Nervenschmerzen in Schulter und Ellenbogen können vielfältige Ursachen haben und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Dieser Artikel beleuchtet die häufigsten Ursachen, Diagnosemethoden und Behandlungsansätze, um ein umfassendes Verständnis dieser komplexen Beschwerden zu ermöglichen.
Schulterschmerzen: Ursachen und Diagnose
Schulterschmerzen sind weit verbreitet und können verschiedene Ursachen haben. Oftmals ist es schwierig, die genaue Ursache zu ermitteln, da in der Schulter viele Muskeln, Bänder, Sehnen, Schleimbeutel und Knochen auf engstem Raum zusammenarbeiten. Die Diagnose lautet häufig "Impingement-Syndrom".
Impingement-Syndrom
Als Impingement-Syndrom bezeichnet man Schulterschmerzen, die durch eine Enge zwischen dem Oberarmkopf und dem Schulterdach entstehen. Da hier bereits von Natur aus eine gewisse Enge besteht, kann es zu einer chronischen Reizung der Sehnenansätze (Supraspinatussehne / Rotatorenmanschette) und des Schleimbeutels dieser Region kommen. Bestimmte Berufsgruppen, beispielsweise Anstreicher, aber auch Überkopfsportler wie Tennis- oder Volleyball-Spieler, entwickeln besonders häufig ein Impingement-Syndrom.
Eine ungünstige Formgebung des Schulterdaches (Hakenacromion) sowie ein Verschleiß des Schultereckgelenkes (Gelenk zwischen Schlüsselbein und Schulterdach) führen häufig zu einer weiteren Einengung des naturgemäß engen Sehnengleitraums unter dem Schulterdach. Werden die Sehnen hier immer wieder gequetscht, kommt es zur Sehnenreizung.
Wichtig für die Diagnosefindung sind die Krankengeschichte, d.h. die genaue Ermittlung des Beschwerdebildes und eine ausführliche Untersuchung mit Hilfe standardisierter Tests durch einen Schulterspezialisten. Eine Ultraschall Untersuchung gibt Aufschluss über den Zustand des Schleimbeutels und der Sehnen (Rotatorenmanschette).
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Kalkschulter
Als Ursache der Kalkeinlagerungen (Calciumsalze) wird eine anlagebedingte verminderte Durchblutung bestimmter Sehnenanteile diskutiert, in denen sich dann im Laufe der Zeit Kalk ablagert. Kalkablagerungen am Schultergelenk können lange unbemerkt bleiben. Ab einer gewissen Größe jedoch verursachen Kalkdepots häufig Schmerzen. Anfangs treten diese in der Regel nur bei bestimmten Bewegungen auf, vor allem bei einer Überkopftätigkeit und bei Drehbewegungen des Arms. Zunehmend kommen dann aber auch Ruheschmerzen dazu, die nachts besonders quälend sein können. Die Reizung im Gelenk führt zudem nicht selten zu einer Entzündung des Schleimbeutels im Schultergelenk. Gelegentlich kommt es auch zu ganz akuten heftigen Schmerzattacken, und zwar interessanterweise dann, wenn sich die Kalkdepots spontan entleeren.
Am Anfang steht eine gründliche ärztliche Untersuchung. Per Ultraschalluntersuchung der Schulter läßt sich dann meist schon der Verdacht, oft auch die Diagnose stellen. Erhärtet wird diese ggf. durch das Röntgenbild, bei dem sich Verkalkungen deutlich abzeichnen.
Schulterluxation
Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Dieses hohe Maß an Beweglichkeit bedeutet aber andererseits, dass eine im Vergleich zu anderen Gelenken hohe Gefahr des “Auskugelns”, in der Fachsprache „Luxation“, besteht. Hierbei springt der Oberarmkopf aus der Gelenkpfanne. Daraus resultieren meist weitere Verletzungen: Einrisse an der Gelenkkapsel und den Stabilisierungsbändern sind oft die Folge. Aber auch Knorpel-, Knochen- und Nervenverletzungen können auftreten. Die Diagnose Schulterluxation ergibt sich recht eindeutig anhand der klinischen Untersuchung und einer Röntgenkontrolle. Ist die Diagnose gestellt, muss das Schultergelenk umgehend möglichst sanft wieder eingerenkt werden. Wichtig ist aber, dass dann analysiert wird, wie es zur Luxation der Schulter gekommen ist.
