Nervenschmerzen, auch bekannt als neuropathische Schmerzen, können das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Sie entstehen durch Reizung oder Schädigung von Nervenzellen oder Nervenfasern und können sich in Form von brennenden, stechenden oder elektrisierenden Schmerzen äußern. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von pflanzlichen Behandlungen, die zur Linderung dieser Schmerzen beitragen können. Dieser Artikel gibt einen Überblick über verschiedene komplementärmedizinische Verfahren und Hausmittel, die bei Nervenschmerzen eingesetzt werden können.
Einführung in Nervenschmerzen
Nervenschmerzen, oft als neuropathische Schmerzen bezeichnet, treten plötzlich auf und kehren in Form von wiederkehrenden Anfällen zurück. Sie können verschiedene Ursachen haben und werden in periphere und zentrale Nervenschmerzen unterteilt. Periphere Nervenschmerzen betreffen Bereiche außerhalb des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark), während zentrale Nervenschmerzen in der Region um Rückenmark und Gehirn angesiedelt sind. Spontane Nervenaktivitäten, ausgelöst durch chemische, physiologische oder genetische Ursachen, können ein Ungleichgewicht der Nervensignale verursachen und zu starken Nervenschmerzen führen.
Betroffene klagen oft über Kribbeln, Brennen und Stechen, hauptsächlich am Kopf, Rumpf, Hals und den Extremitäten. Eine häufige Form ist die Allodynie, bei der bereits leichte Berührungen starke Schmerzen auslösen. Aufgrund ihrer Intensität können Nervenschmerzen zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen führen.
Bei Verdacht auf Nervenschmerzen sollte ein erfahrener Schmerzmediziner aufgesucht werden, der durch Anamnese und neurologische Untersuchungen die Ursache und geeignete Therapie ermittelt. Klassische Schmerzmittel sind oft wenig wirksam, während invasive Therapien nur bei Versagen anderer Methoden in Betracht gezogen werden. Physiotherapie, Ergotherapie und psychologische Unterstützung können ebenfalls hilfreich sein, insbesondere zur Verbesserung der Schmerzakzeptanz.
Komplementärmedizinische Verfahren bei Neuralgie
Im Folgenden werden einige der häufigsten komplementärmedizinischen Verfahren vorgestellt, die bei Neuralgie eingesetzt werden. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jede Behandlung für jeden gleich gut geeignet ist. Patienten sollten die einzelnen Verfahren bewerten und diejenigen auswählen, die für eine langfristige Anwendung im häuslichen Umfeld geeignet sind.
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Allgemeinmaßnahmen
Neben spezifischen Therapien sollten auch allgemeine Maßnahmen wie eine vollwertige Ernährung sowie Bewegungs- und Entspannungstherapien berücksichtigt werden.
Physiotherapie
Der klassischen Physiotherapie kommt eine wichtige Rolle in der Behandlung von Neuralgien zu. Durch Mobilisierung und Muskelaufbau können Schwächen in der Muskulatur und Instabilitäten kompensiert werden. Sensomotorische-funktionelle Einzelbehandlungen können die Oberflächen- und Tiefensensibilität günstig modulieren. Dies kann die Schmerzverarbeitung sowie Schmerztrigger positiv beeinflussen.
Hydrothermotherapie
Kalte oder wechselwarme Güsse können zur Linderung der Symptomatik verordnet werden und lassen sich auch im häuslichen Umfeld leicht fortführen. Bei gestörter Thermosensibilität ist jedoch Vorsicht geboten. Wenn es nicht innerhalb von 30-45 Minuten nach der Anwendung zu einer vollständigen Wiedererwärmung kommt, ist der Reiz individuell zu stark gewählt.
CO2-Bäder werden von Patienten in der Regel als sehr wohltuend empfunden und sind im häuslichen Umfeld leicht umzusetzen. Der CO2-Kontakt führt zu einer peripheren Stimulation des Gewebes mit Gefäßerweiterung und verbesserter Hautdurchblutung, was eine milde Kreislaufanregung bewirkt.
