung, Lockerung und Dehnung die Therapie der Wahl. Um die Verspannung zu lösen, müssen physiotherapeutisch auch alle benachbarten Muskeln geprüft und gegebenenfalls gelockert werden, da sie oft mitbeteiligt sind. Mit Stoßwellentherapie und manueller Therapie lässt sich der oft schon chronisch verspannte Muskel lockern. Der Selbsttest im Sitzen kann auch zur Linderung der Beschwerden gemacht werden. Eine weitere gute Übung für den Piriformis-Muskel erfolgt im Stehen: Das betroffene Bein anheben und dabei in der Hüfte und im Kniegelenk etwa 90 Grad beugen. Nun den Unterschenkel nach außen führen. Bei Menschen, die viel sitzen, erschlafft vor allem die hintere Muskelkette. In Gesäß und der Rückseite der Oberschenkel verlaufen sehr große Muskeln. Ein gute Möglichkeit, diese zu kräftigen, ist die sogenannte Brücke. Bei dieser Übung liegt man auf dem Rücken, stellt die Füße auf und drückt das Becken nach oben, ohne dass es zu einer Seite abkippt. Schon morgens im Bett kann auf diese Weise der Piriformis-Muskel trainiert werden - fünf Minuten reichen. Das Lösen des Piriformis-Syndroms kann mehrere Wochen bis Monate dauern. Sollte der Piriformis-Muskel auch nach mehrwöchiger Therapie und konsequenten Eigenübungen noch immer Beschwerden verursachen, können Botox-Spritzen in diesem Bereich zum Einsatz kommen. Der Wirkstoff Botulinumtoxin lähmt den Muskel. Eine Botox-Spritze wird häufig unter MRT-Kontrolle gegeben. Die Wirkung hält etwa drei Monate an.

  • Vermeidung von Druckschäden: Ja, vermeiden Sie Haltungen oder wiederholende Tätigkeiten, bei denen es zu solchen Druckschäden kommen kann.

Dauer und Prognose

Die Dauer eines S1-Syndroms kann ganz individuell verlaufen. Ein akutes S1-Syndrom beziehungsweise eine Episode eines S1-Syndroms kann einige Tage dauern. Abhängig von der Ursache und Behandlung kann der Zeitraum ein bis zwei Monate sein, bis die Beschwerden vollkommen abgeklungen sind. Insbesondere bei einem Bandscheibenvorfall der LWS können mehrere Monate bis zur Beschwerdefreiheit vergehen. Das individuelle Beschwerdebild eines S1-Syndroms kann von Person zu Person ganz unterschiedlich ausfallen. Gleichzeitig unterscheiden sich die Berufe. Es gibt Berufe, in denen man viel sitzt, während man in anderen schwer körperlich tätig ist. Grundsätzlich kann es sein, dass sich die neurologischen Ausfälle nach einer Operation nicht vollständig legen. Bei kurzzeitigem Druck kann sich der Nerv vollständig regenerieren - oft innerhalb weniger Wochen. Je länger der Druck andauert, desto größer ist die Gefahr bleibender Schäden.

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