Innovationen in der Neurologie am UMC Utrecht: Ein Überblick

Das Universitätsmedizinische Zentrum Utrecht (UMC Utrecht) in den Niederlanden hat sich als ein Zentrum für neurologische Innovationen etabliert. Durch die Kombination von Forschung und klinischer Praxis werden hier neue Therapieansätze entwickelt und angewendet, die das Leben von Patienten verbessern. Dieser Artikel beleuchtet einige der bemerkenswertesten Entwicklungen und Studien, die am UMC Utrecht durchgeführt wurden.

Stammzelltherapie für Neugeborene mit Hirnschäden

Ein vielversprechender Ansatz ist die Entwicklung einer neuen Form der Stammzelltherapie für Neugeborene, die durch einen Schlaganfall einen Hirnschaden erlitten haben. Die Forscherinnen Cora Nijboer und Manon Benders vom UMC Utrecht konzentrieren sich in ihrer Arbeit auf Neugeborene mit Hirnschäden durch Infarkte, da diese Kinder später im Leben oft mit Problemen zu kämpfen haben.

Verabreichung über Nasentropfen

Die Besonderheit dieser Therapie liegt in der Art der Verabreichung: Die Stammzellen werden über Nasentropfen verabreicht. Zu Beginn der Forschung im Jahr 2010 waren viele skeptisch, ob die Zellen auf diesem Weg den geschädigten Bereich im Gehirn erreichen würden.

Der Weg der Stammzellen zum Gehirn

Nach jahrelanger Forschung hat das Team jedoch den Weg der Stammzellen genau verfolgt. "Sie passieren eine Art Siebbein in der Nase und werden dann in die Blutgefäße der Hirnhäute oder in den Liquor aufgenommen. Innerhalb weniger Stunden wandern sie zu der geschädigten Stelle im Gehirn", erklärt Neurowissenschaftlerin Cora Nijboer. Der geschädigte Bereich des Gehirns sendet "Notfallsignale" aus, die die Stammzellen anlocken.

Heilungspotenzial bei Neugeborenen

Professorin für Neonatologie, Manon Benders, betont, dass eine Heilung vor allem bei Neugeborenen möglich ist, da sich ihre jungen Gehirne noch entwickeln. Durch Stimulation können die verbleibenden lebenswichtigen Verbindungen im geschädigten Gewebe repariert werden.

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Klinische Studie mit vielversprechenden Ergebnissen

Das Team um Nijboer und Benders hat die Behandlung bereits an Patienten durchgeführt. In einer Studie erhielten zehn Neugeborene mit Hirninfarkt eine einmalige Dosis Stammzellen über Nasentropfen, nachdem der Infarkt mittels MRT festgestellt worden war. Im Alter von etwa drei Monaten wurde eine weitere MRT-Untersuchung durchgeführt, um das Ausmaß des Restschadens und die Sicherheit der Behandlung zu beurteilen. Die Entwicklung der Babys wurde in der neonatologischen Ambulanz überwacht.

Sicherheit und Wirksamkeit

"In den Daten dieser Sicherheitsstudie sahen wir Anzeichen für die Wirksamkeit der Behandlung", so Benders. Es sei das erste Mal, dass Neugeborenen mit Hirnschäden Stammzellen über Nasentropfen verabreicht wurden. Die Beobachtungen der zehn Neugeborenen zeigten keine Infektionen oder Neubildungen, was darauf schließen lässt, dass dies eine sichere Methode ist.

3D-gedruckter Schädel als innovative Lösung

Ein weiterer Meilenstein am UMC Utrecht ist die erstmalige Verpflanzung eines mit einem 3D-Drucker hergestellten Schädels. Medizinern und Neurochirurgen gelang es, einer 22-jährigen Patientin eine künstliche Schädeldecke aus dem 3D-Drucker zu verpflanzen, nachdem ihre eigene entfernt werden musste.

Erfolgreiche Operation ohne Abstoßung

Die 23-stündige Operation war ein voller Erfolg, da der Körper der Patientin den 3D-gedruckten Schädel nicht abstieß. Dies ist der erste erfolgreiche Eingriff dieser Art.

