Das Nervensystem älterer Menschen unterliegt altersbedingten Veränderungen. Es ist wichtig, neurologische Symptome ernst zu nehmen und frühzeitig abzuklären. Eine gute Behandlung beginnt mit der Aufklärung des Patienten und seiner Angehörigen.
Neurodegenerative Erkrankungen
Neurodegenerative Erkrankungen sind eine vielschichtige Gruppe von Krankheiten, die das zentrale Nervensystem (ZNS) betreffen und zu einem fortschreitenden Verlust von Nervenzellen und Zellfunktionen im Gehirn führen. Das Gehirn ist nicht mehr in der Lage, diese Schäden auszugleichen. Zu den bekanntesten zählen verschiedene Demenzformen, die Parkinson-Krankheit und die Huntington-Krankheit.
Demenz
Als Demenz bezeichnet man Krankheitsbilder, die mit fortschreitendem Verlust der Orientierungsfähigkeit sowie des Kurz- und Langzeitgedächtnisses einhergehen. Die häufigste Ursache für eine primäre Demenz ist die Alzheimer-Erkrankung. Bei Alzheimer handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, die mit einem fortschreitenden Verlust des Gedächtnisses einhergeht. Bei einer Demenz gehen die kognitiven Fähigkeiten eines Menschen verloren.
Sekundär verursachte Demenzen können durch die Behandlung der Grunderkrankung rückläufig sein. Diese kann zum Beispiel eine Stoffwechselerkrankung oder ein Vitaminmangelzustand sein.
Typische Symptome von Demenz, einschließlich Alzheimer, sind das Vergessen von kürzlich erlebten Ereignissen, aggressives oder unruhiges Verhalten sowie Sprachstörungen. In über 90 % der Fälle ist der fortschreitende Verlust an Hirnzellen die zugrunde liegende Ursache dieses schwerwiegenden Gesundheitsproblems.
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Diagnostik und Behandlung von Demenz
Die Abklärung zur Suche von Demenzen umfasst Labor- und Liquordiagnostik („Nervenwasseruntersuchung“) sowie kognitive Testungen, d.h. Testung z.B. der Merkfähigkeit und anderer wichtiger Funktionen des Gehirns. Darauf basierend werden die Möglichkeiten der Behandlung festgelegt.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Krankheitsverlauf möglicherweise zu verlangsamen.
Parkinson-Krankheit
Die Parkinson-Krankheit gehört zu den neurodegenerativen Erkrankungen und ist dadurch gekennzeichnet, dass Nervenzellen in der Substantia nigra, einer Struktur im Mittelhirn, die den Botenstoff Dopamin produzieren, degenerieren. Die Parkinson-Krankheit tritt vor allem im höheren Lebensalter auf und schränkt die vorrangig Bewegungsfähigkeit ein. Ihre Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Die Erkrankung lässt sich zwar noch nicht heilen, es gibt aber wirksame Therapien, die die Beschwerden lindern können. Die hauptsächlichen Symptome sind u.a. Verlangsamung, Muskelsteifigkeit und Zittern. Viele andere Hirnerkrankungen als der eigentliche "Morbus Parkinson" können mit ähnlichen Symptomen einhergehen.
Insgesamt existieren vier verschiedene Formen von Parkinson, welche sich in ihrer Ursache unterscheiden. Ein Zeichen, welches auf eine Parkinson-Erkrankung hindeutet, ist vor allem ein Zittern, welches anfänglich nur in Ruhepositionen, im Verlauf jedoch ebenfalls in Bewegung auftritt. Daneben treten unter anderem Gleichgewichtsstörungen, Schluck- und Sprechstörungen sowie Schlafstörungen auf.
Die Leitsymptome sind Muskelzittern (Ruhetremor), kleinschrittiger Gang, verlangsamte Bewegungen und Muskelstarre. Trotz umfänglicher Forschung gibt es heute noch keine Möglichkeiten einer ursächlichen Behandlung.
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Behandlung von Parkinson-Syndromen
Bei bislang nicht bekannter Diagnose wird eine umfassende Abklärung durchgeführt. Neben der medikamentösen Behandlung findet eine Betreuung durch mehrere Therapiebereiche statt. Bei starken Wirkschwankungen unter Tabletteneinnahme kann eine kontinuierliche Medikamentengabe mit Hilfe einer kleinen Pumpe direkt über den oberen Dünndarm (Duodopa®-Therapie) erwogen werden.
Huntington-Krankheit
Chorea Huntington, auch als Huntington-Krankheit bekannt, ist eine äußerst seltene und vererbbare Erkrankung, die durch eine Genmutation verursacht wird. In der Regel bricht die Krankheit zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr aus, obwohl auch Kinder und ältere Menschen davon betroffen sein können.
