Die neurologische Frührehabilitation in Krefeld, insbesondere im Alexianer Krankenhaus Maria-Hilf, stellt einen wichtigen Baustein in der Versorgung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen dar. Ziel ist es, Patienten nach schweren Hirnschädigungen, wie Schlaganfall, Hirnblutung oder Schädel-Hirn-Trauma, so früh wie möglich auf dem Weg zurück in den Lebensalltag zu unterstützen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der neurologischen Frührehabilitation in Krefeld, von den Behandlungsansätzen bis hin zu den Erfahrungen von Patienten und Angehörigen.
Was ist neurologische Frührehabilitation?
Die neurologische Frührehabilitation (Phase B) bezeichnet eine intensive Behandlungsphase, die unmittelbar im Anschluss an die Akutversorgung von Patienten mit schweren neurologischen Erkrankungen oder Ereignissen beginnt. Sie zielt darauf ab, die Patienten so früh wie möglich zu aktivieren und zu stimulieren, um verlorengegangene Fähigkeiten wiederzuerlangen oder zu verbessern.
Professor Hans-Jürgen von Giesen beschreibt die Bedeutung der Frührehabilitation wie folgt: "Frührehabilitation ist ein wichtiges Behandlungselement, um die Patienten wieder auf den Weg in den Lebensalltag zu führen. Es ist immer wieder beeindruckend zu erleben, wie Patienten mit dem Willen es zu schaffen und der frührehabilitativen Unterstützung viele Fähigkeiten zurückgewinnen."
Behandlungsspektrum
Die neurologische Frührehabilitation in Krefeld umfasst ein breites Spektrum an Behandlungen und Therapien, die individuell auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten sind. Dazu gehören:
- Aktivierende Pflege: Die aktivierende Pflege setzt bereits frühzeitig Impulse, um die Patienten zu stimulieren und ihre Eigenaktivität zu fördern.
- Physiotherapie: Die Physiotherapie zielt darauf ab, die Beweglichkeit, Kraft und Koordination der Patienten zu verbessern.
- Ergotherapie: Die Ergotherapie unterstützt die Patienten dabei,Alltagsfähigkeiten wiederzuerlangen oder zu verbessern.
- Logopädie: Die Logopädie behandelt Sprach-, Sprech-, Schluck- und Stimmstörungen.
- Neuropsychologie: Die Neuropsychologie befasst sich mit den kognitiven und emotionalen Folgen neurologischer Erkrankungen und bietet entsprechende Therapien an.
- Beatmungsentwöhnung (Weaning): Ein wichtiger Bestandteil der Frührehabilitation ist die Beatmungsentwöhnung, insbesondere bei Patienten, die über längere Zeit künstlich beatmet werden mussten. Ziel ist es, die Patienten schrittweise von der Beatmung zu entwöhnen und die Spontanatmung wiederzuerlangen.
Das Team
Ein hochqualifiziertes, interdisziplinäres Team aus erfahrenen Fachärzten, Pflegefachkräften, Neuropsychologen und speziell ausgebildeten Therapeuten arbeitet eng zusammen, um die Patienten bestmöglich zu versorgen. Zu den Teammitgliedern gehören unter anderem:
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- Ärzte
- Pflegekräfte
- Physiotherapeuten
- Ergotherapeuten
- Logopäden
- Neuropsychologen
- Sozialarbeiter
- Ernährungsberater
Zertifizierung als Zentrum für Beatmungsentwöhnung
Die Klinik für Neurologie des Alexianer Krankenhauses Maria-Hilf Krefeld wurde als Zentrum für Beatmungsentwöhnung in der Neurologisch-Neurochirurgischen Frührehabilitation (NNFR) erstzertifiziert. Dieses Zertifikat wird von der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation (DGNR) und dem TÜV Rheinland Cert GmbH vergeben und bestätigt die hohe Qualität der Beatmungsentwöhnung in der Klinik.
Erfahrungen von Patienten und Angehörigen
Die Erfahrungen von Patienten und Angehörigen mit der neurologischen Frührehabilitation in Krefeld sind vielfältig. Einige berichten von sehr positiven Erfahrungen, während andere Kritik äußern.
Positive Erfahrungen
Viele Patienten und Angehörige loben die Kompetenz und das Engagement des medizinischen Personals, die individuelle Betreuung und die vielfältigen Therapieangebote. So berichtet beispielsweise ein Patient nach einer Herztransplantation, dass er von dem Pflegepersonal sehr gut aufgenommen wurde und dass er dank der Unterstützung des Teams alles neu lernen musste. Auch die Angehörigen von Patienten, die eine Reha im Alexianer Krankenhaus begonnen haben, berichten von einer bestmöglichen, liebevollen und sehr fürsorglichen Pflege.
Eine Patientin, die 2011 eine ambulante neurologische Reha im Alexianer-Krankenhaus besuchte, empfiehlt diese weiter. Sie hebt hervor, dass sowohl die Therapeuten als auch das übrige Personal alles Menschenmögliche dazu beitragen, dass man sich schnell besser fühlt. Die Krankengymnastik sei effektiv und voll auf ihre Belange abgestellt gewesen.
Negative Erfahrungen
Es gibt aber auch kritische Stimmen. Einige Patienten bemängeln, dass sie sich nicht ausreichend betreut fühlen, dass Behandlungsmaßnahmen nicht ausreichend erläutert werden oder dass es zu organisatorischen Problemen kommt. So berichtet beispielsweise ein Patient, dass ihm ein Medikament gegeben wurde, welches völlig unangemessen für ihn war und dass er keine Psychologen, Physiotherapeuten oder Orthopäden gesehen hat. Ein anderer Patient kritisiert, dass die Schmerztherapiestunde nur 7 Minuten gedauert hat und dass der Therapieplan nahezu lächerlich war.
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Einige Angehörige berichten von Kommunikationsproblemen mit dem medizinischen Personal und von dem Gefühl, dass ihre Anliegen nicht ernst genommen werden.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Erfahrungen von Patienten und Angehörigen subjektiv sind und von verschiedenen Faktoren abhängen können, wie beispielsweise der Art und Schwere der Erkrankung, der individuellen Persönlichkeit und den Erwartungen an die Behandlung.
Verbesserungspotenzial
Trotz der positiven Aspekte gibt es in der neurologischen Frührehabilitation in Krefeld auch Verbesserungspotenzial. Einige Patienten und Angehörige wünschen sich eine bessere Kommunikation zwischen medizinischem Personal und Patienten/Angehörigen, eine stärkere Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse und eine transparentere Gestaltung der Behandlungsmaßnahmen.
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