Lebensrettende Maßnahme

Die Patientin litt unter schweren Kopfschmerzen und eingeschränktem Sehvermögen aufgrund einer Erkrankung der Schädeldecke. Ohne die Operation wären schwere Hirnschäden oder sogar der Tod die Folge gewesen. Dank der 3D-Drucktechnologie konnte ihr Leben gerettet werden.

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Materialien und Haltbarkeit

Die Schädeldecke wurde aus einem speziellen, harten und robusten Kunststoff gefertigt. Es ist noch unklar, ob sie irgendwann ersetzt werden muss oder ob sie ein Leben lang hält.

Positive Ergebnisse für die Patientin

Nach Angaben der Klinik geht es der Patientin gut. Sie hat ihre Arbeit wieder aufgenommen und ihre volle Sehkraft wiedererlangt.

Potenzial für weitere Anwendungen

Die Ärzte sehen in der 3D-Drucktechnik die Hoffnung, auch andere Knochenkrankheiten durch künstliche Implantate zu heilen. Die Reparatur schwer beschädigter Schädel nach Unfällen oder durch Tumore ist ein weiteres vielversprechendes Anwendungsfeld.

Epilepsie: Medikamentenabsetzung und Rezidivrisiko

Epilepsien gehören zu den häufigsten schweren neurologischen Erkrankungen. Anfallssuppressive Medikamente (ASM) sind der Grundpfeiler der Behandlung, wobei etwa zwei von drei Patienten anfallsfrei werden. Auch bei langjähriger Anfallsfreiheit durch ASM spricht man nicht von einer Heilung.

Wann gilt eine Epilepsie als überwunden?

Eine Epilepsie gilt als überwunden, wenn Patienten zehn Jahre anfallsfrei waren und in den letzten fünf Jahren keine ASM eingenommen haben. Eine Studie der Mayo Clinic zeigte, dass sich 20 Jahre nach der Erstdiagnose einer Epilepsie 70 % der Patienten in Remission befanden (definiert als mindestens fünf Jahre anfallsfrei), wobei etwa die Hälfte dieser Patienten seit mindestens fünf Jahren keine ASM mehr einnahm.

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Nutzen und Risiken der Medikamentenabsetzung

Die Frage, ob und wann ein ASM abgesetzt werden kann, ist für anfallsfreie Patienten von großer Bedeutung. Das Absetzen sollte nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung gemeinsam von Arzt und Patient entschieden werden. Der Nutzen kann in einem Wegfall von Nebenwirkungen und Wechselwirkungen und somit in einer Verbesserung der Lebensqualität bestehen.

Mögliche Nebenwirkungen von ASM

Nebenwirkungen bei der Langzeitbehandlung mit ASM können neuropsychologisch und -psychiatrisch (kognitive Beeinträchtigung, Depressionen, Reizbarkeit), neurologisch (Schwindel, Doppelbilder, Tremor) als auch allgemein, z. B. internistisch (Übelkeit, Leberschädigungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen) oder teratogen sein. Die Häufigkeit angegebener Nebenwirkungen variiert je nach Erhebungsmethode. Spontan berichten 10-40 % der Patienten über Nebenwirkungen, während strukturierte Screeningfragebögen bei 60-90 % der Patienten Nebenwirkungen aufdecken.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

ASM haben zudem potenzielle Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Besonders relevant ist die Interaktion von Substanzen wie Lamotrigin mit hormonellen Kontrazeptiva. Einige ASM, wie Carbamazepin und Phenytoin, sind Induktoren bestimmter Zytochrom-P450-Isoenzyme und können die Wirksamkeit oraler Antikoagulanzien sowie antiviraler oder antibiotischer Medikamente beeinflussen.

Psychosoziale Auswirkungen und Kosten

Die langjährige Einnahme von ASM kann die Lebensqualität der Patienten reduzieren und zu Stigmatisierung führen. Das Absetzen kann die Lebensqualität verbessern und berufliche Einschränkungen aufheben. Ein weiterer Nutzen ist die Reduktion von Kosten für das Gesundheitssystem und die Patienten.

