Neurologisches Schlaflabor Bielefeld: Diagnostik und Therapie für erholsamen Schlaf

Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf. Erholsamer Schlaf ist die Basis für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Wenn Sie sich schlapp, antriebslos oder dauermüde fühlen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass Ihr Nachtschlaf durch Schlafstörungen beeinträchtigt wird. Das Zentrum für Schlafmedizin des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB) in Bielefeld bietet umfassende Diagnostik und moderne Therapiemöglichkeiten zur Behandlung von Schlafstörungen an. In ganz Ostwestfalen-Lippe sind wir der Hauptansprechpartner bei neurologischen Fragen und Erkrankungen.

Was ist ein Schlaflabor?

Ein Schlaflabor ist eine spezielle Einrichtung, die zur Diagnose und Behandlung von Schlafstörungen dient. Die Untersuchung im Schlaflabor dient dazu, physiologische Funktionen im Schlaf zu messen. Dieses diagnostische Verfahren erfordert normalerweise ein bis zwei Nächte im Schlaflabor, in denen alle Schlafparameter sorgfältig überwacht und aufgezeichnet werden. Die eigentliche Schlafuntersuchung findet während der Nacht statt und umfasst die Messung bzw. Aufzeichnung und Überwachung von Schlaf und Atmung/Kreislauf über moderne Computeranlagen. Jetzt können wir eine effektive Therapie für Ihren gesunden Schlaf finden.

Ablauf einer Untersuchung im Schlaflabor

Nach einer Voruntersuchung zu Hause (Polygraphie) und einem Gespräch mit dem Arzt bekommen Sie einen Termin zur Untersuchung im Schlaflabor, in der Regel für zwei aufeinanderfolgende Nächte. Sie kommen dann abends zu der vereinbarten Zeit in unser Schlaflabor an der Deckertstr. 54, 1.Stock. Parkmöglichkeiten sind in der Tiefgarage vorhanden. Es werden dazu Sensoren am Kopf und an den Extremitäten angeklebt. Zusätzlich werden die Atmungsbewegungen des Brustkorbes und des Bauches sowie der Sauerstoffgehalt des Blutes, die Herztätigkeit und andere physiologische Werte aufgezeichnet, die für die Diagnosestellung von Interesse sind. evtl. Morgens wecken wir Sie zwischen 5.30 Uhr und 6.30 Uhr. Wenn Sie zu einer anderen Zeit geweckt werden möchten, teilen Sie es bitte unseren Mitarbeitern mit. Nach den Aufzeichnungen im Schlaflabor wird das Datenmaterial in Bezug auf die verschiedenen Schlafphasen und pathologischen Faktoren ausgewertet. Unter Wertung der erhobenen Befunde und der Beschwerden des Patienten kann die Diagnose gestellt und eine Therapie eingeleitet werden. Das Ergebnis der Auswertung besprechen wir mit Ihnen an einem gesonderten Termin. Falls Sie Ihren Termin nicht einhalten können, bitten wir Sie um frühzeitige Rückmeldung, da wir Ihnen sonst unsere Kosten in Rechnung stellen müssen. Jedem Patienten steht ein Einzelzimmer zur Verfügung. Wenn Sie nachts Hilfe benötigen, steht Ihnen ein Mitarbeiter immer zur Verfügung.

Das Schlaflabor verfügt über sieben helle, freundliche und mit Kabel-TV ausgestattete Zimmer. Alle Räume sind videoüberwacht und mit hochwertigem medizintechnischem Inventar auf eine optimale Patientenversorgung ausgerichtet.

Diagnostische Verfahren im Schlaflabor

Im Schlaflabor werden verschiedene diagnostische Verfahren eingesetzt, um die Ursache von Schlafstörungen zu ermitteln:

