Rheuma ist ein weit verbreiteter Begriff, der eine Vielzahl von Erkrankungen des Bewegungsapparates umfasst. Die Symptome und Ursachen sind vielfältig und erfordern eine individuelle Diagnose und Behandlung. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Nervenschmerzen, Hautprobleme und Rheuma, einschließlich Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.
Was ist Rheuma?
Rheuma ist ein Sammelbegriff für mehr als 100 verschiedene schmerzhafte Krankheiten des Stütz- und Bewegungsapparats. Der Begriff "Rheuma" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "fließender Schmerz". Chronische Schmerzen der Gelenke, der Knochen, der Muskeln und/oder des Bindegewebes sind das Merkmal, das die Krankheiten des rheumatischen Formenkreises gemeinsam haben.
Formen von Rheuma
Die rheumatischen Erkrankungen werden in folgende Formen unterteilt:
- Entzündlich-rheumatische Erkrankungen
- Verschleißbedingte (degenerative) Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen
- Chronische Schmerzsyndrome (Weichteilrheumatismus, z. B. Fibromyalgie)
- Stoffwechselbedingte Erkrankungen
Im Folgenden geht es in erster Linie um die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, insbesondere die rheumatoide Arthritis, denn diese gelten als „Rheuma im engeren Sinne“.
Stütz- und Bewegungsapparat
Der Stütz- und Bewegungsapparat besteht aus Knochen, Muskeln, Gelenken, Knorpel, Bindegewebe (Gelenkkapsel und Bänder), Synovia (Gelenkschmiere), Faszien (Bindegewebe um die Muskeln), Sehnen, Blutgefäßen, Nerven und Lymphbahnen.
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Entzündlich-rheumatische Erkrankungen
Man schätzt, dass 1,8 Millionen Erwachsene und etwa 20.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland unter einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung leiden. Frauen sind von dieser Form des Rheumas häufiger betroffen als Männer. Die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen verlaufen meist in Schüben und schädigen neben Gelenken, Knochen und Bindegewebe auch häufig innere Organe, das Nervensystem, Blutgefäße und die Haut.
Häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankungen
- Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis): schmerzhafte Entzündungen mehrerer Gelenke durch Störungen des Immunsystems.
- Arthritis im Kindesalter (juvenile idiopathische Arthritis): ruft bei Kindern und Jugendlichen unterschiedliche Krankheitsbilder hervor.
- Spondyloarthritiden: entstehen häufig in der Wirbelsäule, können aber auch Gelenke, Organe, Sehnen oder Knochen betreffen.
- Psoriasis-Arthritis: eine Fehlsteuerung des Immunsystems löst Entzündungen der Gelenke und eine schuppende Hautentzündung aus, die als „Schuppenflechte“ (Psoriasis) bekannt ist.
- Reaktive Arthritis: z. B. an Knie- oder Sprunggelenken, entsteht nach Infektionen, meistens in Folge von Harnwegs- und Darminfekten
- Enteropathische Spondyloarthritis bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa): betroffen sind Arm- und Beingelenke, die Erkrankung verläuft meistens mild
- Kollagenosen: Entzündliche Bindegewebserkrankungen, die viele verschiedene Organe massiv schädigen und lebensbedrohlich verlaufen können.
- Vaskulitis: Entzündung großer, mittelgroßer oder kleiner Blutgefäße, die, wie auch die Kollagenosen, zu schweren organ- und lebensbedrohlichen Schäden führen können.
Arthritis oder Arthrose?
Arthritis und Arthrose sind beides Gelenkerkrankungen. Arthritis ist eine entzündliche Erkrankung des Gelenks, wohingegen die Arthrose durch Verschleiß am Gelenk hervorgerufen wird. Patient*innen mit Arthritis leiden auch nachts unter Gelenkschmerzen und morgens unter einer langandauernden Morgensteifigkeit. Arthrose hingegen verursacht in Ruhe in der Regel keine Schmerzen. Die Morgensteifigkeit hält bei der Verschleißkrankheit nur kurz an. Allerdings kann es auch im Rahmen einer Arthrose zu Entzündungen kommen (aktivierte Arthrose) und eine Arthritis kann auch degenerative Prozesse im Gelenk auslösen (postentzündliche Veränderungen).
