Neuritis und erhöhte CRP-Werte: Ursachen und Zusammenhänge

Das C-reaktive Protein (CRP) ist ein Akute-Phase-Protein, das in der Leber gebildet wird. Seine Konzentration im Blut steigt rasch an, wenn im Körper Entzündungen oder Gewebeschäden auftreten. Ein normaler CRP-Wert liegt meist unter 5 mg/L. Deutlich erhöhte Werte können auf akute Infektionen, Autoimmunerkrankungen, chronische Entzündungen oder Gewebetrauma hinweisen. Neben akuten Ursachen kann ein leicht erhöhter CRP-Wert auch ein Hinweis auf stille Entzündungen sein, die mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Übergewicht in Verbindung stehen. Sproston, N. R., & Ashworth, J. J. (2018). Role of C-Reactive Protein at Sites of Inflammation and Infection. Frontiers in Immunology.Pearson, T. A. et al. (2023). High-sensitivity C-reactive protein and cardiovascular disease risk. Journal of the American College of Cardiology.Pepys, M. B., & Hirschfield, G. M. (2016). C-reactive protein: A critical update.

Neuritis: Eine Entzündung der Nerven

Als Neuritis bezeichnen Mediziner eine häufig mit Schmerzen verbundene Entzündung der Nerven. Es können sowohl die peripheren (außerhalb des zentralen Nervensystems liegende) Nerven als auch die Hirnnerven betroffen sein. Doch woher kommen die Entzündungen und damit einhergehenden Nervenschmerzen?

Werden Nerven gereizt oder entzünden sie sich, können verschiedene Beschwerden auftreten. Diese sind auch abhängig davon, welcher Nerv betroffen ist. Ausfällen von Körperfunktionen reicht. Ein Beispiel: Beim sogenannten Karpaltunnelsyndrom wird mechanischer Druck auf den mittleren Handnerv (Nervus medianus) ausgeübt, wodurch eine Entzündung entstehen kann. Das medizinische Fachwort für Nervenschmerzen lautet Neuralgie oder neuropathische Schmerzen.

Ursachen von Nervenentzündungen

Die Gründe für die Entstehung von Nervenentzündungen sind vielfältig. Des Weiteren ist eine Hauptursache mechanischer Druck auf den Nerv, wodurch sich dieser entzündet. Dies geschieht vor allem bei einem Bandscheibenvorfall, Tumoren oder dem Karpaltunnelsyndrom.

Diagnose von Neuritis

Wenn Sie unter Missempfindungen, Taubheitsgefühlen und Nervenschmerzen leiden, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Bei einem solchen Anliegen ist der Allgemeinarzt eine gute erste Anlaufstelle. Er kann Sie dann - etwa bei Verdacht auf eine entzündliche Nervenschädigung - an einen Neurologen verweisen.

Lesen Sie auch: Vestibularis-Neuritis: Alternative Behandlungsmethoden

Zunächst beginnt der behandelnde Arzt mit einer ausführlichen Befragung (Anamnese) des Patienten. Der Mediziner möchte hier vor allem wissen, wann und wo genau die Beschwerden auftreten, wie lange diese schon bestehen (hier ist zum Beispiel ein zuvor erstelltes „Schmerztagebuch“ hilfreich) und ob es Vorerkrankung bei dem Betroffenen selbst oder in der Familie gab.

Sobald diese Fragen geklärt sind, beginnt die neurologische Untersuchung. Dabei werden verschiedene Überprüfungstests durchgeführt.

Neurologische Untersuchung

Im Rahmen der neurologischen Untersuchungen werden verschiedene Überprüfungstests durchgeführt.

  • Sinneswahrnehmungen: Dazu zählen beispielsweise Tast-, Hör-, Seh-, Riech- und Geschmackstests.
  • Mimik und Augenbewegung: Der Patient soll bestimmte Bewegungen ausführen.
  • Motorische Fähigkeiten: Der Mediziner prüft die Motorik, Koordination und Reflexe. Beispiel: Er schlägt mit einem kleinen Reflexhammer vorsichtig auf eine Sehne, woraufhin eine Reaktion in Form einer Muskelkontraktion folgen sollte.
  • Sonstige Körperfunktionen: Hier untersucht der Arzt den Herzschlag, die Atmung, Schweißproduktion und Verdauung.

