Neurologische Erkrankungen: Ein umfassender Überblick

Neurologische Erkrankungen sind weit verbreitet und umfassen eine Vielzahl von Krankheiten, die entweder das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) oder das periphere Nervensystem (Nerven, die die Verbindung zwischen zentralem Nervensystem und dem Körper herstellen) betreffen. Aufgrund ihrer Komplexität und der Tatsache, dass einige Aspekte noch nicht vollständig erforscht sind, stellen sie eine besondere Herausforderung dar.

Häufige neurologische Erkrankungen

Im Folgenden werden einige der häufigsten neurologischen Erkrankungen näher betrachtet:

Kopfschmerzen und Migräne

Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Beschwerden. Bis zu 70 Prozent der Bevölkerung leidet unter immer wieder auftretenden Spannungskopfschmerzen, während 8 bis 12 Prozent von Migräne betroffen sind. Chronische Kopfschmerzen plagen etwa 4 Prozent der Bevölkerung. Migräne zeichnet sich durch oft einseitige, pulsierend-pochende Kopfschmerzattacken aus, die von Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet werden. Als Auslöser der Migräne gelten Stress, bestimmte Nahrungsmittel oder auch hormonelle Schwankungen.

Chronische Rückenschmerzen

Chronische Rückenschmerzen, die zwölf Wochen oder länger andauern, sind ein weiteres häufiges Problem. Betroffen sind 22 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer. Obwohl nicht jeder Rückenschmerz neurologisch bedingt ist, ist eine neurologische Abklärung in jedem Fall ratsam.

Ischämischer Schlaganfall

Ein ischämischer Schlaganfall entsteht durch verschlossene Blutgefäße, die zu einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn führen. Dies kann Lähmungen, Sprach- und Bewegungsstörungen zur Folge haben. Jährlich erleiden 1,6 bis 2,4 Prozent der Deutschen einen Schlaganfall. Mit 9,5 Prozent ist der Schlaganfall eine der häufigsten Todesursachen. Hinter einem Schlaganfall stecken in den meisten Fällen Gefäßverschlüsse in den hirnversorgenden Arterien. Sie führen zu einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn. Jährlich kommt es hierzulande zu ca. 270.000 Schlaganfällen. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren vor allem beim rechtzeitigen Eintreffen der Patienten in der Klinik deutlich erweitert, die Prognose für die Patienten hat sich deutlich verbessert.

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Hirnblutung

Undichte Blutgefäße können bei einer Hirnblutung zu Lähmungen, Sprach- und Bewegungsstörungen führen - diese Erkrankung zählt ebenfalls als Schlaganfall. Ungefähr 54.000 Schlaganfälle pro Jahr fallen unter diese Kategorie. Die Therapien für Hirnblutungen sind vielfältig - je nachdem um welche Art der Hirnblutung es sich handelt: Bei intrazerebralen Blutungen steht die richtige Blutdruckeinstellung im Vordergrund. Durch teils massive Blutungen in das Gehirn hinein kommt es zu Schädigung und Absterben von Gehirnteilen. Hirnblutungen sind zweithäufigste Ursache für einen Schlaganfall. Die Ursachen sind meist Bluthochdruck oder Rauchen, Alkohol und Drogen. Betroffen sind 0,07 bis 0,15 Prozent der Bevölkerung

Epilepsie

Epileptische Anfälle gehen mit starken Entladungen von Nervenzellen im Gehirn einher und können auf einzelne Hirnregionen oder das gesamte Gehirn übergreifen. An dieser schweren neurologischen Erkrankung leidet 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung, und bis zu 5 Prozent erleben einmalig auftretende epileptische Anfälle. Als epileptischer Anfall wird ein vorübergehender Zustand des Gehirns bezeichnet, bei dem es aufgrund einer pathologischen neuronalen Aktivität des Gehirns zu klinischen Symptomen kommt. Beim epileptischen Anfall handelt es sich um einen Krampfanfall, der auf unkontrollierte Entladungen von Nervenzellen im Gehirn zurückzuführen ist. An dieser neurologischen Erkrankung leiden 600.000 Patienten, wobei die Symptome sehr verschieden ausfallen. Ein Drittel der Epilepsien treten ab dem 60. Lebensjahr auf.

