Neurologie, Tumorerkrankungen und interdisziplinäre Versorgung: Ein umfassender Überblick

Die Behandlung von Tumorerkrankungen erfordert ein breites Spektrum an Fachkenntnissen und eine enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Disziplinen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die neurologischen Aspekte von Tumorerkrankungen, die Bedeutung der interdisziplinären Versorgung und die verschiedenen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten. Dabei werden insbesondere die Bereiche Uroonkologie, neurologische Diagnostik und supportive Maßnahmen beleuchtet.

Uroonkologisches Zentrum: Kompetenzzentrum für Prostata-, Harnblasen- und Nierenzellkrebs

Ein uroonkologisches Zentrum bündelt die Kompetenzen, die für eine umfassende und zielführende Diagnostik sowie Behandlung von Patient:innen mit Prostata-, Harnblasen- und Nierenzellkrebs notwendig sind. Durch dieses Bündeln von Know-how sind die Spezialisten in der Lage, alle Erkrankten individuell und vor allem einfühlsam zu behandeln.

Vorsorge und Erkennung

Prostatakrebs

Männer ab 45 Jahren können einmal jährlich die Leistungen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms in Anspruch nehmen, Männer mit familiärer Vorbelastung ab dem 40. Lebensjahr. Die Untersuchung wird von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Die Früherkennung umfasst ein Gespräch mit einem Arzt/einer Ärztin, in dem nach eventuellen Beschwerden oder Symptomen gefragt wird. Außerdem werden die Geschlechtsorgane und die Lymphknoten in der Leiste untersucht und der Arzt/die Ärztin tastet die Prostata vom Enddarm aus ab. Darüber hinaus ist die Bestimmung des PSA-Wertes (Prostata-spezifisches Antigen) ein wesentlicher Bestandteil der Prostatakrebsfrüherkennung, die jedoch derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet wird.

Harnblasenkrebs

Es gibt keine spezifischen Vorsorgeuntersuchungen für Harnblasenkrebs. Menschen mit erhöhtem Risiko, wie Raucher:innen oder Personen, die häufig Chemikalien ausgesetzt sind, sollten jedoch regelmäßig ihre Harnwege bei Urolog:innen untersuchen lassen. Eine gesunde Ernährung und ein aktiver Lebensstil können auch dazu beitragen, das Risiko einer Erkrankung zu senken. Bei Blutbeimengung im Urin sollte ein:e Urolog:in auf jeden Fall aufgesucht werden. Die Früherkennung von Harnblasenkarzinomen erfolgt normalerweise durch eine Zystoskopie, bei der der Arzt bzw. die Ärztin die Harnblase mit einem speziellen Instrument untersucht. Es kann auch ein Urintest durchgeführt werden, um Anzeichen einer Erkrankung zu erkennen. Auch die photodynamische Diagnostik (Blaulicht-Blasenspiegelung) ist eine moderne Untersuchung, die zu einer besseren Detektion von Harnblasenkrebs führen kann.

Nierenzellkarzinom

Der häufigste Nierenkrebs ist das Nierenzellkarzinom. Es gibt aber auch gutartige Tumore der Niere (z. B. Nierenzysten, Onkozytom, Angiomyolipom). Eine spezielle Vorsorgeuntersuchung ist von Seiten der gesetzlichen Früherkennungsprogramme nicht vorgesehen. In der Regel verursacht das Nierenzellkarzinom keine Frühsymptome, so dass die Erkrankung eher zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung oder im Rahmen von anderen Erkrankungen bei CT- oder MRT-Untersuchungen festgestellt wird. In diesem Stadium ist die Erkrankung oftmals heilbar. Bei Spätsymptomen wie Flankenschmerzen, blutigem Urin, Gewichtsverlust und Leistungsminderung oder tastbarem Tumor ist die Erkrankung oftmals schon lokal fortgeschritten oder metastasiert und die Heilungschancen sind dann eingeschränkt.

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Diagnostik

Prostatakrebs

Neben der Tastuntersuchung, die als alleinige Diagnosemethode jedoch nicht geeignet ist, wird bei Verdacht auf ein Prostatakarzinom häufig der sogenannte PSA-Wert bestimmt. Übersteigt der PSA-Wert im Blut eine definierte Grenze oder steigt ungewöhnlich stark an, kann dies ein Hinweis auf eine Prostatakrebserkrankung sein. Hat die Tastuntersuchung einen auffälligen Befund ergeben oder ist der PSA-Wert auffällig hoch, kann eine Biopsie Gewissheit bringen, ob ein Prostatakrebs vorliegt oder nicht. Bei dieser Untersuchung werden mit einer dünnen Nadel unter Ultraschallkontrolle über den Enddarm mehrere Gewebeproben aus der Prostata entnommen. Mittels transrektalem Ultraschall (TRUS) und einer Ultraschallsonde, die über den After in den Enddarm eingeführt wird, können die Prostata und umliegende Gewebestrukturen auf einem Bildschirm sichtbar gemacht werden. Die Magnetresonanztomografie (MRT) und seltener die Computertomographie (CT) können zudem nützliche Informationen zum Prostatavolumen oder Lokalisation des verdächtigen Bereichs geben.