Elektrotherapie
Ein großes therapeutisches Spektrum umfasst die Elektrotherapie. Bei Neuralgien kommen neben 2- und 4-Zellenbädern gerade auch die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS-Behandlung) in Betracht. Diese kann im Rahmen des stationären Aufenthalts auf ihre individuelle Wirksamkeit und Verträglichkeit getestet und bei Erfolg dann auch für den häuslichen Gebrauch rezeptiert werden. Die Applikation des Stromreizes mittels Stimulationshandschuhen und/oder -socken hat sich v. a. bei der Polyneuropathie der Hände und Füße sehr bewährt.
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Ätherische Öle
Zur äußeren Anwendung können ätherische Öle kommen, die auch zur Langzeittherapie geeignet sind. In Frage kommen dabei ganz verschiedene Öle, wie z.B. Fichtennadel-, Kiefernadel-, Minz-, Pfefferminz-, oder Rosmarinöl. Die ätherischen Öle wirken über eine Anregung der Kälterezeptoren der Haut kühlend. Somit wird die Schmerzweiterleitung vermindert, was wiederum zu dem lokal anästhesierenden Effekt führt. In höheren Konzentrationen wirken sie aber eher reizend und hyperämisierend. Ätherische Öle stehen in alkoholischen oder wässrig-alkoholischen Lösungen für Umschläge, für Einreibungen oder auch als Salbenzubereitungen zur Verfügung. Probatorisch können bei PNP der Füße auch abendliche warme Lavendel-Fußbäder (beruhigend, entspannend) oder morgendliche Rosmarin-Fußbäder (anregend, vitalisierend) versucht werden, ebenso kommen Lehmpackungen und Heilerde-Auflagen in Frage.
Johanniskrautöl (Rotöl, Hypericum)
Eine besondere Stellung hat das Johanniskrautöl (Rotöl, Hypericum). Mit seinem traditionell starken Bezug zu Nervenerkrankungen werden warme Johanniskrautölauflagen (einmal täglich für ca 20 Minuten) appliziert. Diese können auch gut im Gesichtsbereich aufgelegt werden, z.B. bei Trigeminusneuralgie oder atypischem Gesichtsschmerz.
Capsaicin
Längst etabliert in der Behandlung von Neuralgien ist der Wirkstoff Capsaicin aus Cayennepfefferfrüchten (=Spanischer Pfeffer bzw. Roter Pfeffer). Es handelt es sich um einen antiphlogistisch wirkenden Hautreizstoff, der von der EU-Arzneimittelkommission zur Behandlung von peripheren neuropathischen Schmerzen als Monopräparat oder in Kombination mit anderen Arzneistoffen zugelassen ist. Capsaicin wirkt lokal hyperämisierend und analgetisch, antiphlogistisch, cortisonähnlich und juckreizlindernd. Es besteht ein sog. Counter-irritant-Effekt, d. h. es kommt durch die Reizung zu einer fast vollständigen Ausschüttung von Substanz P, dann zu einer Hemmung des Transports und der Neusynthese von Substanz P, sodass die Schmerzleitung der Nerven quasi unterbrochen wird i. S. einer Desensibilisierung der Nozizeptoren. Eine langfristige niedrigdosierte oder auch eine kurzfristig hochdosierte Behandlung mit Capsaicin führt zu einem sogar histologisch nachweisbaren „Rückzug“ (neurotoxische Wirkung) der für die Schmerzwahrnehmung verantwortlichen Nozizeptoren. Hierdurch wird der langfristige schmerzlindernde Effekt erklärt. Der Wirkstoff kann in Form von Salben oder Wärmepflastern aufgetragen werden, Vorsicht ist allerdings geboten bei bekannten Allergien gegen Paprika oder Cayennepfeffer. Bei Salben oder Cremes mit einem Capsaicingehalt von nicht über 0,075 %, die max. zwei- bis dreimal tägl. auf die Haut aufgetragen werden, ist diese Nebenwirkung nicht zu erwarten. Es liegen u.a. positive Studienergebnisse für Post-Zoster-Neuralgie und sogar auch für diabetische Polyneuropathie vor. Wichtig ist, die Patienten auf ein mögliches, deutliches anfängliches Hautbrennen und Dysästhesien als Nebenwirkung aufmerksam zu machen.