Zu Beginn des Krankheitsverlaufs stehen vor allem psychische Symptome im Vordergrund. Betroffene zeigen anfangs Anzeichen von Depression, Reizbarkeit und Aggressivität. Zudem treten Zwangsstörungen, Teilnahmslosigkeit und ein erhöhtes Suizidrisiko auf. Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine Demenz. Nach den psychischen Symptomen treten motorische Probleme auf, die sich durch plötzlich auftretende Bewegungsstörungen wie unkontrollierte Bewegungen der Extremitäten und des Rumpfes äußern.
Multiple Sklerose (MS)
Die Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), die überwiegend im Erwachsenenalter vorkommt. Bei ihr werden die Markscheiben, welche die elektrisch isolierende äußere Schicht der Nervenfasern im zentralen Nervensystem bilden, angegriffen. Im Verlauf bilden sich viele entzündliche Entmarkungsherde im gesamten ZNS, sodass die Multiple Sklerose viele unterschiedliche neurologische Symptome verursachen kann.
Je nachdem an welcher Stelle des zentralen Nervensystems die Entzündung stattfindet, können Krankheitszeichen wie Sehstörungen, Gefühlsstörungen, Lähmungserscheinungen etc. auftreten. Häufig verläuft die Erkrankung schubweise. Bei anderen Verläufen fehlen beschwerdefreie Intervalle und die Erkrankung schreitet langsam voran. Dies kann auch kombiniert vorkommen. Bei allen Verlaufsformen kann es zu bleibenden Funktionseinschränkungen kommen.
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Die Erkrankung ist nicht heilbar, jedoch kann der Verlauf durch die modernen Maßnahmen der Therapie günstig beeinflusst werden. In Deutschland gibt es mehr als 100.000 Patienten mit Multipler Sklerose.
In den letzten Jahren ist es zu einer spektakulären Zunahme sehr guter Behandlungsmöglichkeiten bei der MS gekommen. Eine große Rolle spielen Immuntherapien, die oft auch nur intravenös appliziert werden können.
Restless-Legs-Syndrom (RLS)
Die Symptome treten meistens am Abend oder in der Nacht auf, wenn man zur Ruhe kommt. Durch Bewegung wird eine Linderung der Beschwerden erreicht. Häufige Begleiterscheinungen sind periodische Zuckungen der Beine oder Arme im Schlaf (Periodic Limb Movements). Sie führen zu Schlafstörungen. Folge sind oft chronischer Schlafmangel und Tagesmüdigkeit. Daraus können depressive Verstimmungen, Ängste, Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Unruhe, Vergesslichkeit oder Verschiebung des Tag-und-Nacht-Rhythmus resultieren.
Die Ursachen des Restless-Legs-Syndroms sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Diskutiert werden eine Störung des Eisenstoffwechsels sowie verschiedene prädisponierende genetische Veränderungen. Häufig liegt bei RLS-Patienten eine familiäre genetische Belastung vor. Schätzungen zufolge sind etwa fünf bis 10 Prozent der Bevölkerung in Deutschland vom RLS betroffen. Es zählt damit zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen.
Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfall
Viele Menschen leiden unter wiederkehrenden Rückenschmerzen, deren Ursache nicht genau zu bestimmen ist.
Die Bandscheiben befinden sich zwischen den Wirbelkörpern der Rückenwirbel. Sie bestehen aus einer elastischen Hülle aus Knorpelfasern, die den gelartigen Kern (Gallertkern) umgibt. Bei einem Bandscheibenvorfall tritt Bandscheibengewebe zwischen den Wirbelkörpern hervor. „Vorgefallenes“ Gewebe kann auf die Nerven der Wirbelsäule drücken und sie reizen.
In den meisten Fällen sind Bandscheibenvorfälle Verschleißerscheinungen. Mit den Jahren nimmt die Elastizität der Bandscheiben ab: Sie verlieren Flüssigkeit, werden spröde und rissig. Solche Veränderungen sind Teil des normalen Alterungsprozesses, der bereits in der Jugend beginnt.
Schmerzen
Während akute Schmerzen ein Alarmsignal für eine Schädigung des Körpers sind, stellen chronische Schmerzen eine eigenständige Erkrankung dar. Halten Schmerzen länger an, reagieren die Nervenzellen immer empfindlicher, wodurch die Schmerzschwelle sinkt. Gleichzeitig bildet sich ein „Schmerzgedächtnis“ heraus, weswegen schon schwache Schmerzreize als starke Schmerzen empfunden werden.
