Neurologie im Marienhospital Stuttgart: Umfassende Versorgung und Expertise

Die Klinik für Neurologie im Marienhospital Stuttgart hat sich in den letzten 25 Jahren zu einer führenden Einrichtung im Südwesten Deutschlands entwickelt. Sie bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für neurologische Erkrankungen. Als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Tübingen legt das Marienhospital großen Wert auf Aus- und Weiterbildung.

Akademisches Lehrkrankenhaus und Ausbildungsstätte

Das Marienhospital Stuttgart ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Tübingen. Aus- und Weiterbildung wird hier großgeschrieben. In der Klinik werden Medizinstudenten und Ärzte intensiv ausgebildet. Neben einem breiten, fachübergreifenden Angebot an Lehrveranstaltungen profitieren die Studierenden von einem abteilungseigenen Aus- und Weiterbildungsprogramm. Seit Februar 2021 ist die Klinik zudem als „Anerkannte Ausbildungsstätte der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN)“ zertifiziert. Die DGKN vergibt dieses Zertifikat für Kliniken, die aktiv ausbilden und eine hohe Qualität in der Anwendung der Klinischen Neurophysiologie erreichen.

Famulatur und Praktisches Jahr

Interessierte Medizinstudenten können eine Famulatur in der Neurologie absolvieren. Die Famulatur sollte mindestens vier Wochen dauern, in Ausnahmefällen sind auch drei Wochen möglich. Während der vorlesungsfreien Zeit können auch Medizinstudenten anderer medizinischer Fakultäten eine Famulatur absolvieren. Die Anmeldung sollte frühzeitig schriftlich oder telefonisch erfolgen, da die Anzahl der Famulaturplätze begrenzt ist. Als Bewerbungsunterlagen sind eine kurze, formlose Aufstellung des derzeitigen Ausbildungsstands und ein kurzer Lebenslauf erwünscht.

Im Praktischen Jahr (PJ) bietet die Klinik folgende Möglichkeiten:

  • neurologische Untersuchungstechniken erlernen und anwenden
  • alle elektrophysiologischen und neurosonologischen Zusatzuntersuchungen kennenlernen
  • unter Anleitung Patienten auf der Station betreuen
  • an den täglichen Patientenbesprechungen, den neurologisch-radiologischen Konferenzen sowie den neuropathologischen Fallbesprechungen teilnehmen.

Zusätzlich werden Unterrichtsveranstaltungen der Klinik für Neurologie angeboten, wie klinische Lehrvisiten, Fallseminare, Einführungen in apparativ-diagnostische Methoden (EEG, EMG, EP, Doppler- und Duplexsonografie), Morgenkonferenzen mit Fallvorstellung, wöchentliche interne wissenschaftliche Fortbildungen (Journal-Club), neurologisch-neuroradiologische Konferenzen, neuropathologische Konferenzen und interdisziplinäre Tumorkonferenzen.

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Ziele der Ausbildung sind:

  • den Umgang mit Patienten lernen
  • die wichtigsten neurologischen Krankheitsbilder gesehen haben
  • Therapie der wichtigsten neurologischen Erkrankungen beherrschen
  • Grundwissen über Indikationen, technische Durchführung und Aussagekraft von Methoden der neurologischen Zusatzdiagnostik erwerben
  • die organisatorischen Abläufe in der Klinik kennenlernen.

Es bestehen ärztliche Weiterbildungsermächtigungen zum Facharzt für Neurologie (4 Jahre) und Ausbildungsermächtigungen für die Bereiche Ultraschalldiagnostik hirnversorgender Arterien und Elektromyografie sowie Elektroenzephalografie.

Fachbibliothek

Die Neurologische Klinik ist mit einer eigenen Bibliothek ausgestattet, die die wesentlichen neurologischen Fachzeitschriften auf jeweils aktuellstem Stand führt:

  • Aktuelle Neurologie: ab 1999 fortlaufend
  • Annals of Neurology: ab No. 1 January 2001, Vol. 49 fortlaufend
  • Archives of Neurology: ab 2002 fortlaufend
  • Der Nervenarzt: ab 1998 fortlaufend
  • Epilepsia: ab No. 1 January 2001, Vol. 42/1 fortlaufend
  • Muscle and Nerve: ab No. 1 January 2001 fortlaufend
  • Neurology: ab No. 1 January (9, 2001), Vol. 56 fortlaufend
  • Stroke: ab No. 9 September 2001, Vol.

Mittwochskolloquien

Regelmäßig findet die Veranstaltungsreihe „Mittwochskolloquien“ mit Fachvorträgen renommierter Referenten statt. Interessierte sind herzlich eingeladen, an diesen kostenlosen Veranstaltungen teilzunehmen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Für jedes Jahr gibt es einen Programmflyer, den man herunterladen kann. Alle Veranstaltungstermine sind außerdem im Veranstaltungskalender zu finden.