Ursachen von Rheuma
Die Ursachen für Rheuma, wie z. B. die Arthritis im Kindesalter, sind nicht völlig geklärt.
Autoimmunerkrankungen als Rheuma-Ursache
Die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung, die rheumatoide Arthritis, ist die Folge einer Autoimmunerkrankung. Bei Autoimmunerkrankungen handelt es sich um Fehlfunktionen des Immunsystems. Statt körperfremder Krankheitserreger greift das Immunsystem ohne erkennbaren Grund körpereigenes Gewebe an. Im Zuge des Angriffs kommt es zu schmerzhaften Entzündungen. Wenn das Immunsystem nicht durch eine entsprechende Behandlung gestoppt wird, kann es das angegriffene Gewebe komplett zerstören. Im Falle der rheumatoiden Arthritis ist das zuerst die Gelenkinnenhaut, später werden auch der Gelenkknorpel und die Knochen im Gelenk geschädigt.
Autoimmunerkrankungen liegen auch der Psoriasis-Arthritis, den Kollagenosen, wie dem Lupus erythematodes und den Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis) zugrunde. Wie es zu den Fehlfunktionen des Immunsystems kommt, ist noch weitgehend unbekannt. Man vermutet, dass eine erbliche Veranlagung und Infektionen eine Rolle bei der Entstehung spielen. Ein Risikofaktor für die rheumatoide Arthritis scheint das Rauchen zu sein.
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Symptome von Rheuma
Rheumatische Erkrankungen gehen mit dauerhaften oder immer wiederkehrenden Schmerzen einher, die man sich nicht erklären kann.
Weitere Symptome neben Schmerzen
Welche Körperteile schmerzen, wie intensiv die Schmerzen sind und welche weiteren Rheuma-Symptome auftreten, hängt von der jeweiligen rheumatischen Erkrankung und vom individuellen Krankheitsverlauf ab. Bei einer rheumatoiden Arthritis treten die ersten Symptome häufig an den Fingern, genauer an den Fingergrundgelenken auf.
Zusätzlich können sich diese Symptome zeigen:
- Schwellungen an Gelenken oder Sehnenscheiden
- Länger andauernde Morgensteifigkeit
- Eingeschränkte Beweglichkeit
- Abgeschlagenheit und Leistungsschwäche
- Muskelschwäche
- Fieber
- Schlafstörungen durch nächtliche Schmerzen
- Nachtschweiß
- Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
Krankheitsverlauf und Folgen der rheumatoiden Arthritis
Eine rheumatoide Arthritis kann langsam und milde verlaufen, aber auch sehr heftig. Schmerzen und Einschränkungen im Alltag sind auf Dauer belastend für Körper und Psyche. Insbesondere bei älteren Menschen werden die Gelenke rasch steif, verformen sich und schmerzen stark. Die Betroffenen benötigen dann mitunter Hilfe im Alltag.
Habe ich Rheuma?
Wenn Sie eine der folgenden Fragen mit Ja beantworten, könnte Rheuma Ihre Beschwerden verursachen. Am besten lassen Sie das von Ihremr Hausärztin abklären.
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- Sind Ihre Finger morgens steif?
- Haben Sie Probleme beim Greifen?
- Haben Sie diese Morgensteifigkeit auch in anderen Gelenken oder in der Wirbelsäule?
- Können Sie nicht durchschlafen oder wachen Sie zu früh auf, weil Sie Schmerzen haben?
- Sind Ihre Gelenke, vor allem an Fingern, Handgelenken oder Zehen, häufiger geschwollen und warm?
- Haben Sie immer wiederkehrende Gelenkschmerzen oder leiden Sie an Muskelschwäche, die Sie sich nicht erklären können?
- Leiden Sie unter Hautproblemen?
- Haben Sie eine Sonnenallergie oder kommt in Ihrer Familie Schuppenflechte (Psoriasis) vor?