Neben der unfallbedingten Schulterluxation, die z.B. im Rahmen einer Sportverletzung auftritt, besteht bei manchen Menschen eine anlagebedingte Schulterinstabilität. Diese Menschen haben meist ein sehr weiches Bindegewebe und schwache Bänder. So kann es schon bei minimaler Inanspruchnahme oder alltäglichen Bewegungen zum Ausrenken der Schulter kommen.
Rotatorenmanschettenriss
Die Sehnen an der Schulter können durch einen Unfall, wie beispielsweise einen Sturz auf den Arm, oder auch sonstige stärkste Belastungen reißen. Häufig ist jedoch ein chronischer Sehnenverschleiß mit ursächlich dafür, dass es zum Sehnenriss kommt. Bei einem Schaden der Rotatorenmanschette klagt der Betroffene über plötzliche, oft stechende Schmerzen, vor allem bei allen Bewegungen des Armes nach oben. Häufig ist auch die Kraft des Armes beim Heben reduziert.
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Am Anfang stehen die Erhebung der Krankengeschichte sowie die klinische Untersuchung. Insbesondere spezielle Provokationstests für die einzelnen Sehnenabschnitte sind wichtig. Eine Kraftminderung, z.B. beim Anheben des Armes nach oben, kann dabei als relativ eindeutiges Indiz für einen Sehnenriss gelten.
Schulter-Arm-Syndrom
Unter dem Schulter-Arm-Syndrom (oder auch: Zervikobrachialgie) versteht man einen Komplex an unterschiedlichen Symptomen rund um Nacken, Schultern und Arme. Schulterschmerzen gelten als Leitsymptom. Der Schmerz zieht bei vielen Menschen in den Oberarm und macht das Anheben des Armes über Kopf oder bestimmte Rotationsbewegungen schwierig. Oft quält die Schulter auch nachts. Die häufigste Ursache für das Schulter-Arm-Syndrom sind muskulär-fasziale Probleme an der Halswirbelsäule: knotige, schmerzende Verspannungen, eine zu hohe Spannung in den Faszien oder ein muskuläres Ungleichgewicht.
Ellenbogenschmerzen: Ursachen und Diagnose
Ellenbogenschmerzen können durch eine Verletzung oder Überbelastung bedingt sein oder das Anzeichen einer akuten oder chronischen Erkrankung sein.
Tennisellenbogen (Epicondylitis radialis)
Hinter Ellenbogenschmerzen an der Außenseite steckt sehr oft eine sogenannte Epicondylitis radialis, umgangssprachlich "Tennisellenbogen" oder "Tennisarm" genannt: Die Betroffenen verspüren Druckschmerzen im Bereich des Knochenvorsprunges an der Außenseite des Ellenbogens. Oft machen sich beim Strecken des Armes die Schmerzen im Ellenbogen bemerkbar - wobei das völlige Strecken meist gar nicht möglich ist. Die betroffene Hand ist zudem nicht mehr ganz so kräftig: Die Patienten sind nicht in der Lage, die Hand kraftvoll zu einer Faust zu schließen, eine Tasse zu halten oder beim Händeschütteln fest zuzugreifen. Zudem ist es recht schmerzhaft, die Finger gegen einen Widerstand zu strecken.
Der Tennisellenbogen ist ein schmerzhafter Reizzustand des Sehnenansatzes der Hand- und Fingerstreckmuskeln im Ellenbogen, der zu einer Entzündung führen kann. Mögliche Ursache kann eine Überlastung durch eine ungewohnte Belastung oder einseitige Aktivität (Tennisspielen, Bügeln, Bedienen der Computermaus, Spielen eines Instrumentes, Malern etc.) oder eine Bandinstabilität am Ellenbogengelenk sein.