Bei Verdacht auf eine Nervenentzündung mit Nervenschmerzen besteht des Weiteren die Option, das Blut auf Erreger einer Infektion zu untersuchen. In eher seltenen Fällen wird Liquor (Gehirn- beziehungsweise Rückenmarksflüssigkeit) über eine Lumbalpunktion im Lendenbereich entnommen und im Labor überprüft.

Bildgebende Verfahren

Bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) können Entzündungsherde im zentralen Nervensystem zeigen. Die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit via Elektroneurographie gehört ebenfalls zu den Untersuchungsmöglichkeiten eines Neurologen.

Lesen Sie auch: Dosierung von Kortison bei Neuritis vestibularis

Behandlung von Neuritis

Wenn der Arzt eine Nervenentzündung beziehungsweise Nervenschmerzen diagnostiziert, wird er mit Ihnen die Möglichkeiten der Behandlung besprechen. Um sich ausreichend auskurieren zu können, stellt der Mediziner üblicherweise eine Krankschreibung aus. Die Frage, wie lange man bei Nervenentzündungen daheimbleiben sollte, lässt sich jedoch pauschal nicht beantworten, da die Zeit abhängig von der Ursache und der Stärke der Beschwerden ist.

Können Erreger wie Viren oder Bakterien für die Entzündung der Nerven verantwortlich gemacht werden - etwa bei einer Gehirnentzündung (Enzephalitis), Masern und Mumps oder Borreliose - erfolgt die Behandlung mit der entsprechenden Medikation. Gegen bakterielle Infektionen verschreiben Mediziner oftmals Antibiotika. Bei einem Virenbefall ist dieses Medikament jedoch wirkungslos, hier kommen antivirale Arzneien (Virostatika) zum Einsatz.

Schmerztherapie

  • Nicht-Opioid-Analgetika: Unter Ersteren versteht man „einfache“ Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol oder Ibuprofen. Durch das Blockieren des sogenannten COX-Enzyms reduzieren sie die Produktion der Prostaglandine, also bestimmter chemischer Verbindungen, die an der Schmerzentstehung beteiligt sind.1 Ihre Wirkung bei Nervenschmerzen wird von Experten aber eher als gering eingestuft.
  • Opioid-Analgetika: Bei schweren und akuten Schmerzen kommen rezeptpflichtige Opioide zum Einsatz, die im zentralen Nervensystem wirken. Sie docken an sogenannte Opioid-Rezeptoren an und hindern so die Nervenzellen an der Schmerzweiterleitung. Bei der Behandlung von Nervenschmerzen mit Opioiden wird ein körpereigener Prozess genutzt: Der Körper bildet bei unerträglichem Schmerz kurzfristig selbst Opioide - diese sind besser unter der Bezeichnung Endorphine bekannt.

Alternative Schmerzmedikamente kommen oftmals auch aus der Epilepsie- oder Depressions-Therapie. Dazu zählen beispielsweise Antikonvulsiva oder Antidepressiva. Wie der Körper auf die verschiedenen Präparate zur Schmerzbekämpfung reagiert, ist sehr individuell.

Von außen können Pflaster oder Salben mit einem Lokalanästhetikum (lokal betäubend wirkendes Mittel) vor allem Schmerzen unmittelbar unter der Haut lindern. Ein häufig enthaltener Wirkstoff ist beispielswiese Lidocain.

Weitere Behandlungsansätze

Teil der Behandlung ist auch die durch den Arzt kontrollierte Absetzung beziehungsweise Ersetzung von Medikamenten, die als potenzielle Nebenwirkung zu Nervenschädigungen führen können. Einige Wirkstoffe in „Säureblockern“ (etwa Protonenpumpenhemmer) gegen Sodbrennen verringern zum Beispiel die im Darm stattfindende Freisetzung von Vitamin B12 aus der Nahrung.4 Und ein Mangel des Vitamins hat unter Umständen zur Konsequenz, dass die Bildung und die Erhaltung der Schutzhülle um die Nerven (Myelinscheide) gestört sind. In diesem Falle wäre die Signalübertragung fehlerhaft und der Nerv schutzlos Reizungen ausgesetzt.

Lesen Sie auch: Symptome der Vestibularisneuritis erkennen

Alkohol und dessen Abbauprodukte sind Gift für die Nervenzellen. Sie stören die Neurotransmitter. Dabei handelt es sich um Substanzen, die Reize von einer Nervenzelle zur nächsten weitergeben. Unter Alkohol kommt es zu einer falschen oder verfälschten Informationsübertragung. Wenn zudem ein chronischer Alkoholeinfluss auf die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes besteht, wird diese geschädigt und der Körper kann etwa Vitamine nur eingeschränkt aufnehmen. Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, dass bei der Behandlung von alkoholbedingten Nervenschmerzen der Konsum von Alkohol sofort einzustellen ist, um weitere Belastungen zu verhindern.

