Die mündliche Prüfung in Neurologie stellt für viele Studierende in Jena eine bedeutende Herausforderung dar. Eine umfassende und zielgerichtete Vorbereitung ist entscheidend für den Erfolg. Dieser Artikel bietet einen Überblick über verschiedene Aspekte der Vorbereitung, von der Nutzung verfügbarer Ressourcen bis hin zu spezifischen Strategien für die Prüfungssituation.
Vorbereitungsmaterialien und Ressourcen
Eine solide Grundlage für die mündliche Prüfung in Neurologie bilden Fachbücher und Kompendien, die speziell auf die Prüfungssituation zugeschnitten sind.
"Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie" (MEX AINS)
Dieses Kompendium, herausgegeben im Dussmann das KulturKaufhaus, konzentriert sich auf die Themen Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin sowie Schmerztherapie (AINS) und ist als effiziente Trainingshilfe für die mündlich-praktische Prüfung des Staatsexamens konzipiert. Es bietet:
- Fakten und Tipps zur mündlichen Prüfung.
- Detailliertes Wissen zu Diagnosegängen, Anamnese, Untersuchungsmethoden, Labor und Bildgebung für den ersten Prüfungstag am Patientenbett.
- Farbkodierte Flussdiagramme zur Differenzialdiagnose der häufigsten Leitsymptome.
- Eine Auswahl häufiger Prüfungsprotokollfragen nach dem Frage-Antwort-Prinzip und wichtige Fälle aller Fachrichtungen für den zweiten Prüfungstag.
Die dritte Auflage dieses Werkes wurde intensiv bearbeitet, aktualisiert und korrigiert und beinhaltet ein neues Kapitel mit 25 Fällen, die sich auch mit ambulanten Patient_innen auseinandersetzen.
Weitere hilfreiche Bücher und Materialien
Neben dem MEX AINS Kompendium existieren zahlreiche weitere Bücher, die zur Vorbereitung auf die mündliche Neurologie-Prüfung geeignet sind. Dazu gehören:
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- "Neurologie in Frage und Antwort": Bietet Fragen und Fallgeschichten zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung.
- "Das mündliche Examen - Neurologie" von Andreas Bender, Konstantin Dimitriadis & Jan Rémi (Elsevier Verlag): Bietet eine strukturierte Übersicht der wichtigsten Themen der Neurologie, praxisnah aufbereitet.
- Weitere "In Frage und Antwort"-Reihen: Ähnliche Bücher gibt es auch für andere Fachbereiche wie Chirurgie, Orthopädie, Pädiatrie, Augenheilkunde, Anästhesie und Pharmakologie. Diese können hilfreich sein, um das interdisziplinäre Wissen zu festigen.
- Krankheitslehre Chirurgie: Prüfungswissen für Pflegeberufe.
- NMS - Innere Medizin: Kurzlehrbuch zum Staatsexamen.
- Klinikleitfaden Intensivmedizin.
- Neurologie und Psychiatrie: Krankheitslehre für Physiotherapeuten und Masseure.
- Lehrbuch der Psychotherapie.
- Pädiatrie in Frage und Antwort: Fragen und Fallgeschichten zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung.
- Pharmakologie und Toxikologie. Taschenbuch der Arzneibehandlung : angewandte Pharmakologie.
Online-Ressourcen und Kurse
Neben gedruckten Materialien sind auch Online-Ressourcen und Kurse wertvolle Hilfsmittel.
- Online-Kurse zur Prüfungsvorbereitung: Viele Anbieter, wie beispielsweise onlinePhysikum, bieten Online-Vorträge und interaktive Quizfragen zu verschiedenen Themengebieten für das Physikum, 2. Staatsexamen (M2), 3. Staatsexamen (M3) oder die Heilpraktiker-Prüfung an.
- Jena School for Ageing Medicine (JSAM): Die JSAM bietet Stipendien für medizinische Doktorarbeiten an und unterstützt Promovierende durch Promotionskomitees, Mentoring-Programme und Qualifizierungskurse.
