Neurologische Reha: Logopädische Übungen für verbesserte Lebensqualität

Für Patienten, die sich einer neurologischen Rehabilitation unterziehen, spielen logopädische Therapien oft eine entscheidende Rolle. Die Logopädie trägt maßgeblich zum Therapieerfolg des Einzelnen bei. Im Rahmen der neurologischen Rehabilitation konzentriert sich die Logopädie hauptsächlich auf die Verbesserung von Sprachbeeinträchtigungen (Aphasie), Problemen bei der Nahrungsaufnahme (Dysphagie) sowie Einschränkungen der Artikulation und Stimme (Dysarthrophonie), um so zur Verbesserung der Lebensqualität der Patienten beizutragen.

Bedeutung der Logopädie in der neurologischen Rehabilitation

Die Logopädie ist ein wichtiger Bestandteil der neurologischen Rehabilitation. Sie widmet sich der Behandlung von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen, die durch neurologische Erkrankungen oder Unfälle verursacht wurden. Funktionelle Störungen wie diese können beispielsweise nach einem Schlaganfall oder anderen neurologischen Beeinträchtigungen auftreten.

Ziele der logopädischen Rehabilitation

Die logopädische Rehabilitation zielt darauf ab, betroffenen Personen durch sprachtherapeutische Übungen wieder zu einer besseren Kommunikation zu verhelfen. Besonders nach einer Hirnschädigung sind sprachmotorische Fähigkeiten eingeschränkt oder zum Teil verloren. Mithilfe einer auf die Bedürfnisse der Betroffenen zugeschnittenen Logopädie kann das Sprachvermögen wiederhergestellt oder so verbessert werden, dass der Alltag trotz Beeinträchtigungen selbstständig bewältigt werden kann. Ziel der Therapie ist es, die Kommunikationsfähigkeit entsprechend der individuellen Alltagsbedürfnisse zu erhalten bzw. bestmöglich wiederherzustellen sowie die Nahrungsaufnahme zu sichern, Schlucktechniken zu erarbeiten und die Angehörigen und Pfleger hinsichtlich der Nahrungsauswahl zu beraten.

Behandlungsfelder in der Logopädie

Die logopädische Rehabilitation umfasst eine Vielzahl an Behandlungen geriatrischer und neurologischer Krankheitsbilder, darunter:

  • Sprachstörungen (Aphasien)
  • Sprechplanungsstörungen (Sprechapraxien)
  • Sprechstörungen (Dysarthrophonien)
  • Stimmstörungen (Dysphonien)
  • Gesichtslähmungen (Fazialisparesen)
  • Schluckstörungen (Dysphagien)

Diese Beeinträchtigungen werden im Rahmen der logopädischen Therapie diagnostiziert und behandelt.

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Aphasie

Eine Aphasie ist eine erworbene zentrale Sprachstörung, bei der die Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigt ist. Störungen können u. a. in den Bereichen Wortfindung, Grammatik, Sprachverstehen, Lesen und Schreiben auftreten. In der Therapie wird linguistisches und alltagspraktisches Training in Einzel- und Gruppensitzungen durchgeführt. So führt eine Schädigung der linken Gehirnhälfte häufig zu einer Sprachstörung (Aphasie), die mit Wortfindungsstörungen, grammatikalisch falschen Sätzen, einem beeinträchtigten Sprachverständnis sowie mit Lese- und Schreibschwierigkeiten verbunden sein kann. Auch der Umgang mit Zahlen kann betroffen sein. Damit Ihnen die alltägliche Kommunikation wieder besser gelingt, bieten wir Ihnen Übungen zum Beispiel für die Bereiche Wortfindung, Sprachverständnis, Sprachproduktion, und Satzbau an. Das Lesen, Schreiben sowie die Verarbeitung von Texten kann zusätzlich Teil der Behandlung sein.

Dysarthrie

Eine Dysarthrie ist eine erworbene zentrale Sprechstörung, bei der die am Sprechen beteiligten Muskelgruppen einer Funktionsstörung unterliegen. Diese kann eine erschwerte Koordination bei der Ausführung von Sprechbewegungen und der Atem- und Stimmführung zur Folge haben. Nach einer individuellen Diagnostik erfolgt ein Training zur Verbesserung der motorischen Komponenten des Sprechens. In der Dysarthrie-Therapie werden spezifische Übungen zur Verbesserung der Funktionskreise Artikulation, Atmung und Stimmgebung durchgeführt. Im Fokus der Therapie steht die Steigerung der Sprechverständlichkeit und die Natürlichkeit des Sprechens im Einklang mit der Atmung und der Stimme.