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  • Schlafbezogene Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte in Bezug auf Schlafstörungen.
  • Schlaffragebögen: (z.B. Epworth Sleepiness Scale) zur Quantifizierung der Tagesschläfrigkeit.
  • Körperliche Untersuchung: Allgemeine Untersuchung zur Beurteilung des Gesundheitszustands.
  • Labordiagnostik: einschließlich Eisenstoffwechsel, Schilddrüsenwerte, Vitaminspiegel.
  • Polygraphie: Voruntersuchung zur Messung von Atmung und Herzfrequenz während des Schlafs zu Hause.
  • Kardio-respiratorische Polysomnographie (PSG): Umfassende Überwachung von Schlaf, Atmung, Herzfrequenz, Muskelaktivität und Augenbewegungen im Schlaflabor. Dazu nutzen wir modernste Technologien wie die Polysomnographie für eine umfassende Überwachung während des Schlafs.
  • Multipler Schlaflatenztest (MSLT): Messung der Einschlafneigung am Tag zur Diagnose von Narkolepsie.
  • Multipler Wachbleibetest (MWT): Messung der Fähigkeit, am Tag wach zu bleiben.
  • Elektroenzephalographie (EEG): Messung der Hirnströme zur Diagnose von Epilepsie oder anderen neurologischen Erkrankungen.
  • Elektrophysiologische Untersuchungen (NLG): Messung der Nervenleitgeschwindigkeit zur Diagnose von Nervenschäden.
  • Liquordiagnostik: Bei V.a. Narkolepsie
  • Spezielle Diagnostik: Bei V.a. degenerative ZNS-Erkrankung als Ursache einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung

Behandlungskonzepte im Schlaflabor

Auf Basis der Diagnostik entwickeln wir für Sie ein individuelles Behandlungskonzept:

  • Nichtmedikamentöse Therapie
    • Informationen zu den Störungsbildern
    • Empfehlungen zur ambulanten Weiterbehandlung (z.B. Entspannungsverfahren, Psychotherapie, Tagesstrukturierung)
    • Verordnung von digitalen Gesundheitsanwendungen (z.B.
  • Medikamentöse Therapie
  • Apparative Therapie
    • Überdruckbeatmung (CPAP-Therapie) bei Schlafapnoe
    • Anpassung einer Unterkieferprotrusionsschiene (UPS) beim Schlafapnoe-Syndrom

Schlafstörungen: Eine Übersicht

Schlafstörungen sind weit verbreitet und können die Gesundheit und Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen: Hierdurch steigt das Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte und ein verkürztes Leben. Außerdem beeinträchtigen Schlafstörungen die berufliche Leistungsfähigkeit und die Verkehrssicherheit. Ca. 25% der Erwachsenen leiden an Schlafstörungen und über 10% erleben ihren Schlaf häufig oder dauerhaft als nicht erholsam.

Arten von Schlafstörungen

Unser Zentrum für Schlafmedizin ist spezialisiert auf die Erkennung und Behandlung verschiedener Schlafstörungen, wie:

  • Schlafbezogene Atmungsstörungen Die schlafbezogenen Atmungsstörungen lassen sich unterteilen in Atmungsstörungen mit und ohne Verengung der oberen Atemwege. Hierzu gehören:
    • Obstruktive Schlafapnoe
    • Upper Airway Resistance Syndrome
    • Zentrale Schlafapnoe
    • Gemischtförmige Schlafapnoe
    • Schlafbezogene Hypoventilationssyndrome
    • Schlafbezogene Hypoxämie
    • Chronische respiratorische Insuffizienz mit Hypoventilation, z. B. im Rahmen von chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), Obesitas-Hypoventilationssyndrom (OHS), Thoraxdeformität (Skoliose) neuromuskulären Erkrankungen wie ALS
  • Hypersomnische Störungen Bei den hypersomnischen Störungen handelt es sich um Erkrankungen, die durch eine vermehrte Tagesschläfrigkeit charakterisiert sind, die nicht durch einen gestörten Nachtschlaf hervorgerufen wird, wie zum Beispiel:
    • Narkolepsie
    • Idiopathische Hypersomnie
    • Kleine-Levin-Syndrom
  • Parasomnien Bei den Parasomnien handelt es sich um Phänomene, die während des Schlafes auftreten, den Schlaf jedoch nicht direkt beeinträchtigen, wie z.B.:
    • Schlafwandeln (Somnambulismus)
    • Albtraumstörung
    • REM-Schlaf-Verhaltensstörung
    • Zähneknirschen
    • Umsichschlagen
    • Kopfschlagen
    • Reden
    • Schreien
    • Gewisse Formen des Einnässens
  • Bewegungsstörungen im Schlaf Bewegungsstörungen im Schlaf können eine Ein- und Durchschlafstörung sowie eine vermehrte Tagesschläfrigkeit zur Folge haben. Zu diesen Erkrankungen zählen:
    • Restless-Legs-Syndrom
    • Periodische Beinbewegungen im Schlaf