Die Jena School for Ageing Medicine (JSAM) als Unterstützung
Die Jena School for Ageing Medicine (JSAM) bietet Studierenden in Jena vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen ihrer medizinischen Ausbildung und Promotion. Insbesondere im Hinblick auf die Vorbereitung auf die mündliche Prüfung in Neurologie können die Angebote der JSAM von großem Nutzen sein.
Stipendienprogramm und Betreuung
Die JSAM vergibt Stipendien an Studierende, die eine medizinische Doktorarbeit anfertigen. Im Rahmen des Stipendienprogramms erhalten die Stipendiatinnen und Stipendiaten eine umfassende Betreuung durch ein Promotionskomitee. Dieses Komitee besteht aus dem hauptverantwortlichen Betreuer/Projektleiter (PL), einem weiteren erfahrenen, von dem PL unabhängigen Wissenschaftler und einem Mentor aus dem Postdoc-Netzwerk Altersforschung. Die Aufgaben des Promotionskomitees umfassen unter anderem:
- Detaillierte Diskussion des Arbeitsplans und Formulierung von Zielen.
- Unterstützung bei der wissenschaftlichen Arbeitsweise und Erweiterung des Methodenspektrums.
- Förderung der Netzwerkbildung.
- Vorbereitung auf die Verteidigung der Doktorarbeit.
- Karriereplanung.
Die Treffen des Promotionskomitees werden von der Doktorandin/dem Doktoranden organisiert und protokolliert. Die Protokolle werden von allen Beteiligten unterzeichnet und enthalten den Arbeitsplan sowie kurze Ergebnisberichte.
Mentoring-Programm
Zusätzlich zur Betreuung durch das Promotionskomitee erhalten die Stipendiatinnen und Stipendiaten der JSAM einen erfahrenen Clinician Scientist als Mentor zur Seite gestellt. Der Mentor unterstützt die Stipendiatin/den Stipendiat bei der Formulierung ihrer/seiner persönlichen und beruflichen Ziele und bietet eine persönliche Beratung mit dem Ziel der Förderung einer wissenschaftlichen Karriere in der medizinischen Forschung. Der Mentor soll aus dem Postdoc-Netzwerk Altersforschung gewählt werden, dazu zählen das Else Kröner-Forschungskolleg AntiAge und das FLI Postdoc-Netzwerk, sowie die Clinician Scientist-Programme OrganAge und des IZKFs.
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Um den Mentor offiziell anerkennen zu lassen und ins Programm zu integrieren, wird zu Beginn eine verbindliche Vereinbarung zwischen Mentor und Mentee (Mentoring-Vereinbarung) geschlossen. Diese Vereinbarung muss in schriftlicher Form und von Mentee und Mentor unterschrieben dem JSAM-Büro zugestellt werden.
Qualifizierungskurse und Fortbildungen
Die JSAM bietet ihren Stipendiatinnen und Stipendiaten regelmäßig Informationen zu Kursangeboten im Qualifizierungsprogramm der JSAM und auswärtiger Anbieter (z. B. Jena School of Molecular Medicine, JSMM und Graduierten-Akademie der Friedrich-Schiller-Universität Jena) an. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten gestalten dabei selbstständig den eigenen Qualifizierungsweg unter Berücksichtigung der individuellen Ziele und persönlichen Fähigkeiten bzw. Interessen. Die besuchten Kurse müssen dabei in den Rahmen des Promotionsprojektes bzw. der medizinischen Ausbildung passen.
Finanzielle Unterstützung
Die Stipendiatinnen und Stipendiaten der JSAM erhalten während der Kernförderphase (2 Semester bzw. 12 Monate) ein monatliches Stipendium in Höhe von 1.000 €. Zudem werden Verbrauchsmittel für das Promotionsprojekt zur Verfügung gestellt.
Reisekosten, die im Rahmen des Promotionsprojektes oder der Teilnahme an Qualifizierungskursen entstehen, können ebenfalls über die JSAM-Kostenstelle beglichen werden. Hierbei sind jedoch die Reisekostenlimits des Thüringer Reisekostengesetzes zu beachten.
Bewerbung um ein JSAM-Stipendium
Interessierte Studierende können sich schriftlich um ein Stipendium der JSAM bewerben. Die Bewerbung muss ein Beschreibung des Promotionsprojektes inkl. Annahme als Doktorand bzw. Doktorandin enthalten und entsprechend der JSAM-Vorlage erfolgen. Die Bewerbungsunterlagen sind als Einzel-PDF-Dokument an die JSAM zu senden.