Demenz

Infolge degenerativer Hirnerkrankungen kommt es zu Gedächtnisstörungen und Einschränkung des Denkvermögens, inkl. Defiziten der kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten. Häufigste Formen der Demenzen sind Alzheimer- und Gefäßerkrankungen. Demenzen treten bei 2 bis 3 Prozent der über 65-jährigen und 24 bis 50 Prozent der über 85-jährigen auf. In Deutschland leben ca. 1,4 Millionen Demenzkranke.

Parkinson-Krankheit

Durch fortschreitenden Ausfall des Gehirnbotenstoffs Dopamin kommt es zu Bewegungsstörungen in Form von Zittern, Muskelstarre oder Bewegungsarmut. Hierzulande gibt es 0,1 bis 0,2 Prozent Erkrankte, bei den über 65-jährigen steigt die Häufigkeit auf bis zu 1,8 Prozent an. 0,1 bis 0,2 Prozent der Deutschen leiden unter Parkinson, das sind bis zu 400.000 Menschen. Der Morbus Parkinson gehört neben dem Morbus Alzheimer zu den häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen. Viele neurologische Krankheiten sind heutzutage wesentlich besser behandelbar als früher. Gegen die Parkinson-Krankheit gibt es mehr Therapieformen.

Schädel-Hirn-Trauma

Schädel-Hirn-Trauma und Querschnittslähmungen sind zu 80 Prozent Unfallfolgen. Bei schwerem Schädel-Hirn-Trauma folgt oft ein längeres Koma, 30 bis 40 Prozent der Betroffenen versterben. Jährlich erleiden knapp 0,2 Prozent der Bevölkerung ein Schädel-Hirn-Trauma. Die wohl bekannteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas ist die Gehirnerschütterung. Jährlich erleiden knapp 0,2 Prozent der Bevölkerung Schädel-Hirn-Traumata und sie sind eine der häufigsten Todesursachen bis zum Erwachsenenalter. Durch ein Schädel-Hirn-Trauma kann es auch zu Hirnblutungen - an jeder Lokalisation - kommen. Der Großteil der Schädelhirnverletzungen (91 Prozent) sind leicht.

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Multiple Sklerose (MS)

Durch Angriff des eigenen Immunsystems werden Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark zerstört. MS schreitet meist schubförmig mit zunehmenden Lähmungen fort und ist die häufigste neurologische Erkrankung mit bleibender Behinderung im jungen Erwachsenenalter. In Deutschland gibt es etwa 120 000 Erkrankte. Bei der Multiplen Sklerose (MS) reagiert das Immunsystem fehlerhaft und Nervenscheiden entzünden sich. Insgesamt ist sie ist die häufigste neurologische Erkrankung mit bleibenden Behinderungen im jungen Erwachsenenalter. Die vielfältige medikamentöse Therapie zielt auf eine Reduktion der Schubfrequenz ab. Die Erkrankung ist mittlerweile, wenn frühzeitig erkannt, gut behandelbar. Viele neurologische Krankheiten sind heutzutage wesentlich besser behandelbar als früher. Gegen die Multiple Sklerose gibt es mehr Therapieformen. Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems. Das Gehirn sendet über Nervenbahnen Signale über das Rückenmark an den Körper und erhält Signale von dort zurück. Die Nerven sind mit einer Schutzschicht aus Myelin umgeben.

Hirnhautentzündung (Meningitis)

Als Hirnhautentzündung (Meningitis) wird eine Entzündung der Rückenmarkshäute und Hirnhäute bezeichnet. Ist zusätzlich das Rückenmark entzündet, spricht man von einer Meningomyelitis. Die Behandlung erfolgt zumeist medikamentös.

