Kieferschmerzen können vielfältige Ursachen haben, von denen einige mit zahnärztlichen Eingriffen oder Entzündungen der Kieferhöhlen in Verbindung stehen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Nervenschmerzen nach einer Kieferhöhlenoperation und bietet einen umfassenden Überblick über Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen.
Das Zusammenspiel der Kiefergelenke
Beim Kauen und Sprechen bewegt sich der Unterkiefer im Verhältnis zum Oberkiefer. Der Gelenkkopf des Unterkiefers gleitet in einer Mulde des Oberkiefers hin und her. Zwischen diesen knöchernen Strukturen befindet sich der Diskus, eine Knorpelscheibe, die als Stoßdämpfer wirkt, die Knochen schützt und einen reibungslosen Bewegungsablauf gewährleistet.
Eine Beschädigung oder Verlagerung des Diskus kann zu einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD) führen.
Ursachen von Kiefergelenkschmerzen
Kiefergelenkschmerzen, ob einseitig oder beidseitig, können verschiedene Ursachen haben. Ein häufiger Auslöser ist die craniomandibuläre Dysfunktion (CMD), eine Störung, die das Zusammenspiel zwischen Kiefergelenk, Muskulatur und Zähnen beeinträchtigt. Weitere Ursachen sind:
- Stress und Zähneknirschen (Bruxismus): Stress kann unbewusstes Zähneknirschen oder Anspannen der Kiefermuskulatur verursachen, was das Kiefergelenk überlastet.
- Kiefer- und Zahnfehlstellungen: Diese können erblich bedingt sein oder durch äußere Einflüsse wie Daumenlutschen oder Krankheiten entstehen.
- Verletzungen: Schläge auf den Kiefer oder Unfälle können das Kiefergelenk schädigen.
- Übermäßige Dehnung: Selbst Gähnen kann Kieferschmerzen verursachen.
- Gelenkerkrankungen: Arthritis kann die Kiefergelenke betreffen und zu Schmerzen, Steifheit und eingeschränkter Beweglichkeit führen.
- Fehlende oder abgenutzte Zähne: Eine veränderte Bisslage durch fehlende oder abgenutzte Zähne kann das Kiefergelenk ungleichmäßig belasten.
- Längere Zahnarztbehandlungen: Diese können das Kiefergelenk erheblich belasten, ebenso wie Weisheitszahn-OPs.
Diese Ursachen können einzeln oder in Kombination auftreten. Eine genaue Diagnose ist entscheidend für die richtige Behandlung.
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Arten und Symptome von Kiefergelenkschmerzen
Kieferschmerzen einseitig links oder rechts
Kiefergelenkschmerzen entstehen oft durch einseitige Überbelastung des Kiefergelenks, etwa durch Zähneknirschen oder Kauen auf nur einer Seite. Auch Entzündungen oder Verletzungen können einseitige Kieferschmerzen auslösen. In einigen Fällen können die Schmerzen von den Zähnen selbst oder von einer Kieferhöhlenentzündung herrühren.
Es ist oft schwierig, die Kieferschmerzen rechts oder links einzuordnen, da das Kiefergelenk und die umliegenden Muskeln komplexe Strukturen sind, die beide Seiten des Gesichts betreffen können. Schmerzen können oft diffus oder in den gesamten Kieferbereich ausstrahlen, was die genaue Lokalisation erschwert.
Kieferschmerzen beim Kauen
Kieferschmerzen beim Kauen äußern sich durch:
- Stechenden oder dumpfen Schmerz im Bereich des Kiefergelenks
- Schmerz, der typischerweise während des Kauens auftritt und sich bei harten oder zähen Lebensmitteln verschärft
- Eingeschränkte Beweglichkeit des Kiefers
- Kieferknacken oder -knirschen
- Schmerzausstrahlung in Schläfen, Nacken oder Ohren
Kieferschmerzen beim Gähnen
Kieferschmerzen beim Gähnen können durch Überdehnung des Kiefergelenks entstehen, wenn der Mund weit geöffnet wird. Dies kann zu Druck oder stechenden Schmerzen im Gelenk und den umliegenden Muskeln führen.
Kieferkrampf
Kieferkrämpfe äußern sich durch plötzliche, starke Schmerzen beim Essen oder Gähnen. Es kann schwierig sein, den Mund vollständig zu öffnen, und es kann sich anfühlen, als ob der Kiefer blockiert oder verspannt ist.
