Neurologie und Psychiatrie in Günzburg: Fachgebiete und Versorgung

Die neurologische und psychiatrische Versorgung ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung. In Günzburg und Umgebung gibt es verschiedene Einrichtungen, die sich auf die Diagnose und Behandlung von neurologischen und psychischen Erkrankungen spezialisiert haben. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Fachgebiete, Behandlungsmöglichkeiten und Versorgungsstrukturen in der Region, wobei besonders auf die Expertise in Günzburg und Ulm eingegangen wird.

Neurologische Fachgebiete und Behandlungsspektrum

Die Neurologie befasst sich mit Erkrankungen des Nervensystems. In der Privatambulanz von Professor Ertl werden alle neurologischen Krankheitsbilder wissenschaftlich fundiert diagnostiziert und behandelt. In bestimmten Fällen kann eine stationäre Weiterbehandlung eingeleitet werden. Alle Termine erfolgen nur nach vorheriger Anmeldung. Kurze Wartezeiten. Neuro-Check-ups geben Ihnen Sicherheit für die Zukunft. Wer gesund ist, hat eine höhere Lebensqualität und mehr Freude am sozialen Zusammenleben.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Schlaganfallversorgung. Das Bezirkskrankenhaus (BKH) Günzburg verfügt über eine große Intensivstation mit einer Stroke Unit und ist Teil des NEVAS-Netzwerks (Neurovaskuläres Netzwerk Südwestbayern). Dieses Netzwerk umfasst neben dem BKH Günzburg das Klinikum München-Großhadern und das Klinikum Ingolstadt als Zentren in Süddeutschland. Dem BKH Günzburg sind regionale Partnerkliniken in Günzburg, Krumbach, Nördlingen, Donauwörth, Memmingen, Kaufbeuren, Füssen, Mindelheim, Immenstadt und Kempten zugeordnet. Im vergangenen Jahr wurden dort 226 Patienten thrombektomiert, dieses Jahr werden wir im Bereich von 250 bis 270 Patienten landen. Wir sind da eines der größten Thrombektomie-Zentren in Bayern. Die Klinik ist der primäre Schlaganfallversorger und die primär einzige neurologische Klinik für die drei Landkreise Günzburg, Dillingen und Neu-Ulm.

Expertise von Prof. Hamann

Herr Prof. Hamann verabschiedet sich nach mehr als zehn Jahren als Ärztlicher Direktor der Klinik für Neurologie und Neurologische Rehabilitation am Bezirkskrankenhaus (BKH) Günzburg in Kürze in den Ruhestand und tritt mit 64,5 Jahren in die Freistellungsphase Ihrer Altersteilzeit ein. Er übergibt eine wohlgeordnete Klinik mit 59 Betten in der Akutneurologie und 16 Früh-Reha-Betten. Die Stroke Unit wurde viermal rezertifiziert: 2015, 2018, 2021 und zuletzt im Juli 2024.

Prof. Hamann betont die gute Zusammenarbeit mit den Kliniken in den genannten Landkreisen sowie die hervorragenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Bereich. Die Stellen sind besetzt, und es gibt keine freien Stellen im Bereich der Physio-, Ergo- und Logopädie.

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Spezialisierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit

Das BKH Günzburg ist ein Fachkrankenhaus mit den Fachbereichen Neurochirurgie, Neurologie, Neuroradiologie, Neuroanästhesie, Neuropathologie, Psychiatrie und Forensik. Die Zusammenarbeit mit den Kreiskliniken Günzburg-Krumbach, die zahlreiche somatische Fachabteilungen vorhält, ist unkomompliziert. In der Frührehabilitation gelingt es, 50 Prozent der in der Regel über 70-, 80-jährigen Patienten nochmal nach Hause zu bringen.

Prof. Hamann war von 2014 bis 2016 Vorsitzender der Deutschen Schlaganfallgesellschaft und anschließend noch sechs Jahre im Vorstand. Er hat stets Entwicklungen frühzeitig erfasst und antizipieren können und durch Wissenstransfer und klinische Studien profitiert. Er macht heute noch Stroke-Unit-Audits und hat an zahlreichen klinischen Studien mitgewirkt.

Psychiatrische Fachgebiete und Behandlungsspektrum

Die Psychiatrie befasst sich mit Erkrankungen der Psyche, die das Denken, Fühlen und Handeln beeinträchtigen. Dabei können die Verläufe von leichten Einschränkungen des seelischen Wohlbefindens bis zu schweren psychischen Störungen reichen. Bei uns arbeiten Ärzt:innen, Therapeut:innen und Pfleger:innen in den Bereichen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Hand in Hand. Zusätzlich sind wir auf die Fachgebiete der Neurologie und Neurochirurgie spezialisiert.