Polyneuropathie

Bei einer Polyneuropathie treten Nervenschmerzen durch eine Schädigung mehrerer peripherer Nerven auf. Da es verschiedene Arten von Nerven gibt, die zum Beispiel für die Muskulatur oder die Sensibilität der Haut zuständig sind, können die Beschwerden sehr unterschiedlich sein, unter anderem Muskelschwäche und -lähmungen, Kribbeln, Taubheitsgefühl, brennende Schmerzen, Gefühlsstörungen und Missempfindungen. Oft sind Füße und Beine, seltener Arme, Hände, Finger und Rumpf betroffen. Eine Polyneuropathie tritt häufig bei Diabetes mellitus und Alkoholismus auf. Auch eine Chemotherapie oder Autoimmunerkrankungen können zu einer Polyneuropathie führen. Unter Polyneuropathien versteht man generalisierte Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Zum peripheren Nervensystem gehören alle Strukturen, die außerhalb des Zentralnervensystems, d. h. Gehirn und Rückenmark, liegen: die motorischen, sensiblen und autonomen Nerven sowie ihre bindegewebigen Hüllstrukturen und die versorgenden Blut- und Lymphgefäße. Polyneuropathien machen sich oft durch ein an den Füßen beginnendes Taubheitsgefühl, Schmerzen und Lähmungen bemerkbar. Die Ursachen von Polyneuropathien sind vielfältig. Am häufigsten sind sie durch Zuckerkrankheit oder Alkoholmissbrauch verursacht. Patienten mit Polyneuropathie leiden unter Nervenschmerzen (Neuralgien, neuropathische Schmerzen).

Post-Zoster-Neuralgie

Patienten mit Post-Zoster-Neuralgie leiden unter Nervenschmerzen (Neuralgien, neuropathische Schmerzen). Die Post-Zoster-Neuralgie tritt als Folge einer Gürtelrose (auch Herpes zoster genannt) auf, die durch das Windpockenvirus ausgelöst wird. Nach einer Windpocken-Erkrankung verbleibt ein Teil der Viren im Nervensystem. Die Viren können kann nach Jahren, zum Beispiel bei einer Schwächung des Immunsystems, reaktiviert werden und zu einer Gürtelrose mit schmerzhaftem Hautausschlag führen. Betroffen ist meist nur ein Nervenstrang, was zu einer segmentalen Entzündung eines Körperareals führt, welche in der Regel streng einseitig und meist am Rumpf lokalisiert ist. Es kann aber auch ein Gesichtsnerv betroffen sein. Eine antivirale Therapie ist dringend notwendig, um weiteren Komplikationen vorzubeugen und einer Chronifizierung der Schmerzen entgegenzuwirken. Bei etwa 10% der Patienten bleiben nach dem Abklingen der Gürtelrose starke, chronische Nervenschmerzen bestehen, vermutlich aufgrund einer entzündungsbedingten Nervenschädigung: die so genannte Post-Zoster-Neuralgie. Häufig leiden die Patienten unter brennenden Dauerschmerzen mit einschießenden, elektrisierenden Schmerzattacken, Missempfindungen und erhöhter Schmerzempfindlichkeit bei Berührung.

Hirntumore

Auch im Gehirn können sich wie in anderen Organen Tumore bilden. Generell wird unterschieden zwischen primären Hirntumoren (bilden sich aus gut- oder bösartiger Hirnsubstanz bzw. Hirnhäuten) und sekundären Hirntumoren (Tochtergeschwülste bzw. Metastasen, die aus anderen Krebserkrankungen entstehen). Häufige Hirntumore sind Gliome, bestehend aus Bindegewebszellen des Gehirns, Meningeome, die von sich aus den Hirnhäuten heraus entwickeln, und Lymphome, die aus lymphatischem Gewebe entstehen. Die Art der Behandlung im Falle der Feststellung einer Erkrankung an einem Hirntumor ist meist eine individuelle Entscheidung. Auf interdisziplinären Tumorkonferenzen wir oftmals beschlossen, wie der jeweilige Tumor letztlich behandelt werden soll. Zahlreiche Wissenschaftler arbeiten an neuen Therapien, z. B. mittels Gentechnik gegen die besonders schwer zu behandelnden Glioblastome. Diese Tumore sind häufig bösartig und gehen meistens vom Stützgewebe des Hirns aus. Auch Metastasen bilden sich oft im Gehirn. Selbst gutartige Gehirntumore sind gefährlich, weil sie überlebenswichtige Strukturen im Hirn zerstören können.

