Die Neurochirurgische Klinik am Bezirkskrankenhaus (BKH) Günzburg, Haus 25, ist ein wichtiger Standort für die Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems. Dieser Artikel fasst die Erfahrungen von Patienten, Informationen über angebotene Behandlungen und die Rolle der Klinik als neuroonkologisches Zentrum zusammen.
Überblick über die Neurochirurgie Günzburg
Die Klinik für Neurochirurgie ist an zwei Standorten organisiert: am BKH Günzburg sowie am Universitätsklinikum Ulm. Damit gehört sie zu den größten neurochirurgischen Kliniken bundesweit und verfügt in Günzburg über einen der modernsten Operationssäle Europas. In der Brain-Suite werden komplizierte Eingriffe am Gehirn durchgeführt. Ein hochspezialisiertes Team aus Neurochirurgen, Neuroanästhesisten, Neuroradiologen, Pflegekräften und Therapeuten deckt auf medizinischem Hightech-Niveau das gesamte Spektrum neurochirurgischer Erkrankungen ab. Zudem ist die Klinik akademisches Krankenhaus der Universität Ulm und betreibt Forschung und Lehre.
Schwerpunkte und Spezialisierungen
Ein wesentlicher Bestandteil des neurochirurgischen Spektrums ist die operative Behandlung von Erkrankungen der peripheren Nerven. Zum peripheren Nervensystem gehören alle Nerven an den Extremitäten und die Nervengeflechte am Arm (Plexus brachialis) und Bein (Plexus lumbosacralis). Die periphere Nervenchirurgie ist ein bedeutender Schwerpunkt der Klinik. Das Spektrum reicht dabei von der Behandlung aller Engpass-Syndrome peripherer Nerven (z.B. Karpaltunnel-Syndrom) über die rekonstruktive Nervenchirurgie, z.B. nach Unfallverletzungen, insbesondere auch des Armnervengeflechtes, bis hin zur Behandlung von Tumoren peripherer Nerven. Mit über 500 Eingriffen an peripheren Nerven jährlich ist die Klinik eine der größten unter allen universitären und kommunalen Häusern in Deutschland.
Neuroonkologisches Zentrum
Als erstes Zentrum in Bayerisch-Schwaben hat die Deutsche Krebsgesellschaft die Neurochirurgie der Universität Ulm am Bezirkskrankenhaus (BKH) Günzburg als neuroonkologisches Zentrum zertifiziert. Die Auszeichnung bestätigt der Neurochirurgischen Klinik die hohe Qualität in der Behandlung von Tumoren (gut- oder bösartig) des Nervensystems.
Positive Erfahrungen und Kompetenzen
Viele Patienten berichten von positiven Erfahrungen in der Neurochirurgie Günzburg. Hier sind einige häufig genannte Aspekte:
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- Hohe Kompetenz und Freundlichkeit des Personals: Patienten loben das gesamte Personal, von Ärzten und Schwestern bis hin zu Verwaltungsangestellten, für ihre Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Kompetenz. Das Personal ist überaus freundlich und kompetent, wodurch etwaige Ängste und Nervosität abgebaut werden.
- Gute Beratung und Betreuung: Patienten fühlen sich von Anfang an in guten Händen, werden sehr gut beraten und betreut. Herr Professor Dr. König hat mich im Vorfeld bestens beraten und ging auf alle Bedenken und OP-Wünsche ein. Die Aufnahme, sowie die Untersuchungen und auch die Vorbereitung auf die OP wurde so in Ruhe durchgeführt, wie ich sie noch nie in keinem anderen Krankenhaus je erlebt hatte.
- Erfolgreiche Operationen: Die Ärzte leisten Unglaubliches, Operationen verlaufen erfolgreich und die Patienten fühlen sich danach gut. Eine Patientin berichtet, dass sie sich bereits am Tag nach einer OP gefühlt habe, als hätte sie die Verletzung nie gehabt.
- Moderne Ausstattung und interdisziplinäre Zusammenarbeit: Die Neurochirurgie ist eine absolute Fachklinik mit überschaubarer Größe. Der Patient steht immer im Mittelpunkt. Interdisziplinäres Denken und Handeln ist tägliche Praxis.
- Besondere Expertise in der peripheren Nervenchirurgie: Die Klinik gilt als Referenzzentrum für das ganze Bundesgebiet und bietet spezialisierte Behandlungen für Engpass-Syndrome, Nervenrekonstruktionen und Nerventumoren.
Beispiele für Behandlungen und Krankheitsbilder
- Aneurysmen im Kopf: Ein Patient berichtet, wie Herr Prof. Dr. König ruhig und kompetent die Art der Aneurysmen sowie die Vorgehensweise bei einer Operation erklärte.
