Brustbeinschmerzen sind ein häufiges Symptom in der ärztlichen Praxis, das oft Anlass zur Sorge gibt. Viele Betroffene denken zunächst an einen Herzinfarkt oder Angina Pectoris. Die Ursachen für diese Schmerzen können jedoch vielfältig sein und reichen von harmlosen bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen. Eine genaue Diagnose durch einen Arzt ist daher unerlässlich, um die entsprechenden Behandlungen einzuleiten. Dieser Artikel soll eine erste Orientierung bieten und helfen, die eigenen Beschwerden oder die eines Angehörigen besser einzuordnen und dem behandelnden Arzt die notwendigen Informationen zu liefern.
Ursachen von Brustbeinschmerzen
Die Ursachen für Brustbeinschmerzen sind vielfältig und können verschiedene Körpersysteme betreffen. Daher ist es wichtig, die Symptome ernst zu nehmen und ärztlich abklären zu lassen. Zu den möglichen Ursachen gehören:
- Kardiale Probleme: Herzinfarkt, Angina Pectoris
- Muskel- und Skelettprobleme: Verspannungen der Brustwirbelsäule, Rippenprellungen, Interkostalneuralgie
- Gastrointestinale Probleme: Sodbrennen, Refluxkrankheit, Speiseröhrenentzündung
- Psychogene Faktoren: Stress, Angst
- Hormonelle Veränderungen: Menstruationszyklus, Menopause
- Brustgesundheitsprobleme bei Frauen
- Lungenembolie oder Lebererkrankungen
Die Wahrnehmung von Brustbeinschmerzen kann sehr unterschiedlich sein. Patienten beschreiben die Schmerzen als drückend, ziehend, stechend oder brennend. Sie können kurz aufflammen oder dumpf und anhaltend sein, sich auf eine kleine Region beschränken oder den ganzen Brustkorb betreffen und in den Rücken, Bauchraum, Kiefer, Arme oder Nacken ausstrahlen. Die Schmerzen können nach Bewegung, in Ruhe oder nach Berührung auftreten und eine enorme Stärke annehmen. Begleiterscheinungen können Unbehagen, Engegefühl, Übelkeit, Husten, Blähungen oder Atembeschwerden bis hin zur Atemnot sein.
Diagnose von Brustbeinschmerzen
Um die Ursache von Brustbeinschmerzen zu ermitteln, ist eine gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung durch einen Arzt erforderlich. Wichtig ist die genaue Beschreibung des Schmerzes: Wann, wo, wie oft, wie lange und in welcher Form tritt er auf?
Bei Erwachsenen werden in der Regel zunächst wichtige Tests durchgeführt, um lebensbedrohliche oder sehr ernsthafte Ursachen auszuschließen. Dazu gehören:
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- Messung des Sauerstoffgehalts im Blut (Pulsoximetrie)
- Elektrokardiogramm (EKG)
- Röntgenaufnahme des Brustkorbs
- Bestimmung bestimmter Blutwerte (kardiale Marker wie Troponin)
- CT-Angiografie der Lunge oder Lungenscan bei Verdacht auf Lungenembolie
- Röntgenaufnahmen, Blut- und Ultraschalluntersuchungen oder Endoskopien bei Ursachen im Verdauungstrakt
- Bildgebende Verfahren (z.B. MRT) bei orthopädischen Ursachen oder Red-Flag-Symptomen
Neuropathische Schmerzen im Rippenbogen
Neuropathische Schmerzen entstehen durch eine Schädigung oder Funktionsstörung von Nerven. Im Bereich des Rippenbogens können neuropathische Schmerzen durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden:
- Eingeklemmter Nerv: Ein eingeklemmter Nerv an der Rippe ist meist eine Funktionsbeeinträchtigung des Nervs durch Druck des umliegenden Gewebes am Brustwirbel/Brustkorb. Ursachen können Fehlstellungen der Wirbelkörper, Bandscheibenvorfälle, Verspannungen oder altersbedingte Abnutzungen sein.
- Gürtelrose (Zosterneuralgie/Post-Zosterneuralgie): Die Gürtelrose wird durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst, das die Nerven befällt. Die Erkrankung geht mit juckenden und brennenden Schmerzen, Hautausschlag und Berührungsempfindlichkeit der Haut einher. Auch nach Abheilen der Pusteln können die Schmerzen bestehen bleiben (Post-Zosterneuralgie).
- Diabetische Polyneuropathie: Nervenschädigungen durch Ablagerungen in kleinen Blutgefäßen, insbesondere im Bereich der Füße, Unterschenkel und Hände.
- Autoimmunerkrankungen: Multiple Sklerose
- Alkoholmissbrauch
- Infektionen
- Verletzungen
Symptome neuropathischer Schmerzen
Neuropathische Schmerzen werden oft als brennend, stechend, schneidend oder einschießend beschrieben. Sie können von Gefühlsstörungen wie Kribbeln, Taubheit oder Missempfindungen begleitet sein. Auch Muskelschwäche oder Lähmungen können auftreten.