Schwerpunkte und Kompetenzen

Die Schwerpunkte der neurochirurgischen Arbeit liegen in der Diagnostik, Beratung und Behandlung von Erkrankungen der Wirbelsäule, der Bandscheiben und des Rückenmarks sowie der peripheren Nerven. Grundlage hierfür sind ein ausführliches Gespräch und die eingehende körperliche Untersuchung zur Feststellung der Ursache für die Beschwerden. Erst danach wird die Entscheidung für eine konservative oder operative Behandlung getroffen. In beiden Fällen gelten jedoch dieselben Grundsätze: die möglichst rasche Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Patienten und der Einsatz der am wenigsten belastenden operativen oder konservativen Verfahren.

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Die Klinik behandelt Patienten mit akuten und chronischen Erkrankungen des Gehirns, der Hirnhäute, des Rückenmarks, der Muskulatur und des peripheren Nervensystems. Dazu gehören:

  • Schlaganfall
  • Multiple Sklerose
  • Morbus Parkinson
  • Epileptische Anfälle
  • Chronische Muskelschwäche

Neuromuskuläres Zentrum

Das von der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e. V. zertifizierte Neuromuskuläre Zentrum Stuttgart-Tübingen ist der Klinik für Neurologie am Marienhospital angeschlossen. Es ist spezialisiert auf die umfassende Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen der Muskulatur im Zusammenhang mit den Nervenzentren in Rückenmark und Gehirn. Die Ausstattung mit modernsten bildgebenden Diagnoseverfahren, die Möglichkeit zur Entnahme von Muskelgewebe und die regelmäßigen interdisziplinären Fachkonferenzen gewährleisten den Patienten die bestmögliche medizinische Versorgung.

Stroke-Unit

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall, bei dem jede Minute zählt. Die Stroke-Unit des Marienhospitals wird von der Klinik für Neurologie geleitet und verfügt über zehn Monitorbetten. Sie ist seit 2015 nach den Anforderungen der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) als „regionale Stroke-Unit“ zertifiziert. Das interdisziplinäre Expertenteam sorgt dafür, dass die Patienten sofort mit modernsten Geräten untersucht werden. Direkt im Anschluss erfolgt die Früh-, Akut- und Weiterbehandlung: leitliniengerecht mithilfe sämtlicher medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapiemöglichkeiten. Ärzte und Pflegekräfte auf der Schlaganfallstation sind besonders geschult. Abhängig von der Schwere des Schlaganfalls werden außerdem Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden in die Behandlung integriert.

In Notfällen ist das Schlaganfall-Team im Marienhospital unter folgender Nummer rund um die Uhr (24 Stunden) erreichbar: Telefon: 0711 6489-2500. Bei Verdacht auf Schlaganfall sollte sofort die Rettungsleitstelle unter der kostenlosen Nummer 112 angerufen werden.

Weitere Angebote

  • Ermächtigung zur ambulanten Behandlung: Die Klinik verfügt über die Ermächtigung zur ambulanten Behandlung nach § 116 SGB V bzw. § 31a Abs.
  • Privatärztliche Beratung und Behandlung von chronischen Schmerzsyndromen: In den Räumlichkeiten wird eine privatärztliche Beratung und Behandlung von chronischen Schmerzsyndromen durch Herrn Dr. med. Ulrich Köster angeboten. Es besteht weiterhin eine enge Kooperation mit der Schmerzklinik am Marienhospital.
  • Röntgenbesprechung: Bei der Röntgenbesprechung werden die Krankheitsbilder aller in der Stroke-Unit behandelten Patienten vorgestellt. Experten verschiedener Fachrichtungen erörtern die Fälle und sprechen eine Therapieempfehlung aus.
  • Besprechung Schlaganfall-Team: Die Mitarbeiter der Stroke-Unit treffen sich einmal wöchentlich in großer Runde mit allen Therapeuten und Mitarbeitern der Beratung für Pflege und Soziales einmal im Monat (jeder 1. Montag) zur Besprechung. Hier werden alle Patienten einzeln besprochen, außerdem findet eine interdisziplinäre fachliche Weiterbildung statt.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Neurologie am Marienhospital ist bestens vernetzt mit anderen Fachbereichen. Es bestehen enge Kooperationen mit Radiologie, Kardiologie, Rheumatologie, Gefäß- und Unfallchirurgie sowie mit dem Wirbelsäulenzentrum und der Gynäkologie. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht eine ganzheitliche Betreuung der Patienten unter Berücksichtigung sämtlicher Aspekte ihrer Erkrankung.

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25-jähriges Bestehen der Klinik für Neurologie

Die Klinik für Neurologie feierte ihr 25-jähriges Bestehen. Im Januar 1999 wurde Professor Dr. Alfred Lindner an das Marienhospital Stuttgart berufen, um die neu gegründete Klinik für Neurologie strukturell wie personell aufzubauen. Unter seiner Leitung hat sich der Fachbereich zu einer der führenden neurologischen Einrichtungen im Südwesten Deutschlands entwickelt.

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