Schlaganfall
Eine der häufigsten Erkrankung der deutschen Bevölkerung überhaupt ist der Schlaganfall. Er kann sich durch plötzlich auftretende Lähmungen, Sprachstörungen oder andere neurologische Ausfälle bemerkbar machen. Ein Schlaganfall - auch ein kleiner - ist ein Notfall, der sofort im Krankenhaus behandelt werden sollte.
Ziel ist es daher, durch Angebote der Prävention Schlaganfälle zu verhindern. Sollte sich dennoch ein Schlaganfall ereignet haben, so benötigen Patienten nach Abschluss der Akutversorgung häufig einen Spezialisten, da die Nachsorge zunehmend komplex geworden ist (Kontrolle von Gefäßen, Steuerung der Medikation und des Lebensstils).
Epilepsie
Epilepsie ist eine Erkrankung, bei der das Gehirn oder einzelne Hirnbereiche übermäßig aktiv sind ("Gewitter im Gehirn"). Dies löst die sogenannten epileptischen Anfälle aus. Dabei zucken manchmal nur einzelne Muskeln - es kann aber auch der gesamte Körper krampfen und man verliert das Bewusstsein. Eine Epilepsie kann in jedem Lebensalter auftreten. Manche Menschen haben schon in der Kindheit ihren ersten Anfall, andere erst im Alter. Zwischen den Anfällen zeigen sich meist keine körperlichen Beschwerden. Allerdings begleitet viele Menschen die Sorge, dass es zu einem erneuten Anfall kommt.
Durch Medikamente kann es gelingen, Anfälle zu verhindern und eine gute Lebensqualität zu erhalten. Leider helfen Medikamente aber nicht jedem: Etwa 3 von 10 Betroffenen haben weiter regelmäßig Anfälle. Für sie ist die Krankheit eine besondere Belastung. Neurologen diagnostizieren Epilepsien und betreuen die Patienten langfristig.
Epilepsieerkrankungen bei älteren Menschen
Bei medikamentös schwierig zu behandelnden Epilepsien (z.B. unbefriedigende Anfallskontrolle, Nebenwirkungen, welche die Lebensqualität beeinträchtigen, Wechselwirkungen mit anderen wichtigen Medikamenten) kann eine spezielle epileptologische Komplexbehandlung zur Optimierung der medikamentösen Behandlung erfolgen.
Neuromuskuläre Erkrankungen
Neuromuskuläre Erkrankungen, z.B. Kennzeichen der Myasthenia gravis und anderer neuromuskulärer Erkrankungen mit Beteiligung der motorischen Endplatte ist eine Muskelschwäche, die belastungsabhängig ist. Der Störung liegt eine Beeinträchtigung der Reizübertragung vom Nerv auf den Muskel zugrunde. Dadurch ist die geordnete Muskelanspannung nach einem Nervenreiz gestört. Ursache dieser Störung ist eine fehlgesteuerte Immunreaktion, d. h.
Von sogenannten Polyneuropathien (Erkrankung mehrerer peripherer Nerven) können motorische, sensible und autonome Nerven betroffen sein. Myopathien, denen eine primäre Erkrankung der Muskulatur zugrunde liegt, zeichnen sich vor allem durch eine Muskelschwäche aus.
Schwindel
Als Schwindel wird eine Fehlwahrnehmung drehender oder schwankender Bewegung bezeichnet. Das kann im Stehen, beim Gehen oder im Liegen passieren, in Ruhe oder mit Auslöser. Je nach Ursache kann ein Schwindelanfall unterschiedlich lange dauern und mit Benommenheit, Übelkeit oder anderen Beschwerden verbunden sein. Am häufigsten handelt es sich um den gutartigen Lagerungsschwindel. Dabei lösen bestimmte Bewegungen für kurze Zeit Schwindel aus. Der gutartige Lagerungsschwindel lässt sich einfach feststellen und behandeln.
Kopfschmerzen
Kopfschmerzen sind eine der häufigsten Ursachen für die Überweisung zum Neurologen. Nahezu jeder leidet ab und zu unter Kopfschmerzen. Zu den primären Kopfschmerzen gehören unter anderem die Migräne, Spannungskopfschmerzen und Cluster-Kopfschmerzen. Kopfschmerzen können aber auch ein Symptom unterschiedlicher Krankheiten sein, etwa einer Erkältung oder Bluthochdruck. Auch eine Verletzung des Kopfes und der Halswirbelsäule können Kopfschmerzen hervorrufen. Dann spricht man von sekundären Kopfschmerzen. Insbesondere zur Migränebehandlung gibt es immer mehr innovative Ansätze: von der Injektion mit Botulinumtoxin bis hin zu Antikörper-Therapie.