Sprechapraxie

Bei einer Sprechapraxie ist die Fähigkeit der Planung und Ausführung von Sprechbewegungen erschwert. Je nach Ausprägung bieten wir Ihnen individuelle Übungen zur gezielten Anbahnung und Zusammenführung von Lauten zu Wörtern sowie verschiedene Stimulationstechniken wie Lautgesten und Mundbilder an.

Dysphagie

Auch der Behandlung von Schluckstörungen kommt in der neurologischen Rehabilitation ein besonderer Stellenwert zu. Schlucken ist lebensnotwendig. Häufiges Verschlucken kann darüber hinaus unter Umständen zu lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen wie bspw. Lungenentzündung führen. Schluckstörungen können zu ernsthaften Komplikationen führen. Dazu zählen z.B. Lungenentzündungen oder Mangelernährung. In der Diagnostik findet zunächst im Rahmen einer klinischen Schluckuntersuchung die Analyse der Ursachen statt. Einen Schwerpunkt der Abteilung bildet die transnasale flexible Fiberendoskopie zur Diagnostik von Schluckstörungen sowie deren gezielte Behandlung. Eine Schluckstörung fällt durch häufiges Verschlucken, durch ein Steckenbleiben von Nahrung im Rachen und oft auch durch einen lang anhaltenden Husten nach einem Schluck oder Bissen auf. Nach Durchführung einer klinischen Schluckdiagnostik durch die Logopädin und ggf. anschließender Fiberendoskopischer Untersuchung (FEES) wird gezielt an einer sicheren Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme gearbeitet. gegebenenfalls wird eine Kostformanpassung empfohlen.

Fazialisparese

Eine Beeinträchtigung des Nervus Fazialis (Hirnnerv) hat eine halbseitige Gesichtslähmung unterschiedlicher Ausprägungsgrade zur Folge. Wir behandeln ein- und beidseitige Lähmungen des Gesichts angepasst an die Ursache der Parese. Bei einer zentralen Lähmung erhalten Sie ein intensives Übungsprogramm, in dem die Ansteuerung und Funktion der Gesichtsmuskulatur wiederhergestellt werden soll. Dabei arbeiten wir u. a. mit thermalen und taktilen Reizen sowie mit Vibration. Liegt eine periphere Fazialisparese vor, arbeiten wir mit Massage- und Stretchingmethoden nach dem Konzept von Sabina Hotzenköcherle.

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Dysphonie

Im Rahmen von neurologischen Erkrankungen können Klang und Ausdruckskraft der Stimme vermindert sein. Nach einer auditiven Analyse (Diagnostik) erfolgt die Therapie mit Maßnahmen zur Verbesserung der stimmlichen Leistungsfähigkeit. In der Stimmtherapie behandeln wir Störungen der Stimme, die z. B. durch Stimmlippenschädigungen oder -lähmungen entstehen können. Dabei passen wir die Behandlung an die verschiedenen Ursachen der Stimmstörung an.

Therapieansätze und Übungen

Je nach Störungsbild werden gezielte funktionelle oder aktivitätsorientierte Übungen durchgeführt, um den Patienten bestmöglich auf seinen Alltag nach dem Klinikaufenthalt vorzubereiten. Dabei wird neben der Wortfindung, dem Lesen und Schreiben, auch eine verständliche Aussprache oder aber eine belastbare Stimme trainiert.

Die logopädische Therapie beinhaltet:

  • Aufklärung über Risiken einer Schluckstörung
  • gegebenenfalls Kostanpassung (z.B.

Bei Sprech- und Stimmstörungen sind die Planung oder die Durchführung von Sprechbewegungen betroffen. Durch gezielte Übungen verbessern wir in logopädischen Einzel- und Gruppentherapien die Verständlichkeit. Zudem trainieren wir gemeinsam mit unseren Rehabilitand:innen die Übertragung ins freie Sprechen.

Zusätzlich zu logopädischen Einzeltherapien bieten wir Gruppentherapien sowie computergestütztes Training an. Gerne beraten wir auch Angehörige im Umgang mit den Einschränkungen.

