Das Städtische Klinikum Görlitz erfreut sich einer hohen Reputation, was die medizinische Versorgung angeht. Dies belegen Auszeichnungen wie die wiederholte Ehrung als eines von „Deutschlands besten Krankenhäusern“ durch das F.A.Z.-Institut. Die Studie des F.A.Z.-Instituts wertet Qualitätsberichte und Patientenbewertungen aus und positioniert das Klinikum Görlitz in seiner Kategorie als das beste Krankenhaus in Sachsen. Geschäftsführerin Ines Hofmann betont, dass diese Auszeichnung das Ergebnis täglicher Arbeit, Kompetenz, Engagement und hoher Versorgungsqualität widerspiegelt, besonders auch während der Corona-Pandemie. Das Klinikum ist seit 2001 extern überprüft und trägt seit 2013 das Zertifikat der Qualitätsmanagementnorm DIN EN ISO 9001.
Trotz dieser positiven Gesamtbewertung zeigen detaillierte Patientenberichte ein differenziertes Bild, insbesondere in den Bereichen Neurologie und Psychiatrie. Einige Patient:innen äußern sich sehr zufrieden über die medizinische Behandlung, während andere Kritik an der Pflege, der Kommunikation und der Therapie äußern.
Positive Erfahrungen und Dankbarkeit
Viele Patient:innen berichten von positiven Erfahrungen im Klinikum Görlitz. Sie loben die Professionalität, die Umsicht und das hohe fachliche Niveau der Ärzte, insbesondere bei Notfällen und komplexen medizinischen Eingriffen. Ein Patient berichtet beispielsweise, dass er sein Überleben und die Vermeidung eines Pflegefalls der schnellen und kompetenten Reaktion der Ärzte nach einer Gehirnblutung verdankt. Auch die Organisation, Sauberkeit, Gestaltung der Zimmer und die Betreuung werden positiv hervorgehoben.
Besonders das Einfühlungsvermögen und die Ermutigung auf der Intensivstation sowie das spürbare Interesse und Bemühen um das Wohlbefinden auf den Stationen werden als sehr hilfreich empfunden. Auch das gute Miteinander des Personals wird positiv erwähnt.
Eine Auszubildende zur Pflegefachfrau im 2. Lehrjahr schildert ihre Begeisterung für den psychiatrischen Bereich und die Unterstützung, die sie im Klinikum erfährt. Sie betont die Bedeutung von Teamarbeit und den respektvollen Umgang mit den Patienten. Besonders schön sei es, einem Patienten ein Lächeln zu entlocken.
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Kritikpunkte und Verbesserungspotenziale
Neben den positiven Rückmeldungen gibt es auch Kritikpunkte, die Verbesserungspotenzial aufzeigen. Einige Patient:innen bemängeln lange Wartezeiten, insbesondere in der Notaufnahme. Ein Patient mit heftigem Drehschwindel musste beispielsweise 2,5 Stunden auf die HNO-Diagnostik warten.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Kommunikation und den Umgang mit Angehörigen, insbesondere in der Psychiatrie. Angehörige fühlen sich teilweise nicht ernst genommen, erhalten nur schwer Auskünfte über den Zustand ihrer Familienmitglieder und erleben einen wenig respektvollen Umgang.
Auch die Pflege wird von einigen Patient:innen kritisiert. Es wird von einer kühlen und distanzierten Atmosphäre berichtet, wobei die Freundlichkeit des Personals, mit Ausnahme der Auszubildenden, zu wünschen übrig lässt. Ein besonders drastischer Fall wird von einem Patienten geschildert, der nackt und ohne Decke im Bett lag, obwohl er aufgrund eines Oberschenkelhalsbruchs und Armbruchs nicht bewegungsfähig war.
Im psychiatrischen Bereich wird kritisiert, dass Therapien nicht immer auf das individuelle Krankheitsprofil zugeschnitten sind und dass die Station P4 unterbesetzt sei. Einige Patient:innen fühlen sich unverstanden und haben den Eindruck, dass ihre Diagnose falsch behandelt wird. Auch die Qualität des Essens wird bemängelt.
Einige Patient:innen bemängeln ein arrogantes Gehabe einiger Ärzte. Es wird berichtet, dass apparative Tests in Unmengen gemacht werden, während wichtige Labortests unterlassen werden. Die Auswertung der Befunde sei teilweise mangelhaft.
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Fallbeispiele und unterschiedliche Perspektiven
Die gesammelten Informationen verdeutlichen, dass die Erfahrungen im Städtischen Klinikum Görlitz stark variieren können.
Fallbeispiel 1: Positive Erfahrung in der Notaufnahme
Ein Patient mit akutem Drehschwindel, Übelkeit und Erbrechen wurde umgehend in der Notaufnahme versorgt. Es wurden sofort eine ausführliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung, eine Blutabnahme, ein EKG und sogar ein MRT des Kopfes durchgeführt. Der Patient fühlte sich medizinisch erstklassig und kompetent behandelt und auch menschlich sehr gut betreut.
Fallbeispiel 2: Schwierigkeiten in der Psychiatrie
Ein Angehöriger berichtet von Schwierigkeiten bei der Kommunikation mit dem Personal in der Psychiatrie. Er fühlte sich nicht ernst genommen und erhielt nur schwer Auskünfte über den Zustand seiner Mutter. Auch der Umgang mit trauernden Angehörigen wurde als wenig respektvoll empfunden.
Fallbeispiel 3: Kritik an der Pflege
Ein Patient berichtet von katastrophalen Zuständen in der Pflege. Er lag nackt und ohne Decke im Bett, obwohl er aufgrund von Brüchen nicht bewegungsfähig war. Das Pflegepersonal habe dies ignoriert.
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