Detaillierte Betrachtung einiger Schlafstörungen

  • Schlafapnoe-Syndrom: Beim obstruktiven Schlaf-Apnoe Syndrom tritt in der Schlafzeit lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit dazwischenliegenden Atempausen auf, die durch einen Kollaps der Muskulatur im Rachen-Schlund Bereich entsteht. Von Apnoe spricht man, wenn die Atmung für mindestens 10 Sekunden stillsteht. Solche Phasen können im Schlaf bei jedem Menschen vorkommen, vor allem im Traumschlaf. Wer nachts schnarcht und an einem nicht erholsamen Schlaf leidet, sollte weiter untersucht werden. Falls sich die Diagnose bestätigt und allgemeine Verhaltensregeln, wie auf eine ausreichend lange Schlafzeit zu achten, abendlichen Alkoholkonsum zu meiden und Gewicht zu reduzieren, keine Linderung bringen, wird im Schlaflabor eine nasale Überdruckbeatmung eingeleitet. Über eine kleine leichte Maske auf der Nase wird dem Patienten ein wenig Druckluft zugeführt, die die oberen Atemwege offen hält und Schnarchen und Atempausen beseitigt. Die Therapie kann anschließend zu Hause fortgesetzt werden. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. Bei mittelgradigen Befunden ist manchmal eine Therapie mit einer sogenannten Unterkiefervorschubschiene (ähnlich einer herausnehmbaren Zahnspange) möglich.
  • Cheyne-Stokes-Atmung: Bei schwerer Herzinsuffizienz („Herzschwäche“) entwickelt sich manchmal trotz optimaler medikamentöser Therapie ein krankhaftes nächtliches Atemmuster, in dem sich Phasen schneller, vertiefter Atmung mit Atempausen abwechseln, eine sogenannte Cheyne-Stokes-Atmung. Patienten mit bedeutsamer Herzschwäche sollten daher eine Untersuchung der nächtlichen Atmung unter häuslichen Bedingungen (Polygraphie) erhalten. Die Diagnose kann im Schlaflabor gesichert und eine spezielle Form der Überdruckbeatmung eingeleitet werden.
  • Periodic Limb Movement Disorder (PLMD): Als „PLM“ (periodic limb movement) werden periodische Bewegungen der Gliedmaßen bezeichnet. Diese werden vom Patienten in der Regel nicht wahrgenommen, weil diese krankhaften Ereignisse erst im Schaf auftreten. Wird dadurch der normale Schlafablauf gestört, resultiert ein nicht erholsamer Schlaf und die Betroffenen leiden unter vermehrter Müdigkeit am Tag. In einer Untersuchung in unserem Schlaflabor kann diese Schlafstörung diagnostiziert und eine Behandlung eingeleitet werden.
  • Restless-Legs-Syndrom (RLS): Restless-Legs-Syndrom („RLS“) heißt übersetzt Syndrom der unruhigen, ruhe- oder rastlosen Beine. Am Abend und in der Nacht beginnt es beim RLS-Betroffenen in den Beinen zu ziehen, zu reißen oder zu kribbeln. Die Missempfindungen sind von solch heftiger Intensität, dass der Betroffene sie unmöglich ignorieren kann. Neben den Beinen können auch die Arme betroffen sein. Die einzige Linderung schafft Bewegung. An Schlaf ist nicht zu denken. Viele Betroffene wandern nachts in der Wohnung umher und suchen Abhilfe in kalten Güssen. Die Diagnose wird durch die Anamnese und eine Untersuchung im Schlaflabor gestellt. Dann kann eine gut wirksame medikamentöse Behandlung eingeleitet werden.
  • Narkolepsie: Die Narkolepsie ist eine neurologische Erkrankung mit Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Die Betroffenen leiden an Einschlafattacken während des Tages und einem gelegentlich v.a. in emotionalen Momenten auftretenden Verlust der Muskelspannung, der zum Hinstürzen führen kann. Der Nachtschlaf ist oft erheblich gestört. Ein erfahrener Neurologe kann die Verdachtsdiagnose oft schon durch die von den Betroffenen geschilderten Beschwerden stellen. In unserem Schlaflabor kann die Diagnose durch nächtliche Messungen und Untersuchungen am Tage (Multipler Schlaflatenztest) gesichert und eine Therapieempfehlung gegeben werden.
  • Insomnie: Der Begriff Insomnie bezeichnet die Schlaflosigkeit bei Patienten mit Ein- und Durchschlafstörungen. Dabei handelt es sich um häufige schlafmedizinische Krankheitsbilder, die meistens im Gespräch mit dem behandelnden Arzt diagnostiziert werden können. Selten ist eine Untersuchung im Schlaflabor erforderlich.