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Golferellenbogen (Epicondylitis medialis)
Treten die Ellenbogenschmerzen innen auf, also im Bereich des unteren Knochenvorsprunges am Ellenbogen, liegt eine Epicondylitis medialis („Golferellenbogen“) vor. Das ist ein schmerzhafter Reizzustand des Sehnenansatzes der Hand- und Fingerbeugemuskeln an einem Knochenvorsprung an der Innenseite des Ellenbogens. Die Schmerzen im Ellenbogen machen sich vornehmlich bemerkbar, wenn der Betroffene die Hand und den Unterarm streckt - vor allem, wenn er die Bewegungen gegen Widerstand ausführen soll. Auch die Hand zu einer Faust zu schließen oder die Handfläche zum Handgelenk zu bewegen, ist schmerzhaft. Der "Golferellenbogen" ist viel seltener als der Tennisellenbogen und ist oft bei Wurfsportlern zu beobachten. Er tritt aber beispielsweise auch bei Turnern auf sowie bei Menschen, die viel mit Freihanteln trainieren.
Reizung des Ellennervs (Sulcus-ulnaris-Syndrom)
Vibrierende, elektrisierende Schmerzen im Ellenbogen können entstehen, wenn der Ellennerv (Nervus ulnaris) gereizt ist. Dieser wichtige Armnerv verläuft an der Unterseite des Ellenbogens in einer Knochenrinne (Kubitaltunnel) dicht unter der Haut und ist hier relativ ungeschützt. Diese Stelle heißt umgangssprachlich Musikantenknochen. Ein Stoß dagegen löst die beschriebenen Schmerzen im Ellenbogen aus. Diese können entlang des Versorgungsgebietes des Nervs bis in den 4. und 5. Finger ausstrahlen und von Missempfindungen (Parästhesien) begleitet sein.
Der Ellennerv kann an dieser empfindlichen Stelle am Ellenbogen auch chronisch gereizt sein und dadurch die geschilderten ausstrahlenden Ellenbogenschmerzen und Missempfindungen hervorrufen. Mediziner sprechen hierbei vom Sulcus-ulnaris-Syndrom (Kubitaltunnelsyndrom). Mögliche Ursachen sind zum Beispiel wiederholte Kleinstverletzungen durch Nervenüberdehnung, wie sie besonders bei Wurfsportarten auftreten. Auch längeres Aufstützen des Ellenbogens, knöcherne Veränderungen im Gelenk, die den Ellennerv in seiner Knochenrinne einengen, sowie eine Luxation des Nervs ("Herausrutschen" aus der Knochenrinne) können der Grund für solche Ellenbogenschmerzen sein.
Ellenbogen-Luxation
Manchmal beruhen Schmerzen im Ellenbogen auf einer Luxation (Verrenkung) des Gelenks. Der Knochen springt hier ruckartig aus dem Gelenk, der Ellenbogen lässt sich nicht mehr bewegen und weist eine Fehlstellung auf. Häufig renken sich Menschen den Ellenbogen aus, wenn sie sich bei einem Sturz bei gebeugtem oder überstrecktem Ellenbogen mit der Hand abfangen wollen. Auch gewaltsames Verdrehen des Armes wie etwa bei Kampfsportarten kann eine Ellenbogen-Verrenkung verursachen. Gleichzeitig sind bei einer Luxation meist auch noch andere Strukturen im Bereich des Ellenbogens in Mitleidenschaft gezogen, zum Beispiel Sehnen, Knochen oder Nerven.
Distale Bizepssehnenruptur
Schmerzen im Ellenbogen sowie ein Kraftverlust, wenn der Betroffene Unterarm beugt oder nach außen dreht (sodass die Handfläche nach oben zeigt) sind oft Anzeichen einer distalen Bizepssehnenruptur: Das ist ein Riss der Sehne des kräftigen Armbeugermuskels, die an der Speiche (einem der Unterarmknochen) ansetzt. Grund für den Bizepssehnenriss kann ein Unfall oder eine chronische Überlastung der Sehne sein.
Schleimbeutelentzündung (Bursitis olecrani)
Manchmal machen sich die Ellenbogen-Schmerzen beim Aufstützen bemerkbar. Zudem kann dann der Bereich am Ellenbogen geschwollen, gerötet und überwärmt sein. Meist steckt in solchen Fällen eine akute Schleimbeutelentzündung hinter den Symptomen. Schleimbeutel sind kleine, flüssigkeitsgefüllte "Polster", die die Reibung und Druckbelastung zwischen Muskeln, Knochen, Sehnen und Bändern verringern - zum Beispiel im Bereich von Gelenken wie dem Ellenbogengelenk. Bei übermäßiger Belastung, (mechanischer) Reizung oder Verletzungen kann sich dieser Schleimbeutel entzünden.