Risiken eines Anfallsrezidivs

Den dargestellten Nutzen stehen die Risiken eines Absetzversuchs gegenüber, die durch das Auftreten eines erneuten epileptischen Anfalls und die damit verbundenen Folgen entstehen. Neben den unmittelbaren Risiken jedes epileptischen Anfalls besteht die Gefahr, dass Patienten mit einem Anfallsrezidiv trotz erneuter Einnahme nicht wieder anfallsfrei werden.

Studien zum Rezidivrisiko

Die Evidenzlage hinsichtlich des Risikos für ein Anfallsrezidiv nach dem Absetzen von ASM ist bei erwachsenen Patienten mit Epilepsie gering. Es gibt zwei randomisierte kontrollierte Studien, die zeigen, dass das Risiko eines Anfallsrezidivs nach Absetzen des ASM höher ist als bei Fortführung der Einnahme.

Risikofaktoren für ein Anfallsrezidiv

Basierend auf den Prädiktoren einer Metaanalyse kann das individuelle Risiko für Anfallsrezidive 2 und 5 Jahre nach Absetzen abgeschätzt werden. Zu den Risikofaktoren gehören eine längere Dauer der Epilepsie bis zur klinischen Remission, eine höhere Anzahl epileptischer Anfälle bis zur klinischen Remission, ein kürzeres anfallsfreies Intervall bis zum Absetzen, ein höheres Lebensalter bei Krankheitsbeginn sowie Entwicklungsverzögerungen.

Epilepsieart und Syndrom

Auch die Epilepsieart und das Epilepsiesyndrom sind relevante Faktoren. Bei genetischen Epilepsien im Kindesalter ist die Chance hoch, dass es nach langjähriger Anfallsfreiheit auch nach dem Absetzen einer ASM zu keinem erneuten Anfall kommt. Dagegen ist die Wahrscheinlichkeit für ein Anfallsrezidiv hoch bei Patienten mit fokaler Epilepsie mit struktureller Läsion im MRT oder bei Patienten mit juveniler myoklonischer Epilepsie (JME).

Aufklärung und Dosisreduktion

Patienten sollten darüber aufgeklärt werden, dass ASM nur nach ärztlicher Rücksprache abgesetzt werden sollten, um das Risiko für einen Status epilepticus oder Entzugsanfälle zu minimieren. Belastbare Daten zur Dauer der Dosisreduktion bis zum Absetzen des ASM fehlen bislang.

EEG und Nachsorge

Einer der unabhängigen Risikofaktoren für ein Anfallsrezidiv nach dem Absetzen von ASM ist der Nachweis interiktaler epileptiformer Muster im EEG noch unter der Einnahme von ASM. Nach Beendigung eines ASM sollten Patienten für mindestens zwei Jahre von ihren behandelnden Neurologen regelmäßig gesehen werden.

Patientenpräferenzen

Patienten und Ärzte sind oft ambivalent gegenüber dem Absetzen von ASM. Viele Patienten, denen ärztlicherseits ein Absetzen empfohlen wurde, entscheiden sich dagegen und bevorzugen eine weitere Einnahme des ASM.

Fazit zur Medikamentenabsetzung

Ob und wann bei anfallsfreien Patienten mit Epilepsie die regelmäßige Einnahme von ASM beendet werden kann, ist eine komplexe Frage. Das Risiko eines Anfallsrezidivs ist nach dem Absetzen von ASM etwa doppelt so hoch wie unter der Fortführung der Therapie. Die Wahrscheinlichkeit von Anfallsfreiheit nach dem Absetzen von ASM hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Nach den Empfehlungen der aktuellen Leitlinie kann bei mindestens zweijähriger Anfallsfreiheit in einer gemeinsamen Entscheidungsfindung von Arzt und Patient ein Absetzen des ASM erwogen werden, je günstiger die Konstellation bezüglich der genannten Prädiktoren für weitere Anfallsfreiheit ist.

Polyneuropathie: Fortschritte in Diagnose und Therapie

Polyneuropathie betrifft weltweit Millionen von Menschen. Die Behandlungslandschaft hat sich zwischen 2023 und 2025 dramatisch gewandelt, mit bahnbrechenden Therapien, neuartigen Wirkmechanismen und innovativen Ansätzen. Der Weg von den ersten Symptomen bis zur wirksamen Behandlung ist zunehmend personalisiert worden.