Weiße Senfsamen
Ähnlich wie Capsaicin wirken auch weiße Senfsamen, diese können als Breiumschlag appliziert werden, d. h. drei bis vier Esslöffel Senfmehl mit warmem Wasser zu einer breiartigen Konsistenz verrühren und dann als Umschläge 10-15 Min. auf der Haut belassen mit einer max. Anwendungshäufigkeit von zwei bis viermal täglich. Die Anwendungsdauer sollte aber nicht länger als zwei Wochen betragen, da Benzylsenföle zu Reizungen des Nierenepithels führen können und Haut- und Nervenreizungen hervorrufen können. Bei Nierenerkrankungen ist die Anwendung sogar kontraindiziert.
Orthomolekulare Medizin
Die Neuropathie ist ferner eine Domäne der orthomolekularen Medizin. Hierbei geht es nicht darum, etwaige Mangelzustände auszugleichen, sondern durch die passagere Einnahme von hohen Dosierungen therapeutische Effekte zu erzielen.
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Als neurotropes Antioxidans spielt auch Vitamin E eine wichtige Rolle in der Behandlung von Neuropathien, hier können 100-300 mg/Tag bedenkenlos auch längerfristig, d. h. über Monate, nebenwirkungsfrei substituiert werden. Bei Vitamin C wiederum ist eine Überdosierung kaum möglich, wir empfehlen therapeutisch die Einnahme von ein bis zwei Gramm pro Tag. Ein weiteres bewährtes Antioxidans bei Neuropathien stellt die Alpha-Liponsäure dar, die man durchaus zunächst ein bis zwei Wochen intravenös 600mg pro Tag geben kann, dann dauerhaft täglich 600 mg oral. Die Wirksamkeit der Alpha-Liponsäure bei diabetischer Polyneuropathie ist bereits durch Studien belegt. Wegen ihrer neuroregenerativen Wirkung ist auch auf eine erhöhte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren zu achten. Die Zieldosis liegt dabei bei etwa zwei bis drei Gramm pro Tag. Ferner sollte der Selenspiegel in den hochnormalen Bereich angehoben werden. Therapeutisch sollten 50-300 µg täglich substituiert werden, idealerweise jeweils orientiert am individuellen Selenspiegel.
Moderate Ganzkörperhyperthermie (mGKHT)
Probatorisch kann bei Neuropathien auch die moderate Ganzkörperhyperthermie (mGKHT) zum Einsatz kommen. Über die passagere Erhöhung der Körperkerntemperatur in den Fieberbereich bis max. 40,5 °C kommt es zu einer starken Stoffwechselsteigerung, sodass regenerative und regulative Prozesse angestoßen werden. Die mGKHT wirkt erwiesenermaßen u.a. schmerzlindernd, tiefgreifend entspannend auf die Muskulatur, vegetativ ausgleichend und mild antidepressiv.
Segmentale Therapie mit Schröpfen oder Blutegeln
Bei Polyneuropathien der unteren Extremitäten kann durchaus eine segmentale Therapie mit Schröpfen oder Blutegeln im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule erwogen werden. Bei Post-Zoster-Neuralgie im thorakalen Bereich hat sich die frühe Blutegeltherapie als gut wirksam erwiesen.
Neuraltherapie
Neuraltherapeutisch kann an einen Einsatz der Neuraltherapie als Segmenttherapie v. a. im Bereich der Wirbelsäule gedacht werden.
Hausmittel gegen Nervenschmerzen
Neben den komplementärmedizinischen Verfahren gibt es auch eine Reihe von Hausmitteln, die bei Nervenschmerzen Linderung verschaffen können. Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirksamkeit von Hausmitteln individuell variieren kann.
Kräuter und Tee
Einige Kräuter können in Form von Kapseln, die das wirksame Trocken-Extrakt enthalten, eingenommen werden. Dazu gehört zum Beispiel die Teufelskrallenwurzel. Diese soll ähnliche, schmerzlindernde Eigenschaften haben wie die Acetylsalicylsäure, ist dabei aber magenfreundlicher. Allerdings müssen Sie bei der Einnahme mindestens eine, eher zwei Wochen Geduld beweisen.