Warnsignale und Symptome, die ernst genommen werden sollten
Es ist wichtig, auf sich selbst oder auf Angehörige zu achten.
- Gedächtnisstörungen, Orientierungsprobleme und Veränderungen im Verhalten
- Ein Zittern in Ruhe, langsame Bewegungen oder steife Muskulatur
- Ein Kribbeln in den Füßen, Brennen oder Taubheitsgefühle
- Ein plötzlicher Sprachverlust, Lähmungen oder Gesichtsfeldausfälle sind immer ein Notfall.
- Sehstörungen oder Doppeltsehen
Diese Symptome sind nicht immer Ausdruck einer ernsten Erkrankung - aber sie verdienen Aufmerksamkeit.
Diagnostik
Beim ersten Neurologenbesuch muss der Patient nicht nur die Chipkarte seiner Krankenkasse abgeben, sondern auch einen Patientenerfassungsbogen ausfüllen und bezüglich des Datenschutzes einige Papiere unterschreiben. Nach der Erhebung der Anamnese erfolgt die neurologische Untersuchung.
Bei der Inspektion wird der Neurologe den Patienten genau betrachten, um herauszufinden, ob sich bei ihm schon die typischen Symptome einer neurologischen Erkrankung oder Störung zeigen, wie z. B. ein verändertes Gangbild, Haltungsstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Hautveränderungen usw. Bei der internistischen Untersuchung wird z. B. Bei der Untersuchung der Hirnnerven wird der Facharzt für Neurologie darauf achten, ob die Grundfunktionen (z. B. WissenswertIm menschlichen Körper gibt es insgesamt 12 Hirnnerven. Jeder dieser hat ein ganz bestimmtes Aufgabengebiet.
Warum bei neurologischen Krankheiten oder einer neurologischen Störung die Reflexe untersucht werden, hat einen guten Grund. Als Nächstes wird der Neurologe den Bewegungsapparat des Patienten untersuchen. Dabei wird der Arzt sich nicht nur den Zustand der Gliedmaßen und Gelenke ansehen, sondern auch die Wirbelsäule auf ihren Verschleiß untersuchen. Bei den nächsten Untersuchungen geht es darum, die Koordination des Patienten zu überprüfen - Stichwort: Finger-Nase-Versuch. Natürlich wird bei dieser Untersuchung darauf geachtet, wie der Betroffene gehen und stehen kann (mit offenen und geschlossenen Augen). Natürlich spielt dabei auch eine Rolle, wie rasch die Bewegungsabläufe durchgeführt werden können. Bei der Prüfung der Sensibilität werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, die darüber Auskunft geben sollen, wie es um die Berührungs- und Druckwahrnehmung und das Temperatur- und Schmerzempfinden des Patienten bestellt ist. Bei der Diagnostik von neurologischen Erkrankungen und Störungen werden auch die vegetativen Funktionen des Patienten (z. B. Schwitzen, Atmung, Puls, Verdauung usw.) näher ansehen. Für die Diagnostik spielen auch die vorhandenen kognitiven Fähigkeiten des Patienten eine wichtige Rolle. Zu den kognitiven Fähigkeiten eines Menschen gehören z. B. Ist der Patient von einer neurologischen Erkrankung betroffen, kann das immer Einfluss auf dessen Psyche haben. Abhängig vom Beschwerdebild des Patienten kann der Arzt noch weitere Untersuchungen anordnen, wie z. EEG (Elektroenzephalografie): Zur Beurteilung der Hirnaktivität, z. B.
Neurogeriatrie
Neurologische Einschränkungen sind bei älteren Menschen häufig. Dies betrifft z.B. Störungen von Gang und Gleichgewicht, Muskelschwäche und Polyneuropathie, Demenz, Lähmungen, Sprachstörungen sowie Sprech- und Schluckstörungen. Hierdurch wird die Selbständigkeit im Alltag und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich gestört.
Die Neurogeriatrie führt neurologische Expertise und geriatrisches Wissen zusammen. Hierfür stehen speziell ausgebildete Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte zur Verfügung.
Spezielle Schwerpunkte der Neurogeriatrie sind:
- Schlaganfallerkrankungen: Eine umfassende Betreuung findet von der Akutbehandlung auf der Schlaganfallstation über die Abklärung der Schlaganfallursachen und die Behandlung von Risikofaktoren bis zur Entlassung nach Hause oder der Vermittlung einer weiterführenden Rehabilitation statt.
