Neurologe Berlin: Umfassende Migränebehandlung für mehr Lebensqualität

Millionen Menschen leiden unter Migräne, oft ohne klare Diagnose oder passende Behandlung. Glücklicherweise gibt es in Berlin spezialisierte Neurologen, die umfassende Migränebehandlungen anbieten, um die Lebensqualität der Betroffenen deutlich zu verbessern. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Migräne, ihre Ursachen, Symptome und moderne Therapieansätze, die in Berlin verfügbar sind.

Kopfschmerzzentrum Charité: Anlaufstelle für Kopf- und Gesichtsschmerzen

Das Kopfschmerzzentrum der Charité versorgt jährlich über 2.000 Patient:innen mit Kopf- und Gesichtsschmerzen. Bei wiederkehrenden Kopf- und Gesichtsschmerzen, die den Alltag beeinträchtigen, sollte zuerst eine fachärztliche Vorstellung in einer neurologischen Praxis erfolgen.

Ärztliche Expertise in Berlin

In Berlin stehen Ihnen kompetente Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung, die sich auf die Behandlung von Migräne spezialisiert haben:

  • Dr. med. Mira Pauline Fitzek
  • Dr. med. Carolin Höhne
  • Dr. med. Kristin Sophie Lange
  • PD Dr. Bianca Raffaelli
  • Prof. Dr. Uwe Reuter
  • Yones Salim
  • Dr. med. Gastwissenschaftler: PD Dr.

Was ist Migräne?

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich in Form einer Schmerzattacke äußert. Diese äußert sich in einem pulsierenden bis pochenden Kopfschmerz, der plötzlich und anfallartig beginnt. Häufig wird die Attacke von Erbrechen, Übelkeit, Beeinträchtigung des Sehvermögens, Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit sowie Appetitlosigkeit begleitet. Die Schmerzen und Begleiterscheinungen können so stark sein, dass Betroffene ihren Alltag nicht mehr bewältigen können und sich in eine reizarme Umgebung zurückziehen müssen.

Die Kopfschmerzen betreffen oft nur eine Kopfseite, vor allem den Bereich um die Stirn, die Augen und die Schläfen. Bewegungen verschlimmern die Schmerzen und Begleiterscheinungen. Eine solche Schmerzattacke kann wenige Stunden bis zu drei Tage andauern.

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Eine sogenannte Aura tritt bei etwa 10 bis 15 % der Migränepatienten auf. Sie ist eine Begleiterscheinung der Migräne und kündigt meist den Beginn der Schmerzattacke an. Die Aura äußert sich durch plötzliche Beeinträchtigungen des Sehvermögens, wie Flimmern oder Zick-Zack-Muster. Auch Empfindungsstörungen, Kribbeln, Gleichgewichtsstörungen, Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen können auftreten.

Migräneattacken treten in unregelmäßigen Abständen und ohne Vorwarnung auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. In Deutschland leiden etwa 12 - 14 % aller Frauen und 6 - 8 % aller Männer an Migräne. Auch Kinder können betroffen sein, meist tritt die erste Attacke jedoch in oder nach der Pubertät auf. Die häufigsten Attacken erfolgen in der Regel zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr.

Symptome der Migräne

Die Migräne ist eine Erkrankung des Gehirns, bei der es zu einer spontanen Aktivierung von Nervenzellen kommt. Patient:innen nehmen dies als Schmerzen mit mittlerer bis schwerer Stärke wahr, vornehmlich halbseitig auf der Stirn, der Schläfe bis zum Hinterkopf und Nacken. Typisch sind pulsierende, klopfende, hämmernde seitenbetonte Schmerzen des Kopfes, die durch körperliche Bewegung verstärkt werden und ohne Behandlung 4 - 72 Stunden anhalten.

Zusätzlich können folgende Symptome auftreten:

  • Überempfindlichkeit gegenüber Licht und/oder Geräuschen
  • Abnormale Geruchsempfindlichkeit (seltener)
  • Übelkeit bis zu Erbrechen

Bereits Tage vor dem Kopfschmerz können Symptome wie Heißhunger, depressive Verstimmung oder gesteigerter Antrieb auftreten. Diese sind von der typischen Migräneaura zu unterscheiden, die unmittelbar vor oder während der Kopfschmerzen auftritt.