Diagnose von Rheuma
Nicht jeder länger andauernde Schmerz wird von Rheuma verursacht. Je früher Rheuma erkannt wird, desto besser stehen die Chancen, die Erkrankung erfolgreich zu behandeln. Daher sollten Sie einen Ärztin aufsuchen, wenn Sie länger als eine Woche unter stärkeren, nicht erklärbaren Schmerzen und Schwellungen an Gelenken oder Schmerzen und Muskelschwäche leiden. Ihre Symptome, Ihre Krankheitsgeschichte und die Ihrer Familienangehörigen sowie der Verlauf der aktuellen Beschwerden geben Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin Hinweise auf Ihre mögliche Erkrankung. Je nach Verdacht führt er/sie nach einer allgemeinen klinischen Untersuchung weitere durch oder überweist Sie an eine Facharztpraxis.
Untersuchungen bei Verdacht auf rheumatoide Arthritis
Bei Verdacht auf eine rheumatoide Arthritis werden z. B. folgende Untersuchungen durchgeführt.
- Bestimmung von C-reaktivem Protein (CRP), einem Entzündungsmarker im Blut
- Messung der Blutsenkungsgeschwindigkeit
- Bestimmung von eventuell vorhandenen Rheumafaktoren im Blut
- Bestimmung von CCP-Antikörper im Blut
- Ultraschalluntersuchung (Sonografie), um die Entzündung der Gelenkinnenhaut nachzuweisen
- Magnetresonanztomografie (MRT) in bestimmten Fällen
- Röntgen zeigt in fortgeschrittenen Stadien, wie sich Gelenke verändert haben
Behandlung von Rheuma
Rheuma ist eine chronische Erkrankung, die heutzutage noch nicht geheilt werden kann. Die Behandlung von Rheuma hat drei Ziele:
- Schmerzen und Beschwerden lindern
- Folgeschäden vermeiden oder geringhalten
- Selbstständigkeit und Lebensqualität erhalten oder verbessern
Die Therapie von rheumatischen Erkrankungen übernimmt ein Facharzt bzw. eine Fachärztin für Rheumatologie in Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin. Zur ganzheitlichen Behandlung von Rheuma gehören Medikamente, Bewegung und Ernährung.
Behandlung am Beispiel der rheumatoiden Arthritis
Da die Entzündungen bei einer rheumatoiden Arthritis durch eine Autoimmunkrankheit ausgelöst werden, setzt man Medikamente ein, die das fehlgeleitete Immunsystem unterdrücken. Man nennt solche Medikamente Immunsuppressiva. Die Behandlung mit Immunsuppressiva ist die Basistherapie bei rheumatoider Arthritis.
Immunsupressiva: Basistherapie bei rheumatoider Arthritis
In der Basistherapie hat sich der Wirkstoff Methotrexat (MTX) bewährt. MTX kann die Gelenkzerstörung durch die rheumatoiden Arthritis aufhalten. Es dauert jedoch eine Weile, bis das Medikament seine volle Wirkung entfaltet. Um die Schmerzen und die entzündungsbedingten Beschwerden der Patientinnen in dieser Wartezeit zu lindern, setzt man überbrückend Kortison und entzündungshemmende Schmerzmittel ein. Wenn MTX nach mehreren Monaten Therapie noch nicht ausreichend gut wirkt oder von demr Patientin nicht gut vertragen wird, kann der/die Ärztin auf andere immunsuppressive Medikamente ausweichen.
Impfschutz überprüfen!
Die Basistherapie mit Immunsuppressiva kann Sie anfälliger für Infektionen machen. Impfungen können Sie vor bestimmten Infektionen schützen. Bitten Sie Ihren Ärztin Ihren aktuellen Impfschutz zu überprüfen und - falls erforderlich - zu ergänzen und/oder aufzufrischen.
Bewegungstherapie bei Rheuma
Krankengymnastik hilft dabei, die Beweglichkeit der Gelenke und die Muskelkraft zu erhalten oder zu verbessern, wenn Sie hier bereits beeinträchtigt sind. Die Krankengymnastik soll außerdem Fehlhaltungen und Überlastungen vorbeugen, die zu Schäden an anderen Gelenken führen können. In der Ergotherapie lernen und üben Sie, in Ihrem Alltag Fehlbelastungen zu vermeiden und mit körperlichen Einschränkungen durch die rheumatoide Arthritis umzugehen, z. B. eine Flasche oder eine Dose zu öffnen. Auch wie Sie mit Hilfsmittel richtig umgehen, wird in der Ergotherapie trainiert. Sport hilft, Schmerzen und Einschränkungen durch das Rheuma zu mildern.