- Epilepsieerkrankungen bei älteren Menschen: Bei medikamentös schwierig zu behandelnden Epilepsien kann eine spezielle epileptologische Komplexbehandlung zur Optimierung der medikamentösen Behandlung erfolgen.
- Parkinsonsyndrome und andere Bewegungsstörungen: Bei bislang nicht bekannter Diagnose wird eine umfassende Abklärung durchgeführt. Neben der medikamentösen Behandlung findet eine Betreuung durch mehrere Therapiebereiche. Bei starken Wirkschwankungen unter Tabletteneinnahme kann eine kontinuierliche Medikamentengabe mit Hilfe einer kleinen Pumpe direkt über den oberen Dünndarm (Duodopa®-Therapie) erwogen werden.
- Demenzdiagnostik und Behandlung: Wir führen Abklärungen zur Suche von Demenzen durch (insbesondere Labor- und Liquordiagnostik [„Nervenwasseruntersuchung“]), kognitive Testung, d.h. Testung z.B. der Merkfähigkeit und anderer wichtiger Funktionen des Gehirns. Darauf basierend klären wir dann Möglichkeiten der Behandlung.
- Zunehmende Gangstörungen mit Stürzen: Gangstörungen können vielfältige Ursachen haben, häufig spielen neurologische Erkrankungen eine wichtige Rolle. Um ein individuelles Behandlungskonzept zu erstellen, wird zunächst eine interdisziplinäre Diagnostik durchgeführt.
- Neurogeriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung: Wir bieten bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung ein intensives Früh-Rehabilitationsprogramm an. In einem multiprofessionellen Team erfolgt eine strukturierte Einschätzung der bestehenden Gesundheitsprobleme, der zugrundeliegenden Ursachen sowie Festlegung der Behandlungsziele und eines Behandlungsplans. Unser Team besteht aus Neurologen und Geriatern, Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten, speziell geschulten Pflegekräften, Psychologen und Sozialarbeitern.
Rehabilitation bei neurodegenerativen Erkrankungen
Bei den oben genannten chronischen und fortschreitenden Erkrankungen ist es schwierig, konkrete Rehabilitationsziele auf der Ebene der körperlichen Strukturen zu setzen. Stattdessen zielt die Rehabilitation auf die Verbesserung der körperlichen Funktionen ab, um die Aktivität und Teilhabe der Patienten zu fördern und zu ermöglichen.
Im Bereich der Mobilität arbeiten wir mit den Patienten an Strategien, um das Gleichgewicht, die Transferfähigkeiten und die Schrittlänge zu verbessern. Unsere Ziele umfassen auch das Gehen mit Hilfsmitteln und möglicherweise das eigenständige Gehen ohne Unterstützung. In der Logopädie entwickeln wir Strategien zur Steigerung der Lautstärke beim Sprechen, zur Verbesserung der Atemtechnik und zur Deutlichkeit der Aussprache. Im Bereich der Neuropsychologie liegt der Schwerpunkt auf der Verbesserung der Stimmung, der Orientierung, dem Erlernen kognitiver Strategien, der Entwicklung psychosozialer Fähigkeiten sowie der Prävention und Behandlung von depressiven Störungen. Wir legen auch Wert auf die Bewältigung von Partnerschaftsproblemen, den Umgang mit der Krankheit und den Abbau von Ängsten vor dem Verlust der Selbstständigkeit.
Neurologische Pflege
Bei der neurologischen Pflege steht neben der Behandlung und Betreuung des chronisch Erkrankten auch die Begleitung des Patienten im Alltag im Vordergrund.
Die Pflege von Patienten mit neurologischen Erkrankungen ist sehr anspruchsvoll, da die Symptomatiken äußerst komplex sein können. So kann es bei Betroffenen zu psychoreaktiven/psychischen Veränderungen kommen, genauso auch zu schmerzen, starken Erschöpfungszuständen, Müdigkeit, neurologischen Störungen, kurzfristigen oder dauerhaften Lähmungserscheinungen, Koordinationsstörungen usw. Das bedeutet, dass sich die Pflegekraft sich konsequent neuen Herausforderungen stellen muss.
Pflegekonzepte und Therapien werden bei der neurologischen Pflege individuell auf die Bedürfnisse des pflegebedürftigen Patienten abgestimmt. Bei der primären Pflege von Patienten mit neurologischen Erkrankungen geht es hauptsächlich darum, den betroffenen bei seinen Aktivitäten des täglichen Lebens zu unterstützen und ihn soweit anzuleiten, um eine größtmögliche Selbstständigkeit zu erhalten.
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