Neurologie Werne Krankenhaus: Öffnungszeiten, Leistungen und Schwerpunkte

Das St. Christophorus Krankenhaus Werne, ein Teil der Katholischen St. Paulus Gesellschaft, bietet im Bereich der Neurologie ein breites Spektrum an Leistungen. Dieser Artikel soll einen Überblick über die neurologische Klinik in Werne geben, ihre Schwerpunkte, diagnostischen Möglichkeiten und Öffnungszeiten der beteiligten Einrichtungen.

Die Katholische St. Paulus Gesellschaft

Das St. Christophorus Krankenhaus Werne gehört zur Katholischen St. Paulus Gesellschaft. Zu diesem Verbund zählen neben dem Klinikum Lünen-Werne acht weitere Krankenhäuser mit insgesamt 2.900 Betten. Darüber hinaus betreibt die Paulus Gesellschaft Altenheime und eine Jugendhilfeeinrichtung.

Neurologische Klinik Werne: Umfassende Versorgung

Die Neurologische Klinik des St. Christophorus Krankenhauses Werne behandelt sämtliche Krankheitsbilder des neurologischen Fachgebietes nach dem neuesten Stand der Medizin. Sie ist für die primäre Akutversorgung des gesamten Kreises Coesfeld zuständig, wobei das Einzugsgebiet aufgrund des differenzierten Angebotes deutlich darüber hinausreicht. Im Jahr 2023 wurden hier mehr als 3.500 Patienten stationär betreut. Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Münster legt die Klinik großen Wert auf die Ausbildung junger Ärzte.

Schwerpunkte der Neurologischen Klinik

Die Schwerpunkte der Klinik liegen in der Diagnostik und Therapie von Patienten mit:

  • Schlaganfall
  • Parkinson
  • Multipler Sklerose
  • Epilepsie
  • Rückenmarkserkrankungen
  • Polyneuropathie
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel

Neben einer Sprechstunde für Privatversicherte bietet die Klinik auch spezielle Sprechstunden für Parkinson (einschließlich Tiefer Hirnstimulation) und Multiple Sklerose an.

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Zertifizierungen und Mitgliedschaften

Die hohe Qualität in der Behandlung von Schlaganfallpatienten wird durch die in 2022 erneut erfolgreich zertifizierte Stroke Unit (Schlaganfall-Spezialstation) durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft bescheinigt. Die Klinik ist Mitglied des Kompetenznetzes Parkinson, des Parkinsonnetzes Münsterland Plus (PNM+) und von der Deutschen MS Gesellschaft als Schwerpunktzentrum anerkannt.

Diagnostische Möglichkeiten

Die Neurologische Klinik bietet ein umfassendes Spektrum an diagnostischen Verfahren, darunter:

  • Elektroencephalographie (EEG) inklusive 24 Stunden Video-EEG
  • Elektroneurographie
  • Evozierte Potentiale
  • Doppler-/Duplexsonographie der hirnversorgenden Arterien
  • Differenzierte Schluckdiagnostik mittels Endoskopie (FEES)

Ergänzt wird die Diagnostik durch ein hauseigenes Liquorlabor und eine eigene Radiologische Klinik mit MRT und CT.

Therapeutisches Team

Neben neurologischen Fachärzten unterstützt ein multiprofessionelles Team die Patienten. Dieses besteht aus Neuropsychologen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden und speziell geschulten Pflegekräften (MS-Nurse und Parkinson-Nurse).

Zentrale Notaufnahme (ZNA) im Klinikum Lünen

Die Zentrale Notaufnahme (ZNA) des Klinikum Lünen ist 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr geöffnet. Sie ist die Anlaufstelle für alle ambulanten Patienten und Notfallpatienten, die das Krankenhaus aufsuchen. Hier werden sowohl kleine Verletzungen als auch Schwerverletzte, Erwachsene sowie alle Arten von akuten Erkrankungen behandelt. Die ZNA ist ein gemeinsamer Behandlungsbereich der internistischen, chirurgischen und neurologischen Kliniken des Klinikums Lünen.

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Organisation und Ausstattung der ZNA

In der ZNA arbeiten Ärzte aus mehreren Fachgebieten des Klinikums sowie ein spezialisiertes Pflegeteam eng zusammen. Für die Akutversorgung Schwerstverletzter steht ein modern ausgestatteter "Schockraum" bereit. Es besteht eine enge Anbindung an die radiologische Abteilung und somit die Möglichkeit zur schnellen bildgebenden Diagnostik (z. B. Röntgen, CT). Des Weiteren sind das Herzkatheterlabor, die Stroke Unit sowie die Intensivstationen organisatorisch eng an die ZNA angebunden.

Triage-System

Die Behandlungsnotwendigkeit richtet sich nach der Schwere der vermuteten Erkrankung und nicht nach der Wartezeit. Nach der Erstbehandlung in der ZNA können Patienten entweder das Krankenhaus wieder verlassen oder stationär aufgenommen werden.