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Ausgerenkter Kiefer
Ein ausgerenkter Kiefer zeigt sich durch eine sichtbare Verschiebung des Unterkiefers. Dies kann dazu führen, dass der Mund nicht richtig geschlossen werden kann. Beim Bewegen des Kiefers oder beim Kauen spürt man starke Schmerzen. Oft hört man beim Öffnen oder Schließen des Mundes ein Knacken oder Klicken, was auf eine Fehlstellung hindeutet.
Angespannter Kiefer
Ein angespannter Kiefer kann durch ständige Schmerzen und Verspannungen auffallen, besonders wenn der Kiefer in Ruhe ist oder beim Sprechen. Dies kann auch zu einem unangenehmen Druckgefühl und Schwierigkeiten beim Öffnen oder Bewegen des Kiefers führen. Bei stressbedingter Anspannung kann der Kiefer besonders nachts verkrampfen, was sich durch Schmerzen beim Aufwachen bemerkbar macht.
Kieferschmerzen während Erkältung
Kieferschmerzen können während einer Erkältung auftreten, da die Nebenhöhlen, die nahe am Kiefergelenk liegen, entzündet oder verstopft sein können. Diese Entzündung kann Druck auf das Kiefergelenk und die umliegenden Muskeln ausüben, was zu Schmerzen führt. Zudem können Verspannungen durch vermehrtes Husten, Niesen oder allgemeines Unwohlsein die Kieferschmerzen verstärken. In den meisten Fällen klingen diese Beschwerden ab, sobald die Erkältung nachlässt.
Folgen von Kiefergelenkschmerzen
Unbehandelte Kiefergelenkschmerzen können zu chronischen Beschwerden führen und sich negativ auf die Lebensqualität auswirken. Betroffene können Schwierigkeiten beim Essen, Sprechen und Schlafen haben. Langfristige Fehlbelastungen des Kiefers können zudem zu dauerhaften Schäden am Kiefergelenk führen.
Was tun bei Kiefergelenkschmerzen?
Dos bei Kiefergelenkschmerzen
- Ruhe: Vermeiden Sie harte und zähe Lebensmittel.
- Dehnübungen: Führen Sie leichte Kieferdehnübungen durch.
- Wärme: Legen Sie eine warme Kompresse auf die betroffene Stelle.
- Entspannungstechniken: Reduzieren Sie Stress durch Yoga, Meditation oder Atemübungen.
- Aufbissschienen: Eine speziell angefertigte Aufbissschiene kann helfen, die Kiefermuskulatur zu entspannen.
- Kiefer- bzw. Zahnfehlstellung behandeln: Eine Aligner-Behandlung kann Zahnfehlstellungen korrigieren.
Kieferhöhlenentzündung und Kieferschmerzen
Eine Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis maxillaris) tritt meist im Rahmen einer Erkältung auf, es gibt aber auch noch andere mögliche Ursachen, z. B. die Zähne. Bei einer Entzündung der Kieferhöhlen kommt es typischerweise zu Symptomen wie Druckgefühl, Kopfschmerzen, Kieferschmerzen und Schnupfen.
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Symptome und Ursachen einer Kieferhöhlenentzündung
Die Kieferhöhlen liegen rechts und links neben der Nase, zwischen Augen und Oberkiefer. Bei einer Entzündung kommt es meist zu einem Druckgefühl oder Schmerzen in diesem Bereich. Diese Beschwerden verstärken sich typischerweise, wenn sich Betroffene nach vorne beugen bzw. bücken.
Häufige Beschwerden bei einer Kieferhöhlenentzündung sind:
- Kopfschmerzen
- Kieferschmerzen
- Schmerzen im Bereich der Zähne
- Ohrenschmerzen
- Abgeschlagenheit
- Leichtes Fieber
- Schnupfen mit verstopfter Nase
In der Regel sind beide Kieferhöhlen betroffen. Eine einseitige Kieferhöhlenentzündung kann ein Hinweis auf eine Ursache im Bereich der Zähne sein.
Eine akute Entzündung der Kieferhöhlen wird in der Regel durch Krankheitserreger wie Viren und Bakterien ausgelöst. Die Nase und die angrenzenden Nasennebenhöhlen, also auch die Kieferhöhlen, sind über Öffnungen miteinander verbunden und zudem mit der gleichen Schleimhaut ausgekleidet. Kommt es also beispielsweise bei einer Erkältung zu einer Entzündung der Nasenschleimhaut, kann sich diese unter Umständen weiter in die Nasennebenhöhlen ausbreiten.