Chirurgische Eingriffe

Im Falle einer verletzungs- oder druckbedingten Nervenentzündung, beispielsweise nach einem Unfall oder bei einem Karpaltunnelsyndrom, kann der Mediziner einen chirurgischen Eingriff in Betracht ziehen. Bei einer Operation beseitigt der Arzt die Verengung beziehungsweise die reizende Stelle und schafft Platz für den Nerv, damit dieser nicht weiter belastet wird.

Alternative Heilmethoden

Ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung und nach Absprache mit dem Arzt, können auch alternative Heilmethoden wie homöopathische Mittel angewendet werden.

Vorbeugung von Nervenentzündungen

Natürlich lässt sich eine Nervenentzündung nicht mit Sicherheit verhindern. Es ist jedoch möglich, die Gefahr von Nervenschmerzen durch eine gesunde Lebensweise zu reduzieren. Hierzu gehört unter anderem, den täglichen Alkoholkonsum einzuschränken. Solange Erwachsene eine bestimmte Menge an Alkohol nicht überschreiten, gilt dieser Konsum als risikoarm. Als Orientierung steht dafür das sogenannte Standardglas. Dieses enthält 10 bis 12 Gramm Alkohol.

Ihre Nerven freuen sich zudem besonders über eine Ernährung mit vielen Vitaminen. Rohkost, Obst sowie Milchprodukte und wenig Fleisch gelten als besonders gut, um einen Vitaminmangel vorzubeugen. Achten Sie zudem darauf, Stress - ob im Job oder in der Freizeit - zu vermeiden und gönnen Sie Ihren Nerven ausreichend Erholung, Ruhe und Schlaf. Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Yoga helfen Ihnen dabei. Regelmäßiger Sport dient ebenfalls dazu, Stress abzubauen.

Wo können Nervenschmerzen durch Nervenentzündungen auftreten?

Da eine Nervenentzündung (medizinisch Neuritis) grundsätzlich alle Nerven im Körper betreffen kann, sind Nervenschmerzen prinzipiell in jeder Region des Körpers denkbar.

Wie fühlt sich eine Nervenentzündung an?

Typische Symptome umfassen (stechende) Schmerzen, Taubheitsgefühle, Kribbeln, Schwäche in den betroffenen Bereichen und bisweilen auch motorische Beeinträchtigungen.

Warum hat man Nervenschmerzen?

Mögliche Ursachen für die Beschwerden sind unter anderem Infektionen mit unterschiedlichen Erregern, bestimmte Medikamente, Erkrankungen oder übermäßiger Alkoholkonsum.

Wie kann man Nervenschmerzen behandeln?

Bei der Behandlung kommen zum Beispiel schmerzlindernde Medikamente wie Antidepressiva oder Opioide zum Einsatz. Auch die Therapie einer zugrundeliegenden Infektion mittels Antibiotika oder Virostatika beziehungsweise Operationen (etwa beim Karpaltunnelsyndrom) sind möglich.

Lassen sich Nervenentzündungen vorbeugen?

Um Nervenentzündungen und damit verbundenen Schmerzen vorzubeugen, sollten Sie in erster Linie auf eine gesunde Lebensweise achten. Das heißt: Möglichst wenig Stress, Alkohol in Maßen, ausreichend Erholung und regelmäßig Sport.

Zusammenhang zwischen Neuritis und erhöhtem CRP

Obwohl Neuritis selbst nicht immer mit einer systemischen Entzündungsreaktion einhergeht, können bestimmte Ursachen von Neuritis auch zu erhöhten CRP-Werten führen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Neuritis durch eine Infektion oder eine Autoimmunerkrankung verursacht wird.

Infektiöse Neuritis

Infektionen des zentralen Nervensystems (ZNS) sind mannigfaltig und sowohl vom Erregerspektrum als auch von den unterschiedlichen Symptomen hochkomplex. Der Befall der Hirnhäute durch Erreger wird als Meningitis bezeichnet. Bei schwerer verlaufenden Infektionen kommt es häufig auch zur Beteiligung des Gehirns und damit zur Meningoenzephalitis.