Harnblasenkrebs

Um eine Diagnose zu stellen, kann eine Biopsie durchgeführt werden, bei der eine Gewebeprobe aus der Harnblase entnommen wird. Auch bildgebende Verfahren wie CT- oder MRT-Scans können helfen, die Ausbreitung des Tumors zu bestimmen. Allerdings hat Harnblasenkrebs in der Regel ein charakteristisches Erscheinungsbild, sodass die Diagnose durch die Blasenspiegelung hinreichend ist.

Nierenzellkarzinom

Bei Verdacht bzw. zum Ausschluss einer Nierentumorerkrankung ist als Basisdiagnostik eine Ultraschalluntersuchung durchzuführen. Sollte sich hier der Verdacht erhärten, dann ist die Durchführung einer CT- oder MRT-Untersuchung indiziert.

Behandlungsmöglichkeiten

Prostatakrebs

Wenn die Diagnose Prostatakrebs feststeht und Ausmaß sowie Stadium der Erkrankung bestimmt worden sind, entscheidet der Arzt/die Ärztin gemeinsam mit dem Patienten, welche Möglichkeiten der Behandlung genutzt werden. Folgende Behandlungsmethoden werden aktuell für die Behandlung des Prostatakarzinoms eingesetzt:

  • Operation
  • Strahlentherapie
  • Hormontherapie
  • Chemotherapie
  • Radionuklidtherapie
  • Abwarten („Watch and Wait-Strategie“)

Harnblasenkrebs

Die Behandlung von Harnblasenkarzinomen hängt vom Stadium der Erkrankung ab. In frühen Stadien kann eine endoskopische Tumorentfernung durch die Harnröhre ausreichend sein. Bei fortgeschrittenen Stadien kann eine vollständige Entfernung der Harnblase in Kombination mit einer Chemotherapie notwendig sein. Dieser Eingriff erfolgt in der Regel minimal-invasiv in der sogenannten „Schlüsselloch-Technik“ mit dem da Vinci-Operations-Robotersystem. Eine Instillationsbehandlung mit Chemo- oder Immuntherapeutika kann bei bestimmten Harnblasenkrebserkrankungen durchgeführt werden.

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Nierenzellkarzinom

Wurde im Rahmen eines CT oder MRT ein Tumor der Niere dargestellt, so ist meistens eine Operation der Niere erforderlich, um festzustellen, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt. Während früher stets eine Entfernung der gesamten Niere erfolgte, so ist heute - insbesondere bei kleinen Tumoren - ein Erhalt des gesunden Nierenanteils möglich. Die mikroskopische Untersuchung des entfernten Tumors lässt nun eine sichere Diagnose über das Vorliegen eines Nierentumors und eine Aussage zu, ob es sich um einen gutartigen Tumor oder um Nierenkrebs handelt. Die heutigen OP-Techniken erlauben oftmals ein minimalinvasives operieren mit Schlüsselloch-Technik (mit oder ohne Unterstützung des DaVinci-Operationsroboters).

Nachsorge

Prostatakrebs

Wenn die medizinische Behandlung einer Tumorerkrankung mit dem Ziel der Heilung (Operation, Bestrahlung) abgeschlossen ist, beginnt die Phase der Nachsorge. Durch regelmäßige Untersuchungen sollen Rezidive (ein Wiederauftreten der Krebskrankheit) rechtzeitig erkannt werden. Die Nachsorgephase beginnt spätestens drei Monate nach Abschluss der Operation oder Strahlentherapie. In den ersten zwei Jahren finden in Abständen von etwa drei Monaten ärztliche Untersuchungen statt, im dritten und vierten Jahr halbjährlich und danach jährlich. In erster Linie wird dabei der PSA-Wert bestimmt.

Harnblasenkrebs

Nach der Behandlung von Harnblasenkrebs ist eine regelmäßige Nachsorge wichtig, um Rückfälle oder Komplikationen zu erkennen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und Überwachungen können dazu beitragen, dass die erneute Erkrankung frühzeitig erkannt wird und die Chancen auf eine vollständige Heilung verbessert werden.

Nierenzellkarzinom

Wie bei anderen Krebserkrankungen ist auch beim Nierenkrebs eine Nachsorge erforderlich, um Rückfälle - gerade bei fortgeschrittenen Nierentumoren - frühzeitig zu erkennen. Sollte eine Nierenkrebserkrankung wiederkehren und Metastasen auftreten, so kann ein Fortschritt der Erkrankung heutzutage mit modernen Medikamenten (z. B. Immuntherapie, TKI-Behandlung) oftmals erfolgreich behandelt werden.

