Kopfschmerzen durch neue Brille: Ursachen, Symptome und Lösungen

Eine neue Brille sollte für klare Sicht und ein angenehmes Seherlebnis sorgen. Doch manchmal treten stattdessen Kopfschmerzen auf. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen, Symptome und Lösungsansätze für Kopfschmerzen im Zusammenhang mit einer neuen Brille.

Einführung in das Problem

Viele Menschen erleben nach dem Erhalt einer neuen Brille anfängliche Schwierigkeiten. Die Sicht kann verschwommen sein, die Augen müde oder es treten sogar Schwindel und Übelkeit auf. In den meisten Fällen handelt es sich um eine vorübergehende Eingewöhnungsphase. Bleiben die Beschwerden jedoch bestehen, spricht man von einer Brillenunverträglichkeit, die verschiedene Ursachen haben kann.

Mögliche Ursachen für Kopfschmerzen durch eine neue Brille

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die zu Kopfschmerzen nach dem Tragen einer neuen Brille führen können. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

Falsche Sehstärke

Auch wenn es selten vorkommt, kann es passieren, dass die Sehstärke der Brillengläser nicht optimal auf die Bedürfnisse des Trägers abgestimmt ist. Das Sehvermögen kann durch Stress, Medikamente oder Schlafmangel Schwankungen unterliegen. In solchen Fällen ist es ratsam, die Messung zu einem späteren Zeitpunkt zu wiederholen. Wenn die Brillengläser zu stark sind, spricht man von einer Überkorrektion. Die Gläser sind in diesem Fall mit mehr Dioptrien versehen, als für die Korrektur der jeweiligen Fehlsichtigkeit notwendig ist.

Unzureichende Anpassung des Brillengestells

Nicht nur die Dioptrien, sondern auch das Brillengestell muss optimal an den Träger angepasst sein. Rutscht die Brille oder drückt sie, kann dies zu einer falschen Zentrierung der Gläser führen. Die Folge sind Verzerrungen in der Sicht, da die Pupillen nicht durch den ermittelten Glasmittelpunkt sehen. Dies kann nach einiger Zeit zu Kopfschmerzen oder müden Augen führen.

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Neue Brillenart

Besonders Menschen, die sich an Mehrstärkengläser (Gleitsichtgläser) gewöhnen müssen, haben häufig Probleme. Hier muss sich das Gehirn an mehrere Sehzonen anpassen, die jeweils für die Sicht in der Nähe, Ferne und den Übergang zuständig sind. Dies erfordert eine veränderte Kopf- und Augenbewegung.

Falscher Anwendungszweck

Verschiedene Brillenarten sind für unterschiedliche Zwecke gedacht. Eine Lesebrille ist beispielsweise nur für Objekte in einem Abstand von 30 bis 40 cm geeignet, während eine Arbeitsplatzbrille für eine Entfernung von 50 bis 80 cm konzipiert ist. Wer versucht, mit der jeweiligen Brille auch andere Distanzen scharf wahrzunehmen, wird vermutlich scheitern und Kopfschmerzen riskieren.

Große Unterschiede in den Gläserstärken zwischen rechts und links

Vor allem beim räumlichen Sehen können starke Unterschiede in den Gläserstärken zu Problemen führen. Objekte erscheinen für das einzelne Auge verschieden groß. In diesem Fall muss ein Glas abgeschwächt werden oder es müssen statt einer Brille Kontaktlinsen getragen werden.

Fehlerhafte Zentrierung der Brillengläser

Jedes Brillenglas hat einen Mittelpunkt, der genau vor der Pupillenmitte platziert werden muss. Wird dies bei der Anpassung nicht berücksichtigt, treten optische Verzerrungen auf. Das Tragen der Brille wird als unangenehm empfunden und ist für die Augen anstrengend. Besonders bei Gleitsichtgläsern ist eine genaue Zentrierung entscheidend.

Hornhautverkrümmung

Liegt eine Hornhautverkrümmung vor, ist das Gehirn daran gewöhnt, die dadurch entstehende Verzerrung auszugleichen. Übernimmt die Brille nun diese Aufgabe, kann es dazukommen, dass das Gehirn weiterhin versucht, diesen Sehfehler auszugleichen, sodass Bildverzerrungen oder schiefe Ebenen wahrgenommen werden.

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Prismatische Effekte

Wenn die benötigte Sehstärke zwischen beiden Augen stark unterschiedlich ist, kann es zu prismatischen Effekten kommen. Diese beschreiben, wie stark das Bild für jedes Auge abgelenkt wird. Beim Blick durch die Brillengläser kann es dann zu Nebenwirkungen kommen, insbesondere wenn asphärische Gläser verwendet werden.

