Chronische Schmerzen und psychische Erkrankungen stellen in der heutigen Gesellschaft eine wachsende Herausforderung dar. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Neurologie und Psychiatrie, wie sie beispielsweise in Norderstedt praktiziert wird, bietet einen umfassenden Ansatz zur Behandlung dieser komplexen Leiden. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieser Fachgebiete, von der multimodalen Schmerztherapie bis hin zur Entwicklung psychischer Erkrankungen wie Depressionen.
Multimodale Schmerztherapie (MMST) bei chronischen Schmerzen
Chronische Schmerzen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Oftmals sind Arztbesuche und vorherige Therapien erfolglos geblieben. In solchen Fällen kann eine multimodale Schmerztherapie (MMST) eine wirksame Behandlungsoption darstellen. Diese Therapieform wird sowohl teilstationär (tagklinisch, vierwöchig) als auch stationär (dreiwöchig) angeboten.
Das Konzept der MMST
Das Konzept der MMST wurde speziell für Patient:innen mit chronischen Schmerzen entwickelt. Es basiert auf der Erkenntnis, dass chronische Schmerzen ein komplexes bio-psycho-soziales Phänomen darstellen. Das bedeutet, dass nicht nur körperliche Faktoren, sondern auch psychische und soziale Aspekte eine Rolle spielen.
Ablauf der MMST
Vor der Aufnahme in eine MMST erfolgt ein ausführliches Indikationsgespräch, in dem die Patient:innen und ihre Krankengeschichte kennengelernt werden. Gemeinsam wird die Therapie besprochen. Um sich für ein solches Gespräch anzumelden, kann man die Nummer 040-181887-3020 kontaktieren, woraufhin ein Fragebogen per Post zugeschickt wird. Nach Erhalt des ausgefüllten Bogens und ggf. weiterer ärztlicher Unterlagen wird über die Aufnahme entschieden. Ärztliche Leitung hat Dr. Nina Keppler, Fachärztin für Anästhesiologie, spezielle Schmerztherapie und Intensivmedizin. Sie erklärt im Podcast des Hamburger Abendblatt, dass es viele Formen von Schmerzen gibt.
Von akut zu chronisch: Die Entwicklung von Schmerzen
Akute Schmerzen können sich in manchen Fällen zu dauerhaften, chronischen Schmerzen entwickeln und die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Die MMST zielt darauf ab, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und den Patient:innen Strategien zur Schmerzbewältigung zu vermitteln.
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Die Entwicklung von Depressionen und der Boom der Therapien
Die moderne Gesellschaft ist geprägt von einem wachsenden Bewusstsein für psychische Gesundheit. Dies hat unter anderem zu einem Anstieg der Diagnosen von Depressionen und einem Boom der Therapieangebote geführt.
Der Wandel der Depressionsdiagnostik
Die Wahrnehmung und Diagnose von Depressionen hat sich im Laufe der Zeit stark verändert. War die Depression früher ein eher randständiges Phänomen, so hat sie sich heute zu einer Art "Modekrankheit" entwickelt. Diese Entwicklung wirft Fragen auf: Wie kam es zu diesem Wandel? Wodurch wurde der Boom der Therapien und Beratungen begünstigt?
Zunahme von Fachkräften und Krankheitskategorien
Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht diesen Trend: Während 1986 noch 2.588 Nervenärzte in Deutschland beschäftigt waren, waren es 2002 bereits 4.811. Auch die Anzahl der Psychiater und psychologischen Psychotherapeuten ist deutlich gestiegen. Parallel dazu hat sich die Anzahl der verschiedenen Krankheitskategorien im Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen (DSM) von 180 im DSM-II über 292 im DSM-III auf 395 im DSM-IV erhöht.
Der Einfluss von Ratgebern und Medien
Auch die Anzahl der Ratgeber zum Thema psychische Gesundheit hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Allein von den späten 80ern bis 1998 hat sich die Ratgeberanzahl verdoppelt. Die Medien spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Informationen über psychische Erkrankungen und Therapieangebote.
Die Rolle der Neurologie und Psychiatrie in Norderstedt
In Norderstedt arbeiten Neurologie und Psychiatrie eng zusammen, um Patient:innen mit einem breiten Spektrum an Erkrankungen optimal zu versorgen. Die enge Kooperation ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtung der Patient:innen und die Entwicklung individueller Therapiepläne.
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Behandlungsschwerpunkte
Zu den Behandlungsschwerpunkten gehören unter anderem:
- Chronische Schmerzerkrankungen: Multimodale Schmerztherapie (MMST)
- Depressionen und andere affektive Störungen: Medikamentöse Therapie, Psychotherapie
- Angststörungen: Verhaltenstherapie, Medikamentöse Therapie
- Neurologische Erkrankungen: Schlaganfall, Parkinson-Krankheit, Multiple Sklerose
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Neurologen, Psychiatern, Psychologen und anderen Fachkräften ermöglicht eine umfassende Diagnostik und Behandlung. Durch den Austausch von Wissen und Erfahrungen können die Patient:innen optimal betreut werden.
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