Das Team des Schlaflabors

Unser Schlaflaborteam ist spezialisiert auf die Betreuung unserer Patienten vorwiegend mit Schlafapnoe-Syndrom aber auch bei anderen schlafmedizinischen Problemen. Weitere Mitarbeiter kümmern sich während der Nacht um die Diagnostik und ggf. auch Therapieeinleitung. Als Team von Ärzten und Mitarbeiterinnen möchten wir uns gemeinsam um Sie und Ihre gesundheitlichen Probleme kümmern. Neben moderner Technik bringen wir unser Wissen und unsere langjährige Erfahrung für Sie ein. Wir möchten, dass Sie sich gut aufgehoben fühlen. Um genügend Zeit für Sie persönlich zu haben und allen Patienten einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen, führen wir eine Terminpraxis.

Ärzte des Schlaflabors (Auszug)

Dr. med. Dr. med. Markus Gernhold • Dr. med. Hermann Storm • Dr. med. Claudia Herbort • Dr. med. Christian Heinrich • Dr. med. Moritz Möcking • Dr. med.

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Kooperationen und Qualitätssicherung

Unsere Klinik arbeitet sowohl innerhalb des Klinikums als auch mit externen Kooperationspartnern eng zusammen. Selbstverständlich achten wir auf die hohe Behandlungsqualität. Um unseren Patienten ein Höchstmaß an Sicherheit bieten zu können, lassen wir uns das auch von extern bescheinigen. Dabei ist es uns ein besonderes Anliegen, unsere Qualität nicht nur intern zu sichern, sondern sie auch von externen Stellen kontrollieren zu lassen: Schlaganfallstation (Stroke Unit) im Haus Gilead I Bethel zertifiziert seit 1997 durch die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe als überregionale Schlaganfallstation.

Informationen für gesetzlich versicherte Patienten

Für gesetzlich versicherte Patienten ist folgendes zu beachten:

  • Nachweis über durchgeführte ambulante Polygraphie durch einen niedergelassenen HNO- oder Lungenfacharzt
  • Nachweis über schwerwiegende Begleitkrankheit, die gegen die Behandlung in einem ambulanten Schlaflabor spricht, z. B. schwere Lungen- oder Herzkrankheit, Schlaganfall, eingeschränkte Mobilität, Behinderung, psychiatrische Erkrankung.
  • Bei (Verdachts-)diagnosen einer atmungsbezogenen Schlafstörung Einweisung eines Lungenfacharztes (Pneumologe), Hals-, Nasen-, Ohrenarzt (HNO) oder Hausarzt

Neurologische Kompetenz in Bielefeld

Schwindel, Kopfschmerzen, unklare Bewusstseins-, Sprach-, Seh-, Bewegungs- oder Sensibilitätsstörungen können bei Betroffenen oft Ängste und Unsicherheit auslösen. In ganz Ostwestfalen-Lippe sind wir der Hauptansprechpartner bei neurologischen Fragen und Erkrankungen.

Das Team der Universitätsklinik für Neurologie (Auszug)

Prof. Dr. Alaa AlbandiDaniel AsmusAssem BakraSilvia DumitriuAhmad EleesShady ElhendawyDr. med. Cara FlöerDr. med. Julian GehmeyrRike GießelmannLinnéa HeinemannKevin HippeNarmin IbrahimovaLili JgarkavaMatthias KorfNino KristesiashviliAnn-Kristin NiewaldKarin Oster-HanewinkelNikolaos PantosDavide PiloRahel Felora PossekelChristopher SeidelDr. med. Rebecca SeifertEsmeralda ShkozaDr. med.

Über Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz

Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz wurde 1967 in Zeitz in Sachsen-Anhalt geboren. Nach dem Abitur in Halle/Saale absolvierte er dort zunächst den zweijährigen Militärdienst als Laborant im Bezirkshygieneinstitut. Vor dem Studium der Humanmedizin, das er 1989 an der Universität Hamburg aufnahm, absolvierte er eine zweijährige Lehre für Ofen- und Kaminbau. 1991 bestand Prof. Dr. Schäbitz das Physikum in Hamburg, das erste, zweite und dritte Staatsexamen absolvierte er 1992 und 1994 und 1995 an der Universität Heidelberg. An der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg arbeitete Prof. Dr. Schäbitz zunächst als Arzt im Praktikum, als Assistenz- sowie ab 2003 als Facharzt für Neurologie. 2004 trat er eine Stelle als Oberarzt an der Neurologischen Universitätsklinik Münster an. 2007 wurde er dort geschäftsführender Oberarzt.

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