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Episodische vs. Chronische Migräne

Je nach Häufigkeit der Attacken wird zwischen episodischer und chronischer Migräne unterschieden. Chronische Migräne liegt vor, wenn an 15 oder mehr Tagen Kopfschmerzen bestehen und davon mindestens 8 Tage einer Migräne entsprechen.

Ursachen von Migräne

Die genauen Ursachen von Migräneattacken sind noch unbekannt. Es werden jedoch bestimmte Auslöser (sogenannte Trigger) vermutet, die eine Migräne herbeiführen können:

  • Schlafmangel
  • Stress
  • Reizüberflutung
  • Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme
  • Bestimmte Nahrungsmittel (z. B. Käse oder Schokolade)
  • Alkoholische Getränke (z. B. Rotwein)
  • Übermäßige körperliche Belastung
  • Einsetzen der Menstruation
  • Bestimmtes Wetter und Klima

Es wird auch davon ausgegangen, dass die Veranlagung zur Migräne in vielen Fällen vererbt wird. Was genau eine Attacke im Gehirn auslöst, ist noch unklar. Es wird jedoch vermutet, dass es bei einem Migräneanfall zu einer besonders starken Erregung einiger Nervennetze kommt. Die Erregung der Nervenenden des Trigeminus-Nervs löst eine sogenannte neuro-vaskuläre Entzündung aus, wodurch es zu einer Entzündungsreaktion mit Reizung der Blutgefäße im Gehirn kommt. Dabei weiten sich die Blutgefäße und lassen einige Moleküle leichter durch, wie den Botenstoff CGRP (Calcitonin-Gene-Related-Peptide), der für die Weiterleitung von Schmerzsignalen zuständig ist.

Behandlungsmöglichkeiten in Berlin

In Berlin gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung von Migräne, die individuell auf die Bedürfnisse der Patient:innen abgestimmt werden.

Intensives Ambulantes Behandlungsprogramm (IV Kopfschmerz Spezial)

Für Patient:innen mit chronischer Migräne und anderen chronischen Kopfschmerzen (z. B. chronischer Spannungskopfschmerzen) wird ein intensives ambulantes Behandlungsprogramm angeboten. Hierbei werden die Patient:innen von Neurolog:innen gemeinsam mit Psycholog:innen, Krankengymnast:innen, Sportwissenschaftler:innen und in Kopfschmerz geschultem Pflegepersonal behandelt. Diese multimodale und multiprofessionelle Behandlungsform wird nur an wenigen Einrichtungen mit Schwerpunkt Kopfschmerzen in Deutschland angeboten.

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Im Rahmen dieser Behandlung lernen die Patient:innen einen hilfreichen Umgang mit Kopfschmerztriggern sowie vorbeugende medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungsstrategien (z. B. Entspannungsverfahren) kennen. Psycholog:innen betreuen sie sowohl in der Einzel- als auch Gruppentherapie. Physiotherapeut:innen beurteilen den Bewegungsapparat (insbesondere die Hals- und Nackenbeweglichkeit) und zeigen auf, wie Ausdauersport zur Vorbeugung der Kopfschmerzen erlernt werden kann.

Medikamentöse Therapie

Die Auswahl des geeigneten Medikaments muss im Krankheitsverlauf häufig angepasst werden. Bei manchen primären Kopfschmerz-Ursachen ist eine prophylaktische Behandlung (d.h. Vorbeugung von weiteren Kopfschmerz-Attacken) möglich und wirksam. Auch hier müssen die Medikamente häufig im Laufe der Zeit immer wieder verändert werden, bis die individuell am besten wirksame Behandlungsform gefunden wird.

Muskelentspannende, Medikamentöse Therapie

Eine wirksame Methode zur Reduktion der Migräneanfälle ist die gezielte Entspannung bestimmter Muskeln. Dies kann durch verschiedene nicht-invasive Verfahren erreicht werden, die langfristig die Häufigkeit und Intensität der Attacken verringern. Ein Medikament wird stark verdünnt zur Muskelentspannung eingesetzt. Der Arzneistoff wird aus einem Bakterium gewonnen und ist bereits seit den 1970er Jahren in der Medizin zur Behandlung diverser Erkrankungen fester Bestandteil der Therapien. Seit Ende der 1980er Jahre wird das Präparat auch in der Schönheitschirurgie zur Faltenreduktion eingesetzt.