Diabetische Polyneuropathie

Die diabetische Polyneuropathie bleibt die häufigste Form und betrifft 50% der Diabetes-Patienten im Laufe ihres Lebens. Neuere Forschungen haben komplexe Mechanismen jenseits der einfachen Glukosetoxizität aufgedeckt, einschließlich mitochondrialer Dysfunktion, oxidativem Stress und Entzündungswegen.

Chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP)

Die chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) betrifft etwa 3 von 100.000 Menschen, stellt aber eine der am besten behandelbaren Formen der Polyneuropathie dar. Die FDA-Zulassung von Vyvgart Hytrulo(Efgartigimod alfa) im Jahr 2024 markiert einen Paradigmenwechsel in der CIDP-Behandlung.

Charcot-Marie-Tooth-Krankheit

Die Charcot-Marie-Tooth-Krankheit, die 19 von 100.000 Menschen betrifft, galt lange als unbehandelbar. Die Jahre 2023-2024 brachten jedoch beispiellose Fortschritte mit über 130 identifizierten Genen und aufkommenden Präzisionsmedizin-Ansätzen.

Chemotherapie-induzierte periphere Neuropathie (CIPN)

CIPN betrifft 30-40% der Krebspatienten, die neurotoxische Chemotherapie erhalten, und stellt ein wichtiges Lebensqualitätsproblem bei Krebsüberlebenden dar. Die Identifizierung des SARM1-Signalwegs bei der Wallerschen Degeneration und genetischer Marker hat eine Risikostratifizierung ermöglicht.

Gezielte biologische Therapien

Die Zulassung von Riliprubart (SAR445088), einem First-in-Class C1s-Komplement-Inhibitor, veranschaulicht die Verschiebung zu gezielten biologischen Therapien. FcRn-Antagonisten stellen eine weitere bahnbrechende Klasse dar.

Schmerzmanagement

Während Gabapentinoide und SNRIs Erstlinienbehandlungen bleiben, haben ihre bescheidenen Effektstärken die Suche nach besseren Optionen vorangetrieben. Suzetrigin (Journavx), 2024 von der FDA als First-in-Class nicht-opioides Analgetikum zugelassen, zielt selektiv auf NaV1.8-Natriumkanäle ab.

Kombinationstherapie und individualisierte Behandlung

Die Erkenntnis, dass Kombinationstherapie oft überlegene Ergebnisse liefert, hat zu verfeinerten Protokollen geführt. Die Standard-IVIG-Therapie wurde durch Individualisierung verfeinert.

Physiotherapie und Rehabilitation

Mehrere systematische Übersichtsarbeiten bestätigen Gleichgewichtstraining als die konsistent wirksamste physiotherapeutische Intervention über alle Neuropathietypen hinweg. Bei diabetischer peripherer Neuropathie erzielt die Kombination von Ausdauertraining mit sensomotorischen Übungen optimale Ergebnisse.

Akupunktur und Neurofeedback

Akupunktur hat für diabetische Neuropathie einen starken Evidenzstatus erreicht. Neurofeedback stellt einen Durchbruch in der nicht-invasiven Neuromodulation dar.

Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel

Pflanzenbasierte Ernährung zeigt schnelle Verbesserungen bei schmerzhafter Neuropathie. Alpha-Liponsäure sticht mit robuster Evidenz hervor. Acetyl-L-Carnitin zeigt Schmerzreduktion in Meta-Analysen. Topisches Capsaicin erreicht eine Number Needed to Treat von 5,7 für signifikante Schmerzverbesserung.

Stammzelltherapie und Gentherapie

Stammzelltherapie-Meta-Analysen zeigen signifikante Verbesserungen der motorischen Nervenleitgeschwindigkeit und sensorischer Parameter. CRISPR-Anwendungen haben sich von theoretisch zu praktisch entwickelt, wobei Base-Editing-Studien für hereditäre Neuropathien durch präklinische Stadien voranschreiten.