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Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems

Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems können erregerbedingt sein (infektiös-entzündlich) oder im Rahmen einer Autoimmunerkrankung des Nervensystems auftreten (autoimmun-entzündlich). Autoimmunerkrankungen des Nervensystems werden in der modernen Welt häufiger und betreffen in der Regel junge Erwachsene in den produktivsten Jahren ihres Lebens. Die häufigste Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems ist die Multiple Sklerose. Eigenständige (aber weniger häufige) Autoimmunerkrankungen des zentralen Nervensystems sind die Neuromyelitis optica (NMO) und MOG-Antikörper assoziierte Erkrankungen (MOGAD). Neben bakteriellen (Meningokokken, Pneumokokken, Hämophilus influenzae) und viralen (Herpesviren) Hirnhaut- und Hirnentzündungen spielen hier die Diagnostik und Therapie opportunistischer Infektionen wie etwa mit dem John-Cunningham-Virus (JCV) oder Hirnentzündungen mit "neueren" viralen Erregern eine Rolle (West-Nile, Borna, Chikungunya). Die entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems stellen eine große Gruppe innerhalb der neurologischen Krankheitsbilder dar. In keinem anderen Feld der Neurologie hat es in den letzten Jahren eine derart dynamische Entwicklung möglicher therapeutischer Interventionsmöglichkeiten gegeben. Modernste Verfahren zur Diagnostik und Prognoseabschätzung sind wichtig, um optimale, individualisierte Therapien durchzuführen.

Risikofaktoren für neurologische Erkrankungen

Verschiedene Faktoren können das Risiko für neurologische Erkrankungen erhöhen. Dazu gehören:

  • Alter: Das Risiko für viele neurologische Erkrankungen steigt mit zunehmendem Alter.
  • Genetische Veranlagung: Einige neurologische Erkrankungen können vererbt werden.
  • Umweltfaktoren: Luftverschmutzung steht im Verdacht das Demenzrisiko zu erhöhen.
  • Lebensstil: Ein ungesunder Lebensstil mit Rauchen, übermäßigem Alkoholkonsum, ungesunder Ernährung, Übergewicht und mangelnder Bewegung kann das Risiko für bestimmte neurologische Erkrankungen erhöhen.
  • Weitere Erkrankungen: Diabetes und Bluthochdruck sind schlecht für die Gefäße. Deshalb haben Diabetiker ein höheres Risiko für Demenz. Und sie erkranken im Durchschnitt mehr als zwei Jahre früher an einer Altersdemenz als Nicht-Diabetiker. Bluthochdruck wiederrum erhöht die Gefahr der sogenannten vaskulären Demenz. Depressionen und Demenz gehen oft Hand in Hand.
  • Stress: Große seelische Belastungen treiben das Demenzrisiko in die Höhe. Eine mögliche Erklärung ist, dass Stress zu hormonellen Veränderungen führt, die sich negativ auf das zentrale Nervensystem auswirken.
  • Einsamkeit: Wer einsam ist, leidet darunter, dass er alleine ist. Genau dieses Gefühl ist offenbar auch ein Risikofaktor für eine Demenz.
  • Schwerhörigkeit: Bei den Betroffenen verringern sich die geistigen Fähigkeiten wesentlich schneller als bei gut hörenden Altersgenossen.