Zertifizierungen und Kooperationen

Das Klinikum Lünen ist als regionales Traumazentrum zertifiziert und Bestandteil des Traumanetzwerks NordWest. Die ZNA ist zudem ein essentieller Bestandteil der zertifizierten Chest-Pain-Unit (CPU), die der Medizinischen Klinik I (Kardiologie, Pneumologie, kons. Intensivmedizin) zugeordnet ist.

Rettungsdienst

Seit 1974 ist am Klinikum Lünen der Rettungshubschrauber (RTH) Christoph 8 stationiert. Das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) wird hauptsächlich durch Ärzte der internistischen Abteilungen besetzt.

Hausärztlicher Notdienst

Die zentrale hausärztliche Notdienstpraxis befindet sich neben der Zentralen Notaufnahme. Die Sprechstundenzeiten sind montags, dienstags und donnerstags von 18:00 Uhr bis 22:00 Uhr.

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Spezielle neurologische Erkrankungen und deren Behandlung

Schlaganfall

Der Schlaganfall ist eine Durchblutungsstörung, die durch einen Hirnarterienverschluss (85%) oder eine Hirnblutung (15%) entstehen kann. Die Neurologische Klinik verfügt über acht modern ausgestattete Stroke Unit-Betten, in denen jährlich etwa 900 Schlaganfallpatienten behandelt werden.

Diagnostik:

  • Computertomographie des Schädels
  • EKG
  • Blutgasanalyse
  • Ultraschall der hirnversorgenden Arterien
  • ggf. Magnetresonanztomographie des Schädels
  • ggf. Echokardiographie (Ultraschall des Herzens)
  • ggf. videounterstützte endoskopische Schluckuntersuchung

Therapie:

Die Akutbehandlung erfolgt zunächst auf der Stroke Unit. Es wird versucht, bei einer Durchblutungsstörung das Gerinnsel durch eine Lyse aufzulösen, um den Schaden zu begrenzen. Bei größeren Gefäßverschlüssen kann das Gefäß mechanisch mittels Katheter wiedereröffnet werden (Thrombektomie).

Parkinson-Krankheit

Die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson) ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen in Deutschland. Ausgelöst wird sie durch einen Mangel des Botenstoffes Dopamin im Gehirn.

Symptomatik:

  • Verlangsamung der Bewegungsabläufe (Bradykinese)
  • Zittern (Tremor)
  • Muskelsteifigkeit (Rigor)
  • Haltungsinstabilität

Therapie:

Die medikamentöse Therapie gleicht den Dopaminmangel aus. Bei nachlassender Wirkung der konventionellen Therapie können alternative Therapieoptionen wie das Apomorphin subkutan, die Tiefe Hirnstimulation oder die Duodopa-Pumpe in Betracht gezogen werden. Die Klinik ist für die ambulante Videotherapie zugelassen.

Multiple Sklerose

Die Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems.

Symptomatik:

Die Symptome der MS können sehr verschieden sein - unter anderem treten Gefühlsstörungen, Lähmungen, Sehstörungen, Blasenfunktionsstörungen oder Erschöpfungssymptome auf.

Diagnostisches Spektrum:

  • Kernspintomographie des zentralen Nervensystems
  • Elektrophysiologie (VEP, MEP, SEP, AEP, EEG)
  • Labor- und Liquordiagnostik

Therapeutisches Spektrum:

  • intravenöse Kortisontherapie im akuten Schub
  • Plasmaaustauschtherapie
  • intrahekale Baclofentherapie
  • intrathekale Kortisontherapie
  • Einstellung einer Immuntherapie

Schwindel

Schwindel ist ein häufiges Symptom, hinter welchem sich viele verschiedene und oft auch neurologische Erkrankungen verbergen können.

Diagnostik:

Zunächst erfolgt eine ausführliche körperliche Untersuchung mit speziellen Schwindeltests. Zur weiteren Einordnung der Beschwerden stehen neben einem MRT-Gerät auch weitere neurologische Untersuchungsverfahren zur Verfügung.

Therapie:

Die Therapie ist abhängig von der Grunderkrankung.

Epilepsie

Mit der Bezeichnung Epilepsie werden verschiedene Krankheitsbilder zusammengefasst, bei denen das Auftreten von spontanen Anfällen vorkommt.

Diagnostik:

EEG

Symptomatik:

Die epileptischen Anfälle können sehr unterschiedlich sein. Teilweise gehen sie mit Bewusstseinsverlust und ggf. einem Sturz einher, teils bleibt das Bewusstsein erhalten und nur ein Teil des Körpers erleidet unwillkürliche Zuckungen der Muskeln oder Missempfindungen auf der Haut.

Weitere Informationen

Für weitere Informationen zu den Leistungen und Öffnungszeiten der Neurologischen Klinik im St. Christophorus Krankenhaus Werne sowie der Zentralen Notaufnahme im Klinikum Lünen empfiehlt es sich, die jeweiligen Webseiten der Einrichtungen zu besuchen oder telefonisch Kontakt aufzunehmen.

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