Bei einseitiger Entzündung der Kieferhöhlen liegt die Ursache meist im Zahnbereich. Der Boden der Kieferhöhlen grenzt direkt an den Oberkiefer an. Die Wurzeln der Oberkieferzähne ragen oft bis in die Kieferhöhle hinein und werden dort nur von einer dünnen Schleimhautschicht bedeckt. Bei Zahnextraktionen in diesem Bereich kann es daher passieren, dass die Schleimhaut verletzt wird und sich entzündet. In seltenen Fällen kann sich auch eine Entzündung der Zahnwurzelspitzen auf die Kieferhöhlen ausbreiten.
Es gibt auch eine sogenannte chronische Kieferhöhlenentzündung. Hiervon spricht man, wenn die Symptome länger als zwölf Wochen andauern. Häufig leiden Betroffene im Vorfeld unter immer wiederkehrenden akuten Nasennebenhöhlenentzündungen, aus denen sich dann eine chronische Entzündung entwickelt. Weitere Risikofaktoren sind Allergien, Infektionen im Zahnbereich, immunsuppressive Behandlungen und anatomische Besonderheiten im Bereich der Nase und Kieferhöhlen, durch die beispielsweise der Sekretabfluss zusätzlich erschwert ist.
Behandlung und Tipps bei Kieferhöhlenentzündung
Die Behandlung bei einer Kieferhöhlenentzündung richtet sich nach dem Auslöser. Bei akuten Formen im Rahmen einer Erkältung ist meist keine ursächliche Behandlung notwendig. Abschwellende Nasentropfen bzw. -sprays, entzündungshemmende Schmerzmittel und schleimlösende Mittel können aber die unangenehmen Beschwerden lindern. Viele pflanzliche Arzneimittel enthalten zudem eine Kombination verschiedener Wirkstoffe und haben so gleich vielfältige positive Effekte auf Nasennebenhöhlenentzündungen und Schnupfen.
Bei allergisch bedingten Entzündungen der Kieferhöhlen kommen verschiedene Antiallergika infrage. In schweren Fällen kann auch eine Therapie mit Kortison-Präparaten erwogen werden.
Antibiotika werden nur selten zur Behandlung eingesetzt, beispielsweise bei einer nachweislich eitrigen Entzündung im Rahmen eines Eingriffs im Bereich der Zähne.
In sehr seltenen Situationen muss eine Kieferhöhlenentzündung operativ behandelt werden. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn keine medikamentöse Therapie hilft oder auch bei Entzündungen der Zähne. Eine solche Operation wird in der Regel endoskopisch über die Nase, also mithilfe einer kleinen Kamera und speziellen Instrumenten, durchgeführt. Dabei wird das Sekret abgesaugt und die Kieferhöhle gegebenenfalls gespült.
Die Dauer der Erkrankung kann individuell sehr unterschiedlich sein und hängt von der genauen Ursache, möglichen Begleiterkrankungen sowie anderen Faktoren ab. In der Regel klingen die Symptome nach etwa zwei Wochen wieder ab, es kann aber auch mal mehrere Wochen dauern, bis Erkrankte wieder vollständig beschwerdefrei sind.
Wenn eine Kieferhöhlenentzündung auch nach mehreren Wochen keine Besserung zeigt, sollte dies durch einen Arzt abgeklärt werden. Besonders bei häufig wiederkehrenden Entzündungen besteht die Gefahr, dass sich durch die ständige Schwellung der Schleimhaut Engstellen bilden und diese letztlich zu einer chronischen Entzündung führen.
Außerdem besteht bei jeder Entzündung das Risiko, dass sich diese auf benachbarte Strukturen ausbreitet. Bei einer Kieferhöhlenentzündung bedeutet das konkret, dass die Entzündung beispielsweise auf den Knochen oder die Augen übergehen kann.
Je nach Ursache sollten Betroffene entweder einen Hals-Nasen-Ohrenarzt oder auch einen Zahnarzt aufsuchen.
Medikamente bei einer Kieferhöhlenentzündung
Sind typische Erkältungserreger der Auslöser für die Entzündung, können abschwellende Nasensprays, klassische Schmerzmittel und pflanzliche Arzneimittel die unangenehmen Symptome lindern.