- Bandscheibenoperationen: Mehrere Patienten äußern sich zufrieden über ihre Bandscheibenoperationen und die Betreuung durch das Ärzteteam und die Pflegekräfte.
- Vagusnervstimulator (VNS) Implantation: Ein Patient war mit der VNS-Implantation sehr zufrieden. Von der Aufnahme bis zur Entlassung war er sehr zufrieden gewesen.
- Hypophysenoperationen: Eine sehr schwierige OP an der Hypophyse wurde von den Ärzten hervorragend durchgeführt und sowohl Beratung vor der OP waren sehr gut.
- Trigeminus OP: Ein Patient hat seine Trigeminus OP gut überstanden und lobt das kompetente Ärzte-Team.
Kritikpunkte und Verbesserungspotenziale
Trotz vieler positiver Rückmeldungen gibt es auch Kritikpunkte, die Verbesserungspotenziale aufzeigen:
- Essen: Einige Patienten bemängeln das Essen, insbesondere die Nichterfüllung von Essenswünschen und die Qualität der Mahlzeiten. Essenswünsche wurden nicht erfüllt und das Essen wird als Katastrophe beschrieben.
- Wartezeiten: Es gibt Berichte über viel zu lange Wartezeiten für Untersuchungen.
- Zimmerausstattung: Einige Patienten bemängeln die Ausstattung der Zimmer, insbesondere die Bäder. Die Bad bzw. Nasszellen sind dringend renovierungsbedürftig.
- Mangelnde Kapazitäten: Ein Patient berichtet, dass ihm eine gewünschte Narkose für eine Untersuchung verweigert wurde, da keine Kapazitäten dafür vorhanden seien.
- Unzureichende Therapieangebote: In einem Fall wurde kritisiert, dass angepriesene Therapien nicht verfügbar sind.
Einzelfälle mit negativen Erfahrungen
Es gibt auch Berichte über sehr negative Erfahrungen, die jedoch nicht die Regel zu sein scheinen:
- Unfreundliches Personal und mangelnde Informationen: Ein Patient berichtet von unfreundlichem Pflegepersonal, arroganten Ärzten und fehlenden Auskünften bezüglich der Operation.
- Zwangseinweisung und Fixierung: Ein Patient berichtet von einer Zwangseinweisung, unfreundlichen Pflegekräften und einer angedrohten Fixierung.
- Entlassung ohne Unterstützung: Ein Patient wurde nach einer Untersuchung ohne Klärung der Transportmöglichkeiten entlassen und musste die Heimfahrt selbst bezahlen.
- Medikamentenvergabe und Therapie: Es gibt Berichte über Missstände in der Medikamentenvergabe und unsinnige Therapien.
- Suizid eines Angehörigen: Ein besonders tragischer Fall ist der Suizid eines Sohnes nach einer Entlassung aus der Klinik.
Neuromonitoring für mehr Sicherheit bei Hirntumor-Operationen
Die Neurochirurgische Klinik am BKH Günzburg setzt auf moderne Technologien wie das Neuromonitoring, um die Sicherheit bei Operationen am Gehirn, Rückenmark und den Nerven zu erhöhen. Durch die Überwachung und Lokalisierung zentraler Hirnfunktionen während der Operation können Komplikationsraten reduziert und die Operationsergebnisse verbessert werden.
Kooperation mit Medizintechnikfirma Dr. Langer
Die Klinik kooperiert mit der Breisgauer Medizintechnikfirma Dr. Langer, um die technologische Entwicklung im Bereich Neuromonitoring aktiv mitzugestalten. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es, die Signalübertragung im Gehirn durch hochspezialisierte Geräte aufzunehmen oder auszulösen und so die Funktionsweise des Gehirns besser zu verstehen.
Fallbeispiel: Hirntumor-Operation im Sprachzentrum
Ein Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von Neuromonitoring ist die Operation eines 36-jährigen Mannes mit einem Hirntumor im Bereich des Sprachzentrums. Durch die enge Zusammenarbeit mit Spezialisten der Firma Dr. Langer und den Einsatz von Neuromonitoring konnte die Operation sicher durchgeführt werden und der Patient konnte wenige Tage später die Klinik verlassen.
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Veranstaltungen und Fortbildungen
Die Neurochirurgische Klinik am BKH Günzburg engagiert sich in der Aus- und Weiterbildung von Ärzten und bietet regelmäßig Nervkurse und elektrophysiologische Seminare für Neurochirurgen aus dem deutschsprachigen In- und Ausland an. Zudem finden Informationsveranstaltungen für Patienten und Angehörige statt, um über neue Behandlungsmöglichkeiten und die Grundlagen der Hirntumortherapie zu informieren.
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