Es wird lokal in die in Frage kommenden Muskeln injiziert und führt durch die Hemmung der Erregungsübertragung von Nervenzellen zur Entspannung der jeweiligen Muskulatur. Einsatzgebiete in der Medizin sind unter anderem die Behandlung von neurologischen Bewegungsstörungen (Dystonien), von Zähneknirschen (Bruxismus), Stimmbandkrämpfen (spasmodische Dysphonie), bei Spastiken und bei Zerebralparesen zur Verbesserung motorischer Funktionen und der Reduktion von Schmerzen - oder bei Migräne.

Seit Anfang der 2010er-Jahre werden besondere Formen der Migräne erfolgreich mit injizierbaren Medikamenten behandelt, wodurch sich die betroffenen Muskeln entspannen und es zu einer Verminderung der Nervenentzündung kommt, sodass das Auftreten von Migräne-Attacken deutlich reduziert werden kann. Dabei konnte die Wirksamkeit beim Einsatz zur Behandlung von Migräne auch in Studien nachgewiesen werden.

Die amerikanische Mayo Clinic stellte Studiendaten von Patienten vor, die an mindestens 15 Tagen pro Monat Migräne-Anfälle erlitten hatten. Nach einer sechsmonatigen Therapie mit injizierbaren Muskelentspannungsmitteln nahm die Häufigkeit der Kopfschmerz­attacken um durchschnittlich acht Tage pro Monat ab. Am Ende der 14-monatigen Studie hatten fast 70 Prozent der 688 behandelten Patienten nur noch halb so viele Migräneanfälle wie zu Stu­dienbeginn. Die Therapie wurde von den Patienten gut vertragen.

Zur Behandlung werden zunächst die Schmerzpunkte genau ermittelt und die Dosierung des Medikaments festgelegt. Die Verabreichung erfolgt durch eine Injektion mit einer äußerst dünnen Nadel in die betreffenden Muskelpunkte am Kopf bzw. im Gesicht. Das gezielte Spritzen entspannt die betreffenden Muskeln, was bei einer chronischen Migräne wiederum zu einer Reduktion der Migräne-Attacken führt. Im Anschluss daran erfolgt die Dokumentation der Veränderungen in einem Migräne-Tagebuch. Der erwünschte Effekt tritt nach wenigen Tagen auf und wird nach 3 - 6 Monaten langsam wieder vom Körper abgebaut. Eine dauerhaft erfolgreiche Therapie setzt eine regelmäßige Behandlung mit dem Wirkstoff voraus.

Die auf den Patienten abgestimmte Dosierung hat keine bekannten Nebenwirkungen. Etwa einen Tag lang ist die Einstichstelle noch etwas druckempfindlich. Massagen in diesem Kopfbereich sind zu vermeiden, ebenso wie der Druck durch das Tragen eines Helms oder eines straff anliegenden Stirnbandes. Die Ergebnisse dieser Migränetherapie sind sehr positiv. Bei deutlich mehr als der Hälfte aller Patienten lassen die akuten Migräne-Schmerzen bald nach und die Häufigkeit der Migräne-Anfälle nimmt deutlich ab.

Infusionstherapien Gegen Migräne

Infusionstherapien bieten eine gezielte Behandlung für Migräne, indem sie Medikamente direkt in die Blutbahn leiten, was eine schnelle und effektive Linderung ermöglicht.

Hier sind einige gängige Infusionstherapien und ihre Wirkungsweisen:

  • Hydrationstherapie: Beseitigt Dehydration, ein häufiger Migräneauslöser.
  • Elektrolyt-Infusionen: Balancieren essentielle Mineralien wie Magnesium, die Migräne auslösen können.
  • Vitamininfusionen: Hochdosierte Vitamine, insbesondere Vitamin B und C, können Migräneanfälle reduzieren.
  • Schmerzmittelinfusionen: Direkte Verabreichung von Analgetika für schnelle Schmerzlinderung.

Diese Therapien werden individuell angepasst, um die spezifischen Bedürfnisse der Patienten zu erfüllen und eine effektive Linderung der Migränesymptome zu gewährleisten.