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Kognitiv Therapeutische Übungen nach Perfetti

Die "Kognitiv Therapeutischen Übungen" sind eine Behandlungsform für die Rehabilitation von Hemiplegie nach Schlaganfall. Man will in der Behandlung keine Aktivitäten fördern bei denen bestimmte Bewegungsabläufe wiedererlernt werden, da angenommen wird, dass diese zu abnormalem kompensatorischen Bewegungsverhalten führen. Ziel ist die Organisation bzw. Grundlage der Therapie ist der Tastsinn (Sensibilität), der eine wesentliche Rolle bei der Organisation von Bewegungen spielt. Das ZNS braucht Informationen vom Körper und der Umwelt, um Bewegungen planen und ausführen zu können, d.h. Wichtig ist die Förderung des Bewusstseins, der Aufmerksamkeit für die Reizverarbeitung (Wahrnehmung) aus Körper und Bewegung. D.h. der Patient soll lernen eine Aufgabe zu lösen. In der Therapie wird vorher das Ziel und die Durchführung genau erklärt, nicht nur um Aufmerksamkeit und Motivation zu wecken, sondern auch damit die gespürte Bewegung, die zunächst durch den Therapeuten ausgeführt wird, mit der gestellten Aufgabe verglichen werden kann. Die Therapie mit "kognitiv therapeutischen Übungen nach Perfetti" ist keine Behandlungsmethode, da es kein festes Therapieprogramm gibt. Die Therapie folgt bestimmten Grundsätzen und Zielen und entspricht damit einem Konzept. Vor der Behandlung steht eine ausführliche Untersuchung und Überprüfung der Sensibilität, gefolgt von der Analyse der speziellen Symptomatik auf dem Hintergrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Ist das individuelle Problem des Patienten erkannt, wird eine Hypothese formuliert und erst danach das Übungsniveau sowie die einzelnen Übungen ausgewählt. Für die Übungen wird spezielles Therapiematerial benötigt. Es handelt sich dabei überwiegend um 2- oder 3-dimensionale Figuren in verschiedenen Größen, Materialien und Formen oder spezielle Konstruktionen, die teilweise in sich mobil sind. Die Kanten der Objekte werden z.B. mit dem Finger ertastet, entweder geführt durch den Therapeuten oder selbstständig. Die "kognitiv therapeutischen Übungen" nach Perfetti sind in ihren Teilaspekten auf den Ergebnissen wissenschaftlichen Studien konstruiert und entwickeln sich analog der neuen Erkenntnisse weiter. D.h. Die adäquaten sensomotorische Reize wirken stimulierend auf den Patienten. Er tritt in Interaktion mit der Umwelt und lernt sie wieder "begreifen".

Technische Unterstützung und Innovationen

Unterstützend setzen wir verschiedene Apps für eine Intensivbehandlung ein, mit welchen Sie auch zu Hause zusätzlich und im Anschluss an Ihre ambulante Rehabilitation weiter arbeiten können.

Stimmfeldmessung

Eine Stimmfeldmessung ist Bestandteil der Diagnostik bei Stimmstörungen und kann eine gute Grundlage bieten, um die Stimmfunktion zu beurteilen. Dabei können Lautstärke, Intensität und auch die Tonhöhe (Frequenz) gemessen werden. Anhand des Ergebnisses der Stimmfeldmessung kann dann die individuelle logopädische Therapie geplant werden.

Untersuchung der Schluckstörung (ggfs. endoskopisch)

Mithilfe einer endoskopischen Untersuchung kann das Ausmaß einer Schluckstörung ermittelt werden. Dies ist beispielsweise nötig, um die Ernährungsform und auch die Schluckfunktion abzustimmen.

Spezielle Therapieangebote

LSVT-Therapie

Häufig wird die Stimme von Parkinson-Patienten immer leiser und die Modulationsfähigkeit der Stimme sowie die Verständlichkeit nehmen ab. Mit Hilfe der Lee Silverman Voice-Therapie® üben Patienten im Passauer Wolf Bad Gögging gemeinsam mit Logopäden die Lautstärke der Stimme und die Sprechmelodie zu verbessern.

Orofaziale Therapie (z. B. F.O.T.T.)

Die orofaziale Therapie verfolgt einen multidisziplinären Ansatz, der bei einer Einschränkung der Mimik oder der oralen Bewegung zum Einsatz kommen kann. Auch bei Schluck- und Atembeschwerden oder bei Stimmbildungs-Problemen kann die orofaziale Therapie Anwendung finden.

Logopädie im Rehazentrum

All diese Störungen können wir in unserem Rehazentrum in Bad Kötzting gezielt im Rahmen der Logopädie behandeln. Es werden der Wortschatz, das Sprach-, Schreib- und Leseverständnis, die Rechenleistung aber auch Stimm- und Schluckfunktion getestet.

Organisation und Service

Therapieplan in der App

Während Ihres Rehabilitationsaufenthaltes haben Sie mit der Passauer Wolf App Ihren aktuellen Therapieplan immer auf Ihrem Mobiltelefon greifbar und wissen, wann und wo die nächste Therapieeinheit für Sie ansteht.

Hol- und Bringservice

Wer dabei Unterstützung benötigt zu seinen Therapien zu kommen, bekommt diese natürlich. Darum kümmert sich unser Hol- und Bringservice. Pünktlich und zuverlässig.

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