Schlafstörungen sind weit verbreitet und können die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Das neurologische Schlaflabor in Mönchengladbach bietet umfassende diagnostische und therapeutische Leistungen zur Behandlung verschiedener Schlafstörungen. Dieser Artikel gibt Ihnen einen Einblick in die Arbeit des Schlaflabors, die angebotenen Untersuchungen und die Behandlungsmöglichkeiten.
Bedeutung des Schlaflabors
Ein Schlaflabor ist eine spezialisierte Einrichtung zur Diagnose und Behandlung von Schlafstörungen. Hier werden Patienten während des Schlafs von medizinischem Personal überwacht, um die Ursachen ihrer Schlafprobleme zu ermitteln. Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen eine gezielte Therapie, um den Schlaf zu verbessern und Folgeerkrankungen vorzubeugen.
Kliniken Maria Hilf: Interdisziplinäres schlafmedizinisches Zentrum
In Mönchengladbach betreiben die Kliniken Maria Hilf ein interdisziplinäres schlafmedizinisches Zentrum. Hier arbeiten Spezialisten aus den Bereichen Neurologie, Pneumologie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde zusammen, um Patienten mit Schlafstörungen umfassend zu betreuen.
Beteiligte Kliniken und ihre Schwerpunkte
- Klinik für Neurologie (Prof. Carl-Albrecht Haensch): Diagnostik und Behandlung von Schlafstörungen mit neurologischen Ursachen, wie z.B. Restless-Legs-Syndrom, Narkolepsie oder Schlaf-bezogene Bewegungsstörungen.
- Klinik für Pneumologie (PD Dr. Andreas Meyer): Diagnostik und Behandlung von Schlafstörungen mit Bezug zu Atmung, wie z.B. obstruktive Schlafapnoe.
- Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (Prof. Jochen Windfuhr): Abklärung von anatomischen Ursachen für Schlafstörungen, wie z.B. vergrößerte Mandeln.
Räumlichkeiten und Ausstattung des Schlaflabors
Das modernisierte Schlaflabor im Krankenhaus St. Franziskus bietet den Patienten stilvoll eingerichtete Einzelzimmer, die eher einem Hotelzimmer als einer medizinischen Einrichtung gleichen. Die Zimmer sind mit schallgedämpften Böden, gefliesten Bädern und Flachbildschirmen ausgestattet, um den Komfort der Patienten zu gewährleisten. Insgesamt stehen neun neurologische und sieben pneumologische Schlaflaborplätze zur Verfügung. Das Schlaflabor steht sieben Tage die Woche zur Verfügung und verfügt über fünf Betten für nächtliche Schlafuntersuchungen. Als Patient kann man seinen gewohnten Tagesablauf beibehalten und sich lediglich abends zur Nachtruhe einfinden.
Diagnostik im Schlaflabor
Die Diagnostik im Schlaflabor umfasst verschiedene Untersuchungsmethoden, um die Ursachen von Schlafstörungen zu ermitteln.
Lesen Sie auch: Erfahrungsberichte: Reha in Leipzig Bennewitz
Polysomnographie (PSG)
Die Polysomnographie ist die wichtigste Untersuchungsmethode im Schlaflabor. Dabei werden während des Schlafs verschiedene Körperfunktionen und -aktivitäten aufgezeichnet:
- Hirnströme (EEG): Messung der Hirnaktivität zur Bestimmung der Schlafstadien.
- Augenbewegungen (EOG): Aufzeichnung der Augenbewegungen zur Identifizierung des REM-Schlafs.
- Muskelaktivität (EMG): Messung der Muskelspannung, insbesondere im Kinnbereich, zur Erkennung von Muskelzuckungen und -erschlaffung.
- Herzfrequenz (EKG): Aufzeichnung der Herzfrequenz zur Überwachung der Herzfunktion während des Schlafs.
- Atmung: Messung der Atembewegungen, des Atemflusses und der Sauerstoffsättigung des Blutes zur Erkennung von Atemstörungen wie Schlafapnoe.
- Schnarchen: Aufzeichnung des Schnarchgeräuschs.
- Körperlage: Erfassung der Körperposition während des Schlafs.
- Videoüberwachung: Beobachtung des Patienten während des Schlafs mit einer Infrarotkamera.
Ablauf der Polysomnographie
- Vorbereitung: Der Patient trifft am Abend im Schlaflabor ein und bezieht sein Zimmer. Er wird von medizinischem Personal über den Ablauf der Untersuchung informiert und mit den notwendigen Sensoren und Elektroden verkabelt. Mitzubringen sind Nachtwäsche, Waschuntensilien und Handtücher. Der Aufenthalt beginnt am Abend um 20:00 Uhr.