Nicht-Medikamentöse Behandlungsformen

Neben Medikamenten existieren auch viele nicht-medikamentöse Behandlungsformen, die allerdings bei den unterschiedlichen Erkrankungen in sehr unterschiedlicher Weise wirksam sind. Hierzu gehören z.B.

Naturheilverfahren/Akupunktur

Naturheilverfahren umfassen komplementäre (d.h. ergänzende) Therapien zur Schulmedizin. Durch Anwendung von bspw. Bewegungs-, Ordnungs- und pflanzlichen Therapien können Beschwerden gelindert und die Lebensqualität verbessert werden. Akupunktur ist eine Behandlungsmethode der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Mittels Nadelstichs an therapeutischen Punkten auf den Meridianen (Leitbahnen) kann eine positive Wirkung auf den Fluss der Energie und damit auch auf die Körperfunktionen erzielt werden.

Was kann ich selbst tun?

  • Regelmäßiger Sport: Ausdauersport kann die Häufigkeit von Migräneattacken reduzieren und die Beschwerden lindern. Achten Sie auf Regelmäßigkeit (2 - 3 Mal die Woche) und vermeiden Sie Überlastung. Geeignete Sportarten sind Schwimmen, Radfahren, Joggen oder Walken.
  • Stressreduktion: Reduzieren Sie Stress im Alltag und achten Sie auf ausreichend Schlaf und eine ausgewogene, gesunde Ernährung.
  • Entspannungsübungen: Regelmäßig durchgeführte Muskelentspannungsübungen, wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, können helfen.
  • Migräne-Tagebuch: Führen Sie ein Migräne-Tagebuch, um Ihre individuellen Auslöser (Trigger) zu identifizieren und diese möglichst zu vermeiden.

Kopfschmerzen: Wann zum Arzt?

Im Laufe seines Lebens leidet fast jeder Mensch an Kopf-, Gesichts- oder Nackenschmerzen. Glücklicherweise sind die meisten Kopfschmerzen harmlos und gut behandelbar. Kopf- und Gesichtsschmerzen sollten aber immer gründlich neurologisch abgeklärt werden.

Suchen Sie umgehend eine Notaufnahme auf oder kontaktieren Sie den Rettungsdienst, wenn folgende Symptome auftreten:

  • Hohes Fieber
  • Starke Kopf- und Nackenschmerzen (könnten Ausdruck einer ansteckenden Hirnhautentzündung sein)

Weitere neurologische Schwerpunkte in Berlin

Neben der Migränebehandlung bieten Berliner Neurologen auch Expertise in anderen Bereichen:

  • Multiple Sklerose: Behandlung inklusive Infusionstherapie und Teilnahme am MS-Register.
  • Botulinumtoxin-Sprechstunde: Behandlung von Spastik, Dystonie und Migräne.
  • Parkinson-Syndrome: Behandlung der häufigsten neurologischen Erkrankung des fortgeschrittenen Lebensalters.
  • Polyneuropathie: Behandlung von Polyneuropathie.
  • Restless-Legs-Syndrom: Behandlung des Syndroms mit unruhigen Beinen.
  • Myasthenia gravis: Behandlung der Autoimmunkrankheit mit Störung der Reizübertragung von Nerven auf die Muskulatur.
  • Epilepsie: Behandlung der Funktionsstörung des Gehirns infolge exzessiver Entladungen von Neuronen.

Diagnostik und Vorsorge in Berlin

Berliner Neurologen bieten verschiedene diagnostische Verfahren an:

  • Ambulante Lumbalpunktion: Gewinnung von Liquor (Nervenwasser) zur Analyse neurologischer Erkrankungen.
  • Gedächtnisdiagnostik (Demenz): Testverfahren zur Prüfung der Gedächtnisleistung, des räumlichen Vorstellungsvermögens, der Konzentration und geistigen Flexibilität.
  • Elektrophysiologie (EMG/NLG/SEP/VEP/EEG): Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns und Überprüfung der Nervenleitfähigkeit.
  • Neurologische Ultraschalldiagnostik (Schlaganfallvorsorge/Ultraschall): Darstellung der Halsschlagadern und Blutgefäße im Schädel zur Erkennung von drohenden Schlaganfällen.

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