Homöopathische Behandlung von Neuritis Vestibularis: Ein umfassender Leitfaden

Schwindel ist ein weit verbreitetes Symptom, das viele Menschen in ihrem täglichen Leben erfahren. Ob es sich um ein kurzes Schwanken beim Aufstehen oder um anhaltenden Drehschwindel handelt, die Ursachen können vielfältig sein. In manchen Fällen kann Schwindel ein Hinweis auf eine ernstzunehmende Erkrankung sein, während er in anderen Fällen harmlos ist. Die Neuritis vestibularis, eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs, ist eine mögliche Ursache für heftigen Drehschwindel. Dieser Artikel beleuchtet die homöopathische Behandlung der Neuritis vestibularis und bietet einen umfassenden Überblick über Ursachen, Symptome und alternative Therapieansätze.

Was ist Neuritis Vestibularis?

Neuritis vestibularis ist eine Entzündung des Nervus vestibularis, des Nervs, der das Gleichgewichtsorgan im Innenohr mit dem Gehirn verbindet. Diese Entzündung stört die Signalübertragung und führt zu einem plötzlichen Ausfall des Gleichgewichtsorgans auf der betroffenen Seite. Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt, aber es wird vermutet, dass eine Reaktivierung von Herpes-simplex-Viren eine Rolle spielen könnte. Auch Durchblutungsstörungen und Autoimmunerkrankungen werden als mögliche Auslöser diskutiert.

Symptome der Neuritis Vestibularis

Die Neuritis vestibularis manifestiert sich typischerweise durch folgende Symptome:

  • Plötzlich einsetzender, heftiger Drehschwindel
  • Fallneigung zur betroffenen Seite
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Nystagmus (unwillkürliche Augenbewegungen)

Das Gehör ist in der Regel nicht beeinträchtigt. Die akute Phase der Erkrankung dauert meist einige Tage bis wenige Wochen.

Konventionelle Behandlung der Neuritis Vestibularis

In der Schulmedizin werden bei Neuritis vestibularis häufig Glukokortikoide (Cortison) und Antivertiginosa (schwindelunterdrückende Medikamente) eingesetzt, um die Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf zu verkürzen. Ergänzend dazu ist eine frühzeitige Rehabilitation mit Gleichgewichtsübungen wichtig, um die Kompensationsmechanismen des Körpers zu fördern und bleibenden Folgen vorzubeugen.

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Homöopathische Behandlung der Neuritis Vestibularis

Die Homöopathie bietet eine alternative oder ergänzende Behandlungsmethode zur Linderung der Symptome der Neuritis vestibularis. Sie basiert auf dem Prinzip der Ähnlichkeit, bei dem eine Substanz, die bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorruft, in stark verdünnter Form zur Behandlung der Krankheit eingesetzt wird.

Auswahl homöopathischer Mittel

Die Auswahl des geeigneten homöopathischen Mittels erfolgt individuell und basiert auf den spezifischen Symptomen und der Konstitution des Patienten. Einige der in der Homöopathie häufig verwendeten Mittel bei Schwindel und Neuritis vestibularis sind:

  • Anamirta cocculus: Dieses Mittel wird oft bei Schwindel und Übelkeit eingesetzt, insbesondere wenn diese durch Reisekrankheit oder Schlafmangel ausgelöst werden. Es kann auch bei nervösen Verdauungsbeschwerden und Muskelschwäche helfen.
  • Conium maculatum: Conium wird bei Schwindel und Verwirrtheitszuständen eingesetzt. Es kann auch bei Augen- und Brustkrankheiten sowie bei Verhärtungen im Unterleib hilfreich sein.
  • Petroleum rectificatum: Dieses Mittel wird bei Übelkeit, Brechreiz und Schwindel eingesetzt. Es kann auch bei der Bekämpfung von Herpes-simplex-Viren, die als mögliche Ursache der Neuritis vestibularis diskutiert werden, hilfreich sein.
  • Tabacum: Bei ausgeprägtem Schwindel mit Übelkeit und Schweißausbruch, der sich durch Tabak verschlechtert.
  • Argentum nitricum: Ein weiteres mögliches Mittel.
  • Apis mellifica: Ein weiteres mögliches Mittel.
  • China: Ein weiteres mögliches Mittel.
  • Chelidonium: Ein weiteres mögliches Mittel.
  • Dulcamara: Ein weiteres mögliches Mittel.
  • Ferrum: Ein weiteres mögliches Mittel.
  • Lycopodium: Ein weiteres mögliches Mittel.
  • Natrium muriaticum: Ein weiteres mögliches Mittel.
  • Opium: Ein weiteres mögliches Mittel.
  • Phosphorus: Ein weiteres mögliches Mittel.
  • Sanguinaria: Ein weiteres mögliches Mittel.
  • Sulfur: Ein weiteres mögliches Mittel.