Gelenkentzündung und Gelenkverschleiß (Arthrose)
Bei Erkrankungen wie Rheuma (Rheumatoide Arthritis) und Gicht treten Entzündungen in vielen Gelenken auf, verbunden mit Gelenkschmerzen. Ellenbogen-Gelenke können hier ebenfalls betroffen sein. Ein Gelenkverschleiß kann verschiedene Gelenke betreffen - auch das Ellenbogengelenk. Die Betroffenen verspüren anfangs Schmerzen im Ellenbogen, wenn er belastet wird. Später treten die Schmerzen bei jeder Bewegung im Ellenbogengelenk auf und schließlich auch in Ruhe.
Neuralgische Amyotrophie
Bei einer neuralgischen Amyotrophie ist ein bestimmtes Nervengeflecht in der Nähe des Schlüsselbeins entzündet. Die Entzündung verursacht reißende Schmerzen und Lähmungen im Arm und in der Schulter. Typisch sind heftige Schmerzen in der Schulter oder im Arm, die sich bis zur Hand ausbreiten. Die Schmerzen treten plötzlich abends oder nachts auf. Zusätzlich kann es zu Muskelschwäche und Lähmungen einzelner Muskelpartien kommen.
Diagnose von Schulter- und Ellenbogenschmerzen
Die Diagnose von Schulter- und Ellenbogenschmerzen umfasst in der Regel die folgenden Schritte:
- Anamnese (Krankengeschichte): Der Arzt erfragt die genauen Beschwerden, deren Beginn, Auslöser und Verlauf.
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht die Beweglichkeit, Stabilität und Schmerzpunkte der Schulter und des Ellenbogens. Spezielle Tests können Hinweise auf bestimmte Erkrankungen geben.
- Bildgebende Verfahren: Je nach Verdacht können bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt werden, um die Ursache der Schmerzen zu visualisieren.
Behandlung von Schulter- und Ellenbogenschmerzen
Die Behandlung von Schulter- und Ellenbogenschmerzen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. In vielen Fällen können konservative Maßnahmen wie Schonung, Kühlung, Schmerzmittel und Physiotherapie die Beschwerden lindern. Bei bestimmten Erkrankungen, wie z.B. einem Rotatorenmanschettenriss oder einer Schulterluxation, kann eine Operation erforderlich sein.
Konservative Behandlung
- Schonung: Vermeidung von belastenden Aktivitäten.
- Kühlung: Anwendung von Eispackungen oder Kältekompressen zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung.
- Schmerzmittel: Einnahme von Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung. Bei starken Schmerzen können auch Kortisonspritzen infrage kommen.
- Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit, Kraft und Koordination der Schulter- und Ellenbogenmuskulatur.
- Epicondylitis-Spangen oder -Bandagen: Diese bewirken durch Druck auf die Muskulatur eine Regulierung der gestörten Muskelspannung und führen zu einer leicht veränderten Zugbeanspruchung am schmerzhaften Sehnenansatz. Eine Epicondylitis-Spange sollte über mehrere Stunden täglich insbesondere bei Belastung getragen werden.
- Stoßwellentherapie: Bei der Stoßwellentherapie werden hochenergetische Schallwellen auf den schmerzenden Sehnenansatz geleitet. Durch die Wellen soll es zur Schmerzreduktion und Ausheilung der Sehnenreizung kommen.
- Akupunktur: Bei der Akupunktur handelt es sich um eine alternative Behandlungsmöglichkeit, die in der Hand des erfahrenen Anwenders z. T. zu erstaunlichen Ergebnissen führen kann.
Operative Behandlung
- Arthroskopie: Minimal-invasive Operationstechnik, bei der über kleine Hautschnitte eine Kamera und Instrumente in das Gelenk eingeführt werden.
- Offene Operation: Bei bestimmten Erkrankungen kann eine offene Operation erforderlich sein, um die Ursache der Schmerzen zu beheben.