Fachbereiche der Psychiatrie sind:

  • Gerontopsychiatrie/Alterspsychiatrie: Beschäftigt sich mit psychischen Erkrankungen älterer Menschen (Demenz, Delir, Depressionen).
  • Suchtmedizin: Behandelt Missbrauch und Abhängigkeit von Suchtmitteln.
  • Allgemeinpsychiatrie: Befasst sich mit psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter.
  • Psychosomatische Medizin: Behandelt die Wechselwirkung zwischen psychischen Faktoren und körperlichen Beschwerden.
  • Forensische Psychiatrie: Begutachtung und Behandlung von psychisch kranken Straftätern.

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II in Günzburg

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II (Günzburg) ist eine Kooperationsklinik des Universitätsklinikums Ulm mit externer Trägerbeteiligung. Die Krankenversorgung der Patient*innen wird durch den externen Träger der Klinik, das Bezirkskrankenhaus Günzburg, übernommen. Die Kooperationsklinik ist angegliedert an die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirkskrankenhaus Günzburg.

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Die Klinik gliedert sich in fünf Abteilungen bzw. Funktionsbereiche:

  • Allgemeinpsychiatrie
  • Suchtmedizin
  • Gerontopsychiatrie und Akutgeriatrie
  • Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Psychiatrisch-psychotherapeutische Ambulanz

Therapieansätze in der Psychiatrie

Zu Beginn einer jeden Therapie steht eine ausführliche Diagnose, die immer mit Zuhören und einem Gespräch zwischen Ärztin oder Arzt und Patient:in beginnt. In umfassenden Anamnesegesprächen ermitteln wir die individuellen Beschwerden, die dann mit Hilfe der Diagnose bekannten Krankheitsmustern zugeordnet werden. Anschließend entwickeln wir eine auf Patient:innen exakt zugeschnittene Therapie. Sie ist ein Zusammenspiel aus einer medikamentösen Behandlung (Pharmakotherapie), Methoden der Psychotherapie und einer lebenspraktischen Anleitung durch speziell ausgebildete Therapeuten (Soziotherapie). Ergänzend setzen wir komplementäre Verfahren wie die Ergotherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie und Bewegungstherapie ein. Unsere Patient:innen werden ganzheitlich von Ärzt:innen, Psycholog:innen, Gesundheits- und Krankenpfleger:innen, Sozialarbeiter:innen, Ergo-, Musik- und Bewegungstherapeut:innen betreut.

Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen

Eine Abhängigkeitserkrankung entwickelt sich zumeist aufgrund verschiedener Faktoren. Unsere Behandlung verläuft üblicherweise in vier Therapie-Phasen: Motivationsphase, Entgiftungsphase, Entwöhnungsphase und Nachsorgephase. Entscheidend ist, dass die Süchtigen motiviert sind, in Zukunft auf den Konsum der Substanzen zu verzichten. Ohne Krankheitseinsicht und Motivation des Abhängigen sind die weiteren Phasen kaum durchzuführen. Hat sich die erkrankte Person aktiv für eine Therapie entschieden, erfolgt mit der Entgiftung der körperliche Entzug. Verschiedene Medikamente können hierbei die Entzugssymptome lindern. In der Entwöhnungs-Phase lernen die Betroffenen dauerhaft auf die Substanzen zu verzichten. Die anschließende Nachsorge ist wichtig für die Stabilisierung von Patient:innen.

Behandlung von Angststörungen

Angststörungen können sowohl durch Medikamente als auch mit Hilfe einer Psychotherapie behandelt werden. Besonders gute Behandlungsergebnisse haben wir mit einer Kombination von beidem gemacht. „Antidepressiva“ wirken bei Angststörungen gut, weil sie den Mangel der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin in bestimmten Hirnregionen ausgleichen. Psychotherapeutisch setzen wir vor allem auf die kognitive Verhaltenstherapie: Betroffene lernen hier, mit ihren Ängsten im Alltag umzugehen, so dass Konfrontationen mit den angstauslösenden Dingen und Situationen psychotherapeutische Bestandteile sind. Dieses Vorgehen definiert man als „Exposition“. Auf diese Weise erfahren die Patient:innen, dass die Situationen eigentlich harmlos sind.

Behandlung von Anpassungsstörungen

Fokus unserer Therapie ist es, Bewältigungsstrategien zu vermitteln, die einen stabilen Umgang mit der belastenden Situation ermöglichen. Zuhören und intensive Gespräche stehen am Anfang und sind meistens sehr zielführend. Zudem setzen wir psychotherapeutische Maßnahmen aus der Krisenintervention ein. In manchen Fällen, wenn die Betroffenen wiederholt unter den gleichen Problemen leiden oder bestimmten Persönlichkeitseigenschaften vorliegen, kann auch eine längerfristige Psychotherapie erforderlich sein.