Abschwellende Nasentropfen bzw. -sprays helfen dabei, das Durchatmen durch die Nase wieder zu erleichtern und so auch das Druckgefühl zu reduzieren. Sie sollten allerdings immer nur für kurze Zeit angewendet werden, sonst besteht die Gefahr, dass die empfindliche Nasenschleimhaut dauerhaft geschädigt wird. Klassische Schmerzmittel wirken entzündungshemmend und lindern unangenehme Schmerzen. Pflanzliche Arzneimittel enthalten oftmals gleich mehrere Wirkstoffe mit unterschiedlichen Effekten. Sie sind bei vielen Betroffenen beliebt, um den festsitzenden Schleim zu lösen und den Abtransport zu erleichtern. Zudem bekämpfen pflanzliche Arzneimittel häufig auch direkt die Krankheitserreger.
Wärme bei einer Kieferhöhlenentzündung
Manche Betroffene empfinden Wärme als angenehm bei Kieferhöhlenentzündungen, andere nicht. Am besten muss jeder selbst herausfinden, was die Beschwerden individuell am besten lindert. Grundsätzlich spricht aber beispielsweise nichts gegen einen warmen Umschlag auf dem Gesicht oder das Inhalieren von warmem Wasser mit ätherischen Ölen. Außer bei Fieber, in diesem Fall sollten Betroffene auf Wärmebehandlungen im Gesichtsbereich besser verzichten.
Kieferschmerzen durch schlechte Zähne?
Eine der häufigsten Ursachen für den Kieferschmerz ist eine gewisse Nachlässigkeit im Zahnpflegeverhalten der Betroffenen selbst. Vor allem durch Karies ausgelöste Defekten kommt hier eine bedeutende Rolle zu, da die weitreichenden destruktiven Folgen trotz umfangreicher Informationsarbeit noch unterschätzt werden. Sind die Zähne so stark angegriffen, dass es zu starken, pochenden Schmerzen im Kiefergelenk kommt und die gesamte Kaumuskulatur in Mitleidenschaft gezogen wird, so ist es höchste Zeit, den Arzt aufzusuchen. Denn dann hat die Karies sich bis zu den Nervenfasern vorgearbeitet und eine Behebung der Kieferschmerzen ist nur noch durch eine Wurzelbehandlung in der Praxis beim Zahnarzt möglich. Der Zahnarzt kann die Schmerzen bestimmten Zähnen, dem Unter- oder Oberkiefer zuordnen und so die Ursachen eingrenzen.
Eindeutig werden hier Kieferschmerzen über eine Entzündung im Knochen ausgelöst, die durch den angegriffenen Zahnnerv erst Zahnschmerzen verursacht, welche dann über das Entzündunggeschehen zu den Schmerzen führen. Sollten diese jedoch auch noch nach einer Zahn-OP anhalten, so ist es wahrscheinlich, dass der Zahn nicht mehr zu retten ist. Bei einer chronischen Knochenentzündung kann der betroffene Schmerzpatient oft über Wochen über anhaltende starke Kieferschmerzen berichten, die durch Verspannung verstärkt werden. Häufig werden solche chronischen Entzündungen im Kiefer durch Zysten, entzündete Wurzelspitzen, Weisheitszähne, aber auch durch Parodontose hervorgerufen.
Kieferschmerzen nach Osteotomie und Zahnextraktion durch Zahnarzt?
Nach einer Zahnoperation müssen der ortsständige Knochen und die Mundschleimhaut gut abheilen. Diese postoperative Heilung kann Wundschmerzen durch frei liegende Nervenenden im Kieferknochen oder eine Verletzung der Knochenhaut verursachen. Weiterhin heilt der Organismus über eine postoperative Schwellung ab, welche einen Spannungsschmerz im Weichgewebe hervorrufen kann. In der Regel heilt eine Wunde im Mund in ca. 6-10 Tagen komplikationslos zu, vorausgesetzt, es gibt keine begleitenden Entzündungen. Klaffen aber Wundränder auseinander, weil sich die Wunde entzündet hat, heilt eine Wunde sekundär ab. Hierbei wird der Defekt im Gewebe zunächst durch sogenanntes Granulationsgewebe aufgefüllt. Erst dann entsteht eine neue Schleimhaut über der Alveole. Eine solche Wundheilung kann über 4 bis 6 Wochen akute Schmerzen im Kiefer und Cluster-Kopfschmerzen verursachen.
Kieferschmerzen nach Zahn-OP oder Zahnimplantation beim Zahnarzt?