Ein eigenes Massageöl aus Kräutern schaffen Sie durch die Mischung aus Brennnessel-Geist und Apfelessig. Das Verhältnis sollte dabei 1:5 sein. Mit dem Öl reiben Sie anschließend sanft die betroffenen Stellen ein. Nicht nur die enthaltenen Wirkstoffe, auch die Massage selbst kann Nervenschmerzen lindern.
Ein selbst gemachter Kräuterwickel kann ebenfalls hilfreich sein. Dafür nähen Sie sich ein kleines Stoffsäckchen, in das Sie Kümmel-Samen füllen. Legen Sie das fertige Kräutersäckchen auf die von Nervenschmerzen betroffene Stelle. Wenn Sie Wärme mögen, können Sie zusätzlich ein Wärmekissen auflegen.
Auch ein leckerer (Kräuter-)Tee kann von innen heraus seine Wirkung gegen Nervenschmerzen entfalten. Zu den geeigneten Hausmitteln bei Nervenentzündung und Nervenschmerzen gehören der Brennnessel-Tee oder der allseits beliebte Ingwer-Tee mit jeweils entzündungshemmender und schmerzstillender Wirkung. Wenn mit den Nervenschmerzen Übelkeit einhergeht (wie es beispielsweise bei einer den Halsnerv betreffenden Zervikalneuralgie der Fall ist), hilft Ingwer zusätzlich gegen dieses Symptom.
Weiterhin kann Grüner Tee das Allgemeinbefinden durch einen positiven Einfluss auf den Blutdruck, das Herz und den Zuckerstoffwechsel stärken. Durch diese Faktoren verbessern sich bei manchen Patienten auch die Nervenschmerzen. Ebenfalls hat sich Weidenrinde-Tee bewährt.
Wärme und Kälte
Wechselbäder sollen gegen verschiedene, gesundheitliche Beschwerden helfen und auch allgemein das Immunsystem stärken. Auch als Hausmittel gegen Nervenschmerzen können sie wirksam sein. Wenn Sie den Wechsel zwischen kaltem und warmem Wasser im Wannenbad aber scheuen, ist der Wechsel zwischen Eisbeutel und Wärmeauflage eine mögliche Alternative. Legen Sie dafür zunächst einen Eisbeutel auf die schmerzende Stelle und belassen ihn dort für einige Minuten, anschließend kommt ein warmer Wickel oder ein Wärmekissen dorthin. Sie können dies mehrmals im Wechsel wiederholen.
Sie merken, dass Ihnen nur die Kälte oder nur die Wärme guttut? Dann führen Sie die Behandlung einfach nach Ihren Vorlieben fort. Zur Kältebehandlung eignen sich neben Eisbeuteln auch in kaltem Wasser getränkte Wickel. Die Kälte betäubt den Schmerz und wird daher von vielen Patienten als äußerst wohltuend empfunden. Wärme hingegen sorgt für eine Entspannung des Körpers und somit auch der Nerven, die für die Schmerzen verantwortlich sind. Für eine Wärmeauflage können Sie eine Infrarot-Lampe oder ebenfalls Wickel nutzen.
Chili: Capsaicin als Hausmittel gegen Nervenentzündung?
Mit Schärfe gegen Nervenschmerzen - das gelingt dem in Chili- und Cayenne-Pfeffer enthaltenem Wirkstoff Capsaicin. Während er Ihrem Essen die nötige Würze verleiht, wirkt er beispielsweise in Salbenform oder als Schmerzpflaster wärmend, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd und anregend für die betroffenen Nerven. Die Wirkung beruht auf der Desensibilisierung der Nervenrezeptoren.
Viele Patienten, die unter chronischen Nervenschmerzen leiden, setzen auf die äußere Anwendung von Capsaicin. Sie können beispielsweise die Salbe mehrmals täglich auf den schmerzenden Bereichen anwenden.