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Behandlung von Bipolaren Störungen

Die Behandlung orientiert sich an drei großen Therapie-Säulen: Pharmakotherapie (Medikamente), Psychotherapie und Soziotherapie. Als Medikament wird bei der Behandlung einer bipolaren Störung vor allem Lithium eingesetzt. Lithium ist ein natürlich vorkommendes Salz, dass die Übertragung von Signalen in den Nervenzellen beeinflusst. Die Stimmung von Patient:innen kann auch mit Epilepsie-Medikamenten gut stabilisiert werden, mit dem Effekt dass sowohl manische als auch depressive Phasen verhindert bzw. abgeschwächt werden. Ebenso können Antipsychotika, also Medikamente zur Behandlung von schizophrenen Psychosen, die Stimmung festigen. In depressiven Phasen kann der Einsatz von Antidepressiva hilfreich sein. Entscheidend ist eine längerfristige Behandlung, da bei bipolar affektiven Störungen ein hohes Rückfallrisiko besteht. Psychotherapeutisch setzen wir zumeist die Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie ein. Hier geht es vor allem darum, manische oder depressive Phasen frühzeitig zu erkennen und diese abzuschwächen.

Behandlung von Borderline-Störungen

Wir behandeln Patient:innen mit einer Borderline-Störung sowohl medikamentös als auch psychotherapeutisch. Im Bereich der Psychotherapie steht heute eine Reihe von spezifischen Verfahren zur Verfügung wie die dialektisch-behaviorale Therapie, die schemafokussierte Therapie oder die übertragungsfokussierte Therapie. Am häufigsten wird die dialektischbehaviorale Therapie (DBT) eingesetzt. Hierbei wird zunächst versucht, gefährdende Verhaltensweisen wie Suizidalität und Selbstverletzungen zu reduzieren. Die Patient:innen sollen lernen, ihre Gefühle besser zu kontrollieren. In weiteren Schritten bearbeiten wir dann traumatische Lebensereignisse. Abschließend leiten wir die Patient:innen an, sich im Leben neu zu orientieren. Medikamente helfen vor allem bei der Behandlung von akuten Spannungszuständen und Selbstverletzungsdruck bzw. verhindern solche Zustände.

Behandlung von Delir

Bei einem Delir sind wichtige menschliche Fähigkeiten wie Orientierung, Aufmerksamkeit und Denken vorübergehend gestört. Betroffene Personen gelangen meist plötzlich, von einem Moment auf den anderen, in einem verwirrten Zustand. Das auffälligste Anzeichen ist eine „Bewusstseinstrübung“: die Menschen denken und handeln verwirrt. Hinzu kommt oftmals eine Desorientierung im Bezug auf Zeit und Ort. Das kann sich darin äußern, dass die Patient:innen ihren eigenen Namen nicht mehr wissen oder welcher Tag heute ist. Auch das Gedächtnis kann beeinträchtigt sein. Möglicherweise sind die Menschen unruhig oder reagieren verlangsamt, manche haben einen vermehrten oder verminderten Redefluss und reagieren verstärkt schreckhaft. Der Schlaf-Wach-Rhythmus ist häufig gestört oder sogar völlig umgekehrt. Oft verschlimmern sich die Symptome in der Nacht und sind begleitet von…

Praxis für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie in Ulm

Unsere Praxis in Ulm Unser Ziel ist es, dass bei der Untersuchung wie auch in der Behandlung von Nervenerkrankungen der betroffene Mensch ganz im Mittelpunkt steht. Dazu ist es wichtig, sowohl körperliche Beschwerden und seelische Nöte als auch soziale Auswirkungen gleichermaßen zu beachten. Psyche und Körper sind voneinander abhängig und beeinflussen sich gegenseitig. Darum ist es uns ein besonderes Anliegen, dass unsere Praxis mit der Neurologie und der Psychiatrie beide nervenärztlichen Fachgebiete abdeckt und miteinander verbindet. Wir bieten Ihnen ein kompetentes Team und eine ruhige, angenehme Umgebung. Unser Ziel ist es, Ihre Lebensqualität und Ihr Wohlbefinden zu verbessern. Schwerpunkte unserer Praxis liegen insbesondere in der oft langjährigen medizinischen Begleitung bei chronischen Erkrankungen. Als Patient erhalten Sie bei uns direkt einen festen Termin, es gibt keine Warteliste.

Forensische Psychiatrie und Psychotherapie

Die Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie (Günzburg) ist eine Kooperationsklinik des Universitätsklinikums Ulm mit externer Trägerbeteiligung. Anders als alle anderen Kliniken haben wir nicht nur einen medizinischen Auftrag, sondern sind auch vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Integration damit beauftragt, suchtkranke oder psychisch kranke Straftäter zu behandeln und zu sichern, damit künftig von ihnen keine Gefahr ausgeht. Dabei berücksichtigen wir die Standards der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).

Berufliche Perspektiven

Wir suchen Mitarbeitende, die qualifiziert sind, ihr Bestes geben und die mit Freude ihre Aufgaben wahrnehmen. Wir sind überzeugt, dass ein nettes Team und ein angenehmes Arbeitsklima die Basis dafür sind, gemeinsam gute Arbeit zu leisten, persönlich weiterzukommen und beruflich zu wachsen.

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