Ernährung als Therapiebaustein
Es gibt keine gesicherten Daten, die den Einfluss der Ernährung auf rheumatische Erkrankungen belegen. Allerdings empfiehlt die Deutsche Rheuma-Liga, auf entzündungsfördernde Nahrungsmittel zu verzichten. Diese Lebensmittel sollten Patient*innen mit Rheuma nur in geringen Mengen verzehren oder meiden. Zu den entzündungsfördernden Nahrungsmitteln gehören vor allem:
- Fleisch
- Zucker
- Weißmehl/Weizen
Bei manchen Patient*innen können auch andere Lebensmittel die Rheumabeschwerden verschlimmern, wie z. B. Milch, Soja oder Erdnüsse. Um solche individuellen Entzündungstreiber zu erkennen, führt man am besten ein Ernährungs- und Symptomtagebuch.
Ernährung bei Rheuma: Essen gegen die Entzündung
Um die Rheumasymptome über die Ernährung abzumildern, sollten Sie möglichst viel entzündungshemmende und möglichst wenig entzündungsfördernde Nahrungsmittel zu sich nehmen. Es gibt aber keine absoluten Verbote. Empfohlen wird eine Ernährung auf der Grundlage von viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, zuckerarmem Obst (z. B. Äpfel, Beeren) und hochwertigen pflanzlichen Ölen (Lein-, Weizenkeim- und Olivenöl). Vollkornprodukte sollten gegenüber Weißmehl, Naturreis gegenüber geschälten Sorten bevorzugt werden.
Rheuma-Patient*innen sind häufig mit B-Vitaminen unterversorgt, vor allem mit B1 und B6, und Vitamin E. Oft mangelt es auch an dem Mineralstoff Magnesium sowie den Spurenelementen Kupfer und Selen. Diese Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente finden sich in grünem Tee, Nüssen, Weizenkeimen, Vollkorngetreide, Linsen und Cashewnüssen. Gemüse, Kräuter und Gewürze sind reich an sogenannten Antioxidanzien, die die Zellen schützen und Entzündungsschübe vermindern. Omega-3-Fettsäuren in Leinöl, Algen- oder Krillöl aber auch in Fischarten mit hohem Fettgehalt wie Lachs, Hering oder Makrele und in geringeren Maße auch in Forellen wirken entzündungshemmend.
Rehabilitation bei Rheuma
Bei Rheuma sollen rehabilitative Behandlungen den körperlichen und seelischen Zustand der Patient*innen verbessern und Ihnen Hilfe zur Selbsthilfe im Alltag vermitteln. Hierzu bietet die Rehabilitation eine engmaschige Therapie mit verschiedenen Therapiebausteinen, die nach den Bedürfnissen de…
Psoriasis-Arthritis
Psoriasis-Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der Rheuma und Schuppenflechte zusammentreffen. Hauptmerkmale sind Gelenkentzündung und Plaques auf der Haut. Darüber hinaus kann es zu Entzündungen der Sehnen und Sehnenansätze (Enthesitis), der Bänder oder der Wirbelsäule sowie zu einer Daktylitis kommen.
Was passiert in der Haut und in den Gelenken?
Neben der Entzündung im Gelenk zeigt sich eine Schuppenflechte bei Psoriasis-Arthritis. In der Haut kommt es zu einem gestörten Erneuerungsprozess. Er ist um ein Vielfaches beschleunigt. Es werden viel mehr hornbildende Zellen (Keratinozyten) gebildet als in gesunder Haut. Sie können nicht richtig reifen, sammeln sich an der Hautoberfläche und bilden die charakteristischen schuppenden Hautveränderungen (Plaques).
Schmerzen, Schwellung und Bewegungseinschränkungen sind Zeichen der Gelenkentzündung bei Psoriasis-Arthritis. Ohne Behandlung kann die anhaltende Entzündung zur Gelenkschädigung führen und die Gelenkfunktion dauerhaft einschränken. Mit einer frühzeitigen Diagnose und wirksamen Therapie kann das verhindert werden.