- Schlaf: Der Patient schläft in seinem Zimmer, während die Körperfunktionen kontinuierlich aufgezeichnet werden. Das medizinische Personal überwacht die Daten und beobachtet den Patienten per Video.
- Auswertung: Am nächsten Morgen werden die aufgezeichneten Daten von einem Schlafmediziner ausgewertet. Dieser erstellt einen Bericht mit den Ergebnissen der Untersuchung und einer Diagnose. Nach einem Telefonat mit der Praxis gegen 11:00 Uhr vormittags wird dem Patienten mitgeteilt, ob eine 2.
Weitere Untersuchungsmethoden
Neben der Polysomnographie können im Schlaflabor weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um die Ursachen von Schlafstörungen abzuklären:
- Apnoe-Screening: Ambulante Voruntersuchung zur Erkennung von Hinweisen auf eine Schlafapnoe. Nach ambulanter Apnoe-Screening-Diagnostik erfolgt die Polysomnographie teilstationär im Schlaflabor.
- Tests zur Wachheit: Tagsüber werden Tests zur Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit durchgeführt, um Störungen der Wachheit zu erkennen.
- Weitere neurologische Untersuchungen: Bei Verdacht auf neurologische Ursachen der Schlafstörung können weitere neurologische Untersuchungen durchgeführt werden, wie z.B. eine Elektroenzephalographie (EEG) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns.
Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten
Im Schlaflabor können verschiedene Schlafstörungen diagnostiziert und behandelt werden.
Schlafstörungen
- Insomnie (Schlechtes Schlafen): Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen.
- Parasomnie (Schlafwandeln, Nächtliches Sprechen):Unerwünschte Verhaltensweisen während des Schlafs.
- Hypersomnie (Krankhaftes Schlafbedürfnis):Exzessive Tagesschläfrigkeit trotz ausreichender Nachtruhe.
- Narkolepsie (Unkontrolliertes Einschlafen): Unwillkürliches Einschlafen am Tag.
- Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der Unruhigen Beine): Unangenehme Empfindungen in den Beinen, die zu einem Bewegungsdrang führen und den Schlaf stören.
- Schlafbezogene Bewegungsstörungen: Bewegungsstörungen im Schlaf.
Schnarchen und Schlafapnoe
Schnarchen und Schlafapnoe sind häufige Schlafstörungen, die zu gesundheitlichen Problemen führen können.
- Schnarchen: Verursacht durch Vibrationen der Weichteile im Rachenraum während des Schlafs.
- Schlafapnoe: Wiederholte Atemstillstände während des Schlafs, die zu einem Sauerstoffmangel im Blut führen.
Folgen der Schlafapnoe
- Tagesschläfrigkeit: Durch den gestörten Schlaf fühlen sich die Betroffenen tagsüber müde und erschöpft.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Schlafapnoe erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall.
- Unfälle: Die Tagesschläfrigkeit kann zu Unfällen im Straßenverkehr oder bei der Arbeit führen.
Behandlung der Schlafapnoe
Die Behandlung der Schlafapnoe richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung.
Lesen Sie auch: Zum neurologischen Outcome nach Wiederbelebung
- CPAP-Therapie: Die häufigste Behandlungsmethode ist die CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure). Dabei wird dem Patienten während des Schlafs über eine Maske kontinuierlich Luft mit positivem Druck zugeführt, um die Atemwege offen zu halten.
- Operation: In einigen Fällen kann eine Operation sinnvoll sein, um anatomische Engstellen im Rachenraum zu beseitigen.
- Weitere Maßnahmen: Gewichtsreduktion, Vermeidung von Alkohol und Schlafmitteln, Änderung der Schlafposition.
Therapieansätze im Schlaflabor
Auf Grundlage der Diagnose entwickeln die Schlafmediziner maßgeschneiderte Behandlungspläne, die auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten sind.
Basistherapie aller Schlafstörungen
- Schaffen der Voraussetzungen für einen natürlichen Schlaf.
- Ausreichende Schlafzeit: Männer ca. 7 Stunden, Frauen ca.
- Regelmäßige Schlafzeiten.
- Kein Mittagsschlaf.
- Vermeiden von Alkohol und Nikotin vor dem Schlafengehen.
- Regelmäßige körperliche Aktivität (nicht kurz vor dem Schlafengehen).
- Leichte Mahlzeit am Abend.
- Das Bett ist nur zum Schlafen da!
- Schlafrituale können hilfreich sein (Z.b. Entspannungsübungen, Lesen).
Lesen Sie auch: Behandlung neurologischer Erkrankungen
tags: #neurologisches #schlaflabor #monchengladbach