Wenn für das Zahnimplantat im Seitenzahnbereich des Unterkiefers zu tief gebohrt wurde, sodass der Trigeminusnerv ganz oder teilweise durchtrennt wird, so hat dies je nach Verletzungsgrad ein zeitweiliges bis dauerhaftes Taubheitsgefühl im Kinn-Lippen-Bereich der betroffenen Seite zur Folge. Häufig sind Missempfindungen und Kieferschmerzen neben dem Verlust der Sensibilität möglich, was auf eine Gelenkerkrankung hindeuten kann. Aber auch bei einem knappen Abstand zwischen Implantat und Nerv kann durch einen Bluterguss oder ein Ödem (Schwellung) im Kieferknochen Druck auf den Nerven und damit heftige Schmerzen auslösen. Als mögliche Lösung kommt eine Dekompression des Nervs in Betracht, wobei das Zahnimplantat vom Nerven weggedreht wird. Sollten die Schmerzen am Implantat und Nerven anhalten, kommt in den meisten Fällen nur eine Implantatentfernung infrage.
Kieferschmerzen durch Zahntrauma
Je nach Schweregrad des Zahntraumas ist mit einer mehr oder minder starken Verletzung des Zahns im Ober- und Unterkiefer zu rechnen. Eine oberflächliche Beschädigung des Zahns betrifft meistens nur den Zahnschmelz. Sollte die Zahnfraktur jedoch tiefer gehen, kommt es zu einer Fraktur des Zahnbeines und zur Verletzung der Zahnnerven. Eine weitergehende Wurzelfraktur ist mit einer lokalen Kieferfraktur des lokalen Kieferknochens verbunden, was zu erheblichen Kieferschmerzen, oft verbunden mit einem Druckgefühl, führen kann.
Ein solches Trauma ist überwiegend mit starken lokalen Schmerzen im Kiefer verbunden, weil oft auch die sensible Knochenhaut in Mitleidenschaft gezogen ist und bedarf einer antibiotischen Abschirmung.
Wie lassen sich Kieferschmerzen vermeiden?
So vielschichtig die Ursachen für Beschwerden im Kiefergelenk sowie in der Kaumuskulatur auch sein mögen, in der Regel lassen sich zahlreiche Vorsorgemaßnahmen ergreifen, um das Schlimmste zu verhindern.
Möchte man nicht die unangenehme Erfahrung von Kiefergelenkschmerzen machen, so sollte man der täglichen Zahnpflege größere Aufmerksamkeit schenken und weitestgehend auf den Genuss von Süßigkeiten, welche als Hauptverursacher von Karies gelten, verzichten. Fehlstellungen der Zähne lassen sich ebenfalls durch operative Eingriffe, Spangen oder andere Hilfsmittel korrigieren. Liegen die Ursachen in falsch angepassten Füllungen oder Kronen, so lassen sich diese vergleichsweise schnell durch einen Zahnarztbesuch beheben. Entweder kommt es dabei zu einem vollständigen Austausch oder zu einer Politur.
Können Schmerzmittel gegen Kieferschmerzen helfen?
Über die ersten Schmerzen bis zur Klärung der genauen Ursachen seitens eines Spezialisten in der Kieferorthopädie helfen einschlägige Schmerzmittel hinweg, während die Behandlungsmöglichkeiten für Kieferschmerzen erörtert werden. Natürlich sollten sich Betroffene bei der Einnahme der Präparate immer bewusst machen, dass es sich um eine Möglichkeit handelt, die Symptome zu unterdrücken und ein Nichtbeachten dieses Warnsignales weitreichende Folgen haben kann. Um der eigenen Gesundheit aufgrund der mit chemischen Medikamenten oftmals einhergehenden Nebenwirkungen nicht noch mehr zu schaden, sind zudem natürliche Alternativen wie Lavendel- und Salbeitee empfehlenswert, welche als schmerzlindernd und beruhigend gelten.
Wie lassen sich Verspannungen im Kiefer lösen und Schmerzen im Kiefergelenk vermeiden?
Wer Schwierigkeiten mit einem zu starken Biss hat und zu stressbedingten nächtlichen Zähnepressen neigt, wird durch das Tragen einer Funktionsschiene bzw. Aufbissschiene während der Nachtstunden Erleichterung verspüren, zumal auf diese Weise Verspannungen und Schmerzen der Kaumuskulatur vorgebeugt wird.