Symptome der Psoriasis-Arthritis
Die Symptome der Psoriasis-Arthritis treten oft schleichend auf, können sich aber auch plötzlich, schubartig zeigen. Die Erkrankung kann neben der Haut- und Gelenkentzündung zu weiteren Symptomen führen.
Mögliche Anzeichen bei Psoriasis-Arthritis
- Plaques: Auf der Haut kommt es zu sogenannten Plaques, scharf begrenzten geröteten Hautarealen, die mit glänzenden, silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind.
- Juckreiz: Die Hautveränderungen der Psoriasis-Arthritis sind häufig mit starkem Juckreiz verbunden.
- Gelenkentzündung: Die Gelenkentzündung führt zu Schmerzen, Schwellung und Bewegungseinschränkungen.
- Wirbelsäule: Zu den Symptomen bei Psoriasis-Arthritis können Rückenschmerzen gehören, die auf eine Beteiligung der Wirbelsäule oder des Kreuz-Darmbein-Gelenks zurückgehen.
- Sehnen und Sehnenansätze: Es kann zu einer Entzündung der Sehnen oder Sehnenansätze (Enthesitis) kommen.
- Nagelveränderungen: Häufige Folge der Psoriasis-Arthritis sind Veränderungen an Fingernägeln oder Fußnägeln.
- Morgensteifigkeit: Bei Psoriasis-Arthritis kann es zu sogenannter Morgensteifigkeit kommen: eine Einschränkung der Beweglichkeit nach längerer Ruhe, die im Tagesverlauf bzw. nach Bewegung nachlässt.
- Fatigue: Manchmal geht Psoriasis-Arthritis mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue) einher.
Ursachen für Psoriasis-Arthritis
Die genauen Ursachen für Psoriasis-Arthritis sind bis heute nicht abschließend geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass unterschiedliche Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen.
Mögliche Trigger für Psoriasis-Arthritis
- Stress
- Alkohol
- Rauchen
- Übergewicht
- Hautverletzungen
- Hormonelle Umstellungen
- Bestimmte Medikamente
Psoriasis-Arthritis und Immunsystem
Bei Psoriasis-Arthritis wird das körpereigene Abwehrsystem fehlgeleitet. Immunzellen produzieren verstärkt entzündungsfördernde Botenstoffe. Diese docken an Bindungsstellen von bestimmten Zellen an und lösen ein Signal in diesen Zellen aus, noch mehr Botenstoffe auszuschütten. Die Entzündungen werden weiter vorangetrieben und klingen nicht von allein wieder ab. Es ist heute möglich, mit bestimmten Therapien in diesen Entzündungsprozess einzugreifen und ihn zu unterbrechen.
Weichteilrheuma
Der Begriff Weichteilrheuma oder Weichteilrheumatismus umfasst meist verschiedene schmerzhafte Erkrankungen von "weichem" Gewebe des Bewegungsapparates wie Muskeln, Sehnen, Bändern und Bindegewebe. Manchmal treten die diffusen Schmerzen bei Weichteilrheuma am ganzen Körper auf. Das ist typischerweise bei der Fibromyalgie so. In anderen Fällen ist Weichteilrheuma auf einen umschriebenen Bereich begrenzt, etwa bei einer Schleimbeutelentzündung.
Was ist Weichteilrheuma?
Weichteilrheuma, Weichteilrheumatismus oder extraartikulärer (= außerhalb von Gelenken) Rheumatismus ist keine einzelne Erkrankung. Vielmehr handelt es sich um einen Sammelbegriff für verschiedene entzündliche und nicht-entzündliche, schmerzhafte Erkrankungen von Weichteilen des Bewegungsapparates. Zu diesen Weichteilen zählen vornehmlich:
- Muskeln
- Sehnen, Sehnenansätze, Sehnenscheiden
- Bänder
- Schleimbeutel
- Faszien (Bindegewebe)
- Fettgewebe
Nicht zum Weichteilrheuma gehören demnach Erkrankungen von Knochen, Gelenken und Gelenkknorpel - wie etwa die rheumatoide Arthritis.
Arten von Weichteilrheuma
Je nach rheumatischer Erkrankung betrifft das Weichteilrheuma den ganzen Körper oder nur umschriebene Körperstellen.