Im Blut findet sich bei der bakteriellen Meningitis regelhaft (Ausnahme: immunsupprimierte Patienten), bei viralen Meningitiden deutlich seltener, eine Leukozytose und eine Erhöhung des C-reaktiven Proteins (CRP). Die Bestimmung von Procalcitonin kann mit hoher Sensitivität und Spezifität weiter zur Differenzierung zwischen bakterieller Meningitis und viraler Meningitis beitragen.

Neuroborreliose

Die Lymeborreliose ist eine von Zecken übertragene Infektion mit Borrelia burgdorferi sensu lato. Die Erkrankung kann verschiedene Organe betreffen, insbesondere Haut, Gelenke und Nervensystem. Es wird eine frühe Phase mit lokalem und disseminiertem Befall von einer späten Phase mit persistierender Infektion getrennt. In der frühen disseminierten Phase können ungefähr 15-20 % der unbehandelt Infizierten eine akute Neuroborreliose entwickeln (innerhalb der ersten 3-4 Wochen nach Infektion).

Bei der Neuroborreliose sind die Routinemäßig bei Verdacht auf Neuroborreliose bestimmte Blutparameter wie die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG), die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und das C-reaktive Protein (CRP) normal oder leicht erhöht. Diese Werte können allgemein auf eine den ganzen Körper betreffende (systemische) Infektion hindeuten. Die Bestimmung solcher Blutparameter dient vor allem dazu, andere Ursachen für die möglichen Neuroborreliose-Anzeichen auszuschließen.

Syphilis/Neurosyphilis

Die Syphilis/Neurosyphilis erlebt seit Beginn der 2000er-Jahre in manchen Regionen wie Berlin oder Hamburg eine Renaissance. In vielen Metropolregionen beobachtet man einen beträchtlichen Anstieg der Neuerkrankungsrate. Im Primärstadium finden sich keine neurologischen Symptome. Im Sekundärstadium kann eine leichte Meningitis auftreten, die sowohl von Hirnnervenausfällen (klassischerweise des VIII. Hirnnervs mit Schwindel, Hörstörung und Nystagmus, des VII. Hirnnervs mit fazialer Parese und des III. Hirnnervs mit Augenmuskelparesen) als auch von einer Polyradikulitis begleitet sein kann. Häufig finden sich zusätzlich unspezifische Symptome wie A…

Autoimmune Neuritis

Auch autoimmune Erkrankungen wie z. B. die Sarkoidose, Morbus Behcet, SLE oder die CCP (zyklische citrullinierte Peptid)-positive rheumatoide Arthritis können selten mit einer Meningitis einhergehen.

Optikusneuritis

Die Optikusneuritis (ICD-10 H46) ist eine entzündliche Erkrankung des Sehnervs, die insbesondere junge Erwachsene betrifft. Ursachen, klinische Präsentation und Therapiemaßnahmen sind heterogen. Die typische Form zeigt sich meist als einseitige autoimmune Optikusneuritis, die häufig im Rahmen einer Multiplen Sklerose (MS) auftritt.

Atypische Sehnervenentzündungen sind Folge anderer Ursachen, beispielsweise Infektionen wie Lyme-Borreliose, Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes und andere Pathologien - vor allem Neuromyelitis-optica-Spektrum-Störungen (neuromyelitis optica spectrum disorders [NMOSD]) und die Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein-Antikörper-assoziierte Erkrankung (Myelin oligodendrocyte glycoprotein antibody-associated disease [MOGAD]).

Neuritis vestibularis

Unter der Neuropathia vestibularis versteht man den akuten einseitigen teilweisen oder vollständigen Vestibularisausfall. Das Hauptsymptom dieser Erkrankung ist Drehschwindel. Die Neuritis vestibularis ist nach dem benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel und Morbus Menière die dritthäufigste Ursache des peripher vestibulären Schwindels. Sie tritt mit einer Inzidenz von 3,5 pro 100.000 auf. Meist betrifft die Erkrankung Erwachsene zwischen dem 30. und 60. Die Ätiologie der Neuritis vestibularis ist bisher noch unbekannt. Eine virale Genese wird vermutet. Die Pathogenese der Neuritis vestibularis ist derzeit noch unklar. Es wird eine Durchblutungsstörung angenommen. Als wahrscheinlich gilt eine Einschränkung der Mikrozirkulation im Rahmen einer Infektion mit neurotropen Viren. Hierfür spricht, dass in 60% der Fälle eine Reaktivierung der Herpes simplex Typ 1 Viren im Bereich des N.

tags: #neuritis #erhoht #crp