Diese lassen sich zudem effektiv durch das Erlernen von Übungen zur Entspannung wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung verhindern, die ein stressbedingtes Zähnepressen verhindern. Sollte eine eindeutige Fehlstellung von Kiefer oder Zähnen der Auslöser sein, so bietet die Kieferorthopädie zahlreiche Möglichkeiten der Korrektur.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass ein operativer Eingriff in den seltensten Fällen notwendig ist. Da der Kiefer nach Aussage von Experten im Bereich der Kieferorthopädie flexibel ist, regeneriert er sich nach einer Phase der Überlastung schnell wieder. Eine temporäre Dysfunktion von Kiefergelenk und Kaumuskulatur lässt sich also in den meisten Fällen mit genannten Mitteln beheben. Als präventive Maßnahmen haben sich vor allem eine regelmäßige gründliche Zahnpflege, Entspannungstechniken sowie ein rechtzeitiger Arztbesuch beim Auftreten erster Beschwerden bewährt.
Kieferschmerzen welcher Arzt?
Sie sollten einen Zahnarzt aufsuchen, wenn Sie unter empfindlichen oder schmerzenden Zähnen leiden, wenn Sie Einschränkungen bei der Bewegung des Unterkiefers haben, zum Beispiel beim Öffnen des Mundes, wenn Sie Schwellungen im Bereich des Kiefers haben, wenn Sie Schmerzen in den Kiefergelenken haben, sollten Sie einen Oralchirurgen aufsuchen.
Kieferschmerzen, was tun?
- Lokale Wärmeanwendung, um die Muskulatur zu lockern und Schmerzen zu lindern.
- Gönnen Sie den Kaumuskeln und den Kiefern zusätzlich eine Pause durch weiche, passierte Kost.
- Meiden Sie dauerhafte Kaubelastungen, wie beispielsweise Kaugummi kauen.
Kieferhöhlenempyem
Ein Kieferhöhlenempyem ist eine ernste Erkrankung, die auftritt, wenn sich die Kieferhöhle vollständig mit Eiter füllt. Die damit verbundenen Symptome wie starke Schmerzen, Druckgefühl und Schwellungen können den Alltag stark beeinträchtigen. Oft entwickelt sich ein solches Empyem als Folge von Entzündungen, z. B. durch eine Sinusitis oder Zahnprobleme.
Die Hauptaufgabe der Kieferhöhlen besteht darin, die eingeatmete Luft zu befeuchten und zu erwärmen. Normalerweise bleibt sie gut belüftet und kann Flüssigkeiten wie Schleim ungehindert abtransportieren.
Ein unbehandeltes Kieferhöhlenempyem kann ernste Komplikationen mit sich bringen, da die Infektion weiter fortschreiten und sich auf benachbarte Gewebe und Strukturen ausbreiten kann.
Diagnose und Behandlung des Kieferhöhlenempyems
Zur Diagnose wird ein spezielles Endoskop verwendet, um die Nasenhöhle und den Zugang zur Kieferhöhle zu betrachten. Eine Ultraschall- und/oder eine Röntgenuntersuchung kann erste Hinweise auf den Befund liefern. Deutlich präziser ist allerdings eine CT-Aufnahme der Nasennebenhöhlen. Die Computertomographie kann das Ausmaß der Entzündung und die Eiteransammlung in der Kieferhöhle sehr gut darstellen. Hiermit lässt sich auch feststellen, ob die Infektion auf benachbarte Strukturen übergegriffen hat. Ein Blutbild kann auf Entzündungszeichen wie erhöhte weiße Blutkörperchen (Leukozyten) oder einen erhöhten C-reaktiven Proteinwert (CRP) anzeigen. Zudem lässt sich das aus der Kieferhöhle austretende Sekret auf Bakterien untersucht werden.
Da ein Kieferhöhlenempyem durch eine bakterielle Infektion verursacht wird, können Sie Antibiotika erhalten. Nasensprays oder -tropfen helfen zudem, die Nasenschleimhaut abzuschwellen und die Belüftung der Kieferhöhle zu verbessern. Wenn die Infektion schwerwiegend ist oder sich der Eiter von selbst nicht entleert, kann eine operative Drainage notwendig sein. Dabei schaffen wir einen kleinen Zugang zur Kieferhöhle, um den Eiter abfließen zu lassen. Wenn das Kieferhöhlenempyem durch eine Zahninfektion oder eine Zahnwurzelentzündung ausgelöst wurde, ist es notwendig, zusätzlich die Zahnerkrankung zu behandeln.
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