Generalisiertes Weichteilrheuma
Das Weichteilgewebe kann diffus im ganzen Körper chronisch schmerzen. Dann verwendet man manchmal den Begriff „generalisiertes Weichteilrheuma“. Schmerzen vor allem der Muskeln und Sehnenansätze an verschiedenen Stellen des ganzen Körpers sind typisch für das Fibromyalgie-Syndrom (kurz: Fibromyalgie).
Obwohl die Fibromyalgie nur eine Form von Weichteilrheumatismus ist, wird sie oftmals vereinfacht als "Weichteilrheuma" bezeichnet.
Lokalisiertes Weichteilrheuma
Beim lokalisierten (oder regionalen) Weichteilrheuma beschränken sich die Beschwerden auf bestimmte Bereiche des Körpers.
Symptome von Weichteilrheuma
Der Begriff Weichteilrheuma steht im Grunde für die Symptome der jeweiligen Krankheiten: chronische Weichteilschmerzen, die wiederholt oder anhaltend auftreten. Beim Fibromyalgie-Syndrom können die Schmerzen praktisch überall im Körper (in Weichteilen) spürbar sein, beim lokalisierten Weichteilrheuma sind sie auf einen umschriebenen Bereich begrenzt. Oftmals sind die betroffenen Strukturen auch in ihrer Funktion beeinträchtigt (v.a. Bewegungseinschränkung).
Je nach Art von weichteilrheumatischer Erkrankung sind noch weitere Symptome möglich. Im Folgenden einige Beispiele:
- Karpaltunnelsyndrom: Schmerzhaftes Einschlafen der Hände, besonders nachts; kribbelnde Missempfindungen in der Handfläche, später auch an den Fingern
- Pannikulitis Pfeifer-Christian-Weber: Schübe mit schmerzhaften Knötchen im Unterhautfettgewebe (z.B. der Oberschenkel) und Allgemeinsymptomen wie Fieber, Müdigkeit
- Fibromyalgie-Syndrom: Diffuse Weichteilschmerzen oft begleitet von weiteren Symptomen wie Erschöpfung, Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden
Ursachen und Risikofaktoren von Weichteilrheuma
So vielfältig die Weichteilrheuma-Krankheiten sind, so verschieden sind auch deren Ursachen. Manchmal gibt es zudem nicht einen Auslöser allein, sondern es sind mehrere Faktoren an der Entstehung der Schmerzen beteiligt.
Fehlbelastungen und Überlastung
Oftmals sind Fehlbelastungen oder Überlastungen der Grund für anhaltende oder wiederkehrende Weichteilbeschwerden. Das kann beispielsweise der Fall sein bei:
- Tennisarm
- Golferarm
- Karpaltunnelsyndrom (z.B. bei häufigem Arbeiten mit dem Presslufthammer)
- Schnappfinger
- Schleimbeutelentzündungen (z.B. bei häufigem Arbeiten auf den Knien)
- Schmerzhafter Schädigung der Achillessehne (Achillodynie, v.a. bei passionierten Sportlern)
Verletzungen
In einigen Fällen tragen Verletzungen (Traumen) zum Auftreten von Weichteilrheuma bei, selbst wenn sie winzig sind (Mikrotraumen).
Andere rheumatische Erkrankungen
Entzündliche Prozesse bei Weichteilrheuma treten oft im Rahmen von entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen auf.
Sonstige Erkrankungen
Auch im Rahmen anderer klar umgrenzter Krankheitsbilder sind weichteilrheumatische Beschwerden möglich, etwa bei Allergien und paraneoplastischen Prozessen (Prozesse im Zusammenhang mit einer Tumorerkrankung). Manchmal geben Stoffwechselerkrankungen den Anstoß zur Entstehung von Weichteilrheuma.
Anatomische Besonderheiten
Anatomische Faktoren spielen in einigen Fällen ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung von Weichteilrheumatismus.
Medikamente
Gelegentlich sind Medikamente (mit-)verantwortlich für weichteilrheumatische Beschwerden.
Weitere Risikofaktoren von Weichteilrheuma
- Starkes Übergewicht
- Erbgut
- Psychische Faktoren
- Kälte, Feuchtigkeit, Witterung
Unbekannte Ursache
In manchen Fällen von Weichteilrheuma bleibt die Ursache ungeklärt.
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