Symptome neurologischer Erkrankungen

Neurologische Erkrankungen können sich durch eine Vielzahl von Symptomen äußern, die je nach Art und Schwere der Erkrankung variieren. Einige häufige Symptome sind:

  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Lähmungen
  • Sprachstörungen
  • Bewegungsstörungen
  • Gedächtnisstörungen
  • Einschränkung des Denkvermögens
  • Krampfanfälle
  • Taubheitsgefühl
  • Schmerzen
  • Muskelschwäche
  • Missempfindungen

Diagnose neurologischer Erkrankungen

Die Diagnose neurologischer Erkrankungen erfordert in der Regel eine umfassende neurologische Untersuchung sowie verschiedene diagnostische Verfahren, wie beispielsweise:

  • Bildgebende Verfahren: Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT)
  • Elektrophysiologische Untersuchungen: Elektromyographie (EMG), Elektroenzephalographie (EEG)
  • Liquoruntersuchung: Analyse des Nervenwassers
  • Blutuntersuchungen: Zum Ausschluss anderer Ursachen

Behandlung neurologischer Erkrankungen

Die Behandlung neurologischer Erkrankungen richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung und ihren Ursachen. Es gibt mittlerweile, wenn frühzeitig erkannt, gut behandelbare Erkrankungen. Viele neurologische Krankheiten sind heutzutage wesentlich besser behandelbar als früher. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören:

  • Medikamentöse Therapie: Zur Linderung von Symptomen, Verlangsamung des Krankheitsverlaufs oder Bekämpfung der Ursache
  • Physiotherapie: Zur Verbesserung der Beweglichkeit und Koordination
  • Ergotherapie: Zur Verbesserung derAlltagsfähigkeiten
  • Logopädie: Zur Verbesserung der Sprach- und Kommunikationsfähigkeit
  • Psychotherapie: Zur Bewältigung der psychischen Belastung durch die Erkrankung
  • Chirurgische Eingriffe: In einigen Fällen, z. B. bei Hirntumoren oder Bandscheibenvorfällen

Was können Betroffene tun?

Vermuten Sie bei sich eine Nervenkrankheit, zum Beispiel, weil oben genannte Symptome vorliegen, so ist als erstes Ihr:e Hausärzt:in der bzw. die geeignete Ansprechpartner:in. Er oder sie wird Sie gründlich untersuchen und entscheiden, ob der Verdacht begründet ist. Falls ja, kann sie Sie an eine:n Neurolog:in überweisen, der bzw. die die weitere Diagnostik durchführen kann. Zögern Sie nicht, sich frühzeitig an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt zu wenden, anstatt Beschwerden monate- oder gar jahrelang auszuhalten. Die Behandlungsaussichten sind meist besser, je früher mit der Therapie begonnen wird.

Außerdem kann es helfen, Angehörigen, Partner:innen oder Mitbewohner:innen von der Erkrankung zu erzählen. Bei vielen neurologischen Krankheiten werden Sie zumindest zeitweise Hilfe benötigen. Die psychische Belastung ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Lassen Sie sich jedoch nicht alles abnehmen, auch wenn Ihr Umfeld Sie schonen und unterstützen möchte. Für alle Betroffene egal welcher neurologischen Krankheit ist es sowohl für Psyche als auch für die körperliche Situation wichtig, all das selbstständig zu tun, was selbstständig geht.

Angehörigen mag es häufig schwerfallen, zuzusehen und Tätigkeiten nicht abzunehmen, die anstrengend oder mühselig erscheinen. Damit tun Sie jedoch niemandem einen Gefallen, sich selbst nicht, und dem bzw. der Betroffenen nicht. Dies bedeutet nicht, dass Sie jemandem, der Hilfe braucht, nicht die Treppe hinaufhelfen. Aber wenn beispielsweise normales Besteck aufgrund einer Polyneuropathie nicht mehr benutzt werden kann, suchen Sie lieber gemeinsam Lösungsstrategien. Besorgen Sie zum Beispiel dickeres Besteck, das der oder die Betroffene benutzen kann, anstatt das Fleisch vorzuschneiden.

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