Johanniskraut
Vor allem, wenn Sie an Nervenschmerzen im Rückenbereich leiden, vermag Ihnen ein Öl aus Johanniskraut Linderung verschaffen. Genießen Sie die wohltuende Massage, die eine andere Person vornehmen sollte, damit alle Bereiche des Rückens „erfasst“ werden. Sie sollten allerdings auf Fachpersonal vertrauen, da eine nicht fachgerechte Massage die Beschwerden sogar verschlimmern kann.
Auch für die innere Anwendung eignet sich Johanniskraut, etwa als Tee oder in Tablettenform. Es wirkt entzündungshemmend und ist daher als Hausmittel gegen eine Nervenentzündung beliebt. Auch aufgrund seiner beruhigenden Eigenschaften kann es in der Schmerztherapie und bei durch die Schmerzen bedingten Depressionen helfen.
Pfefferminzöl
Herrlich kühlend wirkt Pfefferminzöl, das als Bestandteil von Massageölen Verwendung findet. Die Nervenschmerzen werden durch den kühlenden und krampflösenden Effekt oft reduziert oder im besten Fall gänzlich beseitigt. Wenn Sie auf Kälteanwendungen ansprechen, ist Pfefferminzöl in der Nervenschmerzen-Therapie auf jeden Fall einen Versuch wert.
Olivenöl
Oleocanthal in Olivenöl wirkt entzündungshemmend und blutverdünnend, was sich positiv bei einer Nervenentzündung und damit verbundenen Nervenschmerzen auswirken kann. Wenn Sie sich gern mediterran ernähren, schaffen Sie bereits eine gute Basis gegen Nervenschmerzen - hier ist Olivenöl schließlich ein wichtiger Bestandteil dieser Küche.
Hausmittel gegen psychische Folgen der Nervenschmerzen
Leiden Sie infolge der starken Schmerzen an psychischen Symptomen, beispielsweise vermehrter Unruhe, Aggressivität oder Depressionen? Dann kann das bereits genannte Johanniskraut Linderung verschaffen. Alternativ eignet sich ein Baldriantee aus frisch aufgebrühter, getrockneter Baldrianwurzel, um die Nerven zu beruhigen. Der Vorteil von Baldrian ist, dass es ganz ohne starke oder gefährliche Nebenwirkungen auskommt. Wir empfehlen, morgens und abends jeweils eine Tasse Tee zu trinken, damit Sie allgemein wieder zur Ruhe kommen.
Auch Entspannungsverfahren wie Meditationen, autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung können helfen, Ihre psychischen Beschwerden zu reduzieren. Sie können diese und weitere Entspannungsformen beispielsweise in einem Volkshochschulkurs erlernen.
Bewegung bei Nervenschmerzen
Es klingt paradox, wenn Sie an chronischen Schmerzen leiden - doch Bewegung kann helfen, um die Symptome zu lindern. Beispielsweise können Sie diese Übung bei Nervenschmerzen im Rückenbereich ausprobieren:
Legen Sie sich auf den Rücken und stützen Sie die Arme neben dem Oberkörper ab. Mit dem Einatmen bewegen Sie das linke Knie nach oben, verschränken die Hände unterhalb des Oberschenkels und ziehen das Bein zu sich (in Brustrichtung). Halten Sie die Position einige Sekunden lang und senken Sie das Bein sanft wieder ab. Anschließend tauschen Sie die Seite.
Das jeweils andere Bein bleibt durchgehend flach auf dem Boden liegen. Atmen Sie während der Übung bewusst tief ein und wiederholen Sie sie pro Bein mindestens dreimal.
Weitere pflanzliche Mittel und Nährstoffe
Neben den bereits genannten Mitteln gibt es weitere pflanzliche Stoffe und Nährstoffe, die bei Nervenschmerzen eingesetzt werden können:
- Arnika: Wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend bei Prellungen, Verstauchungen und Muskel- und Gelenkbeschwerden.
- Beinwell: Fördert die Wundheilung und hilft bei schmerzhaften Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen.
- Campher: Äußerlich angewandt hat Campher einen kühlenden Effekt und erhöht so die Hautdurchblutung.
- Gewürznelkenöl: Wirkt schmerzstillend und wird in der Zahnheilkunde äußerlich als leichtes Betäubungsmittel eingesetzt.