Bioelektronische Medizin und KI-gesteuerte Therapie

Die FDA-Zulassung der Rückenmarkstimulation für refraktäre diabetische Neuropathie markiert die Reifung der bioelektronischen Medizin. Die Entwicklung von KI-gesteuerten Geräten, die individuelle Schmerzmuster lernen und die Therapie entsprechend anpassen, veranschaulicht die mit moderner Technologie mögliche Personalisierung.

Personalisierte Behandlung und Früherkennung

Die Integration von Gentests, Biomarker-Profiling und KI-gesteuerter Analyse ermöglicht eine beispiellose Behandlungspersonalisierung. Die konfokale Hornhautmikroskopie hat sich als nicht-invasives Fenster in die Small-Fiber-Gesundheit etabliert und erkennt Anomalien, bevor Symptome auftreten.

Screening-Empfehlungen

Die Richtlinien der American Diabetes Association von 2024 empfehlen das Screening aller Typ-2-Diabetes-Patienten bei Diagnose und Typ-1-Patienten nach fünf Jahren, mit jährlicher Nachsorge.

Präventionsstrategien

Strukturierte Lebensstilprogramme reduzieren das Neuropathie-Risiko durch mehrere Mechanismen über die Glukosekontrolle hinaus. Das Verständnis, warum sich Neuropathie nachts verschlimmert, ermöglicht gezielte Interventionen.

Psychische Gesundheit und Selbsthilfegruppen

Die bidirektionale Beziehung zwischen neuropathischen Schmerzen und Stimmungsstörungen erfordert integrierte psychische Gesundheitsunterstützung. Selbsthilfegruppen bieten Peer-Verbindung und praktische Bewältigungsstrategien.

Fazit zur Polyneuropathie

Frühzeitige Intervention bei entzündlichen Neuropathien kann vollständige Remission erreichen, während späte Behandlung möglicherweise nur die Progression stoppt. Bei diabetischer Neuropathie kann intensive metabolische Kont… Durch die Zustimmung greifen Sie auf Inhalte von Google Maps zu, einem Dienst, der von einem externen Dritten bereitgestellt wird.

Wohnsituation und psychische Gesundheit

Eine Querschnittsstudie zur Erfassung von Einflussparametern auf Wohnungslosigkeit Menschen in psychiatrischer Behandlung. Derzeit sind nach Angaben des Berliner Senats über 14.000 Personen in Berlin obdachlos. Ein Großteil der Personen lebt in Übergangseinrichtungen. Über die Zahl der auf der Straße lebenden Menschen gibt es lediglich Schätzungen, die sich zwischen 600 und 3.000 Personen bewegen.

Psychiatrische Erkrankungen und Obdachlosigkeit

In nationalen und internationalen Studien konnte gezeigt werden, dass bis zu 90% der obdachlosen Menschen an einer psychiatrischen Erkrankung leiden. Hierbei sind etwa 80% von Suchterkrankungen betroffen.

Forschungsbedarf

Trotz der hohen Zahlen und der damit einhergehenden enormen Herausforderung für Sozial- und Versorgungssysteme bleiben die genauen Zusammenhänge zwischen psychischer Erkrankung und Wohnen und mögliche Präventionsstrategien bisher wissenschaftlich wenig untersucht.

Ziel der Studie

Die Studie zielt darauf ab, Einflussgrößen der Wohnungslosigkeit zu identifizieren, um daraus mögliche Handlungsperspektiven bezüglich der Prävention von Wohnungsverlusten psychisch erkrankter Menschen zu entwickeln.

Veröffentlichungen

Verschiedene Publikationen sind aus dieser Studie hervorgegangen, die sich mit Themen wie der Wohnsituation und Gesundheitsversorgung von Patienten in psychiatrischen Zentren, dem Besitz von Bankkonten, Schulden, Krediten, der Nutzung digitaler Technologien und der Wohnzufriedenheit beschäftigen.

Hochdosis-Hämodiafiltration bei Nierenversagen

Forscher konnten zeigen, dass mit einer neuen Dialysemethode, der Hochdosis-Hämodiafiltration, verglichen mit der herkömmlichen Hämodialyse das Sterberisiko um 23 % sinken kann. Die Ergebnisse dieser Studie wurden in der Zeitschrift The New England Journal of Medicine veröffentlicht.

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