Diagnose neuropathischer Schmerzen
Bei Verdacht auf neuropathische Schmerzen ist eine neurologische Untersuchung erforderlich, um die Nervenfunktion zu überprüfen. Dabei kann die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen werden, um Funktionseinschränkungen des betroffenen Nervs festzustellen. Der Ultraschall (Nervenschall) ist eine gute Methode, um Veränderungen am Nerven darzustellen. In einigen Fällen kann ein MRT erforderlich sein, um Nervenentzündungen und Veränderungen sowie das umliegende Gewebe zu beurteilen.
Behandlung neuropathischer Schmerzen
Die Behandlung neuropathischer Schmerzen zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Sie umfasst in der Regel:
- Medikamentöse Therapie: Schmerzmittel (Analgetika), Antidepressiva, Antikonvulsiva, Lokalanästhetika
- Physiotherapie: Manuelle Therapien, Triggerpunktbehandlung, Dehnübungen, Kräftigungsübungen
- Entspannungsmethoden: Biofeedback, Akupunktur
- Psychotherapie: Bei schweren psychischen Belastungen oder Erkrankungen
- Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
TENS-Therapie bei neuropathischen Schmerzen im Rippenbogen
Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine elektromedizinische Reizstromtherapie, die bei vielen Schmerzzuständen eingesetzt wird, darunter auch bei neuropathischen Schmerzen. Die TENS-Therapie kann in Arzt- oder Physiotherapiepraxen oder zu Hause angewandt werden. Es sollte jedoch vorher eine Absprache mit dem Arzt und eine Einleitung durch z.B. einen Physiotherapeuten erfolgen.
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Wirkungsweise der TENS-Therapie
Die TENS-Therapie nutzt sanfte elektrische Impulse, die über Elektroden auf der Haut appliziert werden. Diese Impulse können:
- Die Ausschüttung von schmerzstillenden, körpereigenen Substanzen (z.B. Endorphine) anregen.
- Die Weiterleitung des Schmerzempfindens an das Gehirn blockieren bzw. verringern.
- Die Durchblutung fördern und Muskelverspannungen lösen.
Anwendung der TENS-Therapie im Rippenbogenbereich
Die Elektroden werden im Bereich des schmerzenden Rippenbogens platziert. Dabei ist es wichtig, die Elektroden nicht in der Herzgegend oder in der Nähe der Halsschlagader (Karotissinus) zu positionieren, da dies zu Kammerflimmern führen kann. Anfangs sollte die Stimulation auf der nicht betroffenen Seite erfolgen.
Die Stromintensität wird so eingestellt, dass ein deutliches, aber nicht unangenehmes oder schmerzhaftes Stromgefühl entsteht. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 20-30 Minuten. Bei Bedarf können mehrere Behandlungen täglich durchgeführt werden.
Um einer Schmerzsensibilisierung entgegenzuwirken, sollten unterschiedliche Programme und Elektrodenpositionen genutzt werden.
Kontraindikationen der TENS-Therapie
Die TENS-Therapie sollte in folgenden Fällen nicht angewendet werden:
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- Herzschrittmacher oder andere implantierte elektronische Geräte
- Schwangerschaft
- Epilepsie
- Akute Entzündungen der Schleimhaut oder Haut
- Metallische Implantate im Behandlungsgebiet
- Nicht bedienen während der Anwendung keine Maschinen (beispielsweise Auto).
Mögliche Nebenwirkungen der TENS-Therapie
Die TENS-Therapie ist in der Regel eine sichere Methode zur Schmerzlinderung. Mögliche Nebenwirkungen sind:
- Hautreizungen durch allergische Reaktionen auf die Elektroden
- Schmerzsensibilisierung bei zu langer oder häufiger Anwendung mit gleicher Elektrodenpositionierung und Stimulationsintensität
Produkte für die TENS-Therapie
Es gibt verschiedene TENS-Geräte auf dem Markt, die für die Anwendung zu Hause geeignet sind. Einige Beispiele sind:
- SaneoTENS: Digitales TENS Reizstromgerät zur Behandlung von Schmerzen ohne Medikamente und Nebenwirkungen.
- Saneo4SPORT: Elektrostimulationsgerät für Muskelgruppen und zur Unterstützung jeder Sportart mit Programmen aus den Bereichen TENS und EMS.
- SaneoVITAL TENS EMS Massagegerät: Gerät für wohltuende Auszeiten mit Massage-Programmen zur Lösung von Muskelverspannungen und zur Muskelstimulation.
- STIM-PRO X9: TENS EMS Kombination Gerät mit 16 verschiedenen vorinstallierten TENS Programmen.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei neuropathischen Schmerzen im Rippenbogen
Neben der TENS-Therapie gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten, die bei neuropathischen Schmerzen im Rippenbogen eingesetzt werden können:
- Medikamentöse Therapie: Schmerzmittel, Antidepressiva, Antikonvulsiva
- Physiotherapie: Manuelle Therapie, Dehnübungen, Kräftigungsübungen
- Injektionen: In schweren Fällen können Spritzen mit schmerzlindernden Medikamenten in den Bereich des betroffenen Nervs gegeben werden.
- Operation: In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Nerv zu entlasten.
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