- Gingko: Verbessert die Durchblutung und kann bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK, „Schaufensterkrankheit") die schmerzfreie Gehstrecke erhöhen.
- Heublumen: Werden äußerlich als feucht-heiße Kompressen angewandt. Sie erhöhen die Hautdurchblutung und wirken schmerzlindernd bei rheumatischen Erkrankungen und degenerativen Gelenkerkrankungen (Arthrose).
- Pappel-Extrakte: Enthalten Salicylate und haben daher eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung.
- Rosmarin: Äußere Anwendung in Form von Salben, Cremes, Badezusatz, Rosmarin-Spiritus zum Einreiben. Die Inhaltsstoffe haben eine schmerzlindernde und antientzündliche Wirkung.
- Weidenrinde: Die Inhaltsstoffe besitzen eine schmerzlindernde Wirkung. Als Darreichungsform stehen Tee oder Fertigarzneimittel zur Einnahme zur Auswahl. Die Inhaltsstoffe wirken antientzündlich, fiebersenkend und schmerzlindernd. Wichtigster Inhaltsstoff ist Salicin - ein Verwandter der Salizylsäure.
- B-Vitamine: Hochdosierte neurotrope B-Vitamine (B1, B2, B6, B12 und Nicotinamid) können über einen Zeitraum von ca. drei Monaten eingenommen werden.
- Selen: Der Selenspiegel sollte in den hochnormalen Bereich angehoben werden. Therapeutisch sollten 50-300 µg täglich substituiert werden, idealerweise jeweils orientiert am individuellen Selenspiegel.
Naturheilkunde bei chronischen Schmerzen
Naturheilkundliche Verfahren werden von Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen vermehrt nachgefragt, da herkömmliche Verfahren nicht immer die gewünschte Wirkung entfalten oder ernsthafte Nebenwirkungen haben können. Die Naturheilkunde zielt neben der Symptomlinderung auf die Anregung der Selbstheilungskräfte des Körpers ab.
Therapeutische Ziele der Naturheilkunde bei Schmerz
Bei chronischen Erkrankungen kann häufig auf Arzneimittel nicht verzichtet werden. Die Naturheilkunde kann jedoch ergänzend dazu beitragen, Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Dadurch kann unter Umständen die notwendige Dosis an Arzneimitteln verringert werden. Naturheilkundliche Therapien haben eine große Bandbreite und können mehrgleisig (multimodal) mit den individuellen Bedürfnissen abgestimmt werden.
Naturheilkundliche Verfahren
Zu den wichtigsten naturheilkundlichen Verfahren gehören:
- Wasseranwendungen (Hydrotherapie): Kalte Anwendungen wie Güsse, Wickel oder kurze Bäder setzen einen Reiz, der einen Übungseffekt für das vegetative Nervensystem darstellt und so auch das Immunsystem beeinflusst.
- Bewegung: Meditative Bewegungsformen wie Yoga, Tai Chi oder Qigong sind sinnvolle Bewegungsformen, die mit einem achtsamen Umgang mit sich selber verbunden sind.
- Ernährung und Fasten: Eine gesundheitsfördernde Ernährung ist für jeden Patienten individuell zu bestimmen. Fasten ist ein fester Bestandteil in der Naturheilkunde und kann entzündliche Prozesse im Körper reduzieren.
- Moderne Ordnungstherapie: Ziel ist es, die Eigenaktivität im Sinne einer gesundheitsorientierten Lebensstilstrukturierung zu fördern.
- Pflanzenheilkunde: Pflanzliche Schmerzmittel können alleine oder begleitend zu den üblichen Schmerzmitteln eingesetzt werden.
- Ergänzende und ausleitende Verfahren: Naturheilkundlich tätige Therapeuten nutzen neben Akupunktur und manuellen Therapieverfahren auch die Neuraltherapie und die so genannten ausleitenden Verfahren wie Blutegel und Schröpfen.
Wichtiger Hinweis
Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und ersetzen nicht die professionelle Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Bei Nervenschmerzen ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Therapie einzuleiten. Die hier genannten pflanzlichen Behandlungen und Hausmittel können unterstützend eingesetzt werden, sollten aber immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen.
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