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Im Falle einer Förderung durch die JSAM muss sich der Stipendiat/die Stipendiatin für 2 Semester vom Studium beurlauben lassen. Der Antrag auf Beurlaubung ist über das Studiendekanat der Medizinischen Fakultät, beim Dezernat für Studentische und Akademische Angelegenheiten der FSU Jena einzureichen. Dem Antrag ist die Stipendienzusage der JSAM beizufügen.
Weitere Informationen
Weitere Informationen zur JSAM und ihren Angeboten erhalten Sie auf der Webseite der JSAM oder im JSAM-Büro. Ansprechpartner für Fragen rund um die JSAM ist das JSAM-Büro.
Tipps und Strategien für die mündliche Prüfung
Neben der Nutzung der genannten Ressourcen gibt es einige allgemeine Tipps und Strategien, die bei der Vorbereitung auf die mündliche Prüfung in Neurologie hilfreich sein können:
- Strukturierte Vorbereitung: Erstellen Sie einen Lernplan, der alle relevanten Themenbereiche abdeckt.
- Fallbasiertes Lernen: Üben Sie anhand von Fallbeispielen, um Ihr klinisches Denken zu schulen.
- Üben mit Kommilitonen: Simulieren Sie Prüfungssituationen mit Kommilitonen, um sich an die mündliche Präsentation zu gewöhnen und Feedback zu erhalten.
- Kenntnis der Prüfungsmodalitäten: Informieren Sie sich über den Ablauf der Prüfung, die erwarteten Inhalte und die Bewertungskriterien.
- Ruhige und selbstbewusste Präsentation: Achten Sie auf eine klare und strukturierte Darstellung Ihrer Antworten. Bleiben Sie ruhig und selbstbewusst, auch wenn Sie eine Frage nicht sofort beantworten können.
- Aktives Zuhören: Hören Sie aufmerksam zu, um die Frage vollständig zu verstehen und gezielt antworten zu können.
- Nachfragen: Scheuen Sie sich nicht, nachzufragen, wenn Sie eine Frage nicht verstanden haben oder weitere Informationen benötigen.
- Flexibilität: Seien Sie bereit, Ihre Antworten an die Nachfragen der Prüfer anzupassen.
- Selbstreflexion: Analysieren Sie Ihre Stärken und Schwächen und konzentrieren Sie sich auf die Verbesserung Ihrer Schwächen.
- Positive Einstellung: Gehen Sie mit einer positiven Einstellung in die Prüfung.
Zusätzliche Hinweise zur Vorbereitung
- Anatomie: Auch wenn es sich um eine Neurologie-Prüfung handelt, sind grundlegende Kenntnisse der Anatomie des Nervensystems unerlässlich.
- Klinische Untersuchungstechniken: Die sichere Beherrschung der neurologischen Untersuchungstechniken ist ein wichtiger Bestandteil der Prüfung.
- Differenzialdiagnostik: Üben Sie die Differenzialdiagnostik häufiger neurologischer Erkrankungen.
- Aktuelle Leitlinien: Informieren Sie sich über aktuelle Leitlinien zur Diagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen.
- Ethik: Seien Sie sich ethischer Fragestellungen bewusst, die in der Neurologie auftreten können.
Autoren und Experten
Die Autoren der genannten Bücher und Kompendien sind in der Regel erfahrene Ärzte und Dozenten, die über fundierte Kenntnisse in ihrem Fachgebiet verfügen. So hat beispielsweise Lars Töpfer sein Interesse für die Medizin während zahlreicher Rettungsdiensteinsätze entdeckt und engagiert sich seit dem Studium an der Berliner Charité in der studentischen Lehre und der Ausbildung von medizinischem Assistenzpersonal. Dr. Andrè Remus ist Facharzt für Anästhesiologie und Schmerztherapeut und arbeitet in der Klinik für Manuelle Medizin in Sommerfeld. Dr. Philipp Alexander Pfeiffer ist am Universitätsklinikum Heidelberg tätig.
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