Neurologische Diagnostik

Die neurologische Diagnostik spielt eine entscheidende Rolle bei der Erkennung und Behandlung von neurologischen Komplikationen bei Tumorerkrankungen. Verschiedene Untersuchungsmethoden stehen zur Verfügung, um die Funktion des Nervensystems zu beurteilen.

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Ultraschalldiagnostik

Zur neurologischen Ultraschalldiagnostik gehören die Doppler- und Duplexsonographie der großen Hals- und Hirngefäße. Mit einer Ultraschallmesssonde kann die Blutflußgeschwindigkeit aufgezeichnet und eine Gefäßverengung oder -mißbildung erkannt werden. Die Neurosonographie wird eingesetzt bei Beschwerden wie z.B.. Die Duplexsonographie erlaubt eine hochauflösende, sehr exakte bildliche Betrachtung der hirnversorgenden Halsarterien, so dass Veränderungen der Gefäßwand, z.B. erkannt werden können. Der Blutfluß der großen, im Gehirn liegenden Arterien wird je nach Strömungsgeschwindigkeit farblich unterschiedlich dargestellt.

Elektroenzephalographie (EEG)

Das EEG ist eine Untersuchungsmethode, mit deren Hilfe man die elektrische Aktivität des Gehirns mit Oberflächenelektroden aufzeichnen kann, die mit einer Haftpaste auf die Kopfhaut aufgesetzt werden. Die Ableitung eines EEG erfolgt überwiegend bei geschlossenen, mehrfach auch bei kurz geöffneten Augen in Ruhe. Um krankhafte Veränderungen besser darstellen zu können, muß manchmal eine Untersuchung mit einer Provokationsmethode erfolgen.

Visuell Evozierte Potentiale (VEP)

VEP ermöglichen eine Beurteilung des Sehnerven und der Sehbahn.

Elektromyographie (EMG)

In der neurologischen Diagnostik lassen sich durch das EMG Aussagen über Krankheiten der Nerven oder Muskeln machen. Eine Störung kann durch Messung der elektrischen Muskelaktivität mit Hilfe einen dünnen Nadel, die in den Muskel eingestochen wird, festgestellt werden. Um eine möglichst genaue Aussage über die Art der Schädigung zu erhalten, ist es erforderlich mehrere Muskeln zu untersuchen. Die Untersuchung ist gering schmerzhaft, in etwa mit einer Blutentnahme vergleichbar. Bei Veränderungen der Blutgerinnung, z.B.. Nach elektrischer Reizung können mit Oberflächenelektroden von Zielmuskeln Potentiale abgeleitet werden. Eine Nervenschädigung ist an einer verlangsamten oder fehlenden Reizantwort zu erkennen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Supportive Maßnahmen

Die Behandlung von Tumorerkrankungen erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen. Neben Urologen, Onkologen und Neurologen sind auch Strahlentherapeuten, Pathologen, Radiologen und Psychologen wichtige Mitglieder des Behandlungsteams.

Zentrum für Strahlentherapie Rheine-Osnabrück

Das Zentrum für Strahlentherapie Rheine-Osnabrück bietet moderne Strahlentherapieverfahren zur Behandlung von Tumorerkrankungen an.

Pathocom (Praxis für Pathologie)

Die Praxis für Pathologie Pathocom führt histologische Untersuchungen von Gewebeproben durch, um die Diagnose von Tumorerkrankungen zu sichern und das Ausmaß der Erkrankung zu bestimmen.

Prostatakrebs Selbsthilfe Rheine (Selbsthilfegruppe)

Die Prostatakrebs Selbsthilfe Rheine bietet Betroffenen und ihren Angehörigen Unterstützung und Austauschmöglichkeiten.

Krebs und jetzt?

"Krebs und jetzt?" bietet Informationen und Unterstützung für Menschen mit Krebs und ihre Angehörigen.

Laborarztpraxis Osnabrück und MVZ Institut für Labormedizin u. Klin. Genetik Rhein/Ruhr GmbH

Die Laborarztpraxis Osnabrück und das MVZ Institut für Labormedizin u. Klin. Genetik Rhein/Ruhr GmbH führen labordiagnostische Untersuchungen durch, die für die Diagnose und Verlaufskontrolle von Tumorerkrankungen wichtig sind.

Nephrologische Praxis Ibbenbüren

Die Nephrologische Praxis Ibbenbüren behandelt Nierenerkrankungen, die im Zusammenhang mit Tumorerkrankungen auftreten können.

Praxis für Neurologie und Psychiatrie

Die Praxis für Neurologie und Psychiatrie bietet neurologische und psychiatrische Betreuung für Patienten mit Tumorerkrankungen an.

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