Fehlerhafte Kopfhaltung bei der Zentrierung

Bei der Zentrierung der Gläser wird der Träger oft aufgefordert, das Kinn anzuheben. Je nachdem, wie geneigt die Fassung dabei ist, kann dies dazu führen, dass der Kopf stärker oder weniger stark nach hinten geneigt wird. Im Alltag, beispielsweise beim Autofahren oder Gehen, nimmt man jedoch wieder eine normale Kopfhaltung ein und blickt durch andere Bereiche der Gläser. Dies kann zu unterschiedlichen Bildablenkungen für beide Augen führen und Kopfschmerzen verursachen.

Muskelungleichgewicht der Augen

Ein Ungleichgewicht in den Augenmuskeln kann ein entspanntes Seherlebnis behindern. In solchen Fällen können Prismen in den Brillengläsern helfen, Kopfschmerzen und Doppelbilder zu reduzieren.

Symptome von Kopfschmerzen durch eine neue Brille

Die Symptome können vielfältig sein und individuell unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Zu den häufigsten Beschwerden zählen:

  • Kopfschmerzen
  • Verschwommenes Sehen
  • Müde oder brennende Augen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Doppelbilder
  • Nacken- und Schulterschmerzen

Was tun bei Kopfschmerzen durch eine neue Brille?

Wenn Sie unter Kopfschmerzen oder anderen Beschwerden im Zusammenhang mit Ihrer neuen Brille leiden, sollten Sie folgende Schritte unternehmen:

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  1. Geben Sie sich Zeit zur Eingewöhnung: Oftmals verschwinden die Beschwerden nach einer gewissen Eingewöhnungszeit von selbst. Tragen Sie die Brille regelmäßig und vermeiden Sie in den ersten Tagen anstrengende Tätigkeiten für die Augen.
  2. Überprüfen Sie die Brille beim Optiker: Lassen Sie die Brille von Ihrem Optiker überprüfen. Er kann feststellen, ob die Sehstärke korrekt ist, die Brille richtig angepasst ist und die Gläser richtig zentriert sind.
  3. Suchen Sie einen Augenarzt auf: Wenn die Beschwerden trotz Überprüfung beim Optiker nicht besser werden, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen. Er kann andere mögliche Ursachen für Ihre Kopfschmerzen ausschließen, beispielsweise eine Augenerkrankung.
  4. Achten Sie auf die richtige Kopfhaltung: Achten Sie darauf, dass Sie die Brille in einer natürlichen Kopfhaltung tragen. Vermeiden Sie es, den Kopf zu stark nach vorne oder hinten zu neigen.
  5. Machen Sie regelmäßige Pausen: Gönnen Sie Ihren Augen regelmäßige Pausen, insbesondere bei Bildschirmarbeit. Schauen Sie in die Ferne oder schließen Sie die Augen für einige Minuten.
  6. Erwägen Sie alternative Lösungen: In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, alternative Lösungen in Betracht zu ziehen, beispielsweise Kontaktlinsen oder eine refraktive Chirurgie (Augenlasern oder Linsenimplantation).

Tipps zur Vermeidung von Kopfschmerzen durch eine neue Brille

  • Regelmäßige Augenuntersuchungen: Lassen Sie Ihre Augen regelmäßig (alle ein bis zwei Jahre) untersuchen, um Veränderungen der Sehstärke frühzeitig zu erkennen.
  • Sehtest bei ausgeruhten Augen: Vereinbaren Sie den Termin für den Sehtest, wenn Ihre Augen ausgeruht sind und Sie sich wohlfühlen.
  • Sorgfältige Anpassung der Brille: Achten Sie darauf, dass die Brille von einem kompetenten Optiker sorgfältig angepasst wird.
  • Offene Kommunikation mit dem Optiker: Schildern Sie Ihrem Optiker genau Ihre Beschwerden und Beobachtungen.
  • Geduld bei der Eingewöhnung: Seien Sie geduldig und geben Sie Ihren Augen Zeit, sich an die neue Brille zu gewöhnen.

Alternative zur Brille

Für Menschen, die unter einer Brillenunverträglichkeit leiden oder eine Alternative zur Brille suchen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Kontaktlinsen: Kontaktlinsen bieten eine gute Sehkorrektur und ermöglichen ein freieres Sichtfeld.
  • Refraktive Chirurgie:
    • Augenlasern: Eine Augenlaserbehandlung kann Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung dauerhaft korrigieren.
    • Linsenimplantation: Bei der Linsenimplantation wird die natürliche Augenlinse durch eine künstliche Linse ersetzt. Diese Methode eignet sich besonders für Menschen mit Gleitsichtbrillen oder stärkeren Fehlsichtigkeiten.

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