Spezifische Behandlungsansätze
- Impingement-Syndrom: Durch bestimmte Bewegungsübungen (Krankengymnastik) und gezieltes Muskeltraining soll die Stellung des Oberarmkopfes verbessert werden, um so relativ mehr Raum für die Sehnen unter dem Schulterdach zu schaffen. Wenn dies alles nicht greift, sind in der Regel entzündungshemmende Medikamenten (Tabletten, ggf. Spritzen) erforderlich. Wenn die oben erläuterten Therapiemaßnahmen keine dauerhafte Besserung der Impingement-Beschwerden bringen, sollte unbedingt die Ursache des Reizzustandes der Schulter behandelnt werden. Hierzu wird der Raum unter dem Schulterdach operativ erweitert, d.h. der entzündete, verdickte Schleimbeutel beseitigt, ein Band im vorderen Schulterdachbereich (Lig. coracoacromiale) durchtrennt und eventuelle knöcherne Vorsprünge abgetragen.
- Kalkschulter: Zunächst wird versucht mit Kühlung und entzündungshemmenden Medikamenten (Salben, Tabletten oder Spritzen), die Schmerzen zu lindern. Elektro- und Ultraschalltherapie sollen den Stoffwechsel so weit stimulieren, dass im günstigsten Fall die Verkalkungen wieder abgebaut werden. Patienten, denen nicht ausreichend oder dauerhaft mit einer symptomatischen Therapie geholfen werden kann, sollten ursächlich behandelt werden. Konkret heißt das, dass die Verkalkung operativ entfernt und eine häufig gleichzeitig bestehende Enge unter dem Schulterdach (Impingement) beseitigt werden sollte.
- Schulterluxation: Bei einer unfallbedingten Luxation, vor allem bei jungen Patienten, sollten die verletzten Strukturen frühzeitig durch einen Schulterexperten operativ repariert werden. Ein Patienten mit habitueller Schulterluxation, d.h. einer Luxation durch eine anlagebedingte Kapsel-Bandschwäche ggf. in Kombination mit schwacher Schultermuskulatur, sollte zunächst konservativ therapiert werden. Das heißt konkret, dass die Schulter nach erfolgtem Einrenken für drei Wochen mit einer Bandage ruhig gestellt wird, damit die überdehnte Gelenkkapsel abheilen kann. Danach wird ein intensives Krankengymnastikprogramm zur Kräftigung und Koordinationsschulung der Muskulatur empfohlen.
- Rotatorenmanschettenriss: Bei jungen Patienten sollte großzügig auch bei einem kleineren Riß der Sehne eine Rekonstruktion, d.h. die Naht der Sehne erfolgen. Je geringer der Bewegungs- und Belastungsanspruch ist, desto zurückhaltender kann man beim älteren Menschen mit der Rekonstruktion einer gerissenen Sehne sein. Zur Rekonstruktion werden die abgerissenen Sehnenenden mit Hilfe winziger Implantate (aus Titan oder bioresorbierbaren Materialien) wieder am Knochen fixiert, damit sie dort festheilen. Zugleich ist es meist notwendig, den Raum unter dem Schulterdach zu erweitern.
- Tennisellenbogen: Eine wichtige Voraussetzung für das Ausheilen des Tennisarms, d.h. für eine dauerhafte Beschwerdefreiheit ist, dass der gereizte Sehnenansatz entlastet wird. Die chronisch erhöhte Spannung muss aus der Sehne genommen werden. Durch die regelmäßige Dehnung (3 bis 4 mal täglich, jeweils 3 bis 4 Mal wiederholen, jeweils Position ca. 20 sec. Eine weitere wichtige Voraussetzung für das Ausheilen der Sehnenreizung ist, dass durch eine verbesserte lokale Durchblutung die Selbstheilung des Gewebes gefördert wird. Empfohlen ist hierzu insbesondere eine selbstständige Eis-Lolly-Behandlung: 1 bis 2 Mal täglich sollte der schmerzhafte Bereich mit dem Eislolly für ca. 10 min. abgerieben werden. Häufig sind schon in der Frühphase der Erkrankung zusätzliche gezielte physiotherapeutische Behandlungen sinnvoll, um eine Chronifizierung des Tennisellenbogens zu verhindern: Durch eine spezielle Form von Massage kann die Durchblutung in der Tiefe des Gewebes verbessert werden. In ähnlicher Weise wirken auch Ultraschall- oder Elektrotherapie. Krankengymnastische Übungen und Manuelle Therapie am Arm aber auch der Halswirbelsäule sollen die gestörte Spannung der Muskulatur regulieren.
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