Anwendung homöopathischer Mittel

Homöopathische Mittel sind in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Globuli, Tropfen, Tabletten und Urtinkturen. Für den Einstieg empfiehlt sich eine niedrige Potenz (z. B. D6, D12 oder D30). Im Akutfall kann die Einnahme mehrmals wiederholt werden. Wenn keine Besserung eintritt, sollte ein erfahrener Homöopath konsultiert werden.

Vertigoheel®: Ein homöopathisches Komplexmittel

Vertigoheel® ist ein homöopathisches Komplexmittel, das eine Kombination aus Anamirta cocculus, Conium maculatum, Ambra grisea und Petroleum rectificatum enthält. Es wird zur Behandlung von Schwindel unterschiedlicher Ursachen eingesetzt und ist in der DEGAM-S3-Leitlinie "Akuter Schwindel in der Hausarztpraxis" als einziges natürliches Präparat zur Therapie von Schwindel aufgeführt. Laut Leitlinie ist es vergleichbar wirksam wie das Antivertiginosum Betahistin, jedoch ohne dessen unerwünschte Wirkungen.

Weitere alternative Behandlungsmethoden

Neben der Homöopathie gibt es weitere alternative Behandlungsmethoden, die bei Neuritis vestibularis Linderung verschaffen können:

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  • Akupunktur: In der traditionellen chinesischen Medizin werden Akupunkturpunkte auf der Körperoberfläche stimuliert, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Einige Therapeuten berichten von Erfolgen bei der Behandlung der Neuritis vestibularis mit Akupunktur.
  • Gleichgewichtsübungen: Gezielte Übungen zur Verbesserung des Gleichgewichts und der Koordination können helfen, die Symptome der Neuritis vestibularis zu lindern und die Kompensationsmechanismen des Körpers zu fördern.
  • Pflanzenheilkunde: Neben der Homöopathie hat sich in der Pflanzenheilkunde Anamirta cocculus als wirksam erwiesen.

Selbsthilfemaßnahmen bei Schwindel

Zusätzlich zu den oben genannten Behandlungen können Betroffene selbst einiges tun, um ihre Beschwerden zu lindern:

  • In Bewegung bleiben: Rückzug und Schonung sind kontraproduktiv. Bewegung, wie z. B. Spazierengehen, unterstützt die zentralen Kompensationsmechanismen und fördert das Nachlassen des Schwindels.
  • Gleichgewichtssinn trainieren: Sportliche Aktivitäten wie Tanzen fördern die Bewegungs- und Körperwahrnehmungsfähigkeit.
  • Schwindeltagebuch führen: Ein Schwindeltagebuch hilft, die Art und den Verlauf der Beschwerden besser kennenzulernen und die Ursache des Schwindels aufzuspüren.

Wann ist ärztlicher Rat erforderlich?

Auch wenn Homöopathie und andere alternative Behandlungsmethoden hilfreich sein können, ist es wichtig, bei plötzlich auftretendem, starkem oder häufig wiederkehrendem Schwindel ärztlichen Rat einzuholen. Nur so kann eine ernste Ursache ausgeschlossen und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden. Insbesondere bei folgenden Symptomen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden:

  • Starker Drehschwindel mit Übelkeit und Erbrechen
  • Neurologische Ausfälle wie Sprachstörungen, Sehstörungen oder Lähmungen
  • Ohnmachtsanfälle